Schwedische Filmgeschichte
Der erste schwedische Spielfilm wurde 1897 gedreht, nur kaum zwei Jahre nachdem die Gebrüder Lumière ihre neue Erfindung in Paris präsentiert hatten. Die Spieldauer des Filmes betrug knapp eine Minute. Sehr bald schon erfreute sich das Kino großer Beliebtheit und die Entwicklung der schwedischen Filmproduktion geschah mit Riesenschritten.
Bahnbrecher dieser neuen Kunstgattung war der Fotograf Charles Magnusson. 1912 engagierte er die schwedischen Theaterregisseure Victor Sjöström und Mauritz Stiller, eine, wie sich bald herausstellen sollte, von Weitblick zeugende Idee, die die erste schwedische Blütezeit auf dem Gebiet des schwedischen Films einleitete. Sie verfilmten Selma Lagerlöfs Erzählungen, die sehr schnell zu einem großen Publikumserfolg wurden. Sjöström verfilmte u. a. 1920 "Der Fuhrmann des Todes" und Stiller 1923 "Gösta Berlings Sage". Beide arbeiteten bei der Gestaltung des Drehbuches eng mit dem Schauspieler Gustaf Molander zusammen, der durch diese Zusammenarbeit zu einem Vertreter des populären, leicht spitzfindigen Films wurde, der mit Vorliebe das Leben der oberen Gesellschaftsschichten widerspiegelte.
1930 kam dann der endgültige Durchbruch des Tonfilms, und 1936 drehte Gustaf Molander den Film "Intermezzo".
Mit Beginn der 1940er Jahre nahm der Film einen ernsteren Grundton an, gleichzeitig feierte aber auch die Wirklichkeitsflucht große Triumphe. 1944 drehte Ingmar Bergman seinen Film "Hetze". Dieses Mal führte er nicht Regie, die übernahm Alf Sjöberg, sondern er schrieb das Drehbuch. Die Entwicklung Ingmar Bergmans und seiner Filmsprache erlangte in kurzer Zeit Weltruhm und gab ihm innerhalb des schwedischen Films die absolute Dominanz. Der Film "Schreie und Flüstern" von 1973 wird auf der ganzen Welt als ein meisterwerk angesehen.
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