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 „Die Rendite ist äußerst bescheiden“

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AutorNachricht
Michaela
Admin
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BeitragThema: „Die Rendite ist äußerst bescheiden“   Fr Jul 02, 2010 4:48 pm

Die „Briefmarkenfreunde Zülpich“ präsentierten ihre Sammlungen. 22 Aussteller zeigten bei der „Phila Tolbiac 2010“ ihre kleinen Wertpapiere. Auch alte Postkarten gab es zu bewundern.


Neben umfangreichen Briefmarken-Sammlungen konnten die Gäste bei der „Phila Tolbiac“ auch alte Postkarten bewundern. (Bild: Feibig)

Zülpich - Am letzten Sonntag ging es im Franken-Gymnasium wieder einmal um die kleinsten „Wertpapiere“ der Welt, die allerdings niemals in einem Börsenbericht erwähnt werden. Die Rede ist von den Postwertzeichen, mit denen die „Briefmarkenfreunde Zülpich“ ihre Freude haben. Allerdings treibt die Sammler weniger die Wertsteigerung an, als vielmehr die Leidenschaft, eine möglichst komplette Sammlung im Besitz zu haben.

Bei der an den Vorsitzenden der Briefmarkenfreunde, Edmund Thielens, gerichteten Frage, ob Briefmarken in Krisenzeiten denn eine gute Geldanlage seien, winkte dieser ab: „Die Rendite - sofern es überhaupt eine gibt - ist äußerst bescheiden. Wenn man bei einer Marke zehn Prozent des Katalogwertes erzielt, kann man schon zufrieden sein.“ Wie der Vorsitzende weiter erläuterte, sind für die Sammler andere Dinge von Belang: „Uns erfreut mehr die lehrreiche Darstellung von Kultur, großartigen Bauten, herausragenden Persönlichkeiten und außergewöhnlichen Ereignissen.“

Natürlich begeistert es die Sammler, wenn ihnen zufällig einmal ein außergewöhnliches und damit zumeist ziemlich kostbares Einzelexemplar in die Hände fällt. Wie zum Beispiel die deutsche Briefmarke, die das Konterfei der berühmten amerikanischen Schauspielerin Audrey Hepburn ziert.

Nachdem die Familie des verstorbenen Hollywood-Stars Einspruch gegen die Veröffentlichung eingelegt hatte, wurden die bereits fertig gedruckten Zehner-Bögen eingestampft. Zum Glück der Sammler verschwand ein Bogen, dessen Marken später allesamt benutzt wurden und die heute ab und zu bei großen Auktionen auftauchen. Jüngst wurde eines dieser Exemplare für 135 000 Euro von einem Sammler ersteigert.

Bei der „Phila Tolbiac 2010“, bei der 22 Aussteller Sammlungen zu den unterschiedlichsten Themen präsentierten, konnte der Beobachter allerdings einen weiteren, ganz anderen Spaßfaktor der Sammler ausmachen. Wie Thielens dazu erklärte: „Wir sitzen ja nicht nur zusammen und tauschen schweigend unsere Marken. Es geht vor allem auch um die tollen Geschichten, die sich oftmals um die Briefmarken ranken.“

Wie der große Besucherandrang im Franken-Gymnasium erkennen ließ, üben diese kleinen, präzise bedruckten Marken auf viele Menschen immer noch eine besondere Faszination aus. Auch in diesem Jahr hatten die Zülpicher Briefmarkenfreunde wieder einen eigenen Sonderstempel mit dem Motiv „175 Jahre Eisenbahn in Deutschland“ anfertigen lassen. Die Deutsche Post war sogar mit einem kleinen Verkaufsstand vor Ort.

Einen weiteren Blickfang boten die zahlreichen Postkarten, von denen etliche aus der Zeit des Ersten Weltkrieges stammten. Auch die Münzsammler kamen in Zülpich auf ihre Kosten. Nicht mehr gefragt sind dagegen die Telefonkarten, die vor Jahren noch mit großer Leidenschaft gehortet wurden. Die hohen Stückzahlen, mit denen damals auf die gestiegene Nachfrage reagiert wurde, haben den Markt für diese Sammlerobjekte mittlerweile völlig einbrechen lassen.
Quelle

_________________
Liebe Sammlergrüsse
Eure Michaela
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aham
Mitglied
Mitglied



BeitragThema: Re: „Die Rendite ist äußerst bescheiden“   Sa Jul 03, 2010 2:41 pm

Das Wort Rendite kann ich schon nicht mehr hören , es ist eine Geißel der Zeit- und schon gar nicht im Zusammenhang mit Briefmarken!

