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balf_de Mitglied in Silber

Geschlecht/sex:  Beiträge / Posts: 437 Alter/age: 68 Anmeldedatum: 27.09.10
 | Thema: Spanische Zeppelinpost Di März 08, 2011 9:27 pm | |
| Hallo zusammen! Jetzt wird es aber Zeit, dass ich mein Versprechen einlöse, das ich bei der Vorstellung meines Briefs zum Wettbewerb „Bild des Monats“ für Februar gegeben habe: dort war er schön genug, um jetzt noch das Eingangsportal unseres Forums zu zieren, heute soll die zugesagte philatelistische Einordnung folgen. Nicht nur aus Deutschland und den „Vertragsstaaten“ der Zeppelingesellschaft, die ich hier schon ausführlich vorgestellt habe, wurde Post zur Südamerikafahrt 1930 aufgeliefert sondern auch von den Staaten, die „Graf Zeppelin“ bei dieser Fahrt besuchte – Spanien, Brasilien und den USA. Es gibt darüber hinaus auch Post aus weiteren Staaten, die Post an die Etappenorte zuliefern durften – darüber mehr an anderer Stelle. Der im Wettbewerb gezeigte Brief ist einer von 946 spanischen Briefen, der neben 349 Karten von Sevilla aus mit dem Luftschiff nach Recife befördert wurde. Er ist portorichtig freigemacht für die Etappe nach Brasilien: Karten kosteten 4 Peseten, Briefe 8 Peseten. Das ist in etwa das einzig „normale“ an meinem Brief: Viele mögliche Antworten gibt es, wenn man nach den attraktivsten Belegen der Südamerikafahrt 1930 fragt. Für die Einen sind es sicher die Briefe und Karten mit den deutschen Zeppelinmarken MiNr 438 und 439, für andere die amerikanischen Belege mit den drei anlassbezogenen Sondermarken, vielleicht auch die brasilianischen mit ihren interessanten Provisorien, ganz sicher sind auch die Poststücke aus den Vertragsstaaten zu nennen – von den österreichischen Kranichen über die schweizerischen „Ikarusse“ bis zu den saarländischen Madonnen. Einige konnte ich schon vorstellen. Bestimmt würde aber niemand die spanische Post nennen. Es ist auch klar, woran das liegt: es sind immer wieder die langweiligen Frankaturen mit Dauerserien-Marken mit König Alfons XIII, meist im Profil. Das einzige „Highlight“ besteht oft darin, dass sie recht zahlreich geklebt wurden – es mangelte an den hohen Wertstufen. Ganz anders mein gezeigter Brief: Dem Michel-Europakatalog entnehme ich, dass die Sondermarken MiNr. 422-427 am 14. Februar 1929 an die Schalter kamen, aber lediglich bis zum 17. Februar, also nur vier Tage lang frankaturgültig waren. Sie waren also im Mai 1930 längst ungültig. Da der Brief aber alle Merkmale einer ordnungsgemäßen Luftschiffbeförderung nach Recife aufweist – alle Stempel sind vorhanden -, gehe ich davon aus, dass die Ungültigkeit der Frankatur nicht bemerkt wurde. Vermutlich hat der Postbeamte in Sevilla die Marken mit der aktuellen Flugpostausgabe MiNr. 457-462 verwechselt. Zum ersten Mal habe ich mir in diesem Zusammenhang den Spanien-Abschnitt im Michel-Europakatalog genauer angesehen: Ende der 1920er Jahre kamen zwar eine ganze Reihe spanischer Sondermarken heraus, aber alle waren jeweils nur wenige Tage lang gültig. Eigentlich sollte man deshalb annehmen, dass gebrauchte Marken deutlich seltener sein müssten als postfrische, aber zumindest die Katalogbewertungen bestätigen das nicht. Dass die Sondermarken auch für klassische Briefmarkensammler interessant sind, habe ich während der eBay-Auktion erfahren müssen, bei der ich um meinen Brief „kämpfen“ musste: zwei hartnäckige Konkurrenten, die ich als Spanien-Sammler identifizieren konnte, trieben den Preis leider deutlich über die Michel-Bewertung für den Satz MiNr. 422-427 in die Höhe Im Forum der Zeppelinpost-Spezialisten habe ich den Brief schon vorgestellt und habe auf die Frage nach der merkwürdigen Katalogbewertung eine Antwort erhalten, die ich als Zitat ohne weiteren Kommentar weitergeben möchte – | saintex schrieb: | Hallo Alfred,
