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| Autor | Nachricht |
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balf_de Mitglied in Silber

Geschlecht/sex:  Beiträge / Posts: 437 Alter/age: 68 Anmeldedatum: 27.09.10
 | Thema: Re: Zeppelin-Zuleitungspost Do Okt 21, 2010 9:17 pm | |
| Hallo zusammen ! Nach der Schweiz, Österreich, den Niederlanden und Danzig kommt Liechtenstein an die Reihe. Auch im Jahr 1930 war das schon ein selbstständiger Staat, der zwar mit der Schweiz eine Währungsunion bildete, aber - natürlich - eigene Briefmarken herausgab und damit für ein sehr beliebtes Sammelgebiet sorgte. Der Absender - und Empfänger - meiner Karte, die ebenfalls an der ersten Etappe der Südamerikafahrt 1930 teilnahm, sah Liechtenstein wohl fast als schweizer Kanton, wenn man sich die Adresse anschaut ... Das Porto entsprach dem der Schweizer Poststücke: Briefe für die Luftschiffbeförderung nach Sevilla kosteten 2,70 SFR, Postkarten 1,35 SFR. Insgesamt wurden 491 Karten und 120 Briefe aus Liechtenstein in Sevilla entladen. Viele Grüße balf_de  |
|  | | Gerhard Mitglied in Gold

Geschlecht/sex:  Beiträge / Posts: 1057 Alter/age: 57 Browser:  Anmeldedatum: 11.03.09
 | Thema: Re: Zeppelin-Zuleitungspost Do Okt 21, 2010 9:48 pm | |
| Toller Beleg, danke für´s zeigen - würde auch wunderbar in mein Weinbau-Objekt passen Herzliche Sammlergrüße Gerhard |
|  | | balf_de Mitglied in Silber

Geschlecht/sex:  Beiträge / Posts: 437 Alter/age: 68 Anmeldedatum: 27.09.10
 | Thema: Re: Zeppelin-Zuleitungspost Fr Okt 22, 2010 1:32 pm | |
| Hallo Gerhard ! | Gerhard schrieb: | ... würde auch wunderbar in mein Weinbau-Objekt passen
|
Das freut mich, dass meine Belege auch euch „Thematikern“ gefallen – nach dem Ikarus sind es jetzt sogar die Weinbauern .. Leider habe ich Dir hier nicht viel zu bieten: ich habe meine Belege durchgesehen – einer kommt noch, aber der ist erst beim Bahia-Abwurf an der Reihe. Da musst Du Dich noch etwas gedulden, denn ich möchte meine chronologische Reihenfolge in etwa einhalten. Von der Ganzsachen-Postkarte habe ich mangels Spezialkatalog keine Ahnung; ich weiß wirklich nicht, ob sie selten oder häufig ist – mich interessieren die Stempel mehr als die Marken. Insofern bin ich gerne zum Tauschen bereit, wenn ich dafür eine andere Liechtensteiner Karte bekomme, die mit der SAF 1930 nach Sevilla ging. Die Frankatur ist fast gleichgültig, nur das Porto (1,35 SFR) sollte stimmen.
Hallo zusammen !
Auch das Saargebiet war im Jahr 1930 noch nicht „Heim ins Reich“ zurückgekehrt sondern brachte eigene Briefmarken heraus, die auch als Frankatur der Zeppelinpost anerkannt waren. Für die Etappe Friedrichshafen – Sevilla am 18.-19. Mai 1930 kostete das Briefporto 14 Franc, Postkarten die Hälfte. Insgesamt wurden aus dem Saargebiet 349 Postkarten und 148 Briefe nach Sevilla befördert.
Der Brief, den ich heute zeige, ist daher portorichtig frankiert: Michelnr. 103, 117, 118 und 127 ergeben 14 Franc. (Schön wäre es natürlich, wenn die Madonna-Marke etwas kleiner wäre – etwa wie die Nummer 134, aber die war ja 1930 schon nicht mehr gültig ... )
Viele Grüße balf_de
PS: vielleicht hat hier jemand auch Interesse an christlichen Motiven - oder an Industrie-Denkmälern - oder an Flugzeugen ...
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|  | | kawa Mitglied in Gold

Geschlecht/sex:  Beiträge / Posts: 1659 Alter/age: 61 Browser:  Anmeldedatum: 10.01.08
 | |  | | balf_de Mitglied in Silber

