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eurowelter Ehrenmitglied
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 | Thema: Nobelpreisträger Medizin Sa Jul 02, 2011 9:38 pm | |
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|  | | eurowelter Ehrenmitglied
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 | Thema: Re: Nobelpreisträger Medizin So Jul 03, 2011 11:07 am | |
|    Ronald Ross, K.B., (* 13. Mai 1857 in Almora, Indien; † 16. September 1932 in Putney Heath, heute London) war ein englischer Mediziner und Träger des Nobelpreis für Medizin (1902). Das Hauptinteresse von Ronald Ross war die Entdeckung von Präventionsmöglichkeiten gegen die Tropenkrankheit Malaria in verschiedenen Teilen der Welt. Dafür reiste er an die unterschiedlichsten Orte, darunter Westafrika, die Region um den Sueskanal, Griechenland, Mauritius, Zypern und an die Kriegsschauplätze des Ersten Weltkrieges von 1914 bis 1918. Er machte viele Entdeckungen über die Epidemiologie der Malaria und über die Möglichkeiten des Schutzes und der Pflege. Seine größten Erfolge waren die Aufdeckung des Infektionsweges der Malaria durch Mücken und die Identifizierung der Malariamücken. Außerdem entwickelte er aus seinen Beobachtungen ein mathematisches Modell zum Studium der Verbreitung der Malaria. Diese als Pathometrie bekannt gewordenen Modelle sind noch heute die Basis für das Verständnis von Epidemien, die von Insekten ausgehen. Seine Arbeiten brachten ihm neben dem Nobelpreis für Medizin noch viele weitere Ehrungen ein. |
|  | | eurowelter Ehrenmitglied
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 | Thema: Re: Nobelpreisträger Medizin So Jul 03, 2011 1:47 pm | |
| Niels Ryberg Finsen (* 15. Dezember 1860 in Tórshavn/Färöer; † 24. September 1904 in Kopenhagen) war ein dänischer Arzt, der 1903 den Nobelpreis für Medizin erhielt. Er ist der einzige Färinger, der je einen Nobelpreis erhielt. In einfachen Experimenten demonstrierte Finsen, dass die Anteile der Sonnenstrahlung mit der höchsten Energie (er nannte sie die „Chemischen Strahlen“) eine stimulierende Wirkung auf Gewebe haben können. Er entdeckte auch die schädigende Wirkung zu starker Sonnenstrahlung und den Zusammenhang mit der starken Pigmentierung dunkelhäutiger Menschen. Finsen vertrat die Ansicht, dass die Schädigung der Haut durch starke Lichtstrahlung durch einfache Schutzmaßnahmen verhindert werden kann. Auf der anderen Seite fand Finsen heraus, dass Lichtstrahlen ohne Hitzestrahlung einen positiven Effekt haben können. Diese Entdeckung führte ihn zu der Behandlung der Krankheit Lupus vulgaris und anderer Hauterkrankungen, so dass er Sonnenbäder in Fällen von Tuberkulose nutzen konnte. Allerdings stellte er fest, dass die Strahlung in Nordeuropa nicht ausreichend ist, Untersuchungen in den Alpen mit hoher Strahlung durch seine Kollegen O. Bernhard und A. Rollier waren jedoch sehr erfolgreich. Gerade für die Krankheit Lupus vulgaris konnte Finsen jedoch eine sehr effektive Lichttherapie entwickeln. Diese basiert vor allem auf die Stimulation des Gewebes an den intensiv beleuchteten Stellen. Das Finsen-Institut, gegründet 1896 in Kopenhagen, sowie viele weitere ähnliche Institute in verschiedenen Ländern konnten so die Anzahl der Lupus-Erkrankungen deutlich mindern. |
|  | | eurowelter Ehrenmitglied
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 | Thema: Re: Nobelpreisträger Medizin Di Jul 05, 2011 9:50 am | |
| Camillo Golgi (* 7. Juli 1843 oder 1844 in Corteno Golgi, Brescia, Italien; † 21. Januar 1926 in Pavia, Italien) war ein italienischer Mediziner und Physiologe. Er erhielt den Nobelpreis für Medizin im Jahr 1906 gemeinsam mit Santiago Ramón y Cajal. Golgi entwickelte eine Methode zum Anfärben einzelner Nerven und Zellstrukturen (Golgi-Färbung). Diese Methode wurde als „Schwarze Reaktion“ bekannt und es handelte sich um eine histologische Färbung mit Silbernitrat. Die meiste Zeit seines Lebens versuchte er, diese Methode zu verbessern und zu verfeinern. Durch sie entdeckte er u. a. den nach ihm benannten Golgi-Apparat und die Golgi-Zellen im Gehirn. |
