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 Hübsches aus der Heimatsammlung

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Postgeschichte-Kemser
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BeitragThema: Hübsches aus der Heimatsammlung   Fr Dez 24, 2010 6:55 am

Hallo und guten Morgen,

wie versprochen anbei meine neueste Errungenschaft:

6 Kr. blau + 3 Kr. rot (Randstück) auf Brief von Benediktbeuern 2. Juli 1865 nach Eschweiler in Preussen. Die Marken wurden mit einem gMR 40 (2. Verteilung) entwertet. Der Brief trägt rückseitig noch einen Banhpost-L3 Mainz-Cöln.
Leider hat er keinen Inhalt, trägt jedoch einen geprägten Absendervermerk: "Freih. v. Eichthalscher Steinkohlenbergbau Penzberg bei Benediktbeuern". Bis zur Säkularisation 1803 gehörte die "Schwaige Penzberg" zum Kloster Benediktbeuern und wurde erst einige Jahre später eigenständige politische Gemeinde.
In Penzberg wurde erst am 16. Oktober des gleichen Jahres (1865) mit der Eröffnung der Bahnlinie Tutzing - Penzberg auch eine Postexpedition eröffnet.

Wenn auch sämtliche Stempel recht zart abgeschlagen sind, so ist es nach jahrzehntelanger Sammlertätigkeit mein ERSTER Brief von Benediktbeuern aus der Quadrat-/Mühlradzeit - dann aber gleich in den Postverein. Zwinkern In so fern habe ich gerne Zugeständnsisse an die Stempelqualität gemacht.

Beste Grüße
Postgeschichte-Kemser

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VorphilaBayern
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BeitragThema: Re: Hübsches aus der Heimatsammlung   Fr Dez 24, 2010 8:51 am

Hallo Schorsch,

gratuliere recht herzlich zu den schönen Heimatbeleg
und mich freut sehr, auch Dich hier zu sehen.

Mit den besten Grüße von VorphilaBayern
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bayern klassisch
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BeitragThema: Re: Hübsches aus der Heimatsammlung   Fr Dez 24, 2010 9:36 am

Hallo Schorsch,

Glückwunsch zu dem feinen Brief - du hast natürlich besser als alle anderen gewußt, was du da kaufst. Man sieht eben auch hier, dass gewissen Mühlräder günstig im Katalog stehen, aber kaum auf Brief verfügbar sind, während andere mit 10mal so hoher Notierung eher häufig angeboten werden. Gut, wenn man das weiß.

Postvereinsbriefe von Orten mit geringem Postaufkommen wie hier sind besonders selten, weil nach der bayer. Statistik, die ich einmal las, weit weniger als 5% aller Briefe nicht in Bayern verblieben.

Auch ich freue mich, wie mein prominenter Vorschreiber, dich hier begrüssen zu dürfen. Ich wäre froh, wenn wir noch ein paar Alt - Österreicher hier begrüssen könnten. Vlt. könntest du in der Richtung etwas bewegen ...

Liebe Grüsse und ein Frohes Fest wünscht dir bayern klassisch
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kreuzer
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BeitragThema: Re: Hübsches aus der Heimatsammlung   Fr Dez 24, 2010 9:41 am

Hallo Schorsch,

ein sehr schöner Brief. Und der heimatgeschichtliche Hintergrund macht das ganze noch interessanter.

Viele Grüße und ein schönes Weihnachtsfest

kreuzer
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Postgeschichte-Kemser
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BeitragThema: Re: Hübsches aus der Heimatsammlung   Fr Dez 24, 2010 11:43 am

Hallo Zusammen,

herzlichen Dank für die ergänzenden Informationen und die "Blumen".
Da möchte ich doch gleich noch zwei Belege zeigen, die ich vor Kurzem erstanden habe:

Der erste Beleg ist ein Zeitungskonto von Reichersbeuern vom 31. Dezember 1874 - also aus der Kreuzerzeit (!!)
Reichersbeuern (oder alte Schreibweise: Reigersbeuern) war erst im Zusammenhang mit Eröffnung der Bahnlinie München - Tölz Postexpedition geworden. Der Beleg trägt keinen Ortsstempel, obwohl dieser schon verfügbar gewesen sein müßte.




