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| | | 50 Jahre Polarfahrt Luftschiff Graf Zeppelin | |
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| Autor | Nachricht |
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eurowelter Ehrenmitglied
Geschlecht/sex:  Beiträge / Posts: 3673 Alter/age: 62 Browser:  Anmeldedatum: 01.12.09
 | Thema: 50 Jahre Polarfahrt Luftschiff Graf Zeppelin Di Jun 21, 2011 1:45 am | |
| Historisches Gedenkblatt zum 50. Jahrestag der Arktisfahrt 1931Die Briefmarke der Deutschen Bundespost "Polarforschung" erschien am 16.07.1981, Michel-Nr. 1100. Polarfahrt (1931) Bereits im Juli 1931 unternahm Hugo Eckener mit dem Graf Zeppelin eine dreitägige Fahrt nach Norwegen und Spitzbergen, um das Verhalten des Schiffes in dieser Gegend zu erkunden. Kurz danach wurde eine weitere dreitägige Fahrt nach Island unternommen. Beide Fahrten verliefen ohne nennenswerte technische Probleme. Die Idee, sich am Nordpol mit einem U-Boot des Polarforschers Hubert Wilkins zu treffen, musste aufgegeben werden, nachdem das altersschwache Unterseeboot von Wilkins nach wiederholten technischen Problemen im Bergen-Fjord versenkt wurde. Eckener begann daraufhin, ein Treffen mit einem Überwasserschiff zu planen. Die Finanzierung des Unternehmens sollte durch Posttransport mit dem Schiff gesichert werden. Nach etwas Werbung waren bald 50.000 Postsendungen mit einer Masse von etwa 300 kg aus aller Welt eingetroffen. Das Partnerschiff, der sowjetische Eisbrecher Malygin, auf dem während dieser Fahrt auch der italienische Luftschiffer Umberto Nobile Gast war, beförderte weitere 120 kg Post. Allein durch den Verkauf der Briefmarken wurden die wichtigsten Kosten der Expedition gedeckt. Das restliche Geld kam von der Internationalen Studiengesellschaft zur Erforschung der Arktis mit Luftfahrzeugen (Aeroarctic), deren Präsident Eckener war, und dem Ullstein Verlag, der die Rechte zur Berichterstattung erwarb. Das Zusammentreffen von LZ 127 und Malygin fand am 27. Juli 1931 in der Stillen Bucht (russisch Бухта Тихая, Buchta Tichaja) der Hooker-Insel statt.[3] Die Reise dauerte eine Woche vom 24. bis zum 31. Juli 1931. LZ 127 Graf Zeppelin legte dabei ungefähr 10.600 Kilometer zurück, die längste Strecke dieser Fahrt ohne Betriebsmittelergänzung betrug 8.600 km. Die Durchschnittsgeschwindigkeit war trotz wiederholter Drosselungen und Stopps der Motoren 88 km/h. Route der Fahrt 1.Friedrichshafen–Berlin – 600 km in 8 Stunden (75 km/h) 2.Berlin–Leningrad – 1400 km in 16 Stunden (87 km/h) 3.Leningrad–Kanin – 1300 km in 12 Stunden (108 km/h) 4.Kanin–Franz-Joseph-Land – 1200 km in 18 Stunden (67 km/h) 5.Franz-Joseph-Land–Sewernaja Semlja–Taimyrhalbinsel–Nowaja Semlja – 2400 km in 32 Stunden (75 km/h) 6.Nowaja Semlja–Leningrad – 2300 km in 25 Stunden (92 km/h) 7.Leningrad–Berlin – 1400 km in 13 Stunden (108 km/h) 8.Berlin–Friedrichshafen – 600 km in 8 Stunden (75 km/h) Ziele der Fahrt- Testen des Zeppelins unter arktischen Bedingungen - wissenschaftliche und geografische Erforschung großer Gebiete der Arktis - Messungen zur Veränderung des Magnetfeldes in hohen Breiten - meteorologische Messungen (darunter der Start von Wetterballons) - geo-fotografische Erfassung großer Gebiete mit einer Panorama-Kamera (das hätte vom Land oder Schiff aus Jahre gedauert) Alle Beteiligten waren nach der Fahrt hochzufrieden. Das Luftschiff hatte seine Eignung für das arktische Gebiet bewiesen. Text-Quelle: wikipedia |
|  | | balf_de Mitglied in Silber

