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 Briefmarken richtig ablösen

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AutorNachricht
DerChrischan
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BeitragThema: Briefmarken richtig ablösen   Mi Nov 18, 2009 4:57 pm

Ich hab er vor Kurzem mit dem Briefmarkensammeln angefangen. Nun hab ich von einem Bekannten eine Kiste mit ausgeschnittenen Briefmarken auf Papier erhalten. Diese reichen von nach dem 2. Weltkrieg bis heute.
Da ich mtgekriegt habe das man beim ablösen einige Fehler machen kann, hier ein paar Fragen:

  • In welchen Größenordnungen löst man die Marken ab? (einzelne oder viele?)
    In welchem Gefäß löst man die Marken ab? (Teller, Schüssel,oder?)
    Nimmt man zum ablösen heißes, warmes oder kaltes Wasser?
    Löst man die neuen, selbstklebenden Marken anders ab als die älteren?
    Muss man die Briefmarken nach dem ersten ablösen noch weiter behandeln (nochmal ins Wasser oder so?) um den restlichen Kleber auf der Rückseite zu entfernen?


Dann hab ich noch einige Fragen zum Trocknen und Pressen:
Ich habe mir eine Safe Trockenpressen gekauft.

  • Wie trockne ich die Marken am besten? (auf Paiper, Stoff, Küchenrolle?)
    Lege ich die Marken beim Trocknen auf die vordere Seite mit der Abbildung oder auf die Klebeseite?
    Muss ich die Marken von beiden Seiten trocknen lassen?
    Wie lange muss ich die Marken trocknen lassen um sie anschließend in die Trockenpresse zu spannen? (trocken, leicht feucht, nass?)
    Wie lege ich die Marken richtig in die Trockenpresse? (Es gibt Löschblätter und Folienblätter)


Ich wär den alten Briefmarken-Profis also dankbar für ein paar sachdienliche Hinweise! lachen
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Cantus
Mitglied in Gold


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BeitragThema: Re: Briefmarken richtig ablösen   Mi Nov 18, 2009 10:48 pm

Hallo,
es gibt da mehrere Arten, Briefmarken vom Papier zu lösen. So, wie ich das jetzt beschreibe, mache ich das seit 50 Jahren, andere haben vielleicht andere Methoden entwickelt.

1) Man nehme eine mittelgroße Schüssel, Porzellan oder Glas oder Blech oder Edelstahl oder Plastik, das Material ist grundsätzlich egal. Diese füllt man gut zur Hälfte mit lauwarmem Wasser (nicht zu warm !).

2) Anschließend lege ich die abzulösenden Marken einzeln und mit der Bildseite nach unten in die Schüssel; dabei drücke ich jede Marke bzw. jeden Briefabschnitt einzeln mit dem Finger unter Wasser, damit alle Seiten feucht werden und gut weichen können. Dabei sollte die abzulösende Menge so bemessen werden, dass noch genug Wasser in der Schüssel ist, dass nicht irgendwelche Marken oder Papierstücke oben aus der Wasseroberfläche herausschauen.

3) Nach einer gewissen Zeit des Abweichens, z.B. nach etwa 15 Minuten, kann man vorsichtig mit einer Briefmarkenpinzette beginnen, bereits abgelöste Papierteile aus der Schüssel herauszufischen. Manchmal muss man dazu auch ein wenig tiefer hineingreifen, aber bitte vorsichtig, denn weiches Briefmarkenpapier reißt leicht ein. Die Marken lasse ich weiterhin im Wasser, jedenfalls so lange, bis ich das meiste Papier herausgeholt habe.

4) Da auf den Marken unterschiedliche Gummierungen möglich sind, weichen manche Marken schon nach wenigen Minuten ab, andere brauchen ewig lange oder wollen gar nicht heruntergehen. Bei diesen kann man ganz vorsichtig versuchen, mit dem Daumen die Marke seitlich so auf dem Papier zu verschieben, dass sie sich vom Papier lösen lassen. Das sollte man aber nicht mit richtig wertvollen Marken versuchen, sondern diese dann lieber auf dem Papier lassen.

5) Da der abgelöste Gummi sich im Wasser verteilt, wird dieses so nach und nach milchig und ist dann nicht mehr gut für's Ablösen geeignet. Ich gieße dann alles Wasser heraus (die Marken dabei vorsichtig festhalten), fülle frisches Wasser auf und lasse die Marken im nun sauberen Wasser noch etwas weichen.

6) Für's weitere Vorgehen benötigt man dann Löschpapier, am besten in dinA 4, sowas bekommt man in Schreibwarengeschäften. Ich lege dann ein Blatt neben die Schüssel mit den Marken, hole diese einzeln mit der Briefmarkenpinzette heraus und lege sie mit der Bildseite nach unten auf das Löschpapier, bis die Seite voll ist. Wenn man die Bildseite nach oben legt, kann es passieren, dass die Marken sich so zusammenrollen, dass man sie nicht richtig trocknen und glätten kann; das sollte man vermeiden.

Wenn das Löschblatt voll ist, lege ich ein zweites trockenes Löschblatt oben drauf und drücke dann vorsichtig von oben auf alle Stellen, damit die darunter liegenden Marken ihre Feuchtigkeit nach beiden Seiten abgeben können. Anschließend hebe ich das obere Löschblatt wieder herunter, drehe es um und lege es daneben.

7) Nun nehme ich ein trockenes und sauberes Blatt Papier, z.B. Scanner- oder Druckerpapier (in gleicher Größe wie das Löschpapier), lege es neben die Löschblätter und übertrage nun die etwas abgetrockneten Marken vom Löschpapier auf dieses weiße Papier, auch hier wieder mit der Bildseite nach unten.

8) Sobald die Seite voll ist, kommt ein zweites Blatt Papier oben drauf. Dann müssen die Marken nur noch trocknen und glatt werden. Das funktioniert bei mir am besten so, dass ich eine Unterlage nehme, die etwas größer als die Papiergröße ist, z.B. ein Telefonbuch, eine große Zeitung oder etwas anderes, was feucht werden darf, lege dann vorsichtig die beiden weißen Papierbögen mit den Marken dazwischen darauf und schließe das Ganze dann oben wieder mit einem großen flachen Gegenstand, der etwas feucht werden darf, ab. Man hat sich dadurch eine leichte Papierpresse geschaffen.

9) Wenn man viele Marken auf einmal ablöst und also diverse Lösch- und Papierbögen verbraucht, so so kann man zum Schluss auch mehrere Ebenen übereinander in die selbst geschaffene Papierpresse packen, zwischen den Marken sollten aber immer mindestens zwei weiße Papierbögen sein.

10) Wenn dann alle Marken abgelöst und verarbeitet sind, lasse ich die "Papierpresse" an einem Ort mit normaler Zimmertemperatur über Nacht stehen. Am nächsten Tag lassen sich die dann trockenen Marken herausschütteln. Manche kleben dann zwar wieder fest, mit denen muss man dann eben das Procedere wiederholen.

Probiere es aus.

Beste Grüße
Cantus
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