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 Österreich - Ausgabeprogramm 2010

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BeitragThema: Re: Österreich - Ausgabeprogramm 2010   So Aug 15, 2010 4:45 pm

Kirchen aus Österreich - Pfalzkirche von Karnburg

Mit der neuen Sondermarke „Pfalzkirche von Karnburg“ findet die Serie „Kirchen aus Österreich“ nun ihren attraktiven Anfang.
Karnburg, etwa fünf Kilometer nördlich der Kärntner Landeshauptstadt Klagenfurt am Fuße des Ulrichsberges gelegen, ist eine kleine Ortschaft der Marktgemeinde Maria Saal. Im Mittelalter war Karnburg, das heute knapp 600 Einwohner zählt, das Zentrum des alpenslawischen Fürstentums Karantanien. Auf einer Hochebene befand sich einst ein karolingischer Königshof (Curtis Carantana); mit der Kolonialisierung Kärntens durch die Baiern wurde es schließlich eine karolingische Pfalz. Der sowohl für die Einsetzung der slawischen Fürsten als auch später der Kärntner Herzöge wichtige „Fürstenstein“ befand sich bis zum Jahre 1862 am nordwestlich der Pfarrkirche gelegenen Blasfeld.

Die Pfalzkirche in Karnburg – den Heiligen Peter und Paul geweiht – ist nicht nur die älteste Kirche der Diözese Gurk / Klagenfurt, sie gehört auch zu den ältesten österreichischen Kirchen überhaupt. Der Bau des Gotteshauses entstand vor 888, die erste urkundliche Erwähnung geht auf das Jahr 927 zurück. Das mittelgroße Sakralbauwerk ist durch die südliche Sakristei über einen Verbindungsgang mit der gotischen Annakapelle (diese stammt aus dem 14. Jahrhundert) verbunden. An einem echteckigen Saalraum schließt ein nahezu quadratischer, jedoch stark verzogener und nicht in der Hauptachse liegender Chorraum an. Der Triumphbogen zum Kirchenschiff öffnete sich ursprünglich im Überhalbkreis. Für die Errichtung der Kirche wurden seinerzeit zahlreiche römische Relief- und Inschriftensteine verwendet; Reste von romanischen Wandmalereien aus dem 13. Jahrhundert sind bis heute erhalten geblieben. An der Nordwand der Kirche befindet sich ein zugemauerter Eingang, und darüber erblickt man ein sehenswertes Detail: ein vorromanisches Steinrelief, das die Hand Gottes darstellen soll.

Von der Ortschaft hinauf zur Pfalzkirche führt ein Fußweg, der von den vierzehn Stationen eines Kreuzweges mit Bildnischenstöcken des Leidensweges Jesu Christi gesäumt ist. Eine Kreuzigungsgruppe unweit der Kirche ist die fünfzehnte Andachtsstelle und Endpunkt des Passionsweges. Der gute Erhaltungszustand der Pfalzkirche von Karnburg ist in erster Linie zwei umfassenden Restaurierungen aus den Jahren 1928 und 1970 zu verdanken.



Erscheinungsdatum: 25.06.2010
Auflagenhöhe: 300.000
Druckart: Offset
Entwurf: Mag. Helga Herger
Druck: Österreichische Staatsdruckerei
Art: Sonderpostmarkenserie
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BeitragThema: Re: Österreich - Ausgabeprogramm 2010   So Aug 15, 2010 4:50 pm

350. Geburtstag von Johann Joseph Fux

Aus Anlass der 350. Wiederkehr des Geburtstages des österreichischen Musiktheoretikers und Komponisten Johann Joseph Fux erscheint die nun vorliegende Sondermarke.

Zur Person: 1660 in Hirtenfeld bei Graz geboren (das genaue Datum ist nicht bekannt), studierte der Bauernsohn zunächst an der Universität Graz und von 1683 bis 1687 in Ingolstadt. Im Jahre 1696 wurde er zum Organisten am Schottenstift in Wien ernannt und behielt diesen Posten bis 1702. In dieser Funktion wurde der kaiserliche Hof auf Fux aufmerksam und ernannte ihn alsbald zum „Hofcompositeur“. 1701 wurde er darüber hinaus Kapellmeister am Stephansdom. Einige Jahre später, 1711, erhielt er eines der höchsten Ämter innerhalb des europäischen Musiklebens: Er wurde Musikdirektor des Hofes. Von seinen zahlreichen Opern und Oratorien, die er im Laufe der Jahre schrieb, erlangte die Oper „Costanza e Fortezza“ die größte Bekanntheit; diese wurde 1723 in Prag anlässlich der Krönung von Kaiser Karl VI. zum König von Böhmen aufgeführt.

Weitaus bedeutender und nachhaltiger als Fux’ Kompositionen ist freilich dessen theoretisches Werk; seine umfangreiche Kompositionslehre „Gradus ad Parnassum“ wurde erstmals 1725 veröffentlicht. Dieses elementare, auf Latein verfasste Werk – ein Lehrbuch über die Grundlagen der Komposition – wurde 1742 von Lorenz Christoph Mizler, einem Schüler Bachs, ins Deutsche übersetzt. Es hatte maßgeblichen Einfluss auf die so genannte „Wiener Schule“ (Musikstil in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts zwischen Spätbarock und Wiener Klassik) und diente bis ins 20. Jahrhundert hinein als das Lehrbuch des Kontrapunkts schlechthin. In seinem späteren Lebensabschnitt – nach dem Tod seiner Frau, mit der er 35 Jahre verheiratet war – komponierte Johann Joseph Fux vor allem geistliche Musik. Am 13. Februar 1741 verstarb der große Musiker 81-jährig in Wien.

Fux’ breit gefächertes musikalisches Werk umfasst zahlreiche Opern, Messen, Requien, Vespern, Psalmen, Oratorien und Partiten. Im Gegensatz zu seiner theoretischen Arbeit „Gradus ad Parnassum“ gerieten seine musikalischen Werke jedoch recht schnell in Vergessenheit – erst Ludwig von Köchel entdeckte Johann Joseph Fux wieder und gab eine Biographie sowie ein Werkverzeichnis des alten Meisters heraus. Viel später wurden einige von Fux’ Werken in der Reihe „Denkmäler der Tonkunst in Österreich“ veröffentlicht. In Graz erinnert das Johann Joseph Fux-Konservatorium auch heute noch an diesen großen österreichischen Musiker.