Geschlecht/sex:  Beiträge / Posts: 437 Alter/age: 68 Anmeldedatum: 27.09.10
 | Thema: Re: 50 Jahre Polarfahrt Luftschiff Graf Zeppelin Di Jun 28, 2011 6:34 pm | |
| Hallo zusammen! Mit seiner vorbildlichen Fleißarbeit hat @Eurowelter sicher verdient, dass man seinen schönen Beitrag etwas philatelistisch garniert: Zuerst zeige ich einen an Bord aufgegebenen Brief, der die Polarfahrt bis zum Eisbrecher Malyguin mitmachte und von dort weiter nach Schweden befördert wurde - fast schon ein Bedarfsbrief. Er ist portorichtig frankiert: Briefe bis zur Etappe Leningrad kosteten 2 RM, bis zum Eisbrecher 4 RM.  Auch in Russland gab es anlassbezogene Sondermarken, die aber erst sehr kurz vor der Fahrt an die Schalter kamen. Insbesondere gezähnte Marken (Michel 402-405 A) sind echt gebraucht nicht häufig. Einen überfrankierten Brief ("Satzfrankatur") kann ich zeigen, der von Leningrad bis zum Eisbrecher befördert wurde:  Einen attraktiven Zuleitungsbrief aus Ungarn möchte ich noch zeigen (ich denke da an einen ganz bestimmten Sammlerfreund, der hier hoffentlich mitliest ...) Auch dieser Brief erreichte am 27. Juli 1931 den Eisbrecher:  Viele Grüße balf_de |
|  | | Polarfahrtsucher Mitglied in Silber

Geschlecht/sex:  Beiträge / Posts: 287 Alter/age: 41 Anmeldedatum: 22.06.11
 | Thema: Re: 50 Jahre Polarfahrt Luftschiff Graf Zeppelin Fr Jul 01, 2011 12:30 pm | |
| Hallo Alfred, vielen Dank fürs zeigen dieser tollen Belege. Mein Sammlerherz schlägt hier deutlich höher. Leider kann ich noch immer nicht mit entsprechenden Belegen dienen. Bin halt noch immer auf der Suche, wird schon noch  ! Die Beleg sind alle drei sehr beeindruckend. Allen vorran der russische Beleg mit kompletter Satzfrankatur der gezähnten Ausgabe. Müsste sich um Sieger 120 Ca handeln ? Vielleicht kannst du uns ja noch mehr Details verraten ? Schönen Gruss Klaus P.S. Falls du dich endgültig auf die Südamerikafahrt festlegen solltest lass es mich bitte wissen |
|  | | Kontrollratjunkie Moderator

Geschlecht/sex:  Beiträge / Posts: 847 Alter/age: 44 Anmeldedatum: 24.01.08
 | Thema: Re: 50 Jahre Polarfahrt Luftschiff Graf Zeppelin Fr Jul 01, 2011 6:54 pm | |
| | Polarfahrtsucher schrieb: |
P.S. Falls du dich endgültig auf die Südamerikafahrt festlegen solltest lass es mich bitte wissen |
Ich bin zwar nicht Alfred, aber wenn ich es richtig verstanden habe, hat er sich schon vor längerer Zeit auf die 1. SA - Fahrt 1930 spezialisiert. Oder habe ich eine aktuelle Entwicklung nicht mitbekommen ?
Gruß KJ, der jeden entsprechenden (nicht mehr sichtbaren) Beleg genossen hat |
|  | | Polarfahrtsucher Mitglied in Silber

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 | |  | | Kontrollratjunkie Moderator

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 | |  | | Mozart Moderator

Geschlecht/sex:  Beiträge / Posts: 2956 Alter/age: 41 Browser:  Anmeldedatum: 10.01.08
 | Thema: Re: 50 Jahre Polarfahrt Luftschiff Graf Zeppelin Di Jul 12, 2011 2:36 pm | |
| | balf_de schrieb: | Einen attraktiven Zuleitungsbrief aus Ungarn möchte ich noch zeigen (ich denke da an einen ganz bestimmten Sammlerfreund, der hier hoffentlich mitliest ...) |
Lieber balf_de
Natürlich wird hier eifrig mitgelesen, natürlich sticht mir das Motiv Ikarus in die Augen, und natürlich hätte ich gerne diesen Beleg für meine Motivsammlung.............! Ich sage danke fürs zeigen, herzlichst
Mozart |
|  | | Polarfahrtsucher Mitglied in Silber