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 | Thema: Re: Zeppelin-Zuleitungspost Sa Okt 23, 2010 12:57 pm | |
| Hallo Walter ! | kawa schrieb: | ... schau mal hier
|
Meinen Glückwunsch zu dieser wirklich gelungenen Homepage! Wenn ich nur ein paar Jahre jünger wäre, um das auch noch zu lernen ... Ich habe festgestellt, dass wir einige gemeinsame Interessen haben – nur kann ich mit Dir „Briefmarken-mäßig“ bestimmt nicht mithalten, zumindest was das Volumen der Sammlung generell und der Fluggeräte im Besonderen anbetrifft – da ist meine Stückzahl höchstens zweistellig ...
Dafür kann ich heute einen ganz besonderen Vogel zeigen ...
Hallo zusammen !
Ein Vertragsstaat fehlt noch, der ab Frühjahr 1930 schon Belege mit eigenen Marken zu den Zeppelinfahrten aufliefern konnte: Ungarn. Hier war allerdings manches etwas anders als in den übrigen Vertragsstaaten: offenbar war der Zeppelin-Hype hier noch nicht ausgebrochen oder – und das ist sicher noch wichtiger – der deutsche Briefmarken-Versandhandel (Sieger, Behrends ...) hatte Ungarn noch nicht als Vertragsstaat entdeckt, mit dessen Frankaturen man seine Abonnenten beglücken konnte; jedenfalls findet man kaum einmal ungarische Belege der frühen Fahrten im Jahr 1930. Richtig populär wurde die ungarische Zeppelinpost eigentlich erst nach dem Besuch „Graf Zeppelins“ in Budapest im März 1931, als es auch zwei attraktive anlassbezogene Sondermarken gab. Damals hat man eben noch hauptsächlich Briefmarken gesammelt – die Stempel waren noch nicht ganz so wichtig ... Auffallend ist auch, dass uns aus Ungarn als einzigem Vertragsstaat keinerlei Informationen zur Beförderungszahl vorliegen. Mit großer Sicherheit bewegen sie sich aber für alle Destinationen der Südamerikafahrt 1930 im unteren zweistelligen Bereich – wenn es überhaupt so viele waren. Im November 2009 wurde bei Felzmann in Düsseldorf die größte mir bekannte Spezialsammlung ungarischer Flug- und Zeppelinpost versteigert. Unter mehr als 500 Zeppelinbelegen waren ganze vier der SAF 1930, für die ein Mehrfaches der Ausrufpreise erzielt wurde (leider ... ). Die eigentlich moderaten Katalognotierungen bei Sieger und Michel sind hier wenig realistisch.
Es ist also ein ziemlich seltenes „hässliches Entchen“, das ich euch zeigen kann: das Postkarten-Porto für die Etappe nach Sevilla betrug 1,80 Pengö; die Frankatur mit MiNr. 432 und zweimal 437 ist korrekt. Beide Marken zeigen den sagenumwobenen Turlvogel, das ungarische Wappentier. Insofern ist das Bild vom „Entchen“ etwas schief. Aber vielleicht kann @Mozart hier auch seinen Ikarus bei der Arbeit als Briefträger erkennen ...
Viele Grüße balf_de
 |
|  | | Mozart Moderator

Geschlecht/sex:  Beiträge / Posts: 2956 Alter/age: 41 Browser:  Anmeldedatum: 10.01.08
 | Thema: Re: Zeppelin-Zuleitungspost Mo Okt 25, 2010 2:07 pm | |
| | balf_de schrieb: |
Ein Vertragsstaat fehlt noch, der ab Frühjahr 1930 schon Belege mit eigenen Marken zu den Zeppelinfahrten aufliefern konnte: Ungarn. |
Lieber balf_de
Vielen Dank für deine Beiträge über die Vertragsstaaten. Deine ausführlichen Beschreibungen übertreffen so manche Rundbriefe verschiedener Arbeitsgemeinschaften.
Allerdings muss ich jetzt nochmals nachhacken: Was war eigentlich wenn man kein Vertragsstaat war? Konnte man aus einem Nicht-Vertragsstaat trotzdem Post zur Zeppelin-Beförderung aufgeben?
| balf_de schrieb: | Es ist also ein ziemlich seltenes „hässliches Entchen“, das ich euch zeigen kann: das Postkarten-Porto für die Etappe nach Sevilla betrug 1,80 Pengö; die Frankatur mit MiNr. 432 und zweimal 437 ist korrekt. Beide Marken zeigen den sagenumwobenen Turlvogel, das ungarische Wappentier. Insofern ist das Bild vom „Entchen“ etwas schief. Aber vielleicht kann @Mozart hier auch seinen Ikarus bei der Arbeit als Briefträger erkennen ... |
Das "hässliche Entlchen" würde ich mit Handkuss in meine Sammlung nehmen, denn............,ich hab natürlich den Briefträger entdeckt!
Beste Grüße |
|  | | balf_de Mitglied in Silber