Der zweite Beleg ist ebenfalls ein Zeitungskonto, diesmal aber bereits aus der Pfennigzeit vom 22. Juni 1877 und mit dem ersten Poststempel in alter Schreibweise und verkürzter Form. "Reigersbrn"



Einen Brief von Reichersbeuern aus der Kreuzerzeit (immerhin 1 1/2 Jahre) habe ich noch nicht, aber nach meinem neuesten Benediktbeuern-Fund stirbt die Hoffnung wieder mal zuletzt. lachen

Herzliche Grüße
Postgeschichte-Kemser


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bayern klassisch
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BeitragThema: Re: Hübsches aus der Heimatsammlung   Fr Dez 24, 2010 1:35 pm

Hallo Schorsch,

schöne Belege - aber mit Stempeln der Briefpost (Zeitungsversand unterstand der Briefpost, wenn keine Auslagen zu erheben waren) mussten diese Quittungen nicht bedruckt werden. Eher findet man sog. Formulartstempel des Innendienstes. In der Pfennigzeit ging man aber immer öfter dazu über, gerade den Stempel zu nehmen, der am schnellsten greifbar war. Bei deinem unteren Stück kann man das gut sehen.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
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Postgeschichte-Kemser
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BeitragThema: Re: Hübsches aus der Heimatsammlung   Fr Dez 24, 2010 1:45 pm

Hallo Ralph,

vielen Dank - das mit den Innendienst-stempeln ist korrekt. Ich hatte allerdings von anderen Orten schon Belege auf denen beide Stempel, also Innendienst + Briefpost, abgeschlagen waren. Von daher war ich mir nicht sicher, ob nicht wenigsten EINER drauf sein mußte. Aber was soll's - ob mit oder ohne Stempel...Zwinkern

beste Grüße
Schorsch
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Postgeschichte-Kemser
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BeitragThema: Re: Hübsches aus der Heimatsammlung   Fr Dez 24, 2010 4:55 pm

Hallo;

ein nettes Pondon zu dem Benediktbeuern-Brief ist auch der nachfolgende:



Gleiche Frankatur - diesmal jedoch von Tölz nach Berlin. Leider hinsichtlich der Stempel auch nicht optimal, aber erst mal bekommen. Das Jahr ist leider nicht exakt zu datieren.
Dafür ist er aus der anderen Richtung umso schöner: 3 Sgr. auf Brief v. Breslau 27.10.1863 nach Tölz



So - das soll's für heute gewesen sein.

Einen schönen Abend allen Philateliebegeisterten !
Beste Grüße aus Lenggries
Postgeschichte-Kemser
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bayern klassisch
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BeitragThema: Re: Hübsches aus der Heimatsammlung   Sa Dez 25, 2010 2:02 pm

Hallo Schorsch,

damit die schöne Heimatsammlung auch auf einem guten Fundament steht, hier etwas aus alter Zeit, was dich interessieren dürfte.





Liebe Grüsse von bayern klassisch
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Postgeschichte-Kemser
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BeitragThema: Re: Hübsches aus der Heimatsammlung   Sa Dez 25, 2010 4:39 pm

Hallo Ralph,

herzlichen Dank für die ergänzenden Informationen.

Beste Grüße
Schorsch
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Postgeschichte-Kemser
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BeitragThema: Re: Hübsches aus der Heimatsammlung   Sa Dez 25, 2010 6:47 pm

Hallo und guten Abend,


...und wieder einer aus der Heimatsparte:



Wertbrief (Fahrpost) mit 4 Loth Gewicht und 200 Gulden (2 Obligationen a. 100 fl) Wert von Tölz (ca. 1860/63) nach München.
Meine Frage in die Runde: Wenn der Brief als Regierungssache gänzlich portofrei war, was sagen dann die Ziffern "122/4" aus ? Fahrpostnummer ? Journalnummer ?
Leider trägt der Brief rs. keinerlei Vermerke oder Stempel und hat auch keinen Inhalt.

Was könnte das Königl. Bezirksamt mit 2 Obligationen zu je 100 fl. beim Königl .Oberpost- und Bahnamt für Oberbayern in München beglichen haben ? Vielleicht weiß hier jemand Rat ?

Beste Grüße und einen schönen Abend
Postgeschichte-Kemser
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bayern klassisch
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BeitragThema: Re: Hübsches aus der Heimatsammlung   Sa Dez 25, 2010 6:53 pm

Hallo Schorsch,

der Brief wog laut Angabe 4 Loth und war portofrei zu belassen (andernfalls hätte man ihn nicht angenommen). Notiert wurden Manualnummern der Fahrpost.

200 Gulden waren die Kaution für ganz niedere Postbedienstete (Hilfsbriefträger, Packergehilfen etc.) - daher wäre es möglich, dass es sich um eine Kautionssache gehandelt haben könnte.

