
Auch an den Gast mit der weitesten Anreise, Chashik Shin aus dem koreanischen Seoul, übergab BDPh-Präsident Dieter Hartig (l.) gestern während der Eröffnungsveranstaltung ein Sondermarken-Album. Foto: frankphoto.de
Von Steffi Seidel
Mit der Übergabe einer neuen Sondermarke startete gestern der 111. Deutsche Philatelistentag. Bis zum Sonntag hält das Großereignis viele interessante Angebote für Sammler und Interessierte bereit.
Pünktlich zur Eröffnung der großen Briefmarkenausstellung zum Philatelistentag am gestrigen Nachmittag im Congress Centrum Suhl lugte die Sonne durch das Dach des Atriums und setzte viele der 58 Exponate in den 180 Rahmen noch zusätzlich in ein besonders wirkungsvolles Licht. Begleitet von den flotten Klängen des Bläserquartetts der Musikschule Suhl nahm das philatelistische Großereignis mit allen seinen Angeboten für Sammler und interessierte Besucher zu diesem Zeitpunkt so richtig an Fahrt auf.
Rund 1000 Briefmarkensammler aus ganz Deutschland weilen bis zum Sonntag zum fachlichen Gedankenaustausch in Suhl, ließ Dieter Hartig, Präsident des veranstaltenden Bundes Deutscher Philatelisten e.V. (BDPh), wissen. Für internationales Flair beim Jubiläums-Philatelistentag sorgen der Präsident des Verbandes Österreichischer Philatelistenvereine, Anton Tettinek, Mitglieder des Briefmarkensammlervereins aus Suhls polnischer Partnerstadt Leszno sowie als am weitesten angereister Gast Chashik Shin vom Goetheinstitut aus Seoul. "Ein ganz großer Philatelist", würdigte Dieter Hartig, "der die deutsche Philatelie in Korea sehr hoch hält."
Am Vormittag hatten die alljährlich an einem anderen Ort stattfindenden Festtage der Philatelie mit der offiziellen Geburtsstunde einer neuen Briefmarke ihr erstes großes Highlight erlebt. Begleitet von einem unerwartet großen Besucherinteresse erfolgte im Hotel Thüringen die offizielle Vorstellung und Übergabe der zum 74. "Tag der Briefmarke" in Deutschland am 9. September erschienenen neuen Sondermarke. Stellvertretend für den terminlich verhinderten Parlamentarischen Staatssekretär beim Bundesminister der Finanzen, Hartmut Koschyk, hatte der BDPh-Präsident diese Aufgabe wahrgenommen.
Hochburg der PhilatelieDie Sondermarke zeigt ein historisches Plakat "Kaiserlich Deutsche Post nach Helgoland-Norderney-Sylt" (1890). Sie wurde in einer Auflage von 6,4 Millionen Stück gedruckt und ist nun in den Verkaufsstellen der Deutschen Post erhältlich. Auch Johannes Graf aus Dortmund, der für die grafische Gestaltung verantwortlich zeichnete, weilte zur Übergabe in Suhl. Zur Erinnerung an dieses besondere philatelistische Ereignis wurden eine Reihe von Alben mit der neuen Sondermarke an verdienstvolle Philatelisten und Gäste des Philatelistentages übergeben. Auch Suhls Oberbürgermeister Jens Triebel wird für das besondere Album sicher einen würdigen Platz finden. Das Suhler Stadtoberhaupt zeigte sich sehr erfreut, dass die Philatelisten das Geschehen in der Stadt "mit diesem wunderbaren Jubiläum und diesem großen Fest bereichern". Bei einem ersten Blick ins Atrium des Congress Centrums habe man bereits spüren können, wie die Herzen der Sammler höher schlagen, so Triebel. Er habe den etwa einjährigen Prozess der Vorbereitung des Philatelistentages verfolgt und ziehe den Hut vor der geleisteten Ehrenamtsarbeit, die dieses große Ereignis auf den Weg brachte. Der ausrichtende Landesverband Thüringer Philatelisten konnte bei der Organisation und Vorbereitung des Großereignisses Philatelistentag hier vor Ort auf das große Team-Engagement des Thüringer Briefmarkensammlervereins Suhl 1927 e.V. und des Briefmarkensammlervereins Zella-Mehlis e.V. bauen. Beide Vereine seien schon zu DDR-Zeiten Hochburgen der Philatelie mit einer kontinuierlich hervorragende Arbeit gewesen und sind dies bis heute geblieben, lobte Eckart Bergmann, der Vorsitzende des Thüringer Landesverbandes.
Der 111. Deutsche Philatelistentag wartet bis einschließlich Sonntag mit einem vielfältigen Programm auf, das sich nicht nur an Briefmarkensammler richtet, sondern in großen Teilen auch den interessierten Besuchern nachhaltige Erlebnisse rund um die kleinen gezackten Kunstwerke bieten. Dazu gehört neben interessanten Vortragsangeboten vor allem natürlich die große Repräsentationsschau im Atrium des CCS. Ganz unterschiedliche Themen sind hier aufbereitet und laden zur Betrachtung ein. Über 20 Sammlungen beschäftigen sich mit dem Thema Thüringen. Darüber hinaus ist ein Briefmarkenteam der Deutschen Post im Atrium vor Ort und hält anlassbezogene Sonderstempel und Belege bereit. Zahlreiche Händler- und Infostände runden das Angebot ab.
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