Nachdem ich mit wachsender Begeisterung nunmehr mein "Einjähriges" in diesem Forum gefeiert habe, wird es Zeit, mich an dieser Stelle einfach einmal vorzustellen.
Bereits in Jugendjahren begann ich Briefmarken zu sammeln. Damals war mir jede Marke, die ich ertauschen konnte gleich wertvoll und eine kleine Kostbarkeit. Schon vor 50 Jahren interessierte ich mich dafür, warum und in welchem Land diese Briefmarke herausgegeben wurde. Ab und zu ging ich dann auch auf Tauschbörsen von Briefmarkenvereinen, gründete gar einen kleinen Jugendclub und hörte nie wirklich mit dem Sammeln auf. Vielleicht ist daraus auch mein Engagement beim Thread Briefmarkenkalender zu erklären.
Im zarten Mannesalter erhielt ich im Rahmen einer kleinen Erbschaft eine ambitionierte Deutschland-Sammlung, die bereits in den 70er Jahren einen beträchtlichen Wert repräsentierte. Als ich dann Anfang der 80er Jahre ein Haus gebaut habe, war dieser wertvolle Teil meiner Sammlung ein "gutes Stück Haus" in meinem damaligen Finanzplan.
Den größeren Teil meiner Sammlung behielt ich dann aber bis heute. Nach dem Verkauf (im Rahmen eines großen Auktionshauses) war "die Luft bei mir raus" das Briefmarkensammeln als Wertanlage zu sehen. Denn dieser Teil des Sammelns hatte sich beim Hausbau in allerbester Weise für mich erledigt.
Nun habe ich niemals wirklich aufgehört "schöne Briefmarken" zu sammeln, sprich: Motivmarken. Neben einer recht gut ausgestatteten Ländersammlung Deutschland, bei der eigentlich nur relativ wenige Spitzenwerte fehlen und um deren Ergänzung ich mich nicht mehr kümmere (weil zu teuer), sehe ich mich heute als typischen Motivsammler mit meinen speziellen Sammelgebieten, die gleichzeitig auch meine Interessen in meiner (als Rentner nun reichlich vorhandenen nach einem biszuletzt stressigen Arbeitsleben als Qualitätsmanager und Betriebsratsvorsitzender in einem der größten Tageszeitungsverlage deutschlands, der WAZ-Mediengruppe in Essen) Freizeit entsprechen.
Zum Thema Eisenbahn kann ich sagen, dass ich Eisenbahnfan ebenfalls seit fast 50 Jahren bin. Als Jugendlicher gründete ich gar einen Eisenbahn-Fanclub "Golden Arrow", der einige Jahre Bestand hatte und sich auch damals schon an Briefmarken mit Lokomotiven erfreute. Nunmehr wohne ich in unmittelbarer Nähe des Eisenbahnmuseums in Bochum-Dahlhausen, einer kleinen Ruhrgebiets-Attraktion.
Zum Thema Religion(en) erfeuten mich schon immer die manchmal sehr kindgerechten Motivmarken einzelner Länder (siehe mein Beitrag zum Monatswettbewerb Dezember, die ich heute weiter ergänzen werde). Hier bereite ich eine Ausstellung vor, die von der Pfarrei eines Wallfahrtsortes erbeten wurde und im kommenden Jahr ab der Adventszeit stattfinden wird. Zu gegebener Zeit werde ich dann meine Exponate hier vorstellen. Diese Ausstellung war auch der Anlass für mich, mir internationale Tauschpartner zu suchen. Darüber schrieb ich in einem anderen Thread und werde über die nicht erwartete positive Resonanz noch berichten.
Welcher Mann ist kein Sportfan, wer war nicht immer schon der bessere Trainer, der bessere Vereinsmanager, der bessere Fußballer ... Beinahe selbstverständlich ist es gewesen, mich auch dem Motivthema Sport zu widmen. Dabei geht es mir überwiegend um die Schönheit so mancher Marke, manchen Blocks. Und hier sind mir auch Fantasiestaaten oder CTOs willkommen. In meinem Kopf reift die Idee zum Thema Fußball-WM und/oder Olympische Spiele eine Sammlung zu reorganisieren, wie sie Walter (Kawa) vorbildlich zeigt.
Durch meine inzwischen gut gewachsenen internationalen Tauschpartner habe ich hin und wieder gelernt, meine Einstellung zum Briefmarkensammeln zu optimieren. Eigentlich ist für mich der ideelle Wert einer Briefmarke erst dann wirklich vorhanden, wenn sie auch als solche verwendet wurde, also gestempelt wurde zum Zweck der Beförderung durch die Post. In vielen Ländern der Welt sammeln auch einige meiner Tauschpartner ausschließlich postfrische Marken. Und einem Motiv-Sammler bleibt eigentlich gar nichts anderes übrig, als auch postfrische Marken oder solche mit Gefälligkeitsstempeln zu akzeptieren.
Wenn ich nun diese Geschichte, meine eigene Briefmarkenstory, hier in diesem Thread schreibe, möchte ich gerne dazu beitragen, dass wir uns gegenseitig in unserer Sammelleidenschaft nicht nur akzeptieren, sondern dass wir den / die Andere(n) in seine(r) Verschiedenheit schätzen und auch die Beiträge, die nicht unserem eigenen Sammelinteresse entsprechen, als Bereicherung verstehen.
In diesem Sinne wünsche ich uns allen ein friedliches Weihnachtsfest!