Kannst du feststellen, ob eine solch niedere Charge in dieser Zeit in Tölz eingestellt oder entlassen wurde?

Liebe Grüsse von bayern klassisch

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BeitragThema: Re: Hübsches aus der Heimatsammlung   Sa Dez 25, 2010 6:57 pm

Super Ralph !

Toller Ansatz ! Aus der Hüfte kann ich hier zwar nicht schiessen, aber der Info werde ich nachgehen.

Eben habe ich mir nochmals den Originalentwurf des Dienstvertrages (1847) zwischen dem Oberpost München und dem Posthalterssohn Benedikt Granz (welchen ich in meineer Sammlung habe lachen ) durchgesehen. Für die Übernahme des Posthalter-Postens mußte dieser 500 Gulden Kaution stellen. In Relation zu Deiner Zahl doch recht wenig wenn man z.B. die Verantwortung bedenkt ?

Herzliche Grüße
Schorsch
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bayern klassisch
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BeitragThema: Re: Hübsches aus der Heimatsammlung   Sa Dez 25, 2010 7:19 pm

Lieber Schorsch,

die Kautionsbeträge wurden im Laufe der Zeit erhöht, daher passt das schon.

Ein Briefträger hätte ja auch ein paar Wertbriefe veruntreuen können - dann wären die 200 Gulden schnell beim Deibel gewesen.

Viele hatten das Geld für die Kaution gar nicht und mussten viele Jahre lang diese abstottern. Geleistet wurde sie, damit man überhaupt dienstbar werden konnte, z. B. von Schweizerischen Versicherungen, die den Kautionsbetrag der bayer. Postkasse überwiesen, gleichzeitig aber monatlich einen gewissen Betrag vom Gehalt abzweigten, bis die Schuld getilgt war.

Es wäre schön, wenn sich die 200 Gulden einer Person zuordnen lassen könnten (was aber nicht zwingend bedeutet, dass sich die Geldübersendung darauf bezogen haben muss, weil es ja nur ein Denkansatz von mir war).

Liebe Grüsse von bayern klassisch
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Postgeschichte-Kemser
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BeitragThema: Re: Hübsches aus der Heimatsammlung   So Dez 26, 2010 12:00 pm

Lieber Ralph,

vielen Dank für Deine Zusatzinfos.

@all:
Anbei ein Brief, dessen Empfangsort sich mir (noch) nicht erschließt. Der Brief ist zwar mit zweiseitigem Inhalt, aber sinnigerweise ohne Datumsangabe. Aus dem Inhalt ist lediglich zu entnehmen, dass sich "das Jahr zu Ende neigt..." - ich datiere den Brief etwa auf 1820/25 Ich würde ihn mit "Indersdorf" transkripieren, was sich bei 6 Kreuzer in der 1. Gewichtsstufe und 12-18 Meilen ausginge.
Vielleicht kann jemand helfen. Vielen Dank im Voraus.

beste grüße
Postgeschichte-Kemser




"An Frau Annemarie Hamer....in Bosenbach (?) nebst Indersdorf ..."
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bayern klassisch
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BeitragThema: Re: Hübsches aus der Heimatsammlung   So Dez 26, 2010 2:58 pm

Lieber Schorsch,

so weit liegst du richtig:

An die Frau Annamaria Homer, Tuchdrägerin in Bosenbach nebst Inder Stoß a Bossenbach

Ich würde ihn um 1820 datieren, auch da liegst du völlig richtig.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
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Postgeschichte-Kemser
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BeitragThema: Re: Hübsches aus der Heimatsammlung   So Dez 26, 2010 8:33 pm

Lieber Ralph,

herzlichen Dank.

@ll - gibt es möglicherweise noch andere Transkriptionen ?
Ich kann - ehrlich gesagt - mit dem Beruf (?) "Tuchdrägerin" nicht all zu viel anfangen. oh
Und ein "Bosenbach" kenne ich nur in der Nähe von Kusel. da würden aber die 6 Kreuzer nicht passen.
Für weitere Hilfe bin ich dankbar.

beste Grüße
Postgeschichte-Kemser
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Erdinger
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BeitragThema: Re: Hübsches aus der Heimatsammlung   Mo Jan 03, 2011 2:14 pm

Lieber Schorsch,

mit Indersdorf liegst du richtig. In unmittelbarer Nähe gibt es ein Pasenbach - dann passen auch die 6 Kreuzer wieder.
Tuchträgerin ist wohl die Berufsbezeichnung für eine ambulante Tuchhändlerin.

Viele Grüße aus Erding!
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Hübsches aus der Heimatsammlung

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