Ihre Ideen gehen in alle Welt – per Briefmarke. Denn Annegret Ehmke aus Eutin gestaltet Postwertzeichen.
Am Computer in ihrem Arbeitszimmer in Eutin entwirft Annegret Ehmke (57) Briefmarken für die Post.
Foto: Wolfgang Maxwitat
Eutin – Ihre Ideen gehen in alle Welt – per Briefmarke. Denn Annegret Ehmke aus Eutin gestaltet Postwertzeichen. Gerade erst ist ihre Marke „200 Jahre Turnplatz Jahn“ herausgekommen. Und die nächste Briefmarke aus ihrer Feder soll im September nächsten Jahres erscheinen. „Damit habe ich drei Jahre hintereinander jeweils eine Ausschreibung gewonnen. Das ist schon ein guter Schnitt“, sagt die Grafik-Designerin stolz.
Ihre Arbeiten sind ganz unterschiedlich. „Die Käfer-Serie, das war damals noch eine Airbrush-Illustration“, erinnert sich die 57-Jährige. Der Aufwand sei viel größer gewesen, als wenn man mit fotografischen Motiven oder vorgegebenen Gemälden arbeite. Heute entstehen die Entwürfe zum größten Teil am Computer. Nur noch ganz selten fertigt Ehmke Vorzeichnungen an. „Vielfach liegt die Arbeit und der Zeitaufwand darin, eine gute Idee zu finden.“ Besonders schwierig seinen die stets wiederkehrenden Themen wie etwa der „Tag der Briefmarke“. Viel Zeit gehe für die Motivsuche drauf, erklärt die Eutinerin. Bei der „Katzen“-Serie, die verspielte Tierkinder zeigt, wurde sie beispielsweise in dem Buch einer Fotografin fündig.
Die Themen für die Briefmarken werden vom Bundesfinanzministerium vorgegeben. „1500 Vorschläge gehen jedes Jahr bei uns ein“, berichtet Klaus-Dieter Müller aus dem Referat Postwertzeichen. Diese werden gesichtet und ausgewählt. „100 Jahre Fußpilz“ sei nicht genommen worden, erinnert er sich schmunzelnd. Am Ende gebe es 35 Ausschreibungen pro Jahr.
Gezählt hat Ehmke die Briefmarken nicht, die sie für die Deutsche Post entworfen hat. Aber an die 50 dürften es inzwischen schon sein. Schließlich ist sie schon seit fast 20 Jahren im Geschäft. 1992 gewann sie ihre erste Ausschreibung mit einem Entwurf zum Thema „225 Jahre Uhren- und Schmuckindustrie Pforzheim“. Seither gehört die 57-Jährige zu der Gruppe von etwa 100 Grafikern, die regelmäßig vom Bundesfinanzministerium aufgefordert werden, ihre Vorschläge einzureichen. Im Schnitt beteiligen sich jeweils acht Designer an einer solchen Ausschreibung. Das einzige Schleswig-Holstein-Motiv, mit dem Ehmke bisher erfolgreich war, stammt von 1995: „100 Jahre Nord-Ostsee-Kanal“.
Derzeit ist sie erneut auf Ideensuche für ein Postwertzeichen – die nächste Ausschreibung läuft. „Das macht mir schon sehr viel Spaß“, so Ehmke, die auch Werbegrafik im medizinischen Bereich macht. Ihr gefällt vor allem der künstlerische Aspekt beim Entwurf einer Marke.
Von Julia Paulat Quelle
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