Aufbauend auf dem Wissen einer der größten privaten Philatelie-Bibliotheken der DDR, welche mein Vater sein eigen nennen durfte, begann dieser im Jahr nach dem Mauerbau (1962) mit einer Sammlung der verschiedensten Entwertungen der preußischen Post, überwiegend auf billigeren Marken - und vergrub sich mangels persönlicher Freizügigkeit regelrecht in dieses Projekt. Unsere Famiiensammlung bot hier schon einen hervorragenden Grundstock. !970 ergab es sich nun, daß er auch zur Abgabe dieser Sammlung gezwungen wurde - lediglich ein paar Alben mit Dubletten aus diesem Sammelgebiet verblieben ihm.

Voriges Jahr mußte ich eine erheblich kleinere Bleibe anmieten, um angesichts der allgegenwärtigen Abzockerei finanziell nicht unterzugehen. Aus Platzgründen - und weil ich natürlich ganz andere Prioritäten habe - bot ich diese Alben verschiedenen Händlern an. Aus alten Rechnungen ist mir bekannt, daß mein Vater damals zur Ergänzung seines Bestandes Material für ein bis zwei drittel Lipsia-Wert bezog, je nach Seltenheit der Entwertung. Als "Angebot" erhielt ich hingegen gerade mal ein Prozent des Markenwertes - ohne jede Berücksichtigung von Stempelbesonderheiten!!!

Die ABSOLUTE Höhe war ein Händler, der laut seinem Angebot für EINEN der von mir angebotenen Stempel mehr verlangte, als er mir für die ganze Sammlung bot - für mehr als 600 Marken incl. etlicher Briefstücke! Da habe ich die Alben lieber einem Nachbarsjungen geschenkt, der sich für Briefmarken interessiert, als sie solcherley "Geschäfte"machern zu überlassen!

Bezogen auf den Katalogpreis der Stempel lagen SÄMTLICHE Angebote im Promille-Bereich! Im Verhältnis zur damaligen Beschaffung gibt es überhaupt keine Rendite, sondern lediglich eine defacto vollständige ENTWERTUNG. Das paßt ja dann wieder zum Sammelgebiet "Entwertungen"!

Ich weiß nicht, wie hier von "zehn Prozent des Katalogwertes" gesprochen werden kann, die angeblich erzielt werden können???

aham
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Cantus
Mitglied in Silber
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BeitragThema: Re: „Die Rendite ist äußerst bescheiden“   Sa Jul 03, 2010 4:59 pm

Hallo aham,
es kommt immer darauf an, was man hat, welche Qualität es besitzt und wem man es anbietet. Wenn du als möglichen Käufer nur den Händler um die Ecke ansteuerst, wirst du vermutlich kaum Rendite erwarten können, denn der sitzt erst einmal, vielleicht sogar auf Jahre, auf der angekauften Sammlung. Das, was er dir gezahlt hat, ist damit vermutlich totes Kapital. Auch ein Verkauf über das immer wieder genannte Ebay bringt vermutlich kaum Gewinn, denn dort wollen die Käuifer Schnäppchen machen. Was bleibt also?

Wenn du eine größere und saubere Sammlung hast, nimmst du am besten Kontakt zu einem oder mehreren der niedergelsassenen Auktionshäuser auf, z.B. hier:

http://www.rund-um-briefmarken.de/briefmarkenauktion/deutsche_briefmarkenauktionen_termine.html

Einzelmarken oder kleinere Posten verkauft man am besten über Tauschkontakte, über einen Sammlerverein oder über Rundsendungen. Bei allem aber musst du Geduld haben, denn solche Verkäufe können sich mitunter über viele Monate hinziehen. Das macht aber nichts, denn wir sind schließlich Sammler und nicht Briefmarkenhändler.

Viele Grüße
Cantus
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