Erscheinungsdatum: 26.06.2010
Auflagenhöhe: 250.000
Druckart: Offset
Entwurf: Brigitte Heiden
Druck: Österreichische Staatsdruckerei
Art: Sonderpostmarke
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BeitragThema: Re: Österreich - Ausgabeprogramm 2010   So Aug 15, 2010 4:55 pm

100. Geburtstag von Grete Rehor

Grete Rehor, die als erste Ministerin in die politische Geschichte Österreichs einging, wurde am 30. Juni 1910 in Wien geboren. Nach der Volksschule besuchte sie die Bürgerschule und danach ein Lehrerseminar; ihren Berufswunsch, Lehrerin zu werden, konnte sie wegen der schweren Zeiten nach dem Krieg jedoch nicht realisieren. Als Textilarbeiterin ermöglichte sie sich den Besuch einer Handelsschule sowie zahlreicher sozialpolitischer Abendkurse, wo sie sich das Rüstzeug für ihre späteren Tätigkeiten holte. Ihre gewerkschaftliche Arbeit begann 1927, und zwar als Sekretärin im Zentralverband der christlichen Textilarbeiter Österreichs. In der Folge, von 1928 bis 1938, war Grete Rehor die erste Frau im Jugendbeirat der Wiener Arbeiterkammer und hatte in dieser Funktion maßgeblichen Einfluss auf die Aktionen „Jugend am Werk“, „Jugend in Not“ und „Jugend in Arbeit“.

Im Jahr 1935 heiratete sie Karl Rehor, der gemeinsam mit dem späteren Bundeskanzler Josef Klaus die christliche Jugendbewegung „Junge Front im Arbeiterbund“ gründete. Ab 1943 – ihr Mann fiel als Soldat in Stalingrad – war Grete Rehor Kriegswitwe und alleinerziehende Mutter einer Tochter. 1945, kurz nach Kriegsende, entstand der Österreichische Gewerkschaftsbund, in welchem Grete Rehor den Grundstein für ihre politische Karriere legte. Als Bundesvorsitzende der FCG in der Gewerkschaft der Textil-, Bekleidungs-, und Lederarbeiter war ihr kein Betrieb zu weit entfernt, um den Kontakt mit allen Gewerkschaftern unter schwierigsten Bedingungen aufrecht zu erhalten. Im Frauenreferat des ÖGB übte sie die Funktion einer Vorsitzenden-Stellvertreterin aus, und als Mitglied des Bundesvorstandes arbeitete sie intensiv an der Schaffung eines einheitlichen Gewerkschaftsbundes. 1949 wurde sie von der ÖVP als erste Frau für den größten Wiener Wahlbezirk nominiert; bis 1970 nahm sie ihre Verantwortung als Nationalratsabgeordnete wahr.

Als die ÖVP im März 1966 die absolute Mehrheit errang und eine Alleinregierung bildete, wurde Grete Rehor die erste Bundesministerin der Republik Österreich. „Es ist wichtig und richtig, wenn Frauen auch in höchste Positionen vordringen. Dies entspricht nicht nur der Bevölkerungs- und Beschäftigungsstruktur, sondern auch der Wählerstruktur“, meinte sie in einem ihrer ersten Interviews. In ihrer Amtsperiode setzte Grete Rehor zahlreiche Meilensteine für die Arbeitnehmer, und das Sozialbudget stieg von 1965 bis 1970 um unglaubliche 66 Prozent! Mehr als hundert Sozialgesetze, die während ihrer Amtszeit verabschiedet wurden, brachten ihr den durchaus wohlwollenden Spitznamen „schwarze Kommunistin“ ein – und auch nach ihrer Zeit als Ministerin engagierte sie sich bis ins hohe Alter in vielen sozialen Bereichen. Am 28. Jänner 1987 verstarb die hoch angesehene Politikerin; der Wiener Grete Rehor-Park erinnert auch heute noch an diese große österreichische Persönlichkeit.



Erscheinungsdatum: 29.06.2010
Auflagenhöhe: 300.000
Druckart: Offset
Entwurf: Renate Gruber
Druck: Österreichische Staatsdruckerei
Art: Sonderpostmarke
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BeitragThema: Re: Österreich - Ausgabeprogramm 2010   So Aug 15, 2010 4:59 pm

15 Jahre Regenbogenparade

Die Regenbogenparade ist eine jährlich auf der Wiener Ringstraße durchgeführte politische Demonstration, die sich im Rahmen eines ausgelassenen und farbenfrohen Umzuges für die Gleichberechtigung von homosexuellen Menschen einsetzt. (Zum Vergleich: In Deutschland genießen Veranstaltungen dieser Art unter dem Namen „Christopher Street Day“ überaus große Bekanntheit.)

Die Wiener Regenbogenparade ist der größte Event der Schwulen-, Lesben-, Tunten-, Bisexuellen- und Transgenderbewegung in Österreich. Die erste Parade fand vor nunmehr 15 Jahren, am 29. Juni 1996, statt und wurde von einem vierköpfigen Personenkomitee im Rahmen des so genannten „Österreichischen Lesben- und Schwulenforums“ (ÖLSF) organisiert, seit 2003 wird die Veranstaltung vom Verein „HOSI Wien“ (Homosexuelle Initiative Wien) mit Unterstützung der Stadt Wien geplant und durchgeführt. Sie führt vom Stadtpark über den Kai und Ring zum Museumsquartier, Heldenplatz oder Schwarzenbergplatz, wo als große Abschlusskundgebung die „Celebration“ im Beisein prominenter Politiker und bekannter Showgäste stattfindet. In den letzten Jahren nahmen jeweils mehr als 100.000 Personen – Demonstrierende, Besucher und Schaulustige – an der Regenbogenparade teil.

Gewissermaßen als Symbol ist zu verstehen, dass die Parade (als eine der wenigen Demonstrationen) gegen den Uhrzeigersinn bzw. gegen die Fahrtrichtung, also „andersrum“, über den Ring zieht. Das bunte Treiben mit ernstem Hintergrund bedient sich der nationalen Symbolik der Ringstraße und besetzt diese freilich neu: Just an dem politischen Ort schlechthin, wo gegen Unterdrückung und für Sichtbarkeit und Gleichstellung demonstriert wird, erfährt die heterosexuelle Exklusivität mit ebendiesem Umzug ihre scharfe Hinterfragung und Kritik.