|  | | eurowelter Ehrenmitglied
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 | Thema: Re: Nobelpreisträger Medizin Di Jul 05, 2011 9:54 am | |
| Santiago Felipe Ramón y Cajal (* 1. Mai 1852 in Petilla de Aragón, Navarra, Spanien; † 18. Oktober 1934 in Madrid) war ein spanischer Mediziner und erhielt 1906 den Nobelpreis für Medizin gemeinsam mit dem italienischen Mediziner und Physiologen Camillo Golgi in Würdigung der Gesamtheit ihrer Studien und ihrer zahlreichen Veröffentlichungen. Santiago Ramón y Cajal arbeitete vor allem über die Feinstrukturen des Nervensystems, vor allem des Gehirns und des Rückenmarks. |
|  | | eurowelter Ehrenmitglied
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 | Thema: Re: Nobelpreisträger Medizin Di Okt 04, 2011 4:07 pm | |
| Traditionell werden in der ersten Oktoberwoche eines Jahres die Gewinner der verschiedenen Nobelpreise bekannt gegeben. Deswegen setze ich die Serie der Nobelpreisträger auf Briefmarken hier fort. Charles Louis Alphonse Laveran (* 18. Juni 1845 in Paris; † 18. Mai 1922 ebenda) war ein französischer Mediziner. Er erhielt 1907 den Nobelpreis für Medizin. Laveran beschäftigte sich vor allem nach seiner Zeit als Militärarzt mit der Tropenkrankheit Malaria und ihren Auslösern. In Algerien gelang es ihm, im Blut von Krankheitsopfern die ersten Erreger zu isolieren und zu beschreiben. Diese Entdeckung brachte ihm den ersten internationalen Ruhm. Später arbeitete er mit vielen anderen Kollegen an der Erforschung weiterer Krankheitserreger, vor allem an Trypanosomen. Dabei beschäftigte er sich zuerst mit den Trypanosomen in verschiedenen Tieren wie Vögeln, Fischen, Schildkröten, Weidevieh und später auch mit denen, die Krankheiten beim Menschen auslösen, wie Nagana und Surra und vor allem die berüchtigte Schlafkrankheit. Besonders seine Arbeiten über Trypanosoma gambiense führten zu bedeutenden Ergebnissen. |
|  | | eurowelter Ehrenmitglied
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 | Thema: Re: Nobelpreisträger Medizin Mo Okt 10, 2011 8:31 am | |
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|  | | eurowelter Ehrenmitglied
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 | Thema: Re: Nobelpreisträger Medizin Di Okt 11, 2011 9:48 am | |
| Emil Theodor Kocher - auf dem Block oben rechts - (* 25. August 1841 in Bern; † 27. Juli 1917 ebenda) war ein Schweizer Chirurg. Er erhielt als erster Chirurg den Nobelpreis für Medizin 1909. Emil Theodor Kocher begann seine wissenschaftliche Arbeit mit einer Reihe von Artikeln über Hämostasis bei Verdrillung von Arterien. Als er seine chirurgische Laufbahn antrat, fand gerade ein Wechsel zwischen den althergebrachten septischen zu den neuartigen antiseptischen Behandlungsmethoden statt, die Kocher zu seiner Hauptaufgabe machte. Er entwickelte eine Reihe von Wundbehandlungsmethoden mit leichten Chlorlösungen und weitere Methoden. Später entwickelte er die ersten aseptischen Wundversorgungen. Durch seine Arbeit als Ausbilder für Militärärzte bekam Kocher außerdem Einblick in die Behandlung von Schusswunden und machte dies zu einem weiteren Schwerpunkt seiner Arbeit. Auch über Knochenbrüche und die Osteomyelitis arbeitete Kocher. Neben der Wund- und Bruchbehandlung stellte die Chirurgie der inneren Organe einen wesentlichen Teil seiner Arbeit dar, etwa die Operation bei Magen- und Darmerkrankungen. Nach ihm ist das Kocher-Manöver benannt, mit dem man den Zwölffingerdarm von Verwachsungen lösen kann. Ebenso entwickelte er eine Reihe von chirurgischen Instrumenten, nicht zuletzt die nach ihm benannte Kocher-Klemme, die noch heute verwendet wird. Spätere Ziele seiner Arbeit waren das Gehirn (besonders die Epilepsie), die männlichen Geschlechtsorgane und schließlich auch die Schilddrüse, zu deren Physiologie und Pathologie er gänzlich neue, kontrovers diskutierte Hypothesen und Ergebnisse darstellte. Dieser letzte Schwerpunkt brachte ihm 1909 den Nobelpreis für Medizin („für seine Arbeit über die Physiologie, Pathologie und Chirurgie der Schilddrüse“) ein. Bereits 1876 führte er die erste Strumektomie durch. |