Geschlecht/sex:  Beiträge / Posts: 287 Alter/age: 41 Anmeldedatum: 22.06.11
 | Thema: Re: 50 Jahre Polarfahrt Luftschiff Graf Zeppelin Mi Jul 13, 2011 8:54 pm | |
| Hallo, um mal meinen Nick hier endlich gerecht zu werden  , hier mein erster Beleg zur Polarfahrt. Sieger 119 F Auflieferung Friedrichshafen zum Eisbrecher Malyguin portorichtig frankiert mit 4 RM Sondermarke zur Polarfahrt 1931. Addresiert nach Bronx, New York. Allerdings ohne Ankunftsstempel. Würde gerne die Eperten hier um Anmerkungen zu diesem Beleg bitten. Auffällig auch die "von Meister" Nummer mit 54013. Alfred hat mich bereits daraufhingewiesen dass die höchste verwendete Nummer 54830 ist. Also gehört dieser Beleg vermutlich zu der auslaufende Charge. Viel Spass beim ansehen, Schönen Gruss Klaus  |
|  | | Kontrollratjunkie Moderator

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 | |  | | Polarfahrtsucher Mitglied in Silber

Geschlecht/sex:  Beiträge / Posts: 287 Alter/age: 41 Anmeldedatum: 22.06.11
 | Thema: Re: 50 Jahre Polarfahrt Luftschiff Graf Zeppelin Fr Aug 05, 2011 2:32 pm | |
| Hallo, hier noch als Ergänzung die beiden fehlenden deutschen Sondermarken auf Beleg. Sieger 119E von Friedrichshafen nach Leningrad portorichtig frankiert mit 1 RM Zeppelin Sondermarke.  und Sieger 119C als Bordpost nach Eisbrecher "Malygin" ebenfalls portorichtig mit 2 RM Zeppelin Sondermarke.   Interessant ist dass Michel hier Unterschiede bei den Bordstempeln macht, im Sieger spielen scheinbar diese keine größere Rolle. Kann hier jemand helfen ? Schönen Gruss |
|  | | balf_de Mitglied in Silber

