Michaela Admin

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 | Thema: Der Dauerbrenner Mi Mai 04, 2011 8:08 am | |
|  Er ist Jäger und Sammler. Briefmarken und Postkarten sammelt Jochen Weber, am Mittwoch feiert der stellvertretende Bürgermeister seinen Geburtstag. Foto: Reiner Kruse Recklinghausen. Gestern hat er sich mit seiner Frau Hetty nach Dänemark aufgemacht. Es sieht aus, als wollte Jochen Weber flüchten. Vor dem großen Bahnhof, den der 70. Geburtstag eines stellvertretenden Bürgermeisters heute mit sich bringt könnte.Aber der Eindruck täuscht. Erstens ist Jochen Weber niemand, der flüchtet. Zweitens gibt es einen guten Grund für die Reise. Enkelin Anna wird nämlich am Sonntag im fernen Dänemark konfirmiert. Und drittens wird auch noch gefeiert. Am Samstag, 14. Mai, gibt es morgens einen städtischen Empfang für den Mann, der seit 36 Jahren für die SPD im Rat der Stadt sitzt und damit neben Bürgermeister Wolfgang Pantförder (CDU) und SPD-Parteifreund Peter Budschun dienstältester Ratsherr ist. Nachmittags bittet Weber dann selbst Freunde und Mitstreiter zu einem Umtrunk ins Haus König-Ludwig. Wo auch sonst? Schließlich wurde Weber in König-Ludwig geboren. „Ich bin Ludwiger“, sagt er. „Und Süder“; beides vorgetragen mit stolzem Lokalkolorit, aber ohne Pathos. Politik sagt der Mann mit dem markanten Vollbart, sei für ihn immer konkretes Handeln gewesen. „Ich habe sie immer so verstanden, dass der Verstand nur zur Hälfte eine Rolle spielt. Die andere Hälfte muss das Herz ausfüllen.“ Ausloten, was geht. Das ist sein Credo. „Ich war immer ein Mann des Kompromisses“, sagt er. „Ich verspreche keinem was, aber ich kümmere mich.“ Und das können die großen Themen der Kommunalpolitik ebenso sein wie die Nöte und Sorgen vor allem der Menschen in Süd. Stolz ist der gelernte Dreher, der 1955 seine Ausbildung bei den Bischoff-Werken begann und der es auf 51 Jahre und zwei Monate rentenversicherungspflichtige Arbeitszeit gebracht hat, vor allem auf seine Zeit als Vorsitzender des Umweltausschusses. Darin fiel die Umgestaltung des Zechengeländes König-Ludwig zum Gewerbegebiet. Auch die Entwicklung des Südparks zum lokalen Erholungsgebiet hat er mitgeprägt. Geerntet hat dafür etwas, was ihm trotz seines bescheidenen Auftretens wichtig ist: Anerkennung. „Ich habe das Gefühl, respektiert zu werden. Das ist ein schönes Gefühl.“ Und so lange er sich fit fühle, gebe es keinen Grund, mit der Politik aufzuhören. „Ich habe mich immer vor dem Versprechen an meine Frau gedrückt, zu einem bestimmten Zeitpunkt aufzuhören“, gesteht der passionierte Briefmarken- und Postkartensammler. „Ich habe immer gerne politische Arbeit gemacht.“ Das ist einer der Gründe dafür, dass er auch nach 36 Jahren im Rat, nach zwölf Jahren als stellvertretender Bürgermeister und bald 40 Jahren Zugehörigkeit zur SPD nicht politikmüde geworden ist. Vielleicht zum Leidwesen seiner Ehefrau (Weber: „Wer in der Lokalpolitik tätig ist, der braucht viel Toleranz in der Familie“). Aber in der Partei wird man sich freuen über den ungebrochenen Elan. Zumal selbst in Süd die SPD kein Selbstläufer mehr ist. „Früher musste nur irgendwo SPD draufstehen und wir wurden gewählt“, erinnert sich Weber. Es habe große Vorbilder wie Willi Brandt oder Herbert Wehner gegeben. Heute sei das anders. „Wenn wir ernst genommen werden wollen, müssen wir uns kümmern.“ Und kümmern war schon immer sein Ding. Ob als Vorsitzender der Hobbyfußballgemeinschaft, die er 20 Jahre lang leitete, als Gewerkschafter der IG Metall oder im Rat. Quelle _________________ Liebe Sammlergrüsse Eure Michaela
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