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 Spanische Zeppelinpost

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balf_de
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BeitragThema: Re: Spanische Zeppelinpost   Di Apr 19, 2011 3:16 pm

Lieber Kontrollratjunkie!
Kontrollratjunkie schrieb:
Oder sollten sich noch irgendwelche Vermerke auf der Briefrückseite befinden.......?

Selbstverständlich habe ich sofort nach dem Koffer-Auspacken die versprochene Rückseite gescannt. Viel ist nicht damit anzufangen: neben dem hässlichen Maschinenstempel (der übrigens meist mit viel zu flüssiger Stempelfarbe getränkt war) gibt es noch einen Ankunftstempel aus Barcelona vom 7. Juni 1930.


Ich bin mir nicht sicher, ob ich in meinem Zuleitungspost-Thread den folgenden Sachverhalt schon erwähnt habe: auch in den USA wurde für die Möglichkeit der Postbeförderung per Zeppelin-Luftschiff auf seiner Südamerikafahrt geworben. Mit Hilfe der New Yorker Agentur der Zeppelingesellschaft (von Meister) konnten neben amerikanisch freigemachten auch Belege mit deutscher, spanischer und brasilianischer Frankatur aufgegeben werden. Die vom Büro von Meister veröffentlichten Portosätze entsprachen den offiziell in Deutschland bekannt gemachten bis auf eine Ausnahme: für Post nach Lakehurst - die natürlich bei den amerikanischen Sammlern den Löwenanteil ausmachte - wurden höhere Preise genannt: 10 statt 8 RM aus Friedrichshafen, 20 statt 16 Pesetas aus Sevilla, 20 statt 10 Milreis aus Rio oder Recife (wobei die brasilianischen Portosätze ein Kapitel für sich sind ...) Für Postkarten galten entsprechend halbe Preise.

Warum die ausführliche Erklärung? Heute möchte ich eine Karte zeigen, die gemäß der Leitwegsvorgabe und dem geklebten (amerikanischen) Porto von 10 Pesetas für die Beförderung nach Lakehurst bestimmt war. Aber es passierte ein relativ häufig zu beobachtender Fehler: die Karte blieb versehentlich in Lakehurst im Luftschiff - erst in Sevilla wurde der Fehler bemerkt.

Eine weitere Besonderheit: der grüne amerikanische Ankunftstempel - normalerweise sieht er so aus:


... wurde nach dem Gebrauch in Lakehurst für die nach der Rundfahrt aus Europa zurückkommende Post verändert: statt Lakehurst jetzt New York, statt 31. Mai jetzt unterschiedliche Daten - 16. Juni, 18. Juni und 23. Juni.
Grund für die Verwendung dieses "Rück-Ankunftstempels" in New York war die Zusage an die amerikanischen Philatelisten, dass alle an amerikanische Absender zurückgehende Belege einen besonderen fahrtbezogenen Ankunftstempel erhalten sollten.

Viele Grüße von balf_de
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balf_de
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BeitragThema: Re: Spanische Zeppelinpost   Mo Jul 11, 2011 8:02 pm

Hallo zusammen!

Nach einiger Zeit habe ich mir diesen Thread noch einmal angesehen: eigentlich gab es hier schon eine tolle Kommunikation, die ich als "Steilvorlage" nutzen konnte, euch mit Informationen über "meine" Zeppelinfahrt zu versorgen, die man nicht ohne weiteres im Katalog findet.

kawa schrieb:
... der gerne auf das Bild deines nächsten Zuschlags im Ami-Ebay wartet. zw

Hallo kawa!
Da muss ich Dich leider weiterhin um Geduld bitten: zwar gibt es sehr viele Zeppelin-Belege im amerikanischen eBay - auch von "meiner" Fahrt -, aber es gibt auch vieles, was nicht unbedingt in meine Sammlung passt. Von den zahlreichen Fälschungen und teilweise illusorisschen Preisvorstellungen einmal ganz abgesehen.

Aber bei Felzmann in Düsseldorf habe ich bei der letzten Auktion einen Beleg bekommen, der hierher passt.
Und wieder einmal Anlass gibt, zu den beiden deutschen Zeppelinpost-Katalogen etwas zu sagen.