Geschlecht/sex:  Beiträge / Posts: 437 Alter/age: 68 Anmeldedatum: 27.09.10
 | Thema: Re: 50 Jahre Polarfahrt Luftschiff Graf Zeppelin Do Aug 11, 2011 5:44 pm | |
| Hallo Klaus, Hallo zusammen! Mit der Frage nach der Bordpost-Bewertung bei Polarpost-Belegen hast Du, lieber Klaus, mir eine Nuss zu knacken gegeben .. Aus diesem Anlass bin ich einmal wieder dazu gekommen, meine Literatur auf etwas anderes als "meine" SAF 1930 zu sichten. Für eine Stellungnahme zur eigentlichen Frage brauche ich noch etwas Zeit, aber ich habe in der "Zeppelinpost" Nr. 2/1996 - der Zeitschrift der Zeppelinpost-Arbeitsgemeinschaft - einen ausführlichen Artikel zur Polarfahrt gefunden, der hierher passt und den ich gerne zitieren möchte: DIE POLARFAHRT DES LUFTSCHIFFES 'GRAF ZEPPELIN' UND IHRE VORGESCHICHTE
von Hans Jahnke
Am 24. JuLi 1981 jährt sich zum 50. Male der Tag, an dem das Luftschiff 'Graf Zeppelin' Friedrichshafen zu seiner denkwürdigen Fahrt in das Polargebiet verließ.
Wie schon bei den Ozeanüberquerungen und den verschiedenen Europafahrten, vor allem aber bei der Weltrundfahrt, wurde dieses Ereignis von der Weltöffentlichkeit mit großer Aufmerksamkeit verfolgt.
Heute, im Zeitalter der Düsen-Luftfahrt, sind alle diese Pionier-Fahrten fast vergessen.
Für uns aber sind sie lebendige Geschichte, denn Belege der Polarpost sowie manch andere aus der Zeppelinpost, gehören ihrer Einmaligkeit wegen inzwischen schon zu den "Papier-Juwelen" der Philatelie.
Bleiben wir bei der Zeppelin-Polarfahrt von 1931, deren Vorgeschichte schon im Herbst 1929 begann. Damals trafen sich die bekannten Polarforscher Fridtjof Nansen und Sir Hubert Wilkins, sowie Dr. Eckener im Friedrichshafener "Kurgarten Hotel" um die Möglichkeit einer Verwendung des Luftschiffes bei einer Forschungsfahrt in die Arktis zu erörtern.
Aufgrund der Erfahrungen, die Dr. Eckener während der Weltrundfahrt gesammelt hatte, hielt er das Luftschiff 'Graf Zeppelin', welches Etappen von mehr als 10.000 km bei unterschiedlichsten klimatischen Verhältnissen störungsfrei bewältigt hatte, als das geeignetste Fahrzeug für eine solche Expedition. Die recht interessante Unterhaltung wurde mit der Vereinbarung beendet, den Sommer 1930 als Termin in Aussicht zu nehmen. Durch den plötzlichen Tod Nansens musste dieser zunächst verschoben werden, doch als man später Dr. Eckener als Nachfolger Nansens zum Präsidenten der "Aeroarctic" (einer wissenschaftlichen Vereinigung namhafter Polarforscher) gewählt hatte, gab es für die Zeppelin-Luftschiff-Expedition grünes Licht mit neuem Termin für den Sommer 1931.
Dabei wurde aber das noch 1929 als problematisch angesehene Projekt wieder aktuell. Nicht nur, dass der Ausfall der üblichen Passagiergebühren (denn alle Teilnehmer waren Wissenschaftler) in der immer schmalen Kasse des "Luftschiffbau-Zeppelin" ein großes Loch reißen müsste, auch der Umbau der Luftschiff-Innenräume, die Beschaffung von Polarausrüstungen, Rettungsgeräten, Schlitten, Notproviant und vieles andere mehr erforderten Kosten, die von dem "Luftschiffbau" allein nicht aufzubringen waren. Obwohl Dr. Eckener mit einem Staatszuschuss kaum rechnen konnte, versuchte er, in Erinnerung an die Ablehnung die er anlässlich der Weltrundfahrt schon einmal vom Reichsverkehrsminister erhalten hatte, sein Anliegen dem damaligen Reichskanzler Dr. Brüning direkt vorzutragen. Aber dieses Bemühen blieb ohne Erfolg.
Tief enttäuscht meinte Dr. Eckener später gegenüber einem Bekannten, wenn die Fahrt gelingt, wird man mit Ehrungen nicht sparen, doch zuvor überlässt man alles andere uns.
Es war Zufall, dass gerade in diese Zeit ein Brief Sir Hubert Wilkins auf Dr. Eckeners Schreibtisch flatterte, in dem er schrieb, er habe vor, mit einem U-Boot unter dem Packeis bis zum Nordpol vorzustoßen. Er wolle mit Spezialfräsen eine Öffnung durch die Eisdecke schneiden dann auftauchen, und bei einem Treffen mit dem Luftschiff Post und Passagiere austauschen.
Gewisse Zweifel am Gelingen eines so tollkühnen Unternehmens bestimmten zunächst Dr. Eckeners Zurückhaltung. Als aber keine Aussicht mehr auf andere Hilfe bestand, sagte er mehr auf Propaganda hoffend, dem Treffen zu.
Wie erwartet, brachte die Hearst-Presse dieses "Jahrhundertereignis" in großer Aufmachung heraus und ihr Verleger Randolf Hearst verhalf mit einem Sonderpreis noch für weiter Publicity.
Diese Begegnung scheiterte zwar wegen baulicher und technischer Unvollkommenheiten am U-Boot. Dieses Unternehmen musste auf halber Strecke aufgegeben werden, doch dem Vorhaben und der Werbewirkung tat dies keinen Abbruch mehr.
Wieder einmal waren, wie bei der Weltrundfahrt, die Erlöse aus der Berichterstattung und die Hilfe der Philatelisten das "Ultima ratio" für die Expedition.
Für das Treffen gab es sogar Ersatz. Nach Übereinkunft mit der russischen Regierung wurde ein Zusammentreffen mit dem Eisbrecher "Malygin", der sich im Gebiet des Franz-Joseph-Landes aufhielt, vorgesehen.