Am 3. Juli 2010 findet die Regenbogenparade zum 15. Mal statt. Der Entwurf der entsprechenden Sondermarke stammt von Christian Högl, der neben seiner ehrenamtlichen Obmanntätigkeit bei der „HOSI Wien“ als Grafiker arbeitet und in den letzten acht Jahren viele verschiedene Paradedesigns entworfen hat.



Erscheinungsdatum: 03.07.2010
Auflagenhöhe: 250.000
Druckart: Offset
Entwurf: Christian Högl
Druck: Österreichische Staatsdruckerei
Art: Sonderpostmarke
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BeitragThema: Re: Österreich - Ausgabeprogramm 2010   So Aug 15, 2010 5:03 pm

125 Jahre Grenzlandbahn Spielfeld-Straß - Bad Radkersburg

Die Grenzlandbahn Spielfeld Straß – Bad Radkersburg feiert 2010 ein rundes Jubiläum: Vor genau 125 Jahren, 1885, wurde diese Bahnlinie ihrer Bestimmung übergeben. Die 0,65 Euro-Sondermarke erinnert auf eindrucksvolle Weise an diesen stolzen „Geburtstag“. Das Markenmotiv, entworfen von Ernst Sladek, zeigt sowohl eine historische Dampflokomotive von einst als auch eine moderne Zugsgarnitur von heute und spiegelt so die Geschichte und die Entwicklung der südsteirischen Grenzlandbahn in origineller Bildsprache wider.

Die Grenzlandbahn Spielfeld Straß – Bad Radkersburg wurde, wie bereits oben erwähnt, im Jahre 1885 eröffnet; fünf Jahre später, 1890, wurde sie bis nach Luttenberg verlängert. In dieser Zeit verkehrten täglich bis zu sechs Personenzüge auf der Strecke. Für die 31 Kilometer lange, landschaftlich reizvolle Fahrt zwischen Spielfeld und Bad Radkersburg benötigte der Zug etwas mehr als eine Stunde, für die 26 Kilometer von Luttenberg nach Bad Radkersburg ungefähr 50 Minuten. (Übrigens: Später wurde diese Strecke unter der Fahrplan-Nummer 56 verzeichnet – der Verein der Eisenbahnfreunde in Bad Radkersburg pflegt diese Tradition auch heute noch in seinem Namen „Club 56“ auf charmante Weise weiter.)

Die Stadt Bad Radkersburg liegt heute unmittelbar an der Grenze zu Slowenien. Ursprünglich erstreckte sich die Siedlung über beide Ufer der Mur. Durch den Friedensvertrag von St. Germain nach dem Ersten Weltkrieg wurde die Mur zur Staatsgrenze zum seinerzeit neu gegründeten Staat Jugoslawien und verlor mehr als die Hälfte des Gemeindegebiets. Heute freilich hat die Grenze, bedingt durch die Europäische Union, ihre frühere Bedeutung sehr stark eingebüßt – man kann bequem zu Fuß nach Gornja Radgona (Ober-Radkersburg) spazieren. Durch die Gemeine Spielfeld, die etwa 1.000 Einwohner zählt, führt indes auch die so genannte „Pyhrn Autobahn“ (A9) mit dem stark befahrenen Grenzübergang Spielfeld / Šentilj in Slowenien.

Anlässlich der geplanten Jubiläumsfeierlichkeiten wird – zur Freude aller Eisenbahnfans – unter anderem auch ein historischer Sonderzug, und zwar der legendäre „Blaue Blitz“ (Dieseltriebwagen 5145), zum Einsatz kommen.



Erscheinungsdatum: 10.07.2010
Auflagenhöhe: 300.000
Druckart: Offset
Entwurf: Ernst Sladek
Druck: Joh. Enschedé Stamps B. V.
Art: Sonderpostmarke
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BeitragThema: Re: Österreich - Ausgabeprogramm 2010   So Aug 15, 2010 5:06 pm

Schloss Grafenegg

Das niederösterreichische Schloss Grafenegg, östlich von Krems gelegen, gehört zu den bedeutendsten Prachtbauten des romantischen Historismus in Österreich.

Zur Geschichte: 1294 erstmals erwähnt, wurde um 1435 der einstige Wirtschaftshof mit einer Ringmauer und einem Wassergraben umgeben. Damals schon ein landesfürstliches Lehen, gelangte es später in den Besitz des Namensgebers Ulrich von Grafeneck, 1477 an Kaiser Friedrich III. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts wurde es schließlich komplett umgebaut; aus dieser spätgotischen Zeit stammt der schlanke Turm an der Ostseite, dessen Portal bereits sehr der Renaissance verpflichtet ist. Nach mehrmaligem Besitzerwechsel wurde das Anwesen zwischen 1622 und 1633 zu einem befestigten Schloss umgebaut. An den vier Ecken des von Mauern und einem Wassergraben umgebenen Komplexes wurden so genannte Wallhäuser errichtet, die auch heute noch existieren. Unter Graf August Ferdinand Breuner-Enckevoirt und dessen Sohn wurde das Schloss in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts im Sinne des romantischen Historismus durch Leopold Ernst, der 1858 zum Dombaumeister von St. Stephan in Wien ernannt wurde, grundlegend umgestaltet und erhielt damit seine heutige Form. Zwischen 1945 und 1955 beschädigte die russische Besatzungsmacht das Gebäude und sein Mobiliar, Teile des Buchbestandes wurden entwendet oder gar verheizt. Ab 1967 konnte das Schloss mit Unterstützung durch Land und Bund und durch das Engagement des damaligen Rentmeisters, Dr. Gerhard Großberger, restauriert und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Beachtenswert freilich ist, dass der einstige Umbau zwar im Allgemeinen schonend mit der vorhandenen Bausubstanz umging, dem Schloss jedoch durch das Hinzufügen von Treppengiebeln, Arkaden und Dekorationen an der Fassade im neugotischen Tudorstil einen völlig veränderten Gesamteindruck verlieh, der sich bis zur Innendekoration fortsetzt.

Schloss Grafenegg liegt samt seiner Nebengebäude inmitten einer rund 30 Hektar großen Parkanlage, die mit zahlreichen Skulpturen versehen ist und mehr als 2.000 zum Teil exotische Laub- und Nadelbäume und mehrere über 250 Jahre alte Baumriesen aufweist. Für die Landesgartenschau 2008 wurde der Park, orientiert an den Gestaltungsprinzipien eines Landschaftsgartens im 19. Jahrhundert, revitalisiert. Heute ist das Schloss ein beliebter Ausflugs- und Veranstaltungsort, der als Fixpunkt der kulturellen Landschaft Österreichs gilt; vor allem der alljährlich zu bestaunende „Grafenegger Advent“ ist ein regelrechter Publikumsmagnet. Darüber hinaus findet hier seit 2007 auch das so genannte „Musik-Festival Grafenegg“ unter der künstlerischen Leitung des bekannten Pianisten Rudolf Buchbinder statt.