nachdem Deine Fragen nach den Hintergründen für die kurze Gültigkeitsdauer spanischer Sondermarken während der 1920er und 1930er Jahre und der Preisstellung für postfrische und gebrauchte Marken hier (und auch in einem anderen Forum) von Spanien-Experten bislang nicht beantwortet wurden, gestatte ich mir, obwohl kein Spanien-Experte, eine mögliche Erklärung. Ich habe mir allerdings die Sache einfach gemacht und schlicht in den zeitgenössischen spanischen Gesetzesblättern die einschlägigen Gesetzestexte und die Motive hierzu nachgelesen[1].
Frankiert ist Dein Zeppelinbrief mit den aus Anlass der internationalen Ausstellungen in Sevilla und Barcelona 1929 herausgegebenen Flugpostsondermarken (Michel Spanien Nr. 422-427). Die Herausgabe der Sondermarken aus Anlaß der internationalen Ausstellungen in Sevilla und Barcelona (Michel Spanien Nr. 408-427) wurde durch königliches Dekret Nr. 346 vom 15.02.1928[2] genehmigt. In Art. 1 des Dekretes Nr. 346 wird bestimmt, dass die Verkaufsdauer der Sondermarken auf 3 Tage beschränkt ist. In den dem Dekret Nr. 346 vorgeschalteten Motiven (Exposición) wird die kurze Gültigkeitsdauer freimütig mit der Absicht erklärt, die Einnahmen des Fiskus durch Verkauf der Sondermarken an Briefmarkensammler zu erhöhen. Die Kosten für den Druck der Sondermarken waren von den Organisatoren der beiden Ausstellungen zu tragen (Art. 3 Dekret Nr. 346), während der Erlös aus dem Verkauf der Sondermarken während der 3-tägigen Gültigkeitsdauer dem Fiskus zustand (Art. 2). Dabei wird in den Motiven zum Dekret Nr. 346 ausdrücklich die Vermutung ausgesprochen, dass die Sammler die postfrischen Sondermarken nicht zu Frankaturzwecken verwenden und so die Einnahmen des Fiskus gesteigert werden. Nach Ablauf der kurzen Gültigkeitsdauer waren die Organisatoren befugt, die Sondermarken entwertet auf ihre Rechnung für philatelistische Zwecke zu vermarkten (Art. 4 und 5 Dekret Nr.346). Das erklärt nun auch Deine Frage, warum gebrauchte Marken keinen höheren Katalogwert als postfrische Marken haben. Postfrisch konnten die Sondermarken nur während des 3-tägigen "offiziellen" Verkaufs erworben werden. Danach war dann nur noch ein Erwerb "gebrauchter" (=gefälligkeitsentwerteter) Sondermarken vom Veranstalter möglich,
Mit königlicher Verordnung Nr. 241 vom 05.02.1929[3] wurde die Zeit des postgültigen Verkaufs der Sondermarken aus Anlass der internationalen Ausstellungen in Sevilla und Barcelona auf den Zeitraum 14.-16.02.1929 festgesetzt[4].
Alfredo, todo claro ?
Quellenangaben
[1]Die zeitgenössischen spanischen Gesetzesblätter sind online verfügbar unter http://www.boe.es [2]Gazeta de Madrid Nr. 47 vom 16.02.1928 Seite 1122-1123 [3]Gazeta de Madrid Nr. 44 vom 13.02.1929 Seite 1237 [4]Michel gibt die Gültigkeitsdauer demgegenüber mit 15.02. - 17.02.1929 an. Hab ich da etwa heute abend den "Michel" widerlegt ?
saintex |
Ihr könnt euch sicher denken, dass mir nach diesen Informationen mein Brief noch besser gefällt als zuvor.
Viele Grüße balf_de
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|  | | balf_de Mitglied in Silber