Damit stand dem Start des Luftschiffes am 24. Juli 1931 ab Friedrichshafen nichts mehr im Wege. Die Fahrt führte mit einer Zwischenlandung in Berlin, zunächst bis Leningrad. Dort begann die eigentliche Forschungsfahrt.
An Bord befanden sich außer der 31 Mann starken Besatzung, 9 Wissenschaftler aus Deutschland, Russland und Schweden, 2 erfahrene Flieger vom amerikanischen Eiswachdienst, 2 Berichterstatter, 1 Kameramann und der Generalsekretär der "Areoarctic" Hauptmann Bruns.
Die Gelehrten hatten sich in Spezialgruppen aufgeteilt, die unter der Leitung des russischen Polarforschers Professor R. Samoilowitsch standen. Es war für alle ein besonderes Erlebnis, erstmals bei ruhiger Fahrt über dem Eismeer und die Eiswüsten der Arktis, ihre sonst so schwierigen Arbeiten, wie auf einer Beobachterstation, durchführen zu können. Zum ersten Mal konnten sie mit einer eigens am Boden der Gondel eingebauten Reihenbildkamera Aufnahmen aus der Luft machen und dabei unbekannte Inseln entdecken, sowie ungenaue Eintragungen auf alten Karten berichtigen. Bei diesen Arbeiten, rund um die Uhr, verging die Zeit wortwörtlich - wie im Fluge-,
Inzwischen hatte das Luftschiff" Graf Zeppelin" das Gebiet des Franz-Joseph-Landes" erreicht und über Funk die erste Verbindung mit dem im "Stillen Sund" wartenden "Malygin" aufgenommen.
Während das Luftschiff, trotz aufkommender Winde, an einer eisfreien Stelle in der Nähe des Eisbrecher wasserte, löste sich vom "Malygin" ein Boot, in welchem sich außer den Bootsleuten zum Postaustausch, auch der Kapitän des Eisbrechers, sowie General Nobile und 2 Berichterstatter befanden. Alle waren von Dr. Eckener zuvor über Funk zum Tee geladen worden.
Auch bei weiter zunehmendem Wind verlief der Postaustausch immer noch reibungslos. Als sich aber dann einige Eisschollen den Gondeln bedenklich näherten, musste Dr. Eckener zur Vermeidung von Beschädigung Befehl zum Aufstieg geben.
Bei den Männern im Boot, die so um eine schöne Teerunde gekommen waren, herrschte Enttäuschung, ja Verstimmung, die auch mit einer Abschiedsschleife des Luftschiffes um den Eisbrecher nicht beigelegt war und später noch in einer deutschen Zeitung nachklang.
Die Rückfahrt ging nun über Archangelsk und Leningrad, wo wegen des noch reichlich vorhandenen Betriebsstoffes, aber auch des schlechten Wetters wegen, nicht zwischengelandet werden brauchte und so auf direktem Wege Friedrichshafen bis Mitternacht erreicht werden konnte.
Aber es kam anders, denn bald ging beim "Graf Zeppelin" ein Funkspruch aus Berlin mit der Bitte ein, in Tempelhof noch eine Zwischenlandung durchzuführen. Dr. Eckener, der eine große "Siegerehrung" befürchtete, ließ ablehnen. Nachdem auch eine zweite Funkbitte eine Ablehnung erfuhr, kam vom Berliner Oberbürgermeister über Funk die Erklärung, dass nicht das offizielle Berlin, sondern seine Bürger, aus einem besonderem Grunde Luftschiff sowie Besatzung und Teilnehmer dieser Polarfahrt begrüßen wollten.
Dr. Eckener konnte sich diesem Wunsche nicht entziehen. Er ließ Kurs auf Berlin nehmen;, Dort war der Jubel groß, die Begrüßungsansprachen hielten sich im Rahmen. Dabei erfuhr Dr. Eckener auch den "besonderen Grund", für die gewünschte Zwischenlandung in Berlin. Deutschland war einen ganzen Tag ohne Funkverbindung mit dem Luftschiff gewesen. In Erinnerung an die Nobile-Tragödie hatte dies die Bevölkerung überaus beunruhigt. Nach kurzem Aufenthalt verließ das Luftschiff wieder Berlin und landete noch in der Nacht in Friedrichshafen.
In seinen Lebenserinnerungen beschloss Dr. Eckener dieses Kapitel mit dem Satz: "Nun ist der Traum des alten Grafen doch noch in Erfüllung gegangen."
Bleibt abschließend zu erwähnen, was es mit dem Traum für eine Bewandtnis hatte: Dem „alten Grafen“ Ferdinand Graf von Zeppelin, gebührt der Ruhm, als Erster die Idee gehabt zu haben, das Luftschiff in den Dienst der Forschung zu stellen. Bereits 1892 hatte er diese Gedanken in einer von ihm verfassten Denkschrift niedergelegt und in der Folge 1910 in Spitzbergen ein Stück Land gekauft, um hier eine Ausgangsbasis für spätere Expeditionen zu errichten. Schließlich, so wird berichtet, soll er schon 75 jährig, im kleinem Kreise den Wunsch geäußert haben, "bevor ich nun alt werde, möchte ich mir noch den Traum erfüllen, mit meinem Luftschiff die unbekannten Gebiete des Nordpols zu erforschen."
Wenn auch später, wurde dieser Traum, durch seinen getreuesten Gefolgsmann Dr. Hugo Eckener erfüllt.Soweit der Text des Beitrags von Herrn Hans Jahnke, der ursprünglich wohl aus oder vor dem Jahr 1981 stammt. Zum Stichwort "Bordpost" ist vorab schon einmal festzustellen: nur 31 Besatzungsmitglieder und insgesamt 15 Passagiere (die sicher weit weniger Postkarten schrieben als "normale" Touristen) waren an Bord. Darauf möchte ich später zurückkommen. Viele Grüße balf_de |
|  | | Polarfahrtsucher Mitglied in Silber