Es handelt sich um einen Brief (ein von-Meister-Brief, wie wir wissen), der auf der letzten Etappe von Sevilla nach Friedrichshafen befördert wurde. Insgesamt kamen für die Heimfahrt 1.065 spanische Karten und 948 Briefe an Bord.
Übereinstimmend erwähnen beide Kataloge, dass die Belege dieser Etappe keinen spanischen Bestätigungsstempel mehr erhielten sondern lediglich den Ankunftstempel aus Friedrichshafen (vom 6. Juni 1930). Auf Wunsch enttäuschter Sammler wurde nachträglich der eigentlich für die Südamerikafahrt nicht vorgesehene ovale Bestätigungsstempel abgeschlagen, der sonst für die "kleinen" Fahrten in Gebrauch war.

Entsprechende Eintragungen gibt es bei Sieger: 58.G) - mit Bestätigungsstempel +50% - .... und bei Michel: 68 A) c. bzw. 68 A) d. (hier fehlt eine Bewertung, aber das ist sicher ein Druckfehler).

Bevor mir @Kontrollratjunkie oder ein anderer Sammlerfreund mit Sieger-Katalog eine entsprechende Frage stellt: was es mit der Nummer 58.Ca) auf sich hat bzw. wodurch sie sich von der 58.G) unterscheidet, kann ich wirklich nicht sagen. Tatsächlich gibt es mindestens einen spanischen Brief - ich habe ihn gesehen, aber er ist derzeit unverkäuflich -, der bei der Hinreise in Sevilla aufgeliefert wurde und auf der Heimreise über Sevilla hinaus bis nach Friedrichshafen an Bord blieb. Der könnte mit 58.Ca) gemeint sein, aber da stimmt die Bewertung von 35 Euro dann ganz bestimmt nicht.

Soviel zu dem Beleg, den ich nicht zeigen kann. Den Brief, den ich zeigen kann, beschreibt Felzmann in seiner Losbeschreibung zutreffend: "bei Sieger nicht gelistete Variante". Auch "bei Sieger und Michel ..." wäre korrekt gewesen. Er zeigt den "normalen" Sonderbestätigungsstempel der Südamerikafahrt, der meiner Meinung nach noch während der Reise im Bordpostamt abgeschlagen wurde. Warum diese Variante so selten ist, darüber kann man allerdings nur spekulieren. Denkbar wäre, dass man aufgrund der großen Schwierigkeiten bei der Heimfahrt - ein schweres Gewitter mit starkem Hagelschlag über dem Rhonetal - andere Sorgen hatte als die Versorgung der Post; der für die Post verantwortliche Kurt Schönherr war "nebenbei" auch für die Bedienung des Seitenruders zuständig.

Neben meiner Neuerwerbung 58.G) mit Sonderbestätigungsstempel, der übrigens um 40 céntimos überfrankiert ist, zeige ich zum Vergleich einen portorichtigen 58.G)-Brief mit dem üblichen ovalen Bestätigungsstempel.

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kawa
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BeitragThema: Re: Spanische Zeppelinpost   Mo Jul 11, 2011 9:29 pm

Hallo balf_de

ich kann mich nur wiederholen.
Ineressante Beiträge, schöne Belege.

Ich konnte heute drei -
von balf_de
und ein Beitrag von Polafahrtsucher lesen.
Ich bin begeistert, anstelle dass ich mich in allen Threads wiederhole,
möchte ich mich hier herzlich bedanken.

Gruss
kawa
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balf_de
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BeitragThema: Re: Spanische Zeppelinpost   Mi Jul 20, 2011 5:31 pm

Hallo kawa, Hallo zusammen!

Danke für die Blumen – mit einer solchen Resonanz machte es doch erst richtig Spaß!
Auf Deinen vor ein paar Wochen geäußerten Wunsch kann ich heute zurückkommen:

kawa schrieb:
... der gerne auf das Bild deines nächsten Zuschlags im Ami-Ebay wartet. zw

Das Warten hat ein Ende – heute ist mir Post aus Florida ins Haus geflattert.

