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 Anlegerphilatelie vs. Motivphilatelie

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AutorNachricht
Fredi
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BeitragThema: Anlegerphilatelie vs. Motivphilatelie   Mo Dez 20, 2010 10:17 pm

Hallo ihr,

Fauna-Bernd sprach dieses Thema in dem Thread "Versteht ihr hier Spaß?" an. Ich habe dazu eine Frage, wollte diese aber nicht in dem Thread stellen um dort nicht vom Thema abzuweichen.

Ich sammel Böhmen und Mähren, sowie Brasilien Belege, gehöre ich somit zum Anhang der Anlegerphilatelie? Ich meine, ich sammel und "forsche" nicht um daraus einen Geldgewinn zu erzielen sondern aus Spaß und natürlich auch um zu lernen.

Wie seht ihr euch Nichtmotivsammler? Gibt es noch eine dritte Schublade der Philatelie oder gibt es gar mehr?

Ich hoffe ihr versteht meine Fragen.
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Fauna-Bernd
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BeitragThema: Re: Anlegerphilatelie vs. Motivphilatelie   Mo Dez 20, 2010 10:37 pm

Hallo Fredi,
diese Einordnung beginnt ab einer Grenze oberhalb unserer Intentionen, ähnlich dem Parketthandel auf Börsen.
Die Allermeisten sammeln aus Interesse an den Marken, sei es aus formalen oder inhaltlichen Gründen.
Zu 2. zähle ich mich hauptsächlich, als Motivsammler, der freilich aus histor. gewachsenen Gründen auch einige Ländersammlungen betreibt.
Zwar stellen diese (Motivsammler) nicht die Mehrheit der BM-Sammlerschaft dar, aber sie sind doch eine ernstzunehmende Gruppe.
Insbesondere in den Neuen aufstrebenden Ländern des Ostens (Russland, China...) sammelt man gerne Motive der verschiedenen Themenbereiche.
Auch in diesem Forum gibt es mWn. sehr engagierte "Motivis", sogar im Goldrang.

Insofern beantwortet sich Deine Frage von selbst, oder hortest Du den Heydrich-Bl. ? Zwinkern

Gruß FB
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Fredi
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BeitragThema: Re: Anlegerphilatelie vs. Motivphilatelie   Mo Dez 20, 2010 10:59 pm

Hallo Bernd,
Danke für die schnelle Antwort.

Die Motivis nehme ich so ernst wie jeden anderen sammler auch. Denn auch ich überlege schon seit Monaten auf welches Motiv ich mich stürzen könnte.

Bei mir ist der ganze Dachboden voller Heydrich-Blocks Wink
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Gerhard
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BeitragThema: Re: Anlegerphilatelie vs. Motivphilatelie   Mo Dez 20, 2010 11:47 pm

Fredi schrieb:
Gibt es noch eine dritte Schublade der Philatelie oder gibt es gar mehr?



Hallo Fredi,
ich denke, in der Philatelie gibt es unzählige Schubladen. Eine Einordnung in "Franktionen" scheint mir aber nicht wirklich gut und richtig zu sein, obwohl es sich manchmal nicht ganz vermeiden lässt.
Ich fühle mich auch keiner besonderen Richtung (außer der Philatelie) zugehörig, ich sammle Motive, Postgeschichte meiner Heimat, sammle traditionell eine Freimarkenserie und natürlich Österreich, sammle Ansichtskarten meiner Heimat und interessiere mich für vieles mehr.
Wenn sich ein anderer Sammler einer "Franktion" zugehörig fühlt, stört mich das auch nicht.
Ich freue mich mit ihm, wenn einer ein besonders teures Stück besitzt (und beneide ihn natürlich auch ein wenig). Ich freue mich aber auch, wenn jemand über die Transitpost im 18. Jdt viele Belege hat und über die Postgebühren eines kleine Landes gut Bescheid weiß, ich freue mich auch, wenn jemand besonders schöne Marken Belege, Ganzsachen oder Ansichtskarten mit Schmetterlingen, Vögeln oder Flugzeugen zeigt und über diese sein Wissen weitergibt. Ich freue mich auch über schöne Stempelabschläge aus Böhmen, Dalmatien oder sonstwo, ich freue mich wenn mir jemand zeigt, auf welchen Bogenpositionen Retuschen durchgegführt wurden oder mit welchem Maschinentyp ein Absenderfreistempel gedruckt wurde und vieles mehr.
Von allen versuche ich, ein wenig zu lernen und dieses Wissen eventuell sogar für meine Sammlung zu verwenden.
Und wenn ein "Sammler" den Anderen für seine Art zu Sammeln geringschätzt, liegt das nicht an der Philatelie, sondern an der menschlichen Größe bzw. Reife.
Herzliche Sammlergrüße
.gd
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rwh
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BeitragThema: Re: Anlegerphilatelie vs. Motivphilatelie   Di Dez 21, 2010 8:13 pm