|  | | eurowelter Ehrenmitglied
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 | Thema: Re: Nobelpreisträger Medizin Sa Okt 15, 2011 10:59 am | |
| Albrecht Kossel (* 16. September 1853 in Rostock; † 5. Juli 1927 in Heidelberg) - auf dem Block oben rechts - war ein deutscher Mediziner und Physiologe. Das Arbeitsfeld von Albrecht Kossel war die Physiologische Chemie, insbesondere die Chemie von Geweben und Zellen. Er begann seine Forschungen mit einer Konzentration auf den Zellkern und wandte sich dann mehr und mehr den Proteinen zu, außerdem den Veränderungen von Proteinen bei der Umwandlung in Peptide, den Peptidkomponenten der Zelle sowie der Identifizierung der kleinsten Proteine. An Fischrogen studierte er die Protamin- und Hexonbasen. 1886 entdeckte er das Histidin, danach erarbeitete er eine quantitative Methode zur Isolierung von Hexonbasen. Mit seinem Schüler H. D. Dakin untersuchte er die Arginase, ein Enzym, welches Arginin in Harnstoff und Ornithin spaltet. Später entdeckte er das Agmatin in Heringssamen und entwickelte eine Methode, es zu isolieren. 1910 erhielt er den Nobelpreis für Medizin „in Anerkennung seines Beitrags über das Wissen der Zellchemie durch seine Arbeiten an Proteinen einschließlich der Kernsubstanzen.“ In seiner Geburtsstadt Rostock trägt ein Platz seinen Namen. Im Jahr 1933 wurde in Wien Döbling (19. Bezirk) die Kosselgasse nach ihm benannt. |
|  | | eurowelter Ehrenmitglied
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 | Thema: Re: Nobelpreisträger Medizin So Okt 16, 2011 9:23 am | |
| Allvar Gullstrand ( * 5. Juni 1862 in Landskrona; † 28. Juli 1930 in Stockholm) - auf dem Block oben in der Mitte - war ein schwedischer Mediziner und erhielt den Nobelpreis für Medizin 1911. Allvar Gullstrand wurde in der südschwedischen Hafenstadt Landskrona als Sohn des medizinischen Offiziers Pehr Alfred Gullstrand und seiner Frau Sofia geboren. Er studierte von 1880 bis 1888 an der Universität Uppsala, 1885 für ein Jahr an der Universität Wien. Nach der Promotion 1890 wurde er Dozent für Augenheilkunde. 1894 bis 1913 war er der erste Professor für Augenheilkunde an der Universität Uppsala. 1911 wurde er den Medizinnobelpreis „für seine Arbeiten über die optischen Eigenschaften des Auges“ ausgezeichnet. 1914 erhielt er eine personengebundene Professur für physikalische und physiologische Optik an der Universität Uppsala, die er bis zu seiner Emeritierung 1927 bekleidete. Allvar Gullstrand beschäftigte sich vor allem mit den optischen Eigenschaften des Auges, einem Gebiet, welches er sich zum größten Teil selbst beibrachte. Die Basis seiner Arbeit legte er 1890 mit einer Veröffentlichung über den Astigmatismus und in nachfolgenden Veröffentlichungen über weitere Augenfehler. Besondere Anerkennung fanden seine Grundlagenarbeiten über die optische Abbildung im Auge und die Eigenschaften der Linse im Auge des Menschen. (1900), weitere grundsätzliche Arbeiten über die physiologische Optik folgten. Diese spannten sich von Untersuchungen über die Lähmung der Augenmuskeln über die Hornhautrefraktion bis hin zur Färbung der Macula centralis in der Retina (Netzhaut). Die meisten dieser Veröffentlichungen erhielten hochwertige Auszeichnungen. Gullstrand arbeitete auch an prinzipiellen physikalischen Fragen zur Bildgebung und zur Lichtbrechung an optischen Geräten und entwickelte außerdem einige wichtige Geräte für die Augenheilkunde. |
|  | | eurowelter Ehrenmitglied
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 | Thema: Re: Nobelpreisträger Medizin So Okt 16, 2011 6:00 pm | |