Sofern man bei Zeppelinpost überhaupt von Dubletten sprechen kann – letztlich sind die allermeisten Belege Unikate – habe ich jetzt eine Siegernummer „doppelt“. Meine Sammlung wird bereichert um einen weiteren Brief der Siegernummer 58.C). Damit sind die spanischen Rundfahrt-Belege gemeint, die am 19. Mai bei der ersten Etappe des Luftschiffs in Sevilla an Bord kamen und erst auf der Heimreise am 5. Juni – wiederum in Sevilla – entladen wurden. Insgesamt waren das 346 Karten und 655 Briefe.

Klar ist, dass ich nicht auch die restlichen 653 Briefe in meiner Sammlung „brauche“; es muss schon eine Besonderheit hinzukommen wie bei meinem neuen Brief:

Zunächst ist es die relativ niedrige „von-Meister-Nummer“ (00672), die mich in Verbindung mit den verwendeten Marken gereizt hat. Das für die Rundfahrt erforderliche Briefporto von 24 Peseten ist mit zweimal MiNr. 296 plus 295 optimal frankiert. Keine Spur ist zu erkennen von der in einem meiner letzten Beiträge beschriebenen Mangel an hohen Nennwerten in Sevilla. Wenn ich den neuen Brief zusammen mit meinem bisherigen zeige – MiNr. 296, 295 plus 10 mal 294 -, kann ich vorführen, was zwischen der ersten Tranche der von-Meister-Lieferungen nach Spanien und einer späteren (mit der Nr. 15551) mit dem Bestand an 10-Peseten-Marken passiert war.

Originell ist auch die Tatsache, dass der amerikanische Händler seine für die Weltrundfahrt im Vorjahr gedruckten Umschläge bei der SAF 1930 aufbrauchte – ich hatte das zuvor noch nicht gesehen. (Ein wenig halte ich jetzt Ausschau bei den amerikanischen Weltrundfahrt-Belegen).

Etwas ernüchternd war dagegen die Rückseite des Briefs: den ebenfalls oben schon beschriebenen „Rück-Ankunftstempel“ aus New York hatte ich erwartet; dass er nur hälftig – ohne „New York“ und ohne Datum abgeschlagen wurde, hat dem damaligen Empfänger bestimmt auch nicht gefallen ...

Viele Grüße
balf_de


Mein "alter" Brief Sieger 58.C):

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kawa
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BeitragThema: Re: Spanische Zeppelinpost   Mi Jul 20, 2011 6:18 pm

balf_de schrieb:

Das Warten hat ein Ende – heute ist mir Post aus Florida ins Haus geflattert.


Hallo balf_de
lachen gerne warte ich wieder auf den nächsten Beitrag.

Vielen Dank für die Beschreibung und fürs Zeigen der schönen Briefe.
Ich muss zugeben, Zeppelinluftpost sammeln würde mich schon auch Reizen.
Aber noch ein Gebiet mehr, würde heissen, dass ich dies nur am Rande sammeln könnte
und halbe Sachen habe ich nicht gerne.

Gruss
kawa


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Kontrollratjunkie
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BeitragThema: Re: Spanische Zeppelinpost   Mi Jul 20, 2011 9:10 pm

Lieber balf_de,

wieder ein toller Beleg "Deiner" Fahrt und eine super Beschreibung.
Es freut mich sehr, daß dieses Forum weiterhin solche kompetenten Beiträge sehen darf.

Sehr spannend auch die Zusammenhänge, die sich aus dem Vorhandensein zweier ähnlicher
Belege in der Sammlung ergeben.
Die armen Postbeamten in Sevilla haben wohl ihren gesamten Bestand an 10 Peseta - Marken auf Zeppelinbelegen verbraucht.....

Liebe Grüße
KJ
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balf_de
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BeitragThema: Re: Spanische Zeppelinpost   Fr Aug 26, 2011 11:37 pm

Hallo zusammen!