Erscheinungsdatum: 17.07.2010
Auflagenhöhe: 5.749.000
Druckart: Offset
Entwurf: Hannes Margreiter
Druck: Joh. Enschedé Stamps B. V.
Art: Selbstklebemarken
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BeitragThema: Re: Österreich - Ausgabeprogramm 2010   So Aug 15, 2010 5:10 pm

150. Geburtstag von Alfons Maria Mucha

Alfons Maria Mucha (1860–1939) war ein tschechischer Maler, Grafiker und Illustrator und gilt als einer der wichtigsten Repräsentanten des Jugendstils. Zur 150. Wiederkehr seines Geburtstages gratuliert die Österreichische Post nun mit einer eigenen Sondermarke. Das Motiv zeigt das Werk mit dem Titel „La Plume“ (Farblithographie, Originalgröße 64,5 x 48 cm).

Mucha, der seine Laufbahn als Autodidakt begann, wurde seinerzeit von der Prager Kunstakademie abgelehnt. Von 1879 bis 1881 besuchte er daher eine Wiener Schule für Bühnendekoration; abends nahm er zusätzlich Zeichenunterricht. Im Jahre 1882 erhielt er seinen ersten größeren Auftrag, und zwar die Innenausgestaltung des neubarocken mährischen Schlösschens Emin Zámek (Emmahof) bei Hrušovany nad Jevišovkou (Grusbach); in der Folge führte Mucha weitere Malereien im Stammschloss der Familie Khuen-Belasi Gandegg bei Eppan in Südtirol aus.

Anlässlich der Weltausstellung zog es den jungen Künstler schließlich nach Paris, zu jener Zeit das künstlerische Mekka schlechthin. Mit kleinen Aufträgen für diverse Buchillustrationen konnte er sich mehr schlecht als recht über Wasser halten, für einige Wochen hatte er damals ein gemeinsames Studio mit dem berühmten französischen Maler Paul Gauguin. Seinen Durchbruch verdankte Alfons Maria Mucha der Schauspielerin Sarah Bernhardt, die im Winter 1894 auf der Suche nach einem Künstler war, der ein Veranstaltungsplakat für das Theaterstück „Gismonda“ entwerfen sollte, da ihre üblichen Auftragnehmer ausgefallen waren. Mucha bekam den Auftrag – und so hingen mehr oder weniger „über Nacht“ in ganz Paris seine Plakate. Diese waren dermaßen begehrt, dass beinahe alle von Kunstfreunden „entfernt“ wurden; Mucha gehörte mit einem Schlag zu den begehrtesten Plakatmalern der Belle Epoque. Zwei Jahre später entwarf er, neuerlich für Sarah Bernhardt, ein Plakat („Die Kameliendame“), das vielfach als einer der frühen Höhepunkte der Jugendstil-Grafik bezeichnet wird. In dieser Zeit begann er auch, Entwürfe für Aktien und Obligationen zu gestalten – ebenso tragen Versicherungspolicen eindrucksvoll Muchas unverwechselbare künstlerische Handschrift.

1904, inzwischen zum Ritter der französischen Ehrenlegion geschlagen, ging Mucha für zwei Jahre in die USA, um als Dozent an den Akademien für bildende Künste in New York, Philadelphia und Chicago zu lehren. Nach dem Ersten Weltkrieg kehrte Mucha zurück in die Tschechoslowakei, wo er weiter künstlerisch tätig war – so entwarf er z. B. Briefmarken (darunter die erste Marke von 1918 mit einem Hradschin-Motiv), Banknoten und Orden für den noch jungen Staat. Finanziell unabhängig, lebte er mit seiner Frau und seinen beiden Kindern auf einem Schloss nördlich von Prag. Nach dem Einmarsch der deutschen Truppen 1939 war Mucha einer der Ersten, die interniert wurden; kurz darauf verstarb der Künstler an den Folgen einer schweren Lungenentzündung.



Erscheinungsdatum: 23.07.2010
Auflagenhöhe: 250.000
Druckart: Offset
Entwurf: Michael Rosenfeld
Druck: Österreichische Staatsdruckerei
Art: Sonderpostmarke
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BeitragThema: Re: Österreich - Ausgabeprogramm 2010   So Aug 15, 2010 5:15 pm

50 Jahre Diözese Eisenstadt

Der 15. August 1960 ist für das Burgenland ein denkwürdiges Datum. An diesem Tag begründete der damalige Papst Johannes XXIII. mit der Bulle „Magna quae“ die Diözese Eisenstadt. Diesem bedeutenden Schritt ging jedoch eine wechselvolle Geschichte voraus: Bis zum Ende des Ersten Weltkrieges gehörte das Diözesangebiet zu Ungarn und wurde von den Diözesen Györ / Raab und Szombathely / Steinamanger verwaltet. 1921 wurde das Burgenland ein Teil Österreichs; und von 1922 bis 1949 ernannte man die Erzbischöfe der Erzdiözese Wien zu Apostolischen Administratoren. Erst unter dem legendären Kardinal Theodor Innitzer dezentralisierte man die Kirchenverwaltung von Wien nach Eisenstadt. Der Anschluss Österreichs 1938 brachte freilich schwere Rückschläge – katholische Privatschulen wurden nach und nach aufgelöst, die Seelsorge erlitt massive Behinderungen und die Kirchenverwaltung musste zunächst nach Mattersburg und später nach Bad Sauerbrunn verlegt werden. 1949 schließlich holte der zum neuen Administrator ernannte Joseph Schoiswohl die kirchliche Verwaltung zurück nach Eisenstadt. Heute werden in dieser Diözese – unterteilt in 12 Dekanate und etwa 170 Pfarren – mehr als 215.000 Katholiken betreut.
Seit dem Jahre 1993 leitet Bischof Paul Iby die Geschicke der Diözese Eisenstadt, er löste seinerzeit Bischof Stephan László ab. Erst vor Kurzem sorgte Iby für Schlagzeilen, als er den Zölibat in Frage stellte. "Es wäre für die Weltpriester sicher eine Erleichterung, wenn der Pflichtzölibat aufgehoben würde", zeigte sich der 75-Jährige, der im Jänner sein Rücktrittsgesuch eingereicht hat, überzeugt. Bischof Iby würde es sehr begrüßen, wenn man die Priesterweihe verheirateter Männer zulassen würde. "Wenn man sie zu Priestern weihen könnte, würden wir uns angesichts des Priestermangels sehr viel leichter in der Seelsorge tun. Es sollte jedem Priester anheimgestellt werden, ob er freiwillig zölibatär lebt oder mit einer Familie."
Anlässlich der 50-Jahre-Feierlichkeiten finden zahlreiche themenbezogene Veranstaltungen statt, nähere Hinweise dazu findet man auf der ausgezeichnet gestalteten Homepage der Diözese unter www.martinus.at. Übrigens: Das Motiv der neuen Sondermarke zeigt den Eisenstädter Dom St. Martin, dessen Geschichte ungleich älter ist als jene der Diözese: Die erste urkundliche Erwähnung der Kathedrale reicht zurück bis ins 13. Jahrhundert!



