... lief nicht sehr viel Post, denn ich kenne nur 2 Briefe von dort nach hier. Einen (meinen) möchte ich aber mal kurz vorstellen, denn viele Philatelisten glauben, dass es Ungarn noch gar nicht gab und Österreich - Ungarn postalisch eins gewesen waren.
Ungarn erklärte sich postalisch zum 16.6.1867 für eigenständig, auch wenn bis zum 31.7.1871 alle österreichischen Freimarken dort noch frankaturgültig waren.
Man übernahm als geteilter Rechtsnachfolger Österreichs die Postverträge mit Bayern, dem Norddeutschen Bund und dem Deutschen Reich. Zum 1.7.1875 trat man dem UPU bei.
Ein eingeschriebenes Kuvert aus Kunagota vom 16.4.1875 lief über Wien nach München. Der Absender zahlte 5 Filler, die 5 österreichischen Neukreuzern entsprachen. Unter der Rekommandationsnummer 236 wurde er in das Manual für Einschreiben aufgenommen. Schon 3 Tage später wurde er gegen Unterschriftsleistung in München seinem Empfänger ausgehändigt. Bei einem kgl. bayer. Stadtgericht war dies üblicherweise der Kanzlervorsteher.
Die Rückseite zeigt uns die von Österreich übernommene Praxis, das doppelte der einfachen Briefgebühr als Rekommandationsgebühr zu verkleben, also 10 Filler.
Bis heute ist dies der einzig bekannte Brief mit ungarischen Marken, der eingeschrieben nach Bayern lief. Ich habe ihn von einem finnischen Händler erstanden, der ihn in Belgien in einem Konvolut eines Niederländers fand. Ich bin Deutscher, meine Familie stammt aus der Schweiz, und ich mag Österreich.
Beste Grüsse von bayern klassisch