Geschlecht/sex:  Beiträge / Posts: 437 Alter/age: 68 Anmeldedatum: 27.09.10
 | Thema: Re: Spanische Zeppelinpost Do März 17, 2011 6:55 pm | |
| Hallo zusammen! Jahrelang habe ich vergeblich auf spanische Post zur Südamerikafahrt 1930 gewartet, die mit Sondermarken frankiert ist - der schöne (und erfolgreiche  ) Brief aus meinem letzten Beitrag war erst der zweite, den ich gesehen (und jetzt in der Sammlung) habe. Und als ich diesen Beitrag schrieb, hatte ich schon den dritten Brief mit einer Sondermarke unter Beobachtung: wieder kam er aus dem amerikanischen eBay, wieder waren mehrere Bieter zur Stelle (  ). Aber aus einem ganz bestimmten Grund habe ich mitgeboten: wie schon beschrieben, bin ich der Meinung, dass der Postbeamte in Sevilla, der mein "Bild des Monats Februar" abgestempelt hat, die Ungültigkeit der Frankatur übersehen hat, weil sehr ähnliche Flugpostmarken gerade an den Schaltern waren - Michel-Nummer 457-462, Sondermarken anlässlich des Eisenbahnerkongresses in Madrid, ausgegeben am 10.5.1930, gültig bis 16.5.1930 (lt. Michel-Katalog). Lange musste ich auf den ersteigerten Brief warten (deshalb ging dieser Thread auch nicht weiter). Heute kam er an: Er wurde zur Luftschiffbeförderung von Sevilla nach Rio de Janeiro aufgeliefert - als einer von 1.222 Briefen und 498 Postkarten -, portorichtig mit 8 Peseten frankiert: MiNr. 254 (3x), 295 und 461 - am Letzttag! Viele Grüße balf_de  PS: off topic: Die eindrucksvolle Verpackung meines neuen Briefs möchte ich euch gerne zeigen. Das wäre ja fast etwas für das "Bild des Monats" ... da kann sich mancher austaxierte Vormarkenzeit-Brief noch eine Scheibe abschneiden!   |
|  | | kawa Mitglied in Gold

Geschlecht/sex:  Beiträge / Posts: 1659 Alter/age: 61 Browser:  Anmeldedatum: 10.01.08
 | Thema: Re: Spanische Zeppelinpost Fr März 18, 2011 6:25 am | |
| Guten Morgen balf_de | Zitat: | Lange musste ich auf den ersteigerten Brief warten (deshalb ging dieser Thread auch nicht weiter). Heute kam er an: Er wurde zur Luftschiffbeförderung von Sevilla nach Rio de Janeiro aufgeliefert - als einer von 1.222 Briefen und 498 Postkarten -, portorichtig mit 8 Peseten frankiert: MiNr. 254 (3x), 295 und 461 - am Letzttag!
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Das Warten hat sich gelohnt. Ein wunderschöner Beleg. Vielen Dank fürs zeigen.
| Zitat: | | Die eindrucksvolle Verpackung meines neuen Briefs möchte ich euch gerne zeigen. |
Das ist es. Weicht stark der heutigen Norm ab.
Ein schönes WE wünscht kawa, der gerne auf das Bild deines nächsten Zuschlags im Ami-Ebay wartet.
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|  | | Moppi Mitglied in Bronze

