Die heimische Fluglinie Austrian Airlines feiert diesen Monat ihr 50-jähriges Bestehen. Erster Gratulant diese Woche war die Österreichische Post mit einer Briefmarke als Geburtstagsgeschenk.
Ein weiteres soll die 150 Millionen schwere Finanzbeteiligung des saudischen Scheich Mohamed Bin Issa Al Jaber werden, die am 12. März bei der nächsten AUA-Aufsichtsratssitzung beschlossen werden soll. Auch der Dreiervorstand nach den Abgängen von Ex-Vertriebschef Josef Burger nach "schwerwiegenden Differenzen" und dem scheidenden Finanzvorstand Thomas Kleibl soll dabei endgültig abgesegnet werden.
Bei der Hauptversammlung wird es heiß
Dennoch kündigt sich eine heiße Hauptversammlung am 7. Mai an. Der streitbare Privataktionär R.H. Staller gibt sich nach seinem Kurzzeit-Intermezzo als Meinl-Sprecher wieder angriffslustig und will Al Jabers Beteiligung notfalls auch gerichtlich anfechten, sollte diese Kapitalerhöhung mit Bezugsrechtsausschluss über die Bühne gehen. Für Spannung ist also gesorgt.
Dagegen halten will AUA-Chef Alfred Ötsch, der um den Alleingang der AUA kämpft. Al Jabers Netzwerk im Nahen und Mittleren Osten soll die Ost-Strategie der Airline um den Faktor arabischer Raum auffetten.
Einem Hauptkritikpunkt von Fluggästen dieser Region, dass es nur eine unzureichende Business-Class auf diesen Mittelstrecken gibt, soll mit einem Umbau einiger A320 begegnet werden. Die Airbusse bekommen eine fixe Premium-C-Class mit Komfortsitzen und sollen im arabischen und russischen Raum zum Einsatz kommen.
Ötsch geht volles Risiko
Alfred Ötsch geht hier bewusst hohes Risiko ein, soll die neue Business-Klasse gerade bei den anspruchsvollen Gästen aus diesen Regionen sehr gut ankommen. Er weiß aber auch, dass er mit einer fixen C-Class Bestuhlung bei Verkauf und Flottenplanung nicht mehr so flexibel ist wie bisher.
Dass er bereit ist, Einschnitte durchzusetzen, hat der AUA-Chef schon bewiesen. Neben der drastischen Reduktion der Langstrecke hat er Do&Co an Bord geholt und zu einer Qualitätsoffensive angesetzt. Auch dem Konflikt mit den Piloten ist er nicht aus dem Weg gegangen, vielmehr wurde vielen der Abschied großzügig versüßt.
Jetzt geht es um die Eigenständigkeit der Fluglinie. Und das mit vollem Risiko. Al Jaber kann ein strategischer Investor sein, kann aber auch irgendwann Kasse machen wollen. Zumindest wird der Preis Mitsprache im Konzern sein. Auch die umgebauten Mittelstreckenjets können Erfolgsfaktor oder Bumerang sein. Und das weiß auch Alfred Ötsch. Geht die Strategie nicht auf, dann ist die AUA tot.

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Eure Michaela