Erscheinungsdatum: 12.08.2010
Auflagenhöhe: 300.000
Druckart: Offset
Entwurf: Michael Rosenfeld
Druck: Österreichische Staatsdruckerei
Art: Sonderpostmarke
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BeitragThema: Re: Österreich - Ausgabeprogramm 2010   So Aug 15, 2010 5:18 pm

100. Geburtstag von Mutter Teresa

Aus Anlass des 100. Geburtstages von Anjezë Gonxhe Bojaxhiu, die unter dem Namen „Mutter Teresa“ weltweite Anerkennung genoss, erscheint nun eine eigene Sondermarke, die gewissermaßen als Verneigung vor dieser großen Frau zu verstehen ist.

Mutter Teresa wurde am 26. August 1910 in Üsküp im Osmanischen Reich auf dem Gebiet des heutigen Mazedonien geboren, wo sie in einer wohlhabenden katholischen Familie, sehr religiös erzogen, aufwuchs. Schon als 12-Jährige entschied sie sich für ein Leben als Nonne, im Alter von 18 Jahren bat sie schließlich um die Aufnahme in den Orden der Loreto-Schwestern. Zunächst in Irland tätig, reiste sie kurze Zeit später nach Indien, um in Kalkutta die erste Profess abzulegen. Die folgenden 17 Jahre war sie in der St. Mary's School in Kalkutta tätig, wo sie erst als Lehrerin, dann als Direktorin wirkte. Auf einer ihrer zahlreichen Fahrten durch Kalkutta soll sie am 10. September 1946 die göttliche Berufung verspürt haben, den Armen zu helfen. In ihrem Tagebuch schildert sie dieses Erlebnis als „mystische Begegnung mit Jesus“, der sie dazu aufgefordert habe, „alles aufzugeben und ihm in die Slums zu folgen, um ihm in den Ärmsten der Armen zu dienen“. Zwei Jahre danach erhielt sie die Erlaubnis, die Loreto-Schwestern zu verlassen – sie wurde exklaustriert, d. h. sie konnte den Orden verlassen, ohne ihren religiösen Stand als Ordensschwester aufgeben zu müssen. Fortan lebte Mutter Teresa in den Slums von Kalkutta, wo sie zunächst als Einzelperson arbeitete, bis sich ihr einige frühere Schülerinnen anschlossen. Im Jahre 1948 nahm Mutter Teresa die indische Staatsbürgerschaft an, und 1950 gründete sie den Orden „Missionarinnen der Nächstenliebe“, der bald darauf die päpstliche Anerkennung fand. Der Orden kümmert sich im Besonderen um Sterbende, Waisen und Kranke, sein spezielles Engagement liegt jedoch in der Betreuung von leprakranken Menschen. Heute gehören über 3.000 Ordensschwestern und mehr als 500 Ordensbrüder in 710 Häusern in 133 Ländern der Erde dem Orden von Mutter Teresa an.

Für ihr fast übermenschliches Wirken erhielt sie zahlreiche Preise, die bedeutendsten waren der Balzan-Preis für Humanität, Frieden und Brüderlichkeit unter den Völkern 1978 sowie der Friedensnobelpreis 1979. Angesprochen auf die oftmals mangelnde medizinische Ausbildung ihrer Mitarbeiter pflegte sie stets bescheiden zu entgegnen: „Nicht der Erfolg, sondern die Treue im Glauben ist wichtig.“ Am 5. September 1997 verstarb Mutter Teresa im Alter von 87 Jahren; in einem Staatsbegräbnis, unter großer Anteilnahme der Weltöffentlichkeit, wurde sie in jenem Kloster beigesetzt, das sie selbst gegründet hatte. Die feierliche Seligsprechung – die schnellste der Neuzeit – fand am 19. Oktober 2003 statt; nach Ansicht vieler Kardinäle ist auch eine spätere Heiligsprechung zu erwarten.



Erscheinungsdatum: 26.08.2010
Auflagenhöhe: 250.000
Druckart: Offset
Entwurf: Prof. Adolf Tuma
Druck: Österreichische Staatsdruckerei
Art: Sonderpostmarke
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BeitragThema: Re: Österreich - Ausgabeprogramm 2010   So Aug 15, 2010 5:21 pm

Tag der Briefmarke 2010

Die traditionelle Sondermarke „Tag der Briefmarke“, mit deren Zuschlag von 1,30 Euro pro Stück die organisierte Philatelie in Österreich unterstützt wird, hat im Rahmen der größten Verbandsausstellung des Jahres, der ÖVEBRIA, ihren Ersttag und wird dort der interessierten Öffentlichkeit entsprechend präsentiert. Das Motiv des Wertzeichens zeigt im Vordergrund eine moderne Zugsgarnitur der ÖBB, den so genannten „Railjet“, und das Wappen von Gmunden; im Hintergrund erkennt man das liebenswerte Städtchen Gmunden, Austragungsort der ÖVEBRIA 2010, das romantische Seeschloss Ort, den Traunsee und die mächtige Berglandschaft, die – einer Kulisse gleich – diesen schönen Flecken im Salzkammergut umrahmt.

