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 Die Briefmarke als Wertobjekt - Das Kapitel Markt und Preis

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Cophila
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BeitragThema: Die Briefmarke als Wertobjekt - Das Kapitel Markt und Preis   Do 25 Sep 2008, 18:29

Innerhalb der philatelistischen Literatur findet man ein Buch mit diesem Titel von Dr. Alfred Kruse, Prof. an der Universität München, aus dem Jahre 1949, erschienen im Richard Pflaum Verlag / München (Auszüge nicht geschützt) im Kapitel II ein Thema zu "Markt und Preis".



Nutzen u n d Brauchbarkeit

"Wenn wir feststellen, daß eine Briefmarke einen Pfennig, eine andere eine Mark und eine andere gar einhundert Mark (oder mehr, heutzutage €) kostet, so legen wir uns unwillkürlich die Frage vor, warum das so ist, und warum derartige Unterschiede in den Preisen bestehen. Irgendwie glaubt jeder eine Antwort darauf zu finden, und wenn einer sagt, das sei die Folge von Angebot und Nachfrage, so meint er damit die letzte und beste Antwort gegeben zu haben. Doch, wie wir sehen werden, ist das nur eine vorläufige Antwort und eine ziemlich nichtsagende vorläufige Antwort gewesen.

Nehmen wir das Ergebnis vorweg, so läßt sich sagen, daß der Preis einer Ware oder Dienstleistung, also auch einer Briefmarke, die am Markt als Ware gilt, die Menge des Geldes ist, die man für das Gut erhält, und dieser - Preis ist eine Funktion des Verhältnisses von Angebot und Nachfrage -, sowohl Angebot als auch Nachfrage wirken auf die Höhe des Preises ein. Je kleiner das Angebot und je größer die Nachfrage, desto höher ist der Preis und umgekehrt, je größer das Angebot und je kleiner die Nachfrage, desto niedriger der Preis; aber Angebot und Nachfrage sind selbst wieder abhängig von der Höhe des Preises. Das Angebot wird desto größer sein, je höher der Preis, die Nachfrage desto größer, je niedriger der Preis ist, der am Markt herrscht oder erwartet wird. Um nun die Faktoren zu erkennen, die auf den Preis einer Sammlerbriefmarke einwirken, müssen wir uns zunächst fragen: Was bestimmt den Umfang und die Dringlichkeit der Nachfrage und des Angebots?

Was eine Nachfrage letztlich veranlaßt, ist sicher das Bedürfnis, das dahin drängt, befriedigt zu werden. Je intensiver das Bedürfnis ist, um so größer wird die Geneigtheit sein, einen hohen Preis zu bewilligen und umgekehrt. Das Bedürfnis des Sammlers geht dahin, eine bestimmte Marke zu besitzen, etwa die One Cent British Guiana (siehe oben im Bild). Die Marke gefällt ihm, vielleicht weil sie hübsch ist, weil er sie zur Komplettierung seiner Sammlung besitzen möchte, weil mit ihr eine interessante Entstehungsgeschichte verknüpft ist und er davon gehört hat , daß auf einer Versteigerung es um diese Marke zu einem heißen Kampf zwischen dem britischen König und einem Dollarmagnaten kam, den dieser und nicht der König gewann; vielleicht möchte der Nachfrager die Marke auch nur deshalb haben, weil sie knapp, sehr knapp ist. Hier handelt es sich um unmittelbare Bedürfnisse, d. h. um solche, die mit dem Erwerb der Marke direkt befriedigt werden können. Es kann aber auch ein mittelbares Bedürfnis mit dem Erwerb der Marke befriedigt werden. Es gibt heute auch eine große Zahl von Nichtsammlern, die sich für die One Cent British Guiana interessiert. Diese wollen sie nicht ihrer Briefmarkensammlung einverleiben, sondern sie möchten sie erwerben, um ihr Vermögen in Briefmarken anzulegen, weil sie glauben, damit eine sichere und vielleicht auch gut rentierliche Anlage gefunden zu haben. Also, weil die Briefmarkensammler die One Cent Britisch Guiana schätzen und ihr einen Wert beilegen, hat diese Marke auch für andere einen Wert, da sie sie wieder verkaufen, und dann mit dem erlösten Geld sich Güter und Leistungen verschaffen könne, um andere Bedürfnisse zu befriedigen.

