Die Philatelie Liechtenstein und das Medienunternehmen Gutenberg AG in Schaan/Liechtenstein stellten am 2. Juli 2009 eine technische und philatelistische Weltneuheit vor: die ersten selbstklebenden Briefmarken mit echter Lochperforation und geschlitzter Vorderseite, die eine einzelne Ablösung der Marken ermöglicht.
Der Philatelie Liechtenstein war es seit geraumer Zeit ein Anliegen, Selbstklebemarken zu lancieren, die nicht nur den Briefmarkenbenutzer erfreuen, sondern auch den Wünschen der zahlreichen Sammler liechtensteinischer Wertzeichen entsprechen und über eine grösstmögliche Fälschungssicherheit verfügen. Gemeinsam mit der Druckerei Gutenberg AG ist ihr dies nach rund zweieinhalbjähriger Entwicklungszeit gelungen.
Die neuen Selbstklebemarken sind nicht nur eine Weltneuheit, sondern auch die ersten Briefmarken, die vollständig in Liechtenstein hergestellt werden. Von der Gestaltung über den Druck bis hin zur Perforierung und Schlitzung ist alles Made in Liechtenstein. Für die Gutenberg AG ist dieser Schritt ein Höhepunkt in der über 80-jährigen Firmengeschichte. Sie gehört nun zu den wenigen Druckereien weltweit, die über die technische Ausrüstung verfügen, Briefmarken zu produzieren. Die Firmenleitung schätzt es ausserdem sehr, einen Beitrag zur langjährigen Briefmarkentradition in Liechtenstein leisten zu können.
Unkompliziert und trotzdem „echt“
Die Handhabung der neuen Selbstklebemarken ist äusserst unkompliziert. Sie werden einzeln vom Bogen gelöst und auf die Sendung geklebt, ohne dass sie vorher gerissen oder befeuchtet werden müssen. Obwohl das Trägerpapier des Bogens selbst ebenfalls lochperforiert ist, bleibt dieser auf Wunsch ganz. Zur Freude aller Sammler unterscheiden sich die neuen liechtensteinischen Selbstklebebriefmarken – im Gegensatz zu den im Ausland verwendeten – optisch in keiner Weise von den gewohnten nassklebenden Wertzeichen. Sammler erhalten ihre Objekte auch weiterhin nach Wunsch in Blocks, Streifen oder einzeln. Dank des speziell für Briefmarken produzierten Papiers lassen sich auf Postsendungen aufgeklebte Marken problemlos im Wasser ablösen.
Präzision und Qualität entscheidend
Die grösste technische Herausforderung an die Herstellung der liechtensteinischen Variante der Selbstklebebriefmarken war, eine Maschine für die exakte Lochperforierung und Schlitzung in einem Arbeitsgang zu finden. Ein Maschinenhersteller aus Deutschland entwickelte die Anlage schliesslich in Zusammenarbeit mit der Gutenberg AG und der Philatelie Liechtenstein. Nach einer längeren Testphase konnte sie ihren Betrieb im Juni 2009 in Schaan aufnehmen.
Alles für die Sicherheit
Für die Herausgeberin der Wertzeichen hat neben einer qualitativ einwandfreien Produktion auch die Erfüllung der Sicherheitsanforderungen oberste Priorität. Diesen wurde die Gutenberg AG gerecht, indem sie mit den an der Herstellung beteiligten Mitarbeitern Sicherheitsverträge abgeschlossen und die Produktionsräume mit Zutrittskontrollen sowie Alarmanlagen ausstattete. Die Herstellung der Briefmarken wird ständig durch Fachpersonal überwacht, welches ausserdem sämtliche Arbeitsschritte schriftlich protokolliert. Zu den Sicherheitsmassnahmen gehört auch die spezielle Entsorgung der Ausschussmarken.
Die neuen Selbstklebemarken sind als Dauermarken mit vier verschiedenen Schmetterlingsmotiven in den Wertstufen CHF 0.85, CHF 1.00, CHF 1.30 und CHF 2.00 ab dem 7. September 2009 bei der Philatelie Liechtenstein sowie in allen Poststellen des Fürstentums erhältlich.