Geschlecht/sex:  Beiträge / Posts: 437 Alter/age: 68 Anmeldedatum: 27.09.10
 | Thema: Re: Zeppelin-Zuleitungspost Mo Okt 25, 2010 6:24 pm | |
| Lieber Mozart ! Lass mich Deinen Beitrag von hinten aufrollen : | Mozart schrieb: | | Das "hässliche Entlchen" würde ich mit Handkuss in meine Sammlung nehmen, denn............,ich hab natürlich den Briefträger entdeckt! |
Der Briefträger sollte Dich eigentlich nicht vor unüberwindliche Hürden stellen, wenn Du ihn nicht unbedingt zusammen mit einem Zeppelin-Stempel brauchst. Zumindest in meinem Uralt-Europa-Michel (der aber für meine Zwecke völlig ausreicht), sind die „Briefträger“-Marken Nr. 435-438 nicht allzu teuer.
| Mozart schrieb: | [ Was war eigentlich wenn man kein Vertragsstaat war? Konnte man aus einem Nicht-Vertragsstaat trotzdem Post zur Zeppelin-Beförderung aufgeben?
|
Auf diese gute Frage gibt es eine eindeutige Antwort: jein !
In meinem Einführungsbeitrag in diesem Thread habe ich versucht, die Situation im Jahr 1930 zu erklären:
| balf_de schrieb: | ... Die Verträge zwischen den Postverwaltungen der Freien Stadt Danzig, von Liechtenstein, den Niederlanden, von Österreich, dem Saargebiet, der Schweiz und Ungarn einerseits und der Betreibergesellschaft des Zeppelin-Luftschiffs LZ127 (DELAG) andererseits, regelten die Möglichkeit, die zur Luftschiffbeförderung vorgesehenen Briefe und Postkarten mit Briefmarken der jeweiligen Staaten frei zu machen und – natürlich – den an die DELAG abzuführenden Portoanteil. Wichtig zu wissen ist, dass diese Portobeträge bis zum Jahr 1932 pro befördertem Brief bzw. Postkarte festgelegt worden waren; erst danach erfolgte eine Umstellung auf Gebühren nach befördertem Gesamtgewicht der Post.
Die Stückzahl-Berechnung hatte zur Folge, dass die Beförderungszahlen aus den Vertragsstaaten minutiös festgehalten werden mussten; bis auf eine Ausnahme (Ungarn) sind die Zahlen auch heute noch bekannt.
Später – bei der Gewichtsberechnung – wurden die Kosten von der deutschen Post im Rahmen ihrer UPU-Mitgliedschft übernommen. Von da an war es auch möglich, aus praktisch allen UPU-Staaten Post zur Zeppelin-Beförderung aufzuliefern; entsprechende Verträge mit der DELAG (ab 1935: Deutsche Zeppelin-Reederei) waren nicht mehr nötig. |
Mit anderen Worten: das Luftschiff der DELAG war im Jahr 1930 noch kein von der Reichspost konzessioniertes Beförderungsmittel – man war damals noch sehr misstrauisch bezüglich der Zuverlässigkeit dieses neuen Beförderungsmittels. Leider habe ich zu den konkreten Verträgen zwischen den ausländischen Postverwaltungen und dem Eigentümer von "Graf Zeppelin", der Luftschiffbau Zeppelin GmbH, keine Dokumente auftreiben können, aber zu der Vereinbarung mit der Reichspost habe ich etwas gefunden, was die Sache veranschaulicht: 4/5 des geklebten Portos überwies die Reichspost an die Zeppelin-Gesellschaft. In Staten ohne derartige Vereinbarungen konnte man nicht wissen, wie man die Zepplinpost frankieren sollte.
Soweit zum „Nein“. Was allerdings möglich war und in allerdings sehr geringem Umfang auch genutzt wurde, ist eine Doppel-Frankierung: Z.B. aus Italien und dem Vatikanstaat wurden Belege aufgeliefert (und zwar von cleveren Briefmarkenhändlern), bei denen das normale Auslands-Brief- oder –Postkarten-Porto in italienischen und/oder Vatikan-Marken für den Transport nach Friedrichshafen und zusätzlich deutsche (Zeppelin-) Marken für den Luftschiff-Transport z.B. nach Rio de Janeiro frankiert wurde.
Was man allerdings wissen muss: mit „Bedarf“ hatte das absolut nichts zu tun. Einen solchen Beleg mit einer „Mischung“ aus dänischer und deutscher Frankatur habe ich in meiner Sammlung, einen zweiten (den ich nicht näher beschreiben will) habe ich zur Zeit auf dem „Screen“.
Viele Grüße balf_de
   |
|  | | Mozart Moderator