Ein einmal gezahlter Preis ist Richtgröße für künftiges Angebot und Nachfrage. Keiner könnte sich eigene Wertvorstellungen über die vielen Marken machen, für die er sich als Sammler interessiert. Zwar sind seine subjektiven Schätzungen, wie wir sahen, ungeheuer wichtig, doch die Wertvorstellungen aller Sammler als Anbieter und Nachfrager werden durch den Preis gleichsam addiert und objektiviert und wirken auf die individuelle Wertschätzung der einzelnen zurück. Die Richtgrößen der Kataloge, die Preise sind oder doch zumindest solche sein wollen, sind in der Philatelie von so überaus großer Bedeutung, weil wegen der großen Mannigfaltigkeit der Markenarten die subjektive Schätzung jeder einzelnen Marke ungeheuer erschwert wird, da ja die Sammelfreude im allgemeinen in direktem Verhältnis zur Knappheit steht, die sich im Preise ausdrückt. Die Nützlichkeit eines Brotes wird für die Befriedigung des Nahrungsbedürnisses gleich groß sein, ob der Preis 50 Pfennig oder 50 Mark beträgt. Anders ist es bei den Briefmarken. Marken mit geringem Preis haben für die Befriedigung des Sammlerbedürfnisses weniger Nutzen, stiften weniger Sammlerfreude, als solche mit hohem Preis, vielfach allein deshalb, weil es "billige Werte" sind.

Der Nutzen, den eine Marke einem Sammler stiftet, ist also in hohem Grade abhängig von ihrem Preise. Ist der Preis auf den Märkten der Waren und Dienstleistungen Richtgröße für die künfitge Preisbildung, von der aus die Änderungen in den Knappheitsverhältnissen in Zu- und Abschlägen vom Preis ausstrahlen, so ist der Preis für Briefmarken nicht nur Richtgröße, sondern selbst ein wichtiger Faktor für künftige Preisänderungen.


(So seine Sichtweise, die möglich auch heute noch zutrifft).

(Fortsetzung folgt).
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Cophila
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BeitragThema: Re: Die Briefmarke als Wertobjekt - Das Kapitel Markt und Preis   Mo 29 Sep 2008, 15:06

Leistungsfähigkeit der Nachfrage

"Aber nicht jeder Sammler, der ein "Bedürfnis" nach einer Marke empfindet, kann wirklich als Nachfrager in Erscheinung treten. Er muß auch über die dazu nötige Kaufkraft verfügen, erst dann wird sein Bedürfnis zu einer Nachfrage und damit von Bedeutung bei der Preisbildung sein. Nachfrage ist eben das mit Kaufkraft ausgestattete Bedürfnis, das auf dem Markt wirksam wird. Außer dem Bedürfnis hängt die Nachfrage von der Leistungsfähigkeit des Nachfragers ab, also von dem laufenden Einkommen und was davon zum Markenerwerb abgezweigt werden kann, oder auch von dem Vermögen und was davon für Zwecke des Markensammelns verwendet werden soll und darf.

Aber so wie der Markt nicht jedes Bedürfnis befriedigt, kann er auch nicht jede Nachfrage befriedigen.

Nur solche Nachfrage wird zum Zuge kommen, deren Kaufkraft groß genug ist, um auf dem Markt einen Anteil an dem immer relativ knappen Vorrat an Marken beanspruchen zu können. Diejenigen, die willens und in der Lage sind, die höchsten Preise zu zählen, werden in erster Linie vom Markt berücksichtigt. Die Preisgebote müssen dann höher sein als das Höchstgebot der unwirksamen Nachfrage. Die dringlichste Nachfrage kann auf Deckung rechnen; die weniger dringliche wird ausgeschaltet. Dabei ist die Dringlichkeit der Nachfrage wiederum nicht gleichbedeutend mit der Wichtigkeit der Bedürfnisse. Das Bedürfnis nach Besitz einer Marke kann für einen kleinen Sammler sehr dringlich sein, vielleicht, weil damit ein Satz komplettiert würde, aber ein anderer Sammler vermag mehr dafür zu bieten und erhält sie, obwohl sie für seine Sammlung weniger wichtig ist, aber dieser kann aus seinem Einkommen oder Vermögen mehr Kaufkraft hierfür bereitstellen und wird daher die Marke bekommen. Seine Nachfrage erscheint dringlich, obwohl sein Bedürfnis weniger dringlich ist als das des kleinen Sammlers. Nur wenn die Kaufkraft überall gleich verteilt wäre, würde die Dringlichkeit der Bedürfnisse für die Marktgestaltung auf der Nachfrageseite allein maßgebend sein. Der Preis wird, was die Nachfrage betrifft, bestimmt durch die Zahlungsfähigkeit des letzten Käufers, der gerade noch zum Zuge kommt."
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Cophila
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BeitragThema: Re: Die Briefmarke als Wertobjekt - Das Kapitel Markt und Preis   So 05 Okt 2008, 21:09

Der Preiszusammenhang

"Haben wir feststellen können, daß die Nachfrage bestimmt wird durch die Brauchbarkeit und die Nützlichkeit einerseits,

durch die Leistungsfähigkeit der Nachfrager anderseits, so ist dem noch hinzuzufügen,

daß die Nachfrage wiederum abhängig ist von der Höhe aller übrigen Preise.