Geschlecht/sex:  Beiträge / Posts: 134 Alter/age: 37 Browser:  Anmeldedatum: 15.12.10
 | Thema: Re: Spanische Zeppelinpost Fr März 18, 2011 7:34 am | |
| Ich stimme kawa vollkommen zu: Ein wunderschöner Beleg. Herzlichen Dank, dass Du ihn hier zeigst.
Eine Frage hätte ich zu dem Beleg. Welche Bedeutung hat die gestempelte Zahl "11439" unten links?
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|  | | balf_de Mitglied in Silber

Geschlecht/sex:  Beiträge / Posts: 437 Alter/age: 68 Anmeldedatum: 27.09.10
 | Thema: Re: Spanische Zeppelinpost Fr März 18, 2011 3:40 pm | |
| | Moppi schrieb: | Eine Frage hätte ich zu dem Beleg. Welche Bedeutung hat die gestempelte Zahl "11439" unten links?
|
Hallo Moppi,
das ist die sogenannte "von Meister Nummer". Herr F.W. von Meister war der New Yorker Repräsentant der Luftschiffbau Zeppelin GmbH, der Betreibergesellschaft des Luftschiffs "Graf Zeppelin". Zu seinen Aufgaben gehörte es, den amerikanischen Briefmarkensammlern zu den auch dort begehrten Zeppelin-Belegen zu verhelfen. Und zwar nicht nur mit amerikanischer, sondern auch mit deutscher, spanischer und brasilianischer Frankatur.
Teilweise besorgte er nur die Weiterleitung der unter Umschlag an ihn eingesandten Sammler-Belege, teilweise besorgte er auch die Frankierung der Poststücke, wenn die Absender ihren unfrankierten Poststücken einen entsprechenden Scheck beifgefügt hatten. Insgesamt gingen über 30.000 Karten und Briefe durch seine Hände, die für die Südamerikafahrt 1930 aufgeliefert wurden. Auch für spätere Fahrten gab es den von-Meister-Service: letztmalig (nach meinem Kenntnisstand) bei der Polarfahrt 1931; es wurde weiter nummeriert bis über 50.000.
Ein Bild sagt mehr als 1.000 Worte: anliegend zeige ich das Werbeplakat zur Südamerikafahrt 1930 (amerikanisch: "Pan American Flight").
Viele Grüße balf_de
 |
|  | | Moppi Mitglied in Bronze

Geschlecht/sex:  Beiträge / Posts: 134 Alter/age: 37 Browser:  Anmeldedatum: 15.12.10
 | Thema: Re: Spanische Zeppelinpost Fr März 18, 2011 6:24 pm | |
| Hallo balf_de, besten Dank für Deine Informationen. Der Herr von Meister hatte ja einiges zu tun, um die große Menge an Briefen und Karten zu bearbeiten. Ob da wohl noch Zeit für andere "Repräsentations-Aufgaben" blieb? |
|  | | balf_de Mitglied in Silber