Geschlecht/sex:  Beiträge / Posts: 2956 Alter/age: 41 Browser:  Anmeldedatum: 10.01.08
 | Thema: Re: Zeppelin-Zuleitungspost Di Okt 26, 2010 1:36 pm | |
| Lieber balf_de
Vielen Dank für die ausführlichen Erklärungen, nun hab´s auch ich kapiert. (Hoffe ich......)
Ich bin mir ja fast sicher, der Beleg mit dänischer Frankatur ist nicht dein einziger Beleg mit Mischfrankatur in deiner Sammlung, und deshalb hoffe ich noch einige von dir zu sehen zu bekommen.
Noch was, vielleicht ist ja etwas Interessantes für dich hier im Dorotheum dabei.
Beste Grüsse Mozart |
|  | | balf_de Mitglied in Silber

Geschlecht/sex:  Beiträge / Posts: 437 Alter/age: 68 Anmeldedatum: 27.09.10
 | Thema: Re: Zeppelin-Zuleitungspost Di Okt 26, 2010 5:24 pm | |
| Lieber Mozart ! | Mozart schrieb: | | ... nun hab´s auch ich kapiert. (Hoffe ich......) |
Alles klar: ein Bild sagt mehr als tausend Worte - wobei in diesem Fall das "Bild" die Fotokopie eines alten Dokuments war. Daran heranzukommen, war übrigens gar nicht so einfach. Jedenfalls kenne ich nicht viele Sammler, die diese Information haben (oder sie verheimlichen ihre Kenntnisse - das soll es bei Philatelisten auch geben ...)
| Mozart schrieb: | | ... Ich bin mir ja fast sicher, der Beleg mit dänischer Frankatur ist nicht dein einziger Beleg mit Mischfrankatur in deiner Sammlung, und deshalb hoffe ich noch einige von dir zu sehen zu bekommen. |
Kann es sein, dass Du meine Sammlung gehörig überschätzt - diese Art von Belegen ist wirklich nicht häufig. Aber: schau'n 'mer mal, dann seh'n 'mer schon ...
| Mozart schrieb: | | ... Noch was, vielleicht ist ja etwas Interessantes für dich hier im Dorotheum dabei. |
Danke ! Ein Kollege hat mich im Philaforum schon darauf aufmerksam gemacht. Können wir, bitte, das Thema bis Anfang November verschieben? Und bis dahin möglichst ruhen lassen?
Hallo zusammen !
Wenn ihr die Vorstellung habt, dass ich euch jetzt von den anderen Destinationen der Südamerikafahrt 1930 - dem Abwurf über Praia (Kapverden),von Recife, dem Abwurf über Bahia, von Rio de Janeiro, dem geplanten Ziel Havanna, von Lakehurst und schließlich Friedrichshafen - die vollständige Palette aller Vertragstaaten durchdekliniere, so kann ich euch beruhigen: ich würde das zwar ganz gerne so durchziehen, habe aber da noch einige schmerzliche Lücken, die das Ganze leider etwas abkürzen.
Aber einen Österreicher kann ich zeigen, der über den Kapverden abgeworfen wurde. Ursprünglich war dieser Abwurf schon am 20.5.1930 über Santa Cruz de Tenerife geplant, aber da kam man erst bei Nacht an und verschob ihn deshalb auf den nächsten Tag. Daher ist auf allen Belegen dieser Destination als Leitweg „Abwurf Santa Cruz“ angegeben. Was das Porto anbetrifft, befand man sich praktisch schon in Brasilien: wie für die Post nach Südamerika fiel auch für die 103 österreichischen Belege, die hier abgeworfen wurden, ein „Zeppelin-Zuschlag“ von 3,20 Schilling für Postkarten und 6,40 ÖS für Briefe an.
Wie ich seit ein paar Tagen sicher weiß, ist demnach auch diese Karte geringfügig überfrankiert: 3,30 ÖS hätten ausgereicht. Vermutlich war dem Absender die Sache mit dem Inlands-Porto auch nicht klar – als Karte ins Ausland wäre nur 1 Groschen zuviel frankiert. Aber wie auch immer – die drei bunten Kraniche sind mir auch 15 Groschen wert!
Viele Grüße balf_de
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|  | | balf_de Mitglied in Silber

