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balf_de Mitglied in Silber

Geschlecht/sex:  Beiträge / Posts: 437 Alter/age: 68 Anmeldedatum: 27.09.10
 | Thema: Stockflecken auf Belegen So Jan 09, 2011 1:49 pm | |
| Hallo zusammen! Stockflecken sind ein uraltes Thema - nicht nur, aber auch in diesem Forum wurde es schon häufig thematisiert. Mir geht es dabei weniger um postfrische Marken, wo vermutlich wirklich nichts zu retten ist, auch nicht um lose Briefmarken, sondern in erster Linie um alte Belege. Und von Rettungsversuchen für Briefe habe ich eigentlich noch nicht viel gelesen. Kürzlich hatte ich Erfolg bei einer eBay-Auktion, wo ich ein Gebot auf einen Briefumschlag mit Zusatzfrankatur (U6II,18,18) aus Heidelberg nach Paris abgab. Dass mein Gebot das einzige blieb und der Preis deshalb bei einem Euro stehen blieb, lag sicher auch daran, dass der Scan den wirklich schlimmen Zustand nicht beschönigte: hoffnungslos viele deutliche Stockflecken. Das war für mich die Gelegenheit, einmal ohne großes Risiko einen Rettungsversuch mit Erni A und B zu versuchen: genau nach der Gebrauchsanweisung legte ich den Brief mehrere Minuten lang in die unverdünnte violette Brühe Erni A – das Zwischenergebnis sah absolut hoffnungslos aus. Aber durch das zweite Bad in Erni B verwandelte sich der Brief auf verblüffende Weise zurück. Nach dem Klarspülen mit Wasser kam er dann ins Trockenbuch. Das Ergebnis möchte ich euch nicht vorenthalten: ich habe Vorher- und Nachher-Scans gemacht (übrigens mit meinem neuen Handscanner, mit den ich noch üben muss ...) Viele Grüße balf_de Vorher:   Nachher:   |
|  | | T1000er Mitglied in Bronze

Geschlecht/sex:  Beiträge / Posts: 143 Alter/age: 52 Anmeldedatum: 18.12.10
 | Thema: Re: Stockflecken auf Belegen So Jan 09, 2011 2:08 pm | |
| Hallo balf_de,
ich bin sicher kein Fachmann auf dem Gebiet!
Ein Ergebnis zwischen Vorher und Nachher ist durchaus zu sehen. Aber die rote Farbe des Ganzsachenaufdrucks und der beiden Marken ist erheblich matter als vor der Behandlung.
In wie weit muß man das als Beeinträchtigung sehen? Ich will hier nicht über den Wert des Briefes sprechen.
Gruß, T1000er |
|  | | Fauna-Bernd Mitglied in Bronze

Geschlecht/sex:  Beiträge / Posts: 178 Alter/age: 62 Browser:  Anmeldedatum: 28.01.09
 | Thema: Re: Stockflecken auf Belegen So Jan 09, 2011 2:17 pm | |
| Also, MMn. zählt eine Stochfleckenbehandlung mit "Erni A+B" odgl. zum großen Umfeld der philatel. Reparaturen/ Verschönerungen. Diese sind daher erheblich wertmindernd. Gefragt ist immer einwandfreie Original-Erhaltung. Sammlergruß FB |
|  | | balf_de Mitglied in Silber

Geschlecht/sex:  Beiträge / Posts: 437 Alter/age: 68 Anmeldedatum: 27.09.10
 | Thema: Re: Stockflecken auf Belegen So Jan 09, 2011 3:42 pm | |
| Hallo zusammen! Danke für euere Stellungnahmen. | T1000er schrieb: | | Ich will hier nicht über den Wert des Briefes sprechen. |
Richtig: das will ich auch nicht. Es war ein Experiment, dessen Ergebnis ich hier bewusst ohne Wertung zeigen wollte.
| Fauna-Bernd schrieb: | Gefragt ist immer einwandfreie Original-Erhaltung.
|
Kein Widerspruch – aber es gibt auch Fälle, wo man Kompromisse machen muss. Ein Beispiel möchte ich zeigen: Zu meiner Zeppelinpost-Sammlung „Südamerikafahrt 1930“ gehören einige ausgesprochen seltenen Belege. Beispielsweise war ich sehr froh, einen der 28 zugeleiteten Liechtensteiner Briefe, die über Bahia abgeworfen wurden, zu einem halbwegs erschwinglichen Preis erwerben und in meine Sammlung integrieren zu können. Wobei „integrieren“ nicht ganz richtig ist: Der Brief zeigt einige Stockflecken; ich bewahre ihn daher getrennt von der Sammlung „in Quarantäne“ auf. Die Wahrscheinlichkeit, ihn eines Tages gegen einen perfekt erhaltenen ersetzen zu können, ist nicht sehr hoch.
 
Die verblassten Farben des Baden-Briefumschlags sind mir auch aufgefallen. Wie gesagt, habe ich mit meinem neuen Handscanner noch gewisse Handlingprobleme. Deshalb habe ich die „Nachher-Scans“ mit dem Flachbettscanner gemacht. Von daher gibt es auch Differenzen, die beim Original nicht ganz so deutlich sind. Anliegend habe ich den gereinigten Brief zusammen mit einem unbehandelten Umschlag U6II gescannt – Ergebnis siehe unten.
Eines steht für mich fest: ich werde derartige Versuche mit teureren Belegen nicht wiederholen, wobei ich weniger Bedenken wegen eventueller Wertminderung habe; viel mehr stört mich, dass die Weiterfranko-Information (handschriftlich rote ‚6’) nach der Reinigung restlos verschwunden ist. Im Übrigen ist auch zu befürchten, dass die in den 1930er Jahren benutzte Tinte bei der Prozedur verlaufen würde
Viele Grüße balf_de
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|  | | Cantus Mitglied in Gold

Geschlecht/sex:  Beiträge / Posts: 2397 Alter/age: 63 Browser:  Anmeldedatum: 24.01.08
 | Thema: Re: Stockflecken auf Belegen So Jan 09, 2011 5:11 pm | |
| Hallo, bei deinem Zeppelinbrief sind zwar kleinere Stockflecke zu sehen, sie würden mich persönlich aber nicht stören; das ist einfach der "Zahn der Zeit". Ansonsten scheint es so zu sein, dass dein Reiinigungsmittel etwas gegen die Farbe Rot hat. Versuche es doch mal mit einem blauen oder gelben Wertstempel und zeige uns dann das Ergebnis, wenn du dafür billiges Probematerial hast.
Viele Grüße Cantus |
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