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 Der Onkel aus Afrika

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BeitragThema: Der Onkel aus Afrika   Sa Okt 11, 2008 7:44 am

Von Sylvia Eigenrauch Gera. Das erste Mal in ihrem Leben ist die Geraerin Elke Gundlach von Briefmarken fasziniert. Nicht als Sammlerin. Vielmehr liegt ein Stück Familiengeschichte vor ihr.
Der Bruder ihres Urgroßvaters, Franz Hermann Hopfer (1867-1945), hatte die rund 10 000 Marken umfassende Sammlung laut Testament der Stadt Gera vererbt. Hier wird sie noch nicht allzu lange im Stadtmuseum aufbewahrt.

Als unsere Zeitung vor zwei Jahren über die Briefmarkensammlung des nach Südafrika ausgewanderten Geraers berichtete, interessierte sich das Stadtmuseum auch für Nachfahren des Mannes, der am 18. Dezember 1867 in Gera geboren worden und am 10. Juli 1945 im südafrikanischen Pretoria gestorben war.

Elke Gundlach meldete sich. "Plötzlich waren sie wieder da, die Kindheitserinnerungen", sagt die heute 51-Jährige. Zwar konnte sie dem Onkel ihrer Oma nie begegnen, doch kannte sie den Verwandten aus Afrika aus Erzählungen. Er war als Fleischergeselle um 1900 ausgewandert und hatte drei Brüder in Zwötzen. Einer war Frau Gundlachs Urgroßvater. Jener, Franz R. Hopfer, hatte dort ein Schuhmachergeschäft. Ein anderer Bruder war Schneider.

Vom Onkel aus Afrika erzählt sie, dass er ein Zwei-Meter-Mann gewesen sein muss, in Südafrika Schlachthöfe und Viehhandel betrieb und unverheiratet geblieben war. "Er war sehr großzügig zu seinen Verwandten und hat sie alle beschenkt", berichtet Frau Gundlach und erzählt, dass ihre Familie heute noch Münzen des Onkels aufbewahrt.

In der Erbschaft ans Stadtmuseum fanden sich Briefe, die nicht nur geschrieben worden, um Marken stempeln zu lassen. Sogar einen ihrer Großmutter nach Pretoria hat sie entdeckt. "Das nimmt mir den Atem", gesteht sie gerührt und will jetzt ihrerseits auf Suche gehen. Im Geraer Telefonbuch hat sie den Namen Hopfer nicht nur einmal entdeckt.

Beim Stadtmuseum gemeldet hatten sich auch Briefmarkenfreunde, die das Erbe unter die Lupe nehmen wollten. Sammlungsleiter Matthias Wagner entschloss sich zur Zusammenarbeit mit dem heute 74-jährigen Werner Kinzel, der zweieinhalb Monate lang Briefmarken aus unzähligen Briefumschlägen und Tütchen in drei Alben ordnete und mit Hilfe von Katalogen schätzte. "Ich war unheimlich gespannt, was wohl in der nächsten Tüte steckt", erzählt der Geraer und verliert sich in Details, die dem Laien kaum auffallen. Ihn beeindrucken die Natal-Marken und er fand tatsächlich auch recht wertvolle Exemplare.

Doch der Wert der Sammlung von Franz Hermann Hopfer ist für Museumsmann Wagner ein anderer. Beispielsweise findet sich ein frankierter Brief von 1840 darunter, dem Jahr als in Großbritannien die ersten Briefmarken überhaupt in Umlauf kamen. Andererseits ist die Lebensgeschichte des Sammlers beeindruckend, den er sich als ein "Geraer Gesicht" für die Dauerausstellung vorstellen kann und der auch in einer Sonderausstellung "Abenteurer, Entdecker, Kolonisten" seinen Platz hätte.

Kurioses aus dem Depot des Geraer Stadtmuseums hat Menschen zusammen geführt, offenbart laut Wagner "eine Fußnote der Stadtgeschichte" und füllt obendrein Löcher in Familienhistorien.



tlz.de

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Liebe Sammlergrüsse
Eure Michaela
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Der Onkel aus Afrika

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