Die Nachfrage nach der One Cent British Guiana wird auch bestimmt durch die Preise für andere Briefmarken. Sind diese Preise beispielsweise gestiegen und jetzt auf einem hohen Stand, so wird der Sammler für den Erwerb dieser Marken mehr ausgeben müssen und seine Nachfrage nach der One Cent British Guiana wird weniger dringlich gestaltet werden, seine Leistungsfähigkeit ist kleiner, da er nur einen kleineren Betrag für den Erwerb dieser Marke aufwenden kann. Dadurch kann aber auch umgekehrt der Sammlerspekulant veranlaßt werden, der eine Konkunktur wittert, seine Preisgebote für die One Cent British Guiana zu erhöhen.

Betrachten wir die Preise für Briefmarken als Ganzes, so gilt hier ähnliches. Steigen unter gleichbleibenden Umständen die Lebenshaltungskosten, dann wird ein größerer Teil des Einkommens auf Nahrung, Kleidung, Wohnung usw. verwandt werden müssen, und viel weniger steht für die Liebhaberei bereit. Es gibt aber auch passionierte Sammler, denen der Erwerb von Marken vor dem täglichen Brot geht. Jedenfalls wird aber von den Änderungen anderer Preise ein Einfluß auf die Nachfrage nach Marken ausgehen, und zwar als Ganzes gesehen sicher so, daß eine Verteuerung der realen Lebenshaltung die Nachfrage nach Briefmarken ermäßigt und damit einen Druck auf die Preise für Briefmarken ausübt. Ein ganz wichtiger Faktor ist natürlich die Gestaltung der Einkommen, vor allem der Löhne, die im Grunde ja ihrerseits wieder Preise sind."
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BeitragThema: Re: Die Briefmarke als Wertobjekt - Das Kapitel Markt und Preis   Mo 20 Okt 2008, 19:58

Die volkswirtschaftliche Bedeutung der Philatelie

Die volkswirtschaftliche Bedeutung der Philatelie beschränkt sich nicht darauf, daß ein besonderer Handelszweig, der Briefmarkenhandel, entstanden ist, dem Ankauf, Sortiment und Verkauf von Briefmarken zum Beruf geworden ist; die Beschäftigung mit den kleinen Papierchen in den Musestunden ist heute ein wichtiger Faktor für die Gestaltung der Freizeit geworden (wobei man nicht vergessen darf, das Freizeitangebot ist heutzutage größer als früher. drunken ) und auch indirekt, durch die damit gewährte Erholung und den Ausgleich gegenüber der Berufsarbeit, ein Mittel zur Erhaltung und Hebung der Arbeitsfreude.

Auch für die volkswirtschaftliche so notwendige Kapitalbildung ist das Briefmarkensammlen nicht ohne Bedeutung. Einzelwirtschaftlich gesehen ist jede Ausgabe von Einkommensteilen für den Ankauf von Briefmarken sowohl ein Konsumtions- als auch ein Sparakt. Verbrauch liegt vor in dem Sinne, als hier Ausgaben gemacht werden, die dem Käufer die Befriedigung eines Bedürfnisses, eben des Sammelbedürfnisses gewähren. Dennoch liegt hier ein Unterschied gegenüber dem sonstigen Konsum vor. Jeder Verbrauch ist sonst ein Verzehren des Konsumtionsgutes. Das Brot wird gegessen und die Kleidung wird abgenutzt; nach Verlauf eines kürzeren oder längeren Zeitraumes ist das Gut vernichtet, nachdem es zur Befriedigung eines Bedürfnisses gedient hat. Bei den Sammelobjektien handelt es sich jedoch um Güter, die nicht verzehrt werden (können), sondern erhalten bleiben, obwohl Bedürfnisse befriedigt wurden; sie sind ein dauerndes Mittel zur Bedarfsdeckung, wenn nicht durch unsachgemäße Behandlung die Objekte des Sammelns vernichtet werden. Wenn aber die Briefmarken erhalten bleiben, können sie auch zu einem späteren Zeitpunkt wieder veräußert werden, so daß vom Standpunkt des Markenkäufers aus gesehen der Markenerwerb auch als Sparakt gedeutet werden kann. Bei einem nicht geringen Teil der Sammler ist dies zumeist ein wichtiges Nebenmotiv, oftmals auch Hauptmotiv. Die bisherige Preisentwicklung hat auch dieser Einstellung durchaus recht gegeben; das was sie einst für den Erwerb aufwandten, haben sie in der Regel mehr wie voll bei einem Verkauf zurückerhalten. (So war das früher. Very Happy ). Voraussetzung ist natürlich, daß mit einiger Überlegung und Systematik die Sammlung zusammengestellt wurde. (Ist klar. Cool )


