Die Briefmarke zu Ehren von Helmut Kohl (CDU) kommt nach Informationen des SPIEGEL weder in diesem noch im nächsten Jahr. Der Grund: Die Familie des Altkanzlers beteiligt sich aktiv an der Gestaltung - und findet einfach kein Bild.
Die Familie Kohl kann sich offenbar nicht für ein Bildmotiv entscheiden: Im Gegensatz zum gewöhnlichen Herstellungsprozess von Briefmarken hat die Familie Kohl bei der Gestaltung der Ehrenbriefmarke ein Mitspracherecht. "Die finden kein Bild", sagt eine mit dem Projekt Kanzlermarke direkt befasste Person. Auch im bereits beschlossenen Jahresprogramm der Sondermarken für 2012 ist Kohl daher nicht erwähnt.
Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) ist für die Ausgabe von Briefmarken zuständig. Ein Sprecher Schäubles bestätigte, dass Stillstand herrsche. "Wir warten auf Vorschläge aus dem Büro Kohls", sagt er. Erst dann könne der bei Briefmarken übliche künstlerische Gestaltungsprozess in Gang gesetzt werden.
Im Büro des Altkanzlers heißt es, man habe bereits einige Bilder ins Auge gefasst. Jedoch finde Kohl es "völlig unangemessen", mitten in der Euro-Krise eine Jubelbriefmarke zu veröffentlichen.
Der CSU-Bundestagsabgeordnete Ernst Hinsken, der seit Jahren für die Kohl-Marke kämpft, fordert von beiden Seiten zügiges Handeln. "Dass die Familie Kohl großen Wert auf die Mitgestaltung der Marke legt, ist doch selbstverständlich", sagte er. "Ich hoffe, dass wir die Marke mit Helmut Kohl baldmöglichst kleben werden."
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