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 | Thema: Sieger 57.J) Saargebiet So Okt 31, 2010 4:22 pm | |
| Hallo zusammen ! Bleiben wir noch etwas auf den Kapverdischen Inseln ... Auch Post aus dem Saagebiet wurde hier am 21. Mai 1930 abgeworfen: insgsamt 44 Briefe und 80 Postkarten. Die Saarländer hatten hier ein "Problem", das sich etwas später noch deutlicher zeigen wird - für die Frankierung standen ausschließlich großformatige Marken zur Verfügung, deren Nennwerte bezogen auf die immens teueren Zeppelin-Gebühren relativ niedrig waren. So kostete ein Brief nach Praia - wie auch nach Brasilien - volle 24 Franc (Postkarten 12 Franc). Auf meinem Brief hat man die Frankatur noch gut auf der Anschriftseite untergebracht: zweimal Michelnr. 103 und zweimal Nummer 119. Später, bei längeren - und entsprechend noch teureren - Beförderungsstrecken, wurde das Frankieren aber erheblich schwieriger ... Viele Grüße balf_de  |
|  | | balf_de Mitglied in Silber

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 | Thema: 57.J) aus Liechtenstein Mo Nov 01, 2010 5:03 pm | |
| Hallo zusammen ! Ein Beispiel der Vertragsstaatenpost zur SAF 1930, die über Praia - statt über Santa Cruz - abgeworfen wurde, kann ich noch zeigen: aus Liechtenstein wurden 48 Karten und 15 Briefe hier entladen. Mein Brief ist mit MiNr. 58 und dreimal der guten Nr. 71 mit 5 SFR portorichtig frankiert. Postkarten kosteten für diese Etappe (wie auch für Brasilien) 2,50 Franken. Zum Absender ist zu sagen, dass es sich bei Herrn Bayer um einen renommierten Briefmarkenhändler in Rom handelte, der während der gesamten großen Zeit der Zeppeline von 1930 bis 1937 viele hochwertige Belege auflieferte (bzw. aufliefern ließ) und entsprechend an die Sammler verbreitete. Viele Grüße balf_de  |
|  | | balf_de Mitglied in Silber