Stichwort Gmunden: Die etwa 13.000 Einwohner zählende Stadt liegt am Nordufer des Traunsees auf 425 Meter Höhe. Die erste Besiedelung des heutigen Stadtgebietes geht bis ins 5. Jahrhundert zurück. Wann Gmunden von einem befestigten Markt zur Stadt wurde, ist nicht genau bekannt, fest steht jedoch, dass der Ort im Mittelalter schwer befestigt war. Erst um 1300 erhielt Gmunden eine eigene Kirche, ein Landesgericht (heute Bezirksgericht) gab es aber bereits im Jahre 1217. Heute ist das Städtchen vor allem ein charmanter Ort der Sommerfrische – der Tourismus ist nach wie vor eine wichtige Einnahmequelle für Gmunden. Besondere Bekanntheit genießt freilich die weit über die Landesgrenzen hinaus beliebte „Gmundner Keramik“, die in hohem Maße als „liebenswert österreichisch“ gilt. Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt sind das Landschloss und das bereits erwähnte Seeschloss Ort, welches im 10. Jahrhundert erbaut wurde und somit zu den ältesten Gebäuden des Salzkammergutes zählt.

Der auf der Sondermarke abgebildete „Railjet“ indes ist ein Hochgeschwindigkeitszug und Fernverkehrs-Wendezug der ÖBB-Personenverkehr AG, der zum Fahrplanwechsel 2008 / 2009 den kommerziellen Betrieb aufgenommen hat. Er wurde am 15. September 2008 erstmals öffentlich vorgestellt. Interessant ist, dass die ÖBB im Gegensatz zu anderen Bahnen für den Hochgeschwindigkeitsverkehr nicht auf Triebzüge setzt, sondern auf lokbespannte Wendezüge. Die Railjet-Garnituren bestehen, ähnlich wie der ehemalige deutsche „Metropolitan Express Train“, aus einzelnen Wagen, die untereinander mit Schalenmuffenkupplungen verbunden sind und an den Enden normale Schraubenkupplungen aufweisen.



Erscheinungsdatum: 27.08.2010
Auflagenhöhe: 440.004
Druckart: Offset
Entwurf: Hannes Margreiter
Druck: Österreichische Staatsdruckerei
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BeitragThema: Re: Österreich - Ausgabeprogramm 2010   Do Aug 26, 2010 4:16 pm

Rose

Die vorliegende Sondermarke, das Treuebonusgeschenk 2010, zeigt in ihrem Motiv eine schlichte Rose – gemalt von der bekannten Markenkünstlerin Mag. Brigitte Heiden. Das zarte Bild voll „duftender Schönheit“ reduziert das Thema „Blumen“ vortrefflich auf gleichermaßen virtuose wie ästhetische Weise.

Die Rose gilt seit jeher als Symbol der Liebe, der Freude und der Jugendfrische; so war sie im Altertum den Göttern Aphrodite, Eros, Dionysos, Isis und Flora geweiht, bei den Germanen war sie die Blume der Freya. Antike Sagen beschreiben die Entstehung der Rose in unterschiedlicher Form: Als Überbleibsel der Morgenröte auf Erden, als jene Pflanze, die gemeinsam mit Aphrodite dem Meeresschaum entstiegen sei, oder aber, dass sie aus dem Blut von Adonis stamme. Mit der Rose war auch die Vorstellung des Schmerzes verbunden („Keine Rose ohne Dornen“) bzw. wegen ihrer hinfälligen Kronblätter mit Vergänglichkeit und Tod. Andere überlieferte Schriften belegen, dass die rote Farbe einst auf das Blut der Nachtigall zurückgeführt wurde, welche die ursprünglich weiße Rose zu stürmisch umarmte, oder auf das Blut der Aphrodite, die sich an den Dornen der Rose verletzte.

Die Römer feierten im Frühling den „dies rosae“, das Totenfest – diese Rosalia waren eine Art Allerseelenfest. Später gingen sie im christlichen Pfingstfest auf, bei einigen slawischen Völkern wurden sie zum Naturfest „Rusalija“ und zu den weiblichen Dämonen „Russalki“. Bei den Germanen wurden die Rosen indes mit dem Tod in Verbindung gebracht; sie wurden auf Opferplätzen und Gräbern gepflanzt. In der Ostschweiz und im Allgäu werden abgelegene Friedhöfe auch heute noch oftmals als Rosengärten bezeichnet. Interessant: Die weiße Rose galt in vielen Kulturen auch als Zeichen der Verschwiegenheit – so wurden bei antiken Gelagen weiße Rosen aufgehängt, und alles „sub rosa“ Gesprochene durfte nicht nach außen dringen. Im Mittelalter freilich wurde die Rose im Zuge der Marienverehrung zu einem wichtigen christlichen Symbol. Die Heilige Jungfrau erhielt Beinamen wie „die Rose ohne Dornen“ oder „die schönste Rose unter den Frauen“. Auch im Islam gilt die Rose als heiliges Symbol; so ließ Saladin nach der Eroberung Jerusalems im Jahre 1187 den Felsendom mit Rosenwasser vom christlichen Glauben "säubern". Dass die Rose in ungezählten Sagen, Legenden, Märchen, Gedichten und Liedern eine wichtige Rolle spielt, beweist darüber hinaus auch ihre literarische Bedeutung. Dornröschen, Schneeweißchen und Rosenrot und Goethes berühmtes „Heidenröslein“ stehen stellvertretend für tausende andere poetische Werke.



Erscheinungsdatum: 03.09.2010
Auflagenhöhe: 200.000
Druckart: Offset
Entwurf: Brigitte Heiden
Druck: Österreichische Staatsdruckerei
Art: Sonderpostmarke
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BeitragThema: Re: Österreich - Ausgabeprogramm 2010   Fr Aug 27, 2010 12:16 am

