Mohammed und Cedric schauen sich ihre Sammelexemplare sorgfältig an. Mit der Pinzette drehen und wenden sie diese, bis sie jeden Zahn an dem zarten Papierrand überprüft haben. Dann dürfen die Briefmarken zu den anderen ins Sammelalbum.

Ordnen, prüfen und austauschen: die Briefmarken-Jugendgruppe im Widukindland.Foto: Hermann Pentermann
Bei den „Jungen Briefmarken- und Münzsammlern“ des Osnabrücker Vereins für „Philatelie und Numismatik“ ist jeden zweiten und vierten Montag Jugendtreff. Von 16 bis 18 Uhr kommen Mädchen und Jungen ab neun Jahren und aus verschiedenen Kulturen im Jukwidu (Jugendzentrum Widukindland) am Sachsenweg zusammen, um ihre Briefmarkensammlungen zu ordnen, zu ergänzen und sich auszutauschen.
Vereinsvorsitzender Udo Große-Kracht, Helga Ackmann, Veronika Spühr und Helmut Riecker sehen die Briefmarkenbegeisterung mit Freude. „Das Interesse wächst – auch weil es in der hier ansässigen Grundschule eine Briefmarken-AG gibt“, so Helga Ackmann. In der Wühlkiste, in der Vereinsmitglieder Briefmarkenspenden für die Jugend hinterlegen, dürfen sich die jungen Sammler Marken aussuchen. Zusammen mit den Erwachsenen lösen sie die Briefmarken in einem Wasserbad und trocknen sie für das Album. Dabei lernen sie den Wert von Sammlungen oder Sonderstempeln oder Ortsstempeln kennen. Jan-Malte ist wie Mohammed technikbegeistert. Allerdings sammelt Mohammed gezielt Marken mit Fahrzeugen. Cedric interessiert sich für Walt Disney. „Das ist Mini und hier ist Onkel Dagobert“, erklärt er und zieht die Sammelstücke aus einem bunten Haufen, den er gerade einsortiert.
Jelka, Pia und Raphaela haben andere Motive – Jelka sammelt Pferdemarken.
Die meisten Kinder sind im fortgeschrittenen Grundschulalter. Neu im Team ist Bjarne, der in die erste Klasse geht und trotz seines jungen Alters schon mit der Pinzette umgehen kann.
Die Erwachsenen beantworten die Fragen der Kinder geduldig und blättern mit ihnen in Katalogen. Udo Große-Kracht erklärt, was es mit den fluoreszierenden Marken auf sich hat. „Durch das Leuchten lösen sie in der Stempelmaschine des Briefzentrums den Stempelmechanismus aus.“
Ob aus jungen Sammlern auch später begeisterte Sammler werden, wissen die Mitglieder des „Vereins für Philatelie und Numismatik“ nicht, aber sie lassen sich von der Begeisterung der Kinder anstecken. Auf jeden Fall können die Kinder und Jugendlichen mit ihrem Hobby ein Auge fürs Detail entwickeln und die alltägliche Hektik eine Zeit lang ausblenden.
Damit das so bleibt, bittet der Verein um Mithilfe. „Für unsere Jugendarbeit sind wir auf Sachspenden angewiesen“, sagt Helga Ackmann. Über jede Briefmarkenspende oder Pinzetten und andere Utensilien, die man für den Umgang mit Sammelmarken benötigt, ist der Verein dankbar. „Es gibt viele Leute, die Briefmarken und -sammlungen wegwerfen. Unsere Jungen und Mädchen freuen sich über jedes Sammelobjekt“, so Helga Ackmann.
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