Geschlecht/sex:  Beiträge / Posts: 437 Alter/age: 68 Anmeldedatum: 27.09.10
 | Thema: Re: Spanische Zeppelinpost Fr März 18, 2011 8:22 pm | |
| Hallo Moppi! | Moppi schrieb: | Ob da wohl noch Zeit für andere "Repräsentations-Aufgaben" blieb? |
Ganz sicher hat er das nicht ganz alleine geschafft - ich stelle mir vor, dass da ein großes Büro in der schicken Madison Avenue existierte mit vielen fleißigen Händen. Von Meister war übrigens auch ein wichtiger Augenzeuge bei den Untersuchungen zur Lakehurst-Katastrophe im Mai 1937.
Hallo zusammen!
Jetzt zeige ich euch auch noch meinen dritten spanischen Sondermarken-Brief, der diesmal ganz ohne von-Meister-Beteiligung zustande kam.
Er wurde als einer von 2.132 Briefen und 548 Postkarten von Sevilla aus per Luftschiff bis nach Lakehurst befördert. Das Porto hierfür betrug 16 Peseten, das bei meinem Brief mit 4 mal MiNr. 455 dargestellt ist.
Der Anlass für die Sondermarken 450-456 mit Eisenbahn-Motiv war ebenfalls der Eisenbahner-Kongress in Madrid; die Frankaturgültigkeit war auch auf eine Woche begrenzt - vom 10. bis 16. Mai 1930.
An dieser Stelle habe ich eine Frage, die mir hier sicher jemand beantworten kann: der Michel-Katalog nennt z.B. für die 4-Pesetas-Marke (455) bei einer Auflage von 15.000 Stück einen Postfrisch-Preis von 250 Euro und einen Gebraucht-Preis von 100 Euro. Bei dieser Relation können bei der Gebraucht-Bewertung in Anbetracht der kurzen Verwendungsmöglichkeit eigentlich nur die von @saintex (siehe oben) beschriebenen nachträglich gefälligkeits-gestempelten Marken gemeint sein. Ganz sicher gibt es einen Spezialkatalog mit einer Brief-Bewertung für diese spanischen „Kurzzeit“-Sondermarken. Der würde mich wirklich interessieren - immerhin weiß ich aus eigener Erfahrung, dass die Briefe sehr begehrt sind.
Viele Grüße balf_de
 |
|  | | Kontrollratjunkie Moderator

Geschlecht/sex:  Beiträge / Posts: 847 Alter/age: 44 Anmeldedatum: 24.01.08
 | Thema: Re: Spanische Zeppelinpost Sa März 19, 2011 12:03 am | |
| | balf_de schrieb: | An dieser Stelle habe ich eine Frage, die mir hier sicher jemand beantworten kann: der Michel-Katalog nennt z.B. für die 4-Pesetas-Marke (455) bei einer Auflage von 15.000 Stück einen Postfrisch-Preis von 250 Euro und einen Gebraucht-Preis von 100 Euro. Bei dieser Relation können bei der Gebraucht-Bewertung in Anbetracht der kurzen Verwendungsmöglichkeit eigentlich nur die von @saintex (siehe oben) beschriebenen nachträglich gefälligkeits-gestempelten Marken gemeint sein. Ganz sicher gibt es einen Spezialkatalog mit einer Brief-Bewertung für diese spanischen „Kurzzeit“-Sondermarken. Der würde mich wirklich interessieren - immerhin weiß ich aus eigener Erfahrung, dass die Briefe sehr begehrt sind.
Viele Grüße balf_de
|
Lieber balf_de,
Für spanische Ausgaben gibt es den landesüblichen Spezialkatalog der Firma Edifil, vielleicht sind darin auch Frankaturen bewertet. Falls ein Forumler diesen Katalog zur Hand hat, wäre diese Auskunft sicher möglich.
Ansonsten: Wieder sehr schöne Belege, meine Hochachtung.
Liebe Grüße KJ
|
|  | | balf_de Mitglied in Silber