Orient Express

Der vorliegende Markenblock stellt eine philatelistische Premiere dar, ist er doch die erste Gemeinschaftsausgabe von Österreich und Rumänien. Das gewählte Thema lautet „Orient Express“, jene legendäre Bahnverbindung also, welche die beiden Länder einst auf äußerst luxuriöse Weise miteinander verband. Das attraktive Blockmotiv zeigt im Hintergrund eine Landkarte, auf der die entsprechende Strecke verzeichnet ist, den Pariser Ostbahnhof, das Wiener Riesenrad und die berühmte Moschee „Hagia Sofia“ von Istanbul, weiters den Schriftzug „Orient Express“ und das imposante Bahnschild. Die beiden Markenbilder selbst zeigen jeweils historische Lokomotiven des Orient Express sowie die beiden Durchfahrts-Städte Salzburg und die frühere königliche Sommerresidenz Sinaia in Rumänien.
Zur Geschichte: In der Zeit bis zum Zweiten Weltkrieg war der Orient Express ein Luxuszug der „Compagnie Internationale des Wagons-Lits“, der Paris und Konstantinopel (dem heutigen Istanbul) verband. Man schrieb den 5. Juni 1883, als dieser zum ersten Mal vom Bahnhof Paris Ost in Richtung Osten fuhr – ein feudaler Hotelzug der Ersten Klasse mit Salon-, Schlaf- und Speisewaggons. In den ersten Jahren endete die Fahrt in der rumänischen Stadt Giurgiu, Reisende nach Konstantinopel mussten per Fähre die Donau überqueren, mit einem normalen Zug nach Warna weiterreisen und von dort aus das Schiff nehmen. Erst ab 1888 verkehrte der Orient Express durchgehend über Budapest, Belgrad und Sofia bis nach Konstantinopel. Die Reisezeit auf der 3.186 Kilometer langen Strecke betrug fast 70 Stunden, es gab lokale Speisen und verschiedene Folklore-Darbietungen zur Unterhaltung der betuchten Passagiere. Bekannt wurde der Orient-Express nicht nur durch seinen Luxus und das Publikum aus dem europäischen Hoch- und Finanzadel, sondern auch durch manch spektakulären Vorfall. So brachte 1891 ein griechischer Räuber den Zug westlich von Konstantinopel zum Entgleisen, entführte vier Männer und ließ diese erst frei, nachdem ein beträchtliches Lösegeld bezahlt worden war. Wenige Jahre später wurde ein Gesandter der französischen Regierung in seinem Abteil ermordet, und selbst 1950, die Bahn war zu dieser Zeit längst ein normaler D-Zug, wurde ein US-Militärattaché von Ostblock-Agenten überfallen und beraubt.
Nach einer wechselvollen Geschichte in den vergangenen Jahrzehnten verkehrte zuletzt nur noch ein kleiner Rest dieser legendären Verbindung auf der Strecke Straßburg – Wien; im Dezember 2009 wurde jedoch auch diese Route gestrichen, was das endgültige Aus für den Orient Express bedeutete. Verschiedene Romane und berühmt gewordene Filme trugen freilich nicht unwesentlich zum Ruhm dieses Zuges bei. Stellvertretend für viele andere seien hier Agatha Christies „Mord im Orient Express“ und der James Bond-Film „Liebesgrüße aus Moskau“ erwähnt.



Erscheinungsdatum: 06.09.2010
Auflagenhöhe: 170.000
Druckart: Offset
Entwurf: Razvan Popescu
Druck: Joh. Enschedé Stamps B. V.
Art: Blockausgabe
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BeitragThema: Re: Österreich - Ausgabeprogramm 2010   Sa Aug 28, 2010 12:54 am

Sakrale Kunst in Österreich - Kruzifix / Erzabtei St. Peter in Salzburg

Von jenen Stimmen, die das Kruzifix von Jakob Adlhart in seiner Bedeutung für die im Expressionismus erneuerte christliche Kunst in Österreich richtig erkannten, sei der Schriftsteller Josef August Lux (1871–1947) zitiert: „Die schlichte monumentale Halle des Benediktinums ist erfüllt von den heiligen Schauern, die das berühmte überlebensgroße Kruzifix, ein Werk des jungen Meisters Adlhart in Hallein, auf die zur Andacht bewegten Betrachter ausströmt. Tausende von Kunstpilgern aus aller Herren Länder sind durch diese Halle gezogen, erschüttert von der ergreifenden Predigt dieses Schmerzensmannes und seines leidvoll milden Antlitzes, das sich tief zu dem Betrachter herabneigt. Angesichts dieses neuen Werkes haben gewiegte Kenner bekannt, dass sie nun an eine religiöse Wiedergeburt der Kunst glauben können.“

Das Kollegkreuz, das inzwischen nach seinem Schöpfer auch „Adlhart-Kreuz“ genannt wird, hängt seit 1926 – nur kurz unterbrochen zwischen 1941 und 1945 – an jenem Platz im Foyer des Kollegs St. Benedikt, dem dritten Klosterhof der Erzabtei St. Peter in Salzburg, für den es Jakob Adlhart geschaffen hat.

Zur Geschichte seines Entstehens: Dem Stift St. Peter in Salzburg stand seit Dezember 1922 P. Petrus Klotz als Abt vor; dieser beauftragte den deutschen Architekten Peter Behrens, den dritten Hof des St. Peter-Stiftes als Kolleg St. Benedikt zu errichten. Es sollte als Studienhaus für Theologiestudenten des deutschen Sprachraumes dienen – eine bauliche Voraussetzung, um die Salzburger Universität wieder errichten zu können. Behrens plante für das Foyer eine kubistische Kreuzplastik des deutschen Bildhauers Ludwig Gies, die jedoch missfiel. Nun lenkte der Archivar Dr. Franz Martin die Aufmerksamkeit auf die Halleiner Werkstätten für kirchliche Kunst des Vaters Jakob Adlhart, die eben von Abt Dr. Klotz beauftragt worden waren, drei monumentale Altarfiguren von Andreas Lackner aus dem ehemaligen Abtenauer Altar zu restaurieren. Der junge Jakob Adlhart, geboren am 1. April 1898 in München, war 1923 von seiner Ausbildung bei Prof. Anton Hanak zurückgekehrt und voll schöpferischen Tatendrangs. Sein Kreuzmodell gefiel – und der Auftrag wurde erteilt. Jakob Adlhart schuf es in der Halleiner Werkstatt, Burgfried 5, wobei ihm die beiden „Hanaken“ Roland von Bohr und Arthur Rauch assistierten. Als dritter Künstler wurde Anton Faistauer (1887–1930) beauftragt; er malte die Fresken an der Ost- und Südfassade des Kolleghofes.



