Mozart Moderator

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 | Thema: Deutsche Malerei Do Dez 23, 2010 8:57 am | |
| Caspar David Friedrich – Der Wanderer über dem Nebelmeer: Dieses Bild drückt genau das aus, was man unter romantischer Landschafts-malerei versteht: die Sicht in die Ferne, in das Unendliche und ein einsamer Mensch, fast verloren wirkend bei der Betrachtung der Natur, in der der Nebel, das unter im liegende Nebelmeer die Konturen verschwimmen lässt. Seit jeher wird mit der Darstellung eines Wanderers die Reise des Lebens, die Sehnsucht nach Erfüllung verbunden.  Diese Verbindung greift Friedrich zwar auf, kehrt sie aber bei diesem Bild um: Seine Figur ist bürgerlich gekleidet, also dadurch nicht als Wanderer sondern als neutraler Beobachter einzustufen. Dieser Beobachter, der auch wir selbst sein könnten, steht herausgehoben auf einem Gipfel und an einer nicht überschreitbaren Grenze; ein tiefer Abgrund trennt ihn von der vor ihm liegenden Landschaft. Die Felsen, auf denen er steht, sind für den Bildbe-trachter eine Barriere, die unsere Sicht auf das verhindert, was der Wanderer selbst sieht. Diese Barriere macht neugierig auf das, was darunter liegt aber auch auf die undefinierbare, nicht erreichbare Weite der Natur. Friedrich will damit ausdrücken, das durch eine Erfahrung mit Einsamkeit und unüberwindbaren Grenzen der Mensch das Jenseitige, die Weite und Unendlichkeit des Göttlichen sehen und anerkennen kann. |
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