Geschlecht/sex:  Beiträge / Posts: 437 Alter/age: 68 Anmeldedatum: 27.09.10
 | Thema: Re: Spanische Zeppelinpost Mo März 21, 2011 9:16 pm | |
| Lieber Kontrollratjunkie! | Kontrollratjunkie schrieb: | Für spanische Ausgaben gibt es den landesüblichen Spezialkatalog der Firma Edifil, vielleicht sind darin auch Frankaturen bewertet.
|
Das hilft mir doch weiter - dankeschön! So ein Katalog wird doch wohl bei eBay antiquarisch zu bekommen sein. Mir geht es ja eigentlich weniger um die aktuellen Preise für spanische Sondermarken sondern vielmehr darum, ob es überhaupt eine Differenzierung zwischen "echt-gebrauchten" und nachträglich "gefälligkeits-gestempelten" gibt.
Hallo zusammen Garantiert ohne Spanien-Spezialkatalog komme ich bei dem heute gezeigten Brief aus - da wird der Handelswert ausschließlich durch die Luftschiffbeförderung bestimmt und ist daher im Sieger-Katalog und/oder dem Michel-Zeppelinpostkatalog nachzulesen. Noch besser ist allerdings, sich über Auktionsergebnisse bzw. auch erfolgreiche eBay-Angebote zu orientieren. Ich habe es eingangs schon erwähnt: es gibt auch bei der Zeppelinpost mehr oder weniger beliebte Teilgebiete; oft sind es auch Modetrends, wobei eine Tendenz weg von der Standardware und hin zu Besonderheiten zu beobachten ist.
Eine Besonderheit - die auch postgeschichtlich interessant ist - besteht z.B. darin, dass im Frühjahr 1930 in Sevilla nicht in ausreichendem Maße Briefmarken der hohen Wertstufen - 4 und 10 Peseten - zur Verfügung standen. Im letzten Beitrag habe ich das New Yorker Büro von Meister erwähnt, von wo aus eine sicher 4-stellige Anzahl unfrankierter Belege als Paket per Schiffspost nach Sevilla geschickt wurde (an den spanischen Repräsentanten der Zeppelingesellschaft, die Firma Baquera, Kuche & Martiin SA) - man war offenbar von dem großen Interesse der Briefmarkensammler an dieser Fahrt überrascht.
Entsprechend sahen die Frankaturen häufig aus. Mein Beispiel zeigt einen Brief, der ebenfalls für 8 Peseten nach Rio de Janeiro befördert wurde. Hier wurden 16 Marken à 50 Centavos (Nummer 293) frankiert.
Viele Grüße balf_de
 |
|  | | balf_de Mitglied in Silber

Geschlecht/sex:  Beiträge / Posts: 437 Alter/age: 68 Anmeldedatum: 27.09.10
 | Thema: Re: Spanische Zeppelinpost Mo Apr 04, 2011 5:33 pm | |
| Lieber Kontrollratjunkie! | Kontrollratjunkie schrieb: | Falls ein Forumler diesen Katalog zur Hand hat, wäre diese Auskunft sicher möglich.
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Mit Deiner Information zu Edifil konnte ich den Katalog im Internet suchen und wurde auch relativ schnell fündig: deutlich günstiger als zu dem horrenden Listenpreis von knapp 50 Euro war das Angebot eines holländischen e-Bay-Händlers. Als ich bei der Angebotsbeschreibung sah "... mit Briefbewertung, Ersttagsbriefen und Ganzsachen ...", habe ich zugeschlagen. Inzwischen ist das gute Stück bei mir angekommen - es ist sogar die aktuelle Ausgabe von 2011. Aber leider, leider, gibt es Briefbewertungen nur für die Klassik; ab 1901 wird die dritte Bewertungsspalte für "postfrisch" gebraucht ... Jetzt sieht es so aus, als hätte ich einen Katalog übrig .... Viele Grüße balf_de
  |
|  | | Kontrollratjunkie Moderator

Geschlecht/sex:  Beiträge / Posts: 847 Alter/age: 44 Anmeldedatum: 24.01.08
 | Thema: Re: Spanische Zeppelinpost Mo Apr 04, 2011 7:00 pm | |
| | balf_de schrieb: | Aber leider, leider, gibt es Briefbewertungen nur für die Klassik; ab 1901 wird die dritte Bewertungsspalte für "postfrisch" gebraucht ... Jetzt sieht es so aus, als hätte ich einen Katalog übrig .... Viele Grüße balf_de |
Lieber balf_de,
das ist mir jetzt aber wirklich richtig peinlich. Den Katalog habe ich noch nie in Händen gehabt, daher konnte ich inhaltlich keine Aussagen treffen. Wenn Du das gute Stück nun umsonst erworben hast, tut es mir ehrlich leid. Vielleicht kann ein Forumsmitglied den Band ja gebrauchen, immerhin ist es wohl die aktuellste Ausgabe.
Liebe Grüße KJ |
|  | | balf_de Mitglied in Silber