Erscheinungsdatum: 14.09.2010
Auflagenhöhe: 160.000
Druckart: Kombinationsdruck
Entwurf: Mag. Robert Trsek
Stich: Mag. Robert Trsek
Druck: Österreichische Staatsdruckerei
Art: Sonderpostmarkenserie
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BeitragThema: Re: Österreich - Ausgabeprogramm 2010   Sa Aug 28, 2010 9:24 pm

50 Jahre OPEC

Die Organisation Erdöl exportierender Länder, kurz OPEC (Organization of Petroleum Exporting Countries), ist eine internationale Organisation, die im September 1960, also vor genau 50 Jahren, in Bagdad gegründet wurde. Seit 1965 hat das Kartell seinen Sitz in Wien. Die ursprünglichen Mitglieder waren Iran, Irak, Saudi-Arabien, Kuwait und Venezuela; später schlossen sich weitere sieben Staaten (Libyen, Katar, die Vereinigten Arabischen Emirate, Angola, Algerien und Nigeria) an. Des Weiteren waren Ecuador von 1973 bis 1992 und Gabun von 1975 bis 1992 Mitgliedstaaten der OPEC. Im November 2007 kehrte Ecuador nach 15-jähriger Pause in die Organisation zurück, Indonesien trat indes im Jänner 2009 aus.

Die OPEC-Mitgliedsländer fördern in Summe etwa 40 Prozent der internationalen Erdölproduktion und verfügen über rund drei Viertel der weltweiten Erdölreserven. Nachdem jedoch alle Nicht-OPEC-Staaten ihr Fördermaximum überschritten haben, ist zu erwarten, dass der Einfluss der OPEC künftig noch weiter steigen wird. Das Ziel der OPEC ist klar: Ein monopolisierter Ölmarkt, der sich gegen die Preisbildung auf dem Weltmarkt durch die Festlegung von Förderquoten für die einzelnen OPEC-Mitglieder und die Regelung der Erdölproduktion absichern kann. Durch die künstliche Verknappung oder Steigerung der Ölförderung soll der Preis weltweit nach Absprache aller OPEC-Mitgliedsländer in der Form angepasst werden, dass er innerhalb eines fix definierten, für einen längeren Zeitraum gültigen Zielpreiskorridors liegt.

Die offiziellen Organe der OPEC sind die Ministerkonferenz, der Rat der Gouverneure, das Sekretariat sowie der Generalsekretär. Darüber hinaus sind ein Rechtsbeirat (General Legal Council) und ein Interner Auditor (Rechnungsprüfer) eingerichtet. Zweimal jährlich treffen sich die für Energie und Erdöl zuständigen Minister der OPEC-Mitgliedsländer zur Ministerkonferenz, um den Stand des Erdölmarktes zu beurteilen und entsprechende Maßnahmen vorzubereiten – diese sollen dazu dienen, einen stabilen Ölmarkt zu gewährleisten sowie die eigenen Rohöl-Gewinne zu sichern. Wesentlich ist dabei die Festlegung der entsprechenden Förderquoten, die seit 1985 an die vorhandenen Reserven gebunden sind. Bei Überschreitung der festgelegten Quoten kann die Ministerkonferenz freilich Sanktionen einleiten – dass dies bislang noch nicht geschehen ist, liegt vor allem an der Tatsache, dass die einzelnen Staaten ihre Ölvorkommen in der Vergangenheit stets nach oben korrigierten.

Am 17. März 2010 wurde das neue Hauptgebäude der OPEC in Wien (Ecke Wipplingerstraße – Helferstorferstraße im 1. Bezirk) bei der 156. Tagung offiziell eröffnet. Die entsprechenden Mietkosten werden von der Republik Österreich und der Stadt Wien zu gleichen Teilen getragen.



Erscheinungsdatum: 14.09.2010
Auflagenhöhe: 160.000
Druckart: Offset
Entwurf: Michael Rosenfeld
Druck: Österreichische Staatsdruckerei
Art: Sonderpostmarke
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BeitragThema: Re: Österreich - Ausgabeprogramm 2010   So Aug 29, 2010 8:10 pm

Petit Point

Kleiner Punkt und große Stickkunst

Kaiserin Maria Theresia stickte für ihr Leben gern. Die Hofdamen stickten um die Gunst der Kaiserin. Wer am Wiener Hof Rang und Namen behalten wollte, bewunderte ihre Stickkunst.
Das gesamte Kaiserreich stickte Petit Point. Von 1720 bis 1775 war Petit Point die exklusive Stickkunst der Aristokratie. Nach handbemalten Vorlagen setzten Königinnen wie Prinzessinnen mit der Lupe 19 x 19 Stiche pro Quadratzentimeter auf den Grundstoff. Von rechts nach links. Sie führten den Stickfaden auf der Rückseite über zwei Fäden, die das Stickmotiv auf der Vorderseite plastisch nach oben drückten. Petit Point genoss im Wiener Rokoko Kultstatus. Diesen okkupierte Marie Antoinette für die französische Modewelt von Versailles. Im Jahre 1804 erstmals editierte Vorlagen für Petit Point Stickereien beschleunigten ihren demokratischen Durchbruch. Die großbürgerlichen Damen, die sich stets am höfischen Chic orientierten, widmeten ihre Mußestunden dem mondänen Zeitvertreib. Im Biedermeier avancierte die Rose zum Lieblingsmotiv der stickenden Gesellschaft. Sie zierte ihre persönlichen Accessoires mit Petit Point Stickerei und fügte spezifische Attribute hinzu: Ton in Ton abgestufte Pastellfarben entsprachen dem Ideal häuslicher Harmonie. Mit der Schattierung der Garnfarben bekam die kleinen Punkt Stickerei Tiefe.

Petit Point ist ein Wiener Kulturgut mit kaiserlichem Brief und großbürgerlichem Siegel. Es ist ein international bekanntes und weltweit geschätztes Kennzeichen hochwertiger Souvenirs aus Wien. Die Anwendung von Petit Point Sticktechnik auf einer Briefmarke ist ein Novum. Das Vorarlberger Stickereiunternehmen Hämmerle & Vogel offeriert den Sammlungen der Philatelisten ein neues Kunstwerk: Die Petit Point Briefmarke. Nach der erfolgreichen Ausgabe der gestickten Premierenmarke „Edelweiß“ und ihrem Nachfolgestück „Enzian“ ist die „Rose“ dazu auserkoren, die Serie an gestickten Kunstwerken in der Größe einer Briefmarke um eine pointierte Sticktechnik zu erweitern. Aus Liebe zur Philatelie hat die Rose auf der Meistermarke die Farbe Rot.



Erscheinungsdatum: 17.09.2010
Auflagenhöhe: 180.000
Druckart: Offset
Entwurf: Michael Rosenfeld
Druck: Österreichische Staatsdruckerei
Art: Blockausgabe
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Österreich - Ausgabeprogramm 2010

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