Hallo Atze,
vorderseitig sehen die Marken völlig einwandfrei aus, da sie aber ungestempelt sind, ist die Qualität der rückseitigen Gummierung maßgeblich. Es gibt da drei Qualitätsunterschiede:
postfrisch = völlig unbeschädigter rückseitiger Gummi, keine Flecken drauf, nichts aufgeklebt, keine dünnen Stellen
ungestempelt mit Falz = postfrisch, aber mit kleinen aufgeklebten Falzen zur Befestigung in irgendwelchen Alben
ungestempelt ohne Gummierung oder mit beschädigtem Gummi.
Die ersten beiden Varianten sind im Katalog gelistet, die Dritte Variante ist eigentlich nur noch Müll, der entsorgt werden könnte.
Im aktuellen Michel-Katalog von Deutschland sind die von dir gezeigten Marken einzeln wie folgt bewertet:
Marke zu 160 (Mark): postfrisch = 0,60 €, mit Falz = 0,10 €
Marke zu 500 Mill. (Mark): postfrisch = 0,90 €, mit Falz = 0,20 €
Marke zu 200 Mill. (Mark): postfrisch = 0,50 €, mit Falz = 0,10 €
Diese Einzelwerte musst du nun mit der Anzahl aller Marken im Bogen multiplizieren, bei 100 Marken zum Beispiel werden so aus 0,60 € Einzelmarke = 60 € für den Bogen. Damit hast du dann aber erst den Katalogwert, mit einem Handelswert hat das wenig zu tun. Wenn du selber so etwas bogenweisae bei einem Händler kaufen willst, dann bezahlst du dafür etwa 30 % bis 40 % vom Katalogwert. Wenn du das aber selber an einen Briefmarkenhändler verkaufen willst, bekommst du dafür in aller Regel nur etwa 10 % vom Katalogwert. Das ist auch verständlich, denn der Händler hat in aller Regel nicht gleich einen Kunden dafür, sondern muss die Bögen möglicherweise jahrelang immer mal wieder anbieten, wandelt also sein bares Geld in zunächst totes Kapital um.
Wenn man privat verkauft (an Sammler oder z.B. über Ebay), dann kann man möglicherweise einen höheren Preis bekommen, es gibt aber nicht so viele Sammler, die sich ganze Bögen hinlegen wollen. Außerdem handelt es sich bei den gezeigten Marken um Massenware, die noch tausendfach im Angebot ist, was man alleine schon vom Preis herleiten kann. Da wird es dann - unabhängig vom festgesetzten Preis - schwer sein, überhaupt einen Käufer zu finden.
Ich rate dir, dir einen gebrauchten Michel-Briefmarkenkatalog von Deutschland zuzulegen, der durchaus schon 5 Jahre alt sein kann. Der ist preiswert und die dortigen Briefmarkenbewertungen haben seitdem keine wesentlichen Veränderungen erfahren. So kannst du dann auch alleine bei einzelnen Marken den Wert nachschlagen. Falls in der Nähe deines Wohnortes auch eine größere Bibliothek ist, gibt es solch einen Katalog möglicherweise auch umsonst zum Ausleihen.
Viele Grüße
Cantus