Geschlecht/sex:  Beiträge / Posts: 287 Alter/age: 41 Anmeldedatum: 22.06.11
 | Thema: Re: 50 Jahre Polarfahrt Luftschiff Graf Zeppelin Do Aug 11, 2011 10:11 pm | |
| Hallo, vielen herzlichen Dank für die Fülle an Informationen die du hier bietest! Die Leute damals waren wirklich sehr risikofreudig. Ich denke da an das genannte Uboot Nautilus. Glaube kaum dass die Technik damals so ausgereift war um solche Mamut Einsätze ohne Probleme zu überstehen. Wahr woll besser so, das Vorhaben aufzugeben. Auf manchen Belegen ist die Notiz "Mit Luftschiff zum Uboot Nautilus" zu finden. Wahr also sicher PR mässig schon gross aufgezogen. Bin jetzt sehr auf deine Fortsetzung gespannt ! (und bin sicher die Nüsse lassen sich von Dir alle knacken  ) Schönen Gruss Klaus |
|  | | balf_de Mitglied in Silber

Geschlecht/sex:  Beiträge / Posts: 437 Alter/age: 68 Anmeldedatum: 27.09.10
 | Thema: Re: 50 Jahre Polarfahrt Luftschiff Graf Zeppelin Fr Aug 12, 2011 11:14 pm | |
| Hallo zusammen, Hallo Klaus! | Polarfahrtsucher schrieb: | Bin jetzt sehr auf deine Fortsetzung gespannt ! (und bin sicher die Nüsse lassen sich von Dir alle knacken )
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Immer noch keine geknackten Nüsse, stattdessen kommt schon wieder ein "Zwischenbericht", aber ein wirklich interessanter: schaut euch einmal diese Seite zur Polarfahrt an: nicht nur die teilnehmenden Wissenschaftler werden namentlich genannt (von denen wir vielleicht Passagierpost finden können), außerdem lässt sich ein wirklich eindrucksvoller Film öffnen, den hoffentlich auch viele "Zaungäste" anschauen werden - so können wir neue Fans der Zeppeline gewinnen! -> http://www.airships.net/lz127-graf-zeppelin/polar-flight Viele Grüße - bis bald balf_de |
|  | | balf_de Mitglied in Silber