| Alexis Carrel (* 28. Juni 1873 in Lyon, (Frankreich); † 5. November 1944 in Paris) - auf dem Block oben in der Mitte - war ein französischer Chirurg und erhielt 1912 den Nobelpreis für Medizin. Alexis Carrel konzentrierte sich vor allem auf die experimentelle Chirurgie und die Transplantation von Geweben und gesamten Organen. Bereits 1902 veröffentlichte er eine Methode zur Verbindung von Blutgefäßen und 1910 zeigte er, wie man Blutgefäße über lange Zeiträume aufbewahren konnte. 1908 demonstrierte er die ersten Ergebnisse zur Organtransplantation und 1935 baute er gemeinsam mit dem Luftfahrtpionier Charles Lindbergh ein Gerät, welches entnommene Organe steril beatmen konnte. Gemeinsam mit dem französischen Chirurgen Theodore Tuffier (1857–1929) führte er erfolgreich eine Reihe von Herzklappen-Operationen durch und konnte Herzmuskelzellen in Kultur züchten. |
|  | | eurowelter Ehrenmitglied
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 | Thema: Re: Nobelpreisträger Medizin Mo Okt 17, 2011 8:19 am | |
| Charles Robert Richet (* 25. oder 26. August 1850 in Paris; † 4. Dezember 1935 ebd.) - auf dem Block oben rechts - war ein französischer Mediziner, der 1913 den Nobelpreis für Medizin erhielt. Richet arbeitete an einem großen Spektrum physiologischer Fragestellungen. Dabei begann er seine Arbeit mit Forschungen über die Temperaturregulation gleichwarmer Tiere, vor allem über den Schutz vor Überhitzung durch Schwitzen und die Temperaturerhöhung beim Zittern. In Experimenten konnte er zeigen, dass sich im Blut Antikörper gegen Krankheitserreger nach einer Impfung bilden und führte die erste Serumimpfung am Menschen am 6. Dezember 1890 durch. Den Nobelpreis erhielt er allerdings für seine Forschung über Anaphylaxie, also die Überreaktion des Körpers bei bestimmten Stoffen (s. auch Allergien). Er wendete diesen Begriff erstmalig an und meinte damit eine Reaktion auf injizierte Stoffe oder Gifte. Er konnte zeigen, dass injizierte Proteine die Zusammensetzung der Körperflüssigkeiten, insbesondere das Blut, sofort und nachhaltig verändern konnten. Neben seinen medizinischen Tätigkeiten brachte er großes Interesse für den Spiritismus auf und schrieb einige Romane. Ebenfalls forschte Richet in der Parapsychologie. Er wohnte mehreren Séances bei. Richet übertrug den Begriff Ektoplasma in die Parapsychologie, worunter die Substanz verstanden wird, welche den Medien bei Sitzungen aus den Körperöffnungen strömt. 1913 erhielt er den Nobelpreis für Physiologie und Medizin in Anerkennung seiner Arbeit über Anaphylaxie. |
|  | | eurowelter Ehrenmitglied
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 | Thema: Re: Nobelpreisträger Medizin Mo Okt 17, 2011 8:47 pm | |
|  Robert Bárány (* 22. April 1876 in Wien, Österreich; † 8. April 1936 in Uppsala, Schweden) - auf dem Block oben rechts - war ein Mediziner und Neurobiologe, der 1914 als erster Österreicher den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin erhielt. Robert Bárány, ältestes Kind von sechs Geschwistern des Gutsverwalters Ignaz Bárány und Marie, Tochter des Prager Wissenschaftlers Julius Hock, wuchs in einer aufgeklärten und kultivierten Umgebung auf. In jungen Jahren erkrankte er an Knochentuberkulose im Kniegelenk, wodurch sein Interesse an der Medizin geweckt wurde. So studierte er an der Universität Wien Medizin und ging nach seiner Promotion 1900 als Volontär nach Frankfurt am Main zu dem Internisten Carl von Noorden und danach als Assistenzarzt zu dem Psychiater Emil Kraepelin in Heidelberg, bei dem er sich mit neurologischen Erkrankungen beschäftigte. Ab 1902 war Bárány wieder in Wien und arbeitete als „Operationszögling“ bei dem Chirurgen Carl Gussenbauer. 1903 erhielt er eine Assistenzstelle an der otologischen Klinik von Adam Politzer und Viktor Urbantschitsch (1847–1921). In der damals bedeutendsten otologische Schule arbeitete, forschte und experimentierte Bárány über die Entstehung des kalorischen Nystagmus, aus der seine 1907 veröffentlichte Publikation Physiologie und Pathologie des Bogengangapparates hervorging. 