Ff.
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BeitragThema: Re: Die Briefmarke als Wertobjekt - Das Kapitel Markt und Preis   Mi 22 Okt 2008, 01:03

Ob aber das, was einzelwirtschaftlich als Sparen angesehen werden kann, auch volkswirtschaftlich als Kapitalbildung zu gelten hat, ist jedoch von anderen Bedingungen abhängig.

Wird gespart, so verringern die Sparer ihren sonstigen Verbrauch um eben diese Geldbeträge. Werden diese nicht gehortet, also dem Umlauf entzogen, so gelangen sie über die Kreditinstitute an irgendwelche Unternehmen, die hier Kredite aufnehmen. Erfolgt mit diesen Mitteln eine Investition, so ist Kapital im volkswirtschaftlichen Sinne gebildet und dadurch die Produktionskraft der Volkswirtschaft gesteigert worden. Mit Hilfe der so geschaffenen größeren Zahl von Produktionsmitteln können mehr und zumeist auch billiger Verbrauchsgüter erzeugt und angeboten werden.

Kaufen die Sammler Briefmarken, anstatt Teile ihres Einkommens zur Bank oder Sparkasse zu tragen, so schränken sie gleichfalls ihren Verbrauch ein. Ob es nun aber zur Bildung von Kapital im volkswirtschaftlichen Sinne kommt, ist abhängig davon, was mit den für Marken hingegebenen Summen geschieht. Zum Teil sind es Einnahmen anderer Sammler, die mehr für ihre Marken erlösen, als sie selbst dafür ausgegeben haben. Verwenden sie die Erlöse zu konsumtiven Zwecken, so liegt lediglich eine Verschiebung von Kaufkraft vor; die Käufer schränken ihren sonstigen Verbrauch ein, die Verkäufer den ihren statt dessen aus. Eine Kapitalbildung liegt volkswirtschaftlich gesehen nicht vor, eine bessere Kapitalausstattung der Volkswirtschaft und eine Steigerung der Produktionskraft ist nicht gegeben.


Ff
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BeitragThema: Re: Die Briefmarke als Wertobjekt - Das Kapitel Markt und Preis   Mi 22 Okt 2008, 20:44

... Verwenden jedoch die Verkäufer die erlösten Mittel, um sie unmittelbar in eigenen wirtschaftlichen Unternehmungen produktiv einzusetzen oder sie über den Kreditmarkt anderen zur Investition zu überlassen, dann liegt echte Kapitalbildung im volkswirtschaftlichen Sinne vor. Die Briefmarkensammlung hat in diesem Falle zwei volkswirtschaftlich wichtige Aufgaben auf einmal erfüllt:

Sie diente als Konsumgut der Bedürfnisbefriedigung und war zugleich ein Mittel, um das volkswirtschaftlich so wichtige Produktionselement Kapital entstehen zu lassen. Inwieweit das Briefmarkensammlen nur zu einer Konsumverschiebung oder zugleich zur Kapitalbildung Anlaß gibt, ist sowohl im Einzelfall als auch generell schwer zu sagen. Bei der Veräußerung kleiner Sammlungen wird der Erlös wohl zumeist konsumtiv verbraucht werden, während bei den großen Sammlungen, schon des großen Wertobjekties wegen, ein Verbrauch kaum, und dann nur zu einem kleinen Teil in Frage kommt. Wenn wir den Briefmarkenhandel und die Einrichtungen der Postbehörden für die Sammler, vor allem die Herausgabe besonderer Sammlermarken, als volkswirtschaftliche Kosten dieser Liebhaberei ansehen wollen, die, wie wir sahen, ein echtes Bedürfnis befriedigt, so läßt sich wohl behaupten, daß die durch sie verursachte Kapitalbildung diese Kosten mehr als aufwiegt. Die Arbeitskräfte und die Einrichtungen, die das Briefmarkensammeln der übrigen Wirtschaft entzieht, werden mehr als aufgewogen durch den Produktivitätszuwachs als Folge der durch das Sammeln verursachten Kapitalbildung.


Ff
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