Geschlecht/sex:  Beiträge / Posts: 437 Alter/age: 68 Anmeldedatum: 27.09.10
 | Thema: Re: Spanische Zeppelinpost Mo Apr 04, 2011 9:00 pm | |
| Lieber Kontrollratjunkie! | Kontrollratjunkie schrieb: | das ist mir jetzt aber wirklich richtig peinlich.
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Das muss Dir doch um Himmels Willen nicht peinlich sein! Letzten Endes hast Du mir doch nicht überredet, den Katalog zu kaufen - und wenn Du mir das vorgeschlagen hättest, wäre es trotzdem ganz allein meine Sache gewesen. Außerdem ist es ein gut gemachter Katalog, der mir (bis auf die fehlende Preisspalte) gefällt; jedenfalls kann man nie genug Literatur haben - wer weiß, wozu er einmal gut sein kann ... Und wenn alle Stricke reißen, eignet er sich vielleicht einmal für ein "Preisrätsel" oder etwas ähnliches, wo ich einem Sammlerfreund einen "Stein in den Garten werfen" kann.
Ganz speziell für Dich als Kenner der Materie zeige ich heute eine mit 12 Peseten richtig frankierte Postkarte Sieger 58.F) ohne weiteren Kommentar. Hast Du Lust, ihn zu ergänzen?
Liebe Grüße von balf_de
 |
|  | | Kontrollratjunkie Moderator

Geschlecht/sex:  Beiträge / Posts: 847 Alter/age: 44 Anmeldedatum: 24.01.08
 | Thema: und Fr Apr 15, 2011 12:21 am | |
| | balf_de schrieb: | Lieber Kontrollratjunkie! Ganz speziell für Dich als Kenner der Materie zeige ich heute eine mit 12 Peseten richtig frankierte Postkarte Sieger 58.F) ohne weiteren Kommentar. Hast Du Lust, ihn zu ergänzen?
Liebe Grüße von balf_de
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Lieber balf_de,
also als Kenner der Materie möchte ich mich hier mitnichten bezeichnen. Die Zeppelinpost ist für mich immer noch ein Buch mit mindestens sieben Siegeln.
Und da fangen die Probleme schon an. Deine Karte soll also eine Sieger 58 F sein, also ein Beleg der Spanischen Post mit deutschem, statt spanischen Sonder - Bestätigungsstempel. Offenbar hat es Deine Karte, aus Barcelona kommend, nicht mehr rechtzeitig nach Sevilla geschafft. Sie wurde dann per Flugzeug nachbefördert und zusammen mit der deutschen Post aus Berlin an Bord von LZ 127 gebracht und dort dann mit dem deutschen Sonder - Bestätigungsstempel versehen. So weit, so gut. Aber jetzt wird es kompliziert. Ich sehe noch den Bestätigungsstempel zur Rundfahrt, den ich eigentlich auf amerikanischer Rundfahrt - Post erwarten würde. Oder wurde die Karte tatsächlich von Barcelona über Sevilla und wieder zurück befördert ? Warum gibt es dann keine Durchgangs- oder Ankunftsstempel ? Oder sollten sich noch irgendwelche Vermerke auf der Briefrückseite befinden.......?
Gruß KJ, der jetzt bestimmt viel Quatsch geschrieben hat.......... |
|  | | balf_de Mitglied in Silber