Fredi schrieb:

Bei mir ist der ganze Dachboden voller Heydrich-Blocks Wink


Jetzt ist mir der "Katalogwert" auch klar... Zwinkern

Noch eine Schublade:
Kaufe alle Marken, Blöcke, KB, etc. einer Ausgabe und warte bis der Preis steigt.
Ist aber schon riskant lachen

Eigentlich gibt es nur EINE Schublade:
"FREUNDE DER PHILATELIE"
Die Sichtweisen sind wie überall zum Glück verschieden.


Abschließende Bemerkung:
Ein ANLEGER in der Philatelie ist für mich jemand, der keinen Bezug zur Philatelie an sich hat.
Ein Anleger kauft (ersteigert) seltene Marken, Münzen, Bilder, etc. nur wegen dem "Wert" und verschließt diese in einem Tresor.
Die philatelistische Sache an sich empfindet er weder als schön noch macht sie ihm Freude.

Ich kenne jedoch auch Menschen die sehr gut verdienen und sich dadurch philatelistische Belege, Marken, etc. kaufen können, von denen ich nur träumen kann.
Diese Sammler sind jedoch keine Anleger sondern sammeln weil sie, wie wir, Freude am Hobby haben.
Ich selbst habe auch Freude, wenn ich hin und wieder einen Blick in die Raritätenalben dieser Personen werfen darf - bin nicht neidisch.


Liebe Grüße
Robert

PS: wie sieht's mit einem Heydrich-Block aus Fredi?
hl
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Fredi
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BeitragThema: Re: Anlegerphilatelie vs. Motivphilatelie   Di Dez 21, 2010 10:02 pm

Deine neue Schublade wäre dann sowas wie ein Spekulantphilatelist oder wie?

Mein Heydrich Block, ehm tut mir leid aber mein Haus ist gerade abgebrannt ich konnte alles retten (selbst das Haus) nur den Heydrich-Block nicht rw
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Fauna-Bernd
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BeitragThema: Anlagephilatelie   Di Dez 21, 2010 10:25 pm

Der Begriff ist in den Fachzeitschriften des öfteren auftauchend und ist von mir auch wertfrei zu verstehen.
Der Marktrealität halt geschuldet. lachen
Für Numismatiker, der ich auch ein bisserl bin, selbstverständlich: die Anlagemünzen, wie Maple leafe...
Aber mein Herz und auch das meiner Kinder, Freunde... gehört eben der thematischen/ Motivphilatelie.
Deren Schauwert und Anziehungskraft auf insbesondere jugendlich Philatelie-Interessierte ist unübertroffen.
Es ist nämlich höchste Zeit Einsteiger zu gewinnen, sonst vergreist unser Hobby.
Es gibt noch einen wesentlichen Grund für meine vor ca 15 Jahre getroffene Entscheidung, mich hauptsächlich diesem Gebiet zu widmen- man geht der leidigen Fälschungsproblematik aus dem Weg, beschränkt man sich motivmäßig dabei auf postfrisch, entfallen auch die Stempelprobleme( Falsch-Nachstempel...).
Gruß FB
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Cantus
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BeitragThema: Re: Anlegerphilatelie vs. Motivphilatelie   Di Dez 21, 2010 11:47 pm

Ich wurde heute im Dienst von einem Kollegen gefragt, ob ich ihm empfehlen würde, mit Briefmarken zu spekulieren oder zumindest sein Geld krisensicher in Briefmarken anzulegen. Ich konnte das nur mit Ja-Nein beantworten.

