Seltene Postwertzeichen und alte Postkarten sind ihre Leidenschaft. Der Forchheimer Philatelistenverein lud am Sonntag zu einem Tauschtag ein. Schwerpunkt waren Postkarten mit Motiven der lokalen Gastronomie.

Karl-Heinz Gottstein, Harald Schmidt vor seiner Sammlung und Lorenz Neubauer vom Forchheimer Philatelistenverein n. Foto: hit
Der Forchheimer Philatelistenverein lud am Sonntag zu einer Tauschbörse ins Forchheimer BRK-Zentrum ein.
Den Philatelisten fehlt es an Nachwuchs. Nur wenige Jüngere verschreiben sich diesem interessantem Hobby.
Ist Philatelie nur etwas für Ältere? "Eigentlich nicht", meint Vorsitzender Karl-Heinz Gottstein. Es falle nur schwer, die Jugend dafür zu begeistern.
Harald Schmidt (50) aus Forchheim hat vor rund 15 Jahren die Sammelleidenschaft gepackt. Er ist Mitglied im Philatelistischen Verein Forchheim. Beim Tauschtag sorgte Schmidt mit rund 100 Ansichtskarten mit Motiven aus der Forchheimer Gaststätten-, Hotelerie- und Brauereiszene für "Hingucker-Effekte". "Mich faszinieren alte Ansichten", erklärt Schmidt seine Vorliebe für die Philatelie.
Der Sammler, der neben Briefmarken und Ansichtskarten auch Bierkrüge oder Zeitungen sammelt, ist immer wieder aufs Neue gespannt, ob es noch Motivkarten gibt, die er bisher nicht in seiner Sammlung "Forchheim und Umgebung" hat. Runde 8000 Karten gehören dieser Sammlung inzwischen an.
Aufgestockt wird die Sammlung meist durch neue Exemplare, ersteigert im Internet über Ebay, im Online-Ansichtskarten-Versandhandeloder auch auf Tauschbörsen. "Allein das Forchheimer Rathaus gibt es in hunderterlei verschiedenen Versionen", so Schmidt. Es sei aber schwer, noch neue Karten für seine Sammlung zu bekommen.
Der Markt sei "leergefegt", erzählt der Sammler. Das spiegle sich auch in den Preisen wider, bestätigt Zweiter Vorsitzender Lorenz Neubauer. Früher seien Sammler bereit gewesen, für eine Ansichtskarte 20 DM zu bezahlen, heute würden teilweise 100 Euro und mehr bezahlt.
Unter den Exponaten sind auch absolute Raritäten. So gehört zur SammlungNeubauers auch ein Brief, der am 11. November 1923 während der Inflationszeit von Forchheim nach Erfurt verschickt wurde; das Briefporto betrug zehn Milliarden Reichsmark.
Dem Philatelistenverein Forchheim gehören 65 Mitglieder an. "Wer Interesse hat, kann gern zu unseren Treffen kommen", lädt Lorenz Neubauer ein. Die Sammler treffen sich jeden letzten Dienstag im Monat um 20 Uhr im "Gasthaus Marktplatz" in Forchheim.
"Zu 95 Prozent ist die Philatelie ein Männerhobby", sagt Neubauer. Das führe ibei einem Todesfall oft dazu, dass die Frauen beim Verkauf der wertvollen Sammlungen über den Tisch gezogen werden. Der Philatelistenverein Forchheim bietet in solchen Fällen seine Hilfe an.
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