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 | Thema: Sieger 57.K) aus Österreich Mi Nov 03, 2010 7:06 pm | |
| Hallo zusammen ! In der Etappen-Reihenfolge der Südamerikafahrt 1930 von „Graf Zeppelin“ kam nach dem Abwurf über Praia die erste Landung in Pernambuco – das im Frühling 1930 den neuen Namen Recife erhalten hatte. Am 22. Mai 1930 abends um 20:20 Uhr Ortszeit erreichte erstmals ein Luftschiff südamerikanischen Boden. Spannend für mich ist die Frage, wie kurzfristig diese erste Landung anberaumt wurde: vieles spricht dafür, dass ursprünglich geplant war, ohne diese Zwischenlandung von Sevilla aus direkt nach Rio de Janeiro durchzufahren. Aber diese Frage hier zu vertiefen, würde zu weit führen. Wer daran interessiert ist, dem empfehle ich, einmal in Zeppelinpost-Forum eZEPtalk sich diesen Thread anzuschauen: http://www.ezeptalk.de/viewtopic.php?f=26&t=11 . Ebenfalls interessant ist, dass man bis vor einigen Jahren davon ausging, dass ein Teil der zur Luftschiffbeförderung bis Pernambuco bestimmten Post bei dieser ersten Landung, ein zweiter – kleinerer - Teil erst bei der zweiten Landung auf dem Rückweg von Rio am 26. Mai entladen wurde. Entsprechend gibt es in der 1. Auflage des Michel-Zeppelinpost-Katalogs von 1995 noch separate Katalognummern: 63) a-d für die erste Landung, 65) a-e für die zweite. Ursache für diese falsche Annahme – die gesamte hierher zu befördernde Post wurde bei der ersten Landung entladen – liegt darin begründet, dass die Condor-Agentur in Recife die Postsäcke in Empfang nahm und zunächst sortierte: die direkt nach Pernambuco adressierten Postsachen wurden sofort – am 23.5.1930 – der brasilianischen Staatspost übergeben und erhielten von dieser einen entsprechenden Ankunftstempel. Die (wenigen) zur innerbrasilianischen Weiterleitung per Condor-Luftpost vorgesehenen erhielten einen Durchgangsstempel dieser Airline – ebenfalls vom 23. Mai 1930. Alle übrigen Poststücke, deren Zieladresse meist in Europa oder USA war, blieben bis zur Rückkunft des Luftschiffs am 26. Mai im Condor-Gewahrsam und wurden erst zusammen mit der aus Rio angekommenen und nach Pernambuco adressierten (hauptsächlich brasilianischen) Post an die Staatspost weitergegeben, wo sie einen Ankunftstempel vom 27. Mai 1930 erhielten. Von diesen Belegen nahm man früher an, dass sie bis zur zweiten Landung an Bord geblieben waren. Besonders (un)sinnig ist im alten Michelkatalog der Eintrag bei Nummer 65)e. Da steht nämlich mit einer 4-stelligen Bewertung „Poststücke mit Ankunftstempel 1. und 2. Landung“. Dass dies ab und zu vorkam (wenn beim Sortieren nach Zieladressen ein Fehler noch rechtzeitig bemerkt wurde), hätte doch zum Nachdenken veranlassen können .... Das soll’s gewesen sein mit den Pernambuco/Recife-spezifischen Besonderheiten – es gibt noch mehr davon ... Aufpassen muss ich auch, dass ich nicht einen Beleg zum zweiten Mal zeige, denn am Anfang habe ich ja noch etwas kreuz und quer geposted wegen der „Ikarusse“ und Kraniche ... Aber ich denke, diesen Kranich hatten wir noch nicht (die Höflichkeit meinen hiesigen Gastgebern gegenüber gebietet, dass ich mit einem aus Österreich zugeleiteten Brief beginne.) Wer meine bisherigen Beiträge verfolgt hat, der kennt das österreichische Porto nach Brasilien und weiß, warum ich bei diesem Brief nach Pernambuco (und zurück nach Wien) von einer leichten Überfrankierung ausgehe. Wer löst dieses kleine Rätsel? Und die Rückseite zeige ich, weil es sich um einen früher deutlich höher bewerteten Brief zur (angeblich) zweiten Landung in Recife handelt - Wien konnte warten bis zum 27. Mai: der kleine brasilianische Ankunftstempel ist mit diesem Datum meistens ziemlich schlampig, oft unleserlich abgeschlagen – ich stelle mir vor, die Postler dort waren ziemlich sauer wegen der immensen Mehrarbeit an diesem Tag und wollten es den verrückten Philatelisten zeigen ... Bitte, sagt mir auch, wenn euch diese vermutlich nur für mich spannenden Details zu "schwere Kost" sind und euch die Briefmarken mehr interessieren als die (Post-) Geschichte(n) darum herum. Viele Grüße balf_de   PS: Drei Wochen dauerte laut Wiener Ankunftstempel vom 21. Juni der terrestrische Rücktransport nach Europa. Viel schneller geht es heute auch noch nicht – zumindest warte ich schon seit mehr als zwei Wochen auf ein Einschreiben aus Sao Paulo (dessen Inhalt ich hoffentlich bald zeigen kann ...) |
|  | | Mozart Moderator