Zu erst habe ich ihn gefragt, was er denn von Philatelie verstehe; als Antwort kam: Nichts !

Dann habe ich ihm erklärt, dass es z.B. den Beruf des Briefmarkenkaufmanns gibt. Die Ausbildung dauert drei Jahre und endet mit einer Prüfung bei der Industrie- und Handelskammer. Wer diesen Beruf erlernt, hat also mindestens drei Jahre intensivste Beschäftigung mit der Materie, wieviel länger braucht da ein Hobbyphilatelist, um sich wenigstens für das eigene Sammelgebiet ein solides Grundwissen zuzulegen?

Schließlich habe ich ihm noch angeboten, ihm meine recht umfangreiche philatelistische Bibliothek zur Verfügung zu stellen, dabei auch diverse ältere Auktionskataloge, die helfen können, Wertentwicklungen nachzuvollziehen. Aber bereits das war ihm zu kompliziert und zu zeitaufwändig und so hat er dann verkündet, dass er sich doch lieber nach anderen Anlageformen umsehen will.

Im Anschluss an dieses Gespräch kam dann heraus, dass er Werbepost von Sieger, Goldhahn und Co. bekommen hatte, die versuchten, ihm Ware anzudrehen, die angeblich möglicherweise im Preis steigen würde. Was aber aus dem Wert solcher "Sammlungen" wird, kann jeder unschwer anhand von Auktionskatalogen und den dazu erschienenen Ergebnislisten nachvollziehen.

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass eine Investition durchaus lohnend sein kann, man sollte aber eine umfangreiche Kenntnis von der Materie haben und über eine schon längere Marktbeobachtung verfügen. Ansonsten gibt es sicher bessere Möglichkeiten, sein Geld "zu verbrennen".

Viele Grüße
Cantus
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bayern klassisch
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BeitragThema: Re: Anlegerphilatelie vs. Motivphilatelie   Mi Dez 22, 2010 8:57 am

Hallo,

ich hatte mich an anderer Stelle schon über den Begriff "Anlegerphilatelie" geäussert - ich halte ihn für falsch und ungeeignet, weil er nicht trifft, wen er nicht treffen kann.

Es gibt sicher pekuniär gut aufgestellte Leute, die aus ihrem kleinen Hobby eine 7 oder 8stellige Geldausgabe gemacht haben. Ihnen allen war aber der 1. Gedanke im Kopf, dass sie sammeln, nicht investieren.

Die Anzahl dieser Großsammler, einige wenige kenne ich persönlich, ist überschaubar. Aus dem Motivbereich kenne ich keine, aber ich kenne auch kaum Motivsammler und es sind fast ausnahmslos Ländersammler der Klassik, die solche Beträge aufbringen.

Ich hoffe nicht, dass der Faktor Neid zu dieser Namensfindung beigetragen hat, denn Neid hat in der Philatelie nichts zu suchen (wie im richtigen Leben auch).

Ich freue mich mehr über Briefe, die ich für ein paar Euro irgendwo heraus fische, als über die, welche meinem Konto einen derben Schlag versetzen. Aber ohne große Sammler gäbe es uns wahrscheinlich so gar nicht erst und auch das sollte man nicht vergessen.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
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Kontrollratjunkie
Moderator


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BeitragThema: Re: Anlegerphilatelie vs. Motivphilatelie   Mi Dez 22, 2010 2:46 pm

Gerhard schrieb:
Und wenn ein "Sammler" den Anderen für seine Art zu Sammeln geringschätzt, liegt das nicht an der Philatelie, sondern an der menschlichen Größe bzw. Reife.
Herzliche Sammlergrüße
.gd


Dieses Zitat spricht mir aus der Seele.
Die Phialtelie ist so vielfältig und sollte für jeden Interessierten eine Nische bereithalten. Dabei ist es völlig egal, ob es sich um die PO, Motive oder Bedarfsbelege der Japanischen Besetzung der Philippinen handelt.