Geschlecht/sex:  Beiträge / Posts: 437 Alter/age: 68 Anmeldedatum: 27.09.10
 | Thema: Re: 50 Jahre Polarfahrt Luftschiff Graf Zeppelin So Aug 14, 2011 7:56 pm | |
| Hallo zusammen, Hallo Klaus! | Polarfahrtsucher schrieb: | | Interessant ist dass Michel hier Unterschiede bei den Bordstempeln macht, ... |
Da steht immer noch die Frage von @polarfahrtsucher im Raum, warum im Michel-Zeppelinpostkatalog zwei unterschiedliche Bewertungen für Belege notiert sind, die mit dem Bordpoststempel entwertet wurden. Michel differenziert hier Nummer 202)b. – „Bordpost Auflieferung Friedrichshafen“ und 202)c. – „Bordpost Auflieferung Bordpostamt“. Diese Variante ist wesentlich höher bewertet.
Auf den ersten Blick scheint alles klar: im Thread der „Condor Zusatzfrankaturen“ habe ich in einem der letzten Beiträge die Bordpost-Varianten bei der Südamerikafahrt 1930 beschrieben: -> http://www.briefmarken-forum.com/t4357p15-condor-flugpostmarken-auf-belegen-der-sudamerikafahrt-1930#27266
Mein Problem ist jetzt, dass ich eigentlich zu wissen glaube, dass die beschriebene "Wunsch"-Stempelung im Postamt Friedrichshafen mit dem vordatieren Bordpoststempel statt mit dem normalen Ortstempel im Jahr 1931 nicht mehr durchgeführt wurde. Leider habe ich die Quelle dieser Information nicht wieder gefunden – deshalb auch meine verzögerte Stellungnahme.
Aber angesichts der relativ zahlreichen Bordpostbelege, die man von dieser Fahrt findet, ist der Sinn der Differenzierung klar: mit der 4-stelligen Bewertung sind die seltenen „echten“ Bordpostbelege gemeint, die von den wenigen Passagieren (die ja als Forscher viel Arbeit an Bord hatten) und der dezimierten Besatzung – nur 31 statt der sonst für den Drei-Schichten-Dienst bei mehrtägigen Fahrten üblichen 42 Mann. Auch die hatten also vermutlich weniger Zeit als sonst zum Schreiben von Ansichtskarten nach Hause.
Die so genannte „Bordpost aus Friedrichshafen“ wurde zwar nicht wie im Jahr 1930 noch üblich schon im dortigen Postamt gestempelt sondern kam unentwertet in einen eigenen Postsack, wenn die Sammler in ihrer Auflieferung den Bordpoststempel-Wunsch formuliert hatten. Offenbar war es auch möglich, sich ein bestimmtes Stempeldatum zu wünschen – wir kennen nicht nur den 25.7. sondern – häufig – auch den 27.7.1931. Dieses „Wunschdatum“ vom Treffen mit dem Eisbrecher zeigt auch @Polarfahrtsucher’s hier gezeigte Bordpostkarte; ich würde sie unter die Michelnummer 202)b. einordnen – der Absender scheint nicht an Bord gewesen zu sein. Aber durch die unterschiedlichen Daten wissen wir, dass die Post erst im Bordpostamt entwertet wurde. Wechselnde Datum-Einstellungen in Friedrichshafen wurden nie praktiziert.
Auf eine wenig bekannte Bordost-Variante möchte ich in diesem Zusammenhang noch hinweisen, die bisher in keinem Katalog erwähnt oder gar bewertet wird: Täglich kamen zahlreiche Besucher nach Friedrichshafen zur Besichtigung des Luftschiffs und der dortigen Anlagen. Es war auch ein Briefkasten installiert, in den die Besucher mitgebrachte oder im Souvenirshop erworbene Postkarten einwerfen konnten, die sie in der Regel an sich selbst oder Freunde adressierten. Diese wurden dann bei der jeweils nächsten Fahrt befördert und erhielten den Bordpoststempel.
Eine umfangreiche Dokumentation derartiger „Besucher-Bordpost“ hat in einem Zeppelinpost-Forum einer der erfahrensten und kenntnisreichsten Aerophilatelisten, der sich in den Foren „lebenslauf“ nennt (und leider viel zu selten schreibt ...) zusammengetragen.
Zwei seiner Karten zeige ich anliegend.

Viele Grüße balf_de
PS: Hat euch der Film nicht gefallen - ich hatte eigentlich mit feedback gerechnet |
|  | | kawa Mitglied in Gold

Geschlecht/sex:  Beiträge / Posts: 1659 Alter/age: 61 Browser:  Anmeldedatum: 10.01.08
 | Thema: Re: 50 Jahre Polarfahrt Luftschiff Graf Zeppelin So Aug 14, 2011 8:30 pm | |
| | balf_de schrieb: | PS: Hat euch der Film nicht gefallen - ich hatte eigentlich mit feedback gerechnet |
Hallo balf_de
natürlich hat der Film ( und weitere Filme ) über Zeppelinfahrten gefallen. Danke für den Link. Auch vielen Dank für den letzten interessanten Beitrag.
Gruss kawa |
|  | | | | 50 Jahre Polarfahrt Luftschiff Graf Zeppelin | |
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