Heute hat mein überfrankierter "Sieger-unbekannter" Brief von der letzten Etappe der Südamerikafahrt 1930 Verstärkung bekommen: wieder ist der eigentlich nicht zu erwartende Sonderbestätigungsstempel der Fahrt abgeschlagen, wieder sind 4 Peseten statt 3,60 frankiert (was zu der ersten Etappe von Sevilla nach Brasilien passen würde).
Und - was mir ebenfalls bisher noch nicht aufgefallen ist - die Markenknappheit war zwischenzeitlich seit dem Beginn der Reise am 19. Mai auch noch nicht behoben.
Oder: waren meine beiden aus USA stammenden Briefe (und wieviele andere?) irgendwie versehentlich liegen geblieben und es ist auch hier etwas schief gegangen?

Viele Grüße
balf_de
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muesli
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BeitragThema: Zähnung dieser Briefmarken!   Mo Apr 16, 2012 2:39 pm

Hallo Zeppelinfreunde,

Von der 1. Südamerikafahrt des LZ 127 sind schon verschiedene spanische Briefe gezeigt worden. Ich möchte hier auch ein Brief von Sevilla nach Sevilla zeigen und dann auf normalem Postweg weitergeleitet nach Erlangen. Mit 24 Pesetas gut frankiert denke ich.
Tagesstempel Sevilla 18. Mai 1930, spanischer Sonderbestätigungsstempel, USA Sonderbestätigungsstempel Rundflug (Type 1) und Ankunftsstempel Sevilla 5. Juni 1930.

Was mich aber auffält ist die Zähnung der Briefmarken (viererstreifen 1Pta und waagerechtes paar 10Ptas). Ich habe keinen Katalog von spanischen Briefmarken und damit kann ich es auch nicht aufsuchen. Die Zähnung sieht so extrem schlecht aus. Ist es normal bei diesen Briefmarken aus Spanien oder ist es ein Abart ?
In meinem Zumstein Spezial Katalog der Schweiz werden Briefmarken mit nur eine oder zwei unregelmässige Zahnen schon als Abart angegeben. Vielleicht sind die Schweizer immer pünktlicher gewesen, auch für Ihre Briefmarken. Aber bei diesen Streifen fällt es sehr gut auf.
Vielleicht hat jemand ein Spezialkatalog Spanien und kann er etwas mehr sagen über die Zähnung dieser Briefmarken ?

Beste Sammlergrüsse,

Raf.




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balf_de
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BeitragThema: Re: Spanische Zeppelinpost   Mo Apr 16, 2012 8:03 pm

Hallo Raf.!

Deine Beschreibung der schlechten Zähnung bei den hohen Werten der Alfonso XIII - Dauerserie von 1924/30 (Michelnr 294-296) kann ich bestätigen. Sowohl Michel als auch der spanische Spezialkatalog Edifil (da tragen sie die Nummern 321-323) nennen zahlreiche verschiedene Zähnungen - von 10 3/4 bis 14 - für diese Ausgabe. Darüber hinaus werden ungezähnte Marken - "sin dentar" - mit relativ niedrigen Wertangaben genannt. Über die mangelhafte Zähnung habe ich explizit nichts gefunden (bei allerdings sehr rudimentären Spanisch-Kenntnissen).

Sieh Dir doch bitte die Marken auf meinen 24-Peseten-Briefen weiter vorne in diesem Thread noch einmal an (geposted im Juli 2011) - da gefällt Dir Dein schöner Brief dann gleich wieder besser ....

Mit einer Abart hat das bestimmt nichts zu tun.

Viele Grüße

balf_de
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muesli
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BeitragThema: Re: Spanische Zeppelinpost   Mo Apr 16, 2012 9:26 pm

Lieber balf_de!

Vielen Dank für deine Antwort.
Ich habe noch einmal die verschiedene Belege in diesem Thread angeguckt und die Zähnung dieser Briefmarken ist in der tat überall schlecht.
Kein Grund für ein Abart und auch kein Grund zum denken dass es 2. Wahl Briefmarken sind. Im Scott classic stamps catalogue schreibt man auch : perf. 11 to 14 compound and imperf. Man schreibt aber auch nichts von schlechte oder unregelmässige Zähnung.

Beste Grüsse,

Raf.
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