Entscheidend ist die Achtung vor dem andern Menschen und die Fähigkeit den berühmten modus vivendi zu finden, welcher die Koexistenz erlaubt.

Gruß
KJ, ebenfalls vielseitig interessiert
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eurowelter
Ehrenmitglied


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BeitragThema: Re: Anlegerphilatelie vs. Motivphilatelie   Do Dez 23, 2010 9:51 am

Zu diesem Thema ist bereits viel geschrieben worden, nur nicht von mir Zwinkern

Bereits in Jugendjahren begann ich Briefmarken zu sammeln. Damals war mir jede Marke, die ich ertauschen konnte gleich wertvoll und eine kleine Kostbarkeit. Schon vor 50 Jahren interessierte ich mich dafür, warum und in welchem Land diese Briefmarke herausgegeben wurde. Ab und zu ging ich dann auch auf Tauschbörsen von Briefmarkenvereinen, gründete gar einen kleinen Jugendclub und hörte nie wirklich mit dem Sammeln auf. Vielleicht ist daraus auch mein Engagement beim Thread Briefmarkenkalender zu erklären.

Im zarten Mannesalter erhielt ich im Rahmen einer kleinen Erbschaft eine ambitionierte Deutschland-Sammlung, die bereits in den 70er Jahren einen beträchtlichen Wert repräsentierte. Als ich dann Anfang der 80er Jahre ein Haus gebaut habe, war dieser wertvolle Teil meiner Sammlung ein "gutes Stück Haus" in meinem damaligen Finanzplan.

Den größeren Teil meiner Sammlung behielt ich dann aber bis heute. Nach dem Verkauf (im Rahmen eines großen Auktionshauses) war "die Luft bei mir raus" das Briefmarkensammeln als Wertanlage zu sehen. Denn dieser Teil des Sammelns hatte sich beim Hausbau in allerbester Weise für mich erledigt.

Nun habe ich niemals wirklich aufgehört "schöne Briefmarken" zu sammeln, sprich: Motivmarken. Neben einer recht gut ausgestatteten Ländersammlung Deutschland, bei der eigentlich nur relativ wenige Spitzenwerte fehlen und um deren Ergänzung ich mich nicht mehr kümmere (weil zu teuer), sehe ich mich heute als typischen Motivsammler mit meinen speziellen Sammelgebieten, die gleichzeitig auch meine Interessen in meiner (als Rentner nun reichlich vorhandenen) Freizeit entsprechen.

Zum Thema Eisenbahn kann ich sagen, dass ich Eisenbahnfan ebenfalls seit fast 50 Jahren bin. Und ich wohne in unmittelbarer Nähe des Eisenbahnmuseums in Bochum-Dahlhausen, einer kleinen Ruhrgebiets-Attraktion.

Zum Thema Religion(en) erfeuten mich schon immer die manchmal sehr kindgerechten Motivmarken einzelner Länder (siehe mein Beitrag zum Monatswettbewerb Dezember, die ich heute weiter ergänzen werde). Hier bereite ich eine Ausstellung vor, die von der Pfarrei eines Wallfahrtsortes erbeten wurde und im kommenden Jahr ab der Adventszeit stattfinden wird. Zu gegebener Zeit werde ich dann meine Exponate hier vorstellen. Diese Ausstellung war auch der Anlass für mich, mir internationale Tauschpartner zu suchen. Darüber schrieb ich in einem anderen Thread und werde über die nicht erwartete positive Resonanz noch berichten.

Wenn ich nun diese Geschichte, meine eigene Briefmarkenstory, hier in diesem Thread schreibe, möchte ich gerne dazu beitragen, dass wir uns gegenseitig in unserer Sammelleidenschaft nicht nur akzeptieren, sondern dass wir den / die Andere(n) in seine(r) Verschiedenheit schätzen und auch die Beiträge, die nicht unserem eigenen Sammelinteresse entsprechen, als Bereicherung verstehen.

In diesem Sinne wünsche ich uns allen ein friedliches Weihnachtsfest!
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Anlegerphilatelie vs. Motivphilatelie

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