1909 erlangte er seine Habilitation für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde und lehrte als Privatdozent. Für seine Arbeiten über Physiologie und Pathologie des Vestibularapparates erhielt er den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin des Jahres 1914; wegen der Kriegsereignisse wurde der Preis jedoch erst 1915 zuerkannt und 1916 überreicht. Die Nachricht davon erreichte ihn im russischen Kriegsgefangenenlager Türkistan. Im Ersten Weltkrieg war Bárány als Chirurg in der k.u.k. Armee tätig und geriet mit dem Fall der Festung Przemyśl 1915 in russische Gefangenschaft, in der er seine otologisch-neurologischen Studien des Gehörapparates weitestgehend ergänzen konnte. Über Intervention des damaligen schwedischen Kronprinzen und späteren Königs Gustav VI. Adolf und des Roten Kreuzes wurde er aber bereits 1916 entlassen und ging zurück nach Wien. Hier wurde er durch das Verhalten seiner österreichischen Kollegen enttäuscht, die ihm den Nobelpreis neideten. Bárány verließ Wien und folgte einem Ruf an das Otologische Institut der Universität Uppsala in Schweden, wo er bis zu seinem Lebensende als erfolgreicher und angesehener Arzt, Lehrer und Forscher wirkte. 1926 wurde er dort zum ordentlichen Universitätsprofessor bestellt, 1930 wurde ihm die Leitung der Universitäts-Ohrenklinik übertragen. Robert Bárány war seit 1909 mit Ida Felicitas Berger verheiratet und hatte mir ihr zwei Söhne und eine Tochter. Der ältere Sohn wurde später Professor der Pharmazie an der Universität Uppsala und der jüngere Professor der Medizin am Karolinska Institut in Stockholm; die Tochter heiratete einen amerikanischen Physiker. Trotz seiner oben erwähnten lebenslangen gesundheitlichen Behinderung war Bárány Zeit seines Lebens ein leidenschaftlicher Tennisspieler und Bergsteiger. Mit der „Machtergreifung“ der Nazis in Deutschland begann er sich für sein Judentum zu interessieren, seine Bibliothek vermachte er der Jüdischen National- und Universitätsbibliothek in Jerusalem. Bárány entwickelte die thermische Prüfung des Gleichgewichtsorganes mittels Spülung mit kaltem und warmem Wasser. Auch führte er Untersuchungen mit dem Drehstuhl aus und beschrieb den Wechsel der Nystagmusrichtung beim Anhalten des Drehstuhles. Seine neuen diagnostischen und chirurgischen Methoden führten die Ohrenheilkunde aus dem Bereich der rein operativen Therapie. Sein Forschungsschwerpunkt galt dem Gleichgewichtsorgan im Innenohr. Eine Reihe von Krankheitsbildern, so das Bárány Syndrom und das Bárány Zeichen und Methoden, wie die Bárány Drehstarkreizprüfung, die Bárány Lärmtrommeln, die Bárány Simulationsprüfung sowie der Bárány-Zeigeversuch sind nach ihm benannt. In Wien Donaustadt (22. Bezirk) wurde die Baranygasse nach ihm benannt. |
|  | | eurowelter Ehrenmitglied
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 | Thema: Re: Nobelpreisträger Medizin Fr Okt 21, 2011 9:44 am | |
| Jules Jean Baptiste Vincent Bordet (* 13. Juni 1870 in Soignies, Belgien; † 6. April 1961 in Brüssel, Belgien) war ein belgischer Biologe; er spezialisierte sich auf die Immunologie und die Bakteriologie. Für seine Entdeckungen auf dem Gebiet der Immunität erhielt er 1919 den Nobelpreis für Medizin. Das Bakterium Bordetella pertussis ist nach ihm benannt. |
|  | | eurowelter Ehrenmitglied
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 | Thema: Re: Nobelpreisträger Medizin Fr Okt 21, 2011 1:04 pm | |
| Schack August Steenberg Krogh, kurz als August Krogh bekannt, (* 15. November 1874 in Grenaa (Djursland); † 13. September 1949 in Kopenhagen) war ein dänischer Arzt und Zoologe. Für die Entdeckung des kapillarmotorischen Regulationsmechanismus erhielt er 1920 den Nobelpreis für Medizin. Neben dem Nobelpreis für Medizin und Physiologie erhielt August Krogh eine Reihe weiterer Auszeichnungen für seine Arbeit. So wurde er Ehrendoktor der Universitäten in Edinburgh, Budapest, Lund, Harvard, Göttingen, Oslo und Oxford. 1916 wurde er Mitglied der Academy of Sciences in Dänemark 1937 der Royal Society in London und der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina. Im gleichen Jahr erhielt er die Baly-Medaille des Royal College of Physicians in London. |
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