Geschlecht/sex:  Beiträge / Posts: 437 Alter/age: 68 Anmeldedatum: 27.09.10
 | Thema: Re: Spanische Zeppelinpost Fr Apr 15, 2011 4:04 pm | |
| | Kontrollratjunkie schrieb: | Offenbar hat es Deine Karte, aus Barcelona kommend, nicht mehr rechtzeitig nach Sevilla geschafft. Sie wurde dann per Flugzeug nachbefördert und zusammen mit der deutschen Post aus Berlin an Bord von LZ 127 gebracht und dort dann mit dem deutschen Sonder - Bestätigungsstempel versehen. So weit, so gut. Aber jetzt wird es kompliziert. Ich sehe noch den Bestätigungsstempel zur Rundfahrt, den ich eigentlich auf amerikanischer Rundfahrt - Post erwarten würde. Oder wurde die Karte tatsächlich von Barcelona über Sevilla und wieder zurück befördert ? Warum gibt es dann keine Durchgangs- oder Ankunftsstempel ? Oder sollten sich noch irgendwelche Vermerke auf der Briefrückseite befinden.......?
Gruß KJ, der jetzt bestimmt viel Quatsch geschrieben hat.......... |
Lieber Kontrollratjunkie!
Überhaupt kein Quatsch: alle Besonderheiten hast Du richtig beschrieben. Das Junkers-Flugzeug aus Berlin hatte in Barcelona eine planmäßige Zwischenlandung auf seinem Flug nach Sevilla. Bei dieser Gelegenheit wurde spanische Post zur Zeppelinfahrt mitgenommen. Zusammen mit der aus Berlin kommenden deutschen Zuleitungspost wurden diese Sendungen direkt auf dem Flugfeld dem Luftschiff übergeben; es gab keine Gelegenheit, den spanischen Bestätigungsstempel anzubringen. Erst im Bordpostamt von "Graf Zeppelin" erhielten die per Flugzeug nachgebrachten Poststücke den deutschen Bestätigungsstempel. (Das dauerte eine ganze Weile; daher gibt es auch keine Praia-Abwurfpost aus Berlin bzw. aus Spanien). Was den amerikanischen Rhombenstempel Typ I anbetrifft, so hatte der zwei Funktionen: erstens diente er als Bestätigungsstempel der in Lakehurst entladenen amerikanischen Post und zweitens wurde er auch als Durchgangsstempel für die über Lakehurst hinaus im Luftschiff verbleibende Post verwendet - also für die gesamte nach Sevilla und Friedrichshafen geleitete Post.
Natürlich hast Du recht, was den fehlenden Sevilla-Ankunftstempel betrifft: er stammt vom 5. Juni 1930 und befindet sich auf der Rückseite der Karte. Urlaubsbedingt kann ich ihn jetzt nicht zeigen - ich hole das nächste Woche nach.
Liebe Grüße balf_de |
|  | | Kontrollratjunkie Moderator

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 | Thema: Re: Spanische Zeppelinpost Sa Apr 16, 2011 12:53 am | |
| | balf_de schrieb: | Was den amerikanischen Rhombenstempel Typ I anbetrifft, so hatte der zwei Funktionen: erstens diente er als Bestätigungsstempel der in Lakehurst entladenen amerikanischen Post und zweitens wurde er auch als Durchgangsstempel für die über Lakehurst hinaus im Luftschiff verbleibende Post verwendet - also für die gesamte nach Sevilla und Friedrichshafen geleitete Post.
Natürlich hast Du recht, was den fehlenden Sevilla-Ankunftstempel betrifft: er stammt vom 5. Juni 1930 und befindet sich auf der Rückseite der Karte. Urlaubsbedingt kann ich ihn jetzt nicht zeigen - ich hole das nächste Woche nach.
Liebe Grüße balf_de |
Lieber balf_de,
vielen Dank für die Absolution, da habe ich ja noch einmal Glück gehabt..... Wenn der amerikanische Rhombenstempel Typ I diese Doppelfunktion innehatte, verstehe ich es jetzt auch etwas besser. Solche Feinheiten erschliessen sich (zumindest mir) nicht unbedingt aus dem reinen Studium der einschlägigen Spezialkataloge. Schön, hier wieder etwas dazu gelernt zu haben.
Liebe Grüße KJ
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