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 | Thema: Re: Zeppelin-Zuleitungspost Do Nov 04, 2010 12:29 pm | |
| | balf_de schrieb: | Wer meine bisherigen Beiträge verfolgt hat, der kennt das österreichische Porto nach Brasilien und weiß, warum ich bei diesem Brief nach Pernambuco (und zurück nach Wien) von einer leichten Überfrankierung ausgehe. Wer löst dieses kleine Rätsel?
|
Lieber balf_de Das Luftschiff-Porto betrug für Briefe bis 20 Gramm 6,40 ÖS, dazu kam das normale Inlandsporto von 20 Groschen! Dein Brief ist also fürs Ausland frankiert, sprich um 20 Groschen zuviel!
| balf_de schrieb: | Und die Rückseite zeige ich, weil es sich um einen früher deutlich höher bewerteten Brief zur (angeblich) zweiten Landung in Recife handelt - Wien konnte warten bis zum 27. Mai: der kleine brasilianische Ankunftstempel ist mit diesem Datum meistens ziemlich schlampig, oft unleserlich abgeschlagen – ich stelle mir vor, die Postler dort waren ziemlich sauer wegen der immensen Mehrarbeit an diesem Tag und wollten es den verrückten Philatelisten zeigen ...
|
Wenn ich mir moderne Belege anschaue, dann scheinen die Postler auch heute ziemlich oft sauer zu sein! Oder ist es die etwa die Überlastung der Herrschaften, die unsaubere Abschläge entschuldigen.........
| balf_de schrieb: | Bitte, sagt mir auch, wenn euch diese vermutlich nur für mich spannenden Details zu "schwere Kost" sind und euch die Briefmarken mehr interessieren als die (Post-) Geschichte(n) darum herum.
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Um Gottes Willen, bloss nicht aufhören! Ich bin begeistert von deinen ausführlichen Beiträgen und lerne daraus! Leider habe ich (noch) nichts, was ich im Gegenzug bieten könnte!
| balf_de schrieb: | PS: Drei Wochen dauerte laut Wiener Ankunftstempel vom 21. Juni der terrestrische Rücktransport nach Europa. Viel schneller geht es heute auch noch nicht – zumindest warte ich schon seit mehr als zwei Wochen auf ein Einschreiben aus Sao Paulo (dessen Inhalt ich hoffentlich bald zeigen kann ...) |
Wo wir wohl wieder bei der Überlastung wären..........
Beste Grüsse Mozart, der sich noch auf viele Belege von dir freut, danke fürs Zeigen! |
|  | | kawa Mitglied in Gold

Geschlecht/sex:  Beiträge / Posts: 1659 Alter/age: 61 Browser:  Anmeldedatum: 10.01.08
 | Thema: Re: Zeppelin-Zuleitungspost Do Nov 04, 2010 3:15 pm | |
| | balf_de schrieb: | Bitte, sagt mir auch, wenn euch diese vermutlich nur für mich spannenden Details zu "schwere Kost" sind und euch die Briefmarken mehr interessieren als die (Post-) Geschichte(n) darum herum.
|
| Mozart schrieb: | | Um Gottes Willen, bloss nicht aufhören! Ich bin begeistert von deinen ausführlichen Beiträgen und lerne daraus! |
Hallo balf_de
da schliesse ich mich Mozart an und vielen Dank für deine Beiträge.
Gruss kawa |
|  | | Gerhard Mitglied in Gold

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 | Thema: Re: Zeppelin-Zuleitungspost Do Nov 04, 2010 4:47 pm | |
| | balf_de schrieb: | Bitte, sagt mir auch, wenn euch diese vermutlich nur für mich spannenden Details zu "schwere Kost" sind und euch die Briefmarken mehr interessieren als die (Post-) Geschichte(n) darum herum.
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Ich gebe zu, ich werde ganz sicher auch in Zukunft nicht in das Sammlegebiet "Zeppelin" oder "Alt-Deutschland" einsteigen. Aber deine Beiträge, gerade in der Form wie du das machst, sind überaus informativ und wertvoll für dieses Forum und ich möchte diese nicht missen. Auch habe ich von deinem Wissen für meine Heimatsammlung schon prifitieren können. Darüber hinaus sollte jeder Philatelist auch über den eigenen Tellerrand hinausschauen, und ich mache das gerne bei deinen so interessanten Beiträgen - gerade weil du nicht nur trocken eine Beschreibung gibst, sonder auch das Drumherum der postgeschichtlichen Aspekte einbeziehst. Ich erwarte mit Spannung deine weiteren Postings danke |
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