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balf_de Mitglied in Silber

Geschlecht/sex:  Beiträge / Posts: 437 Alter/age: 68 Anmeldedatum: 27.09.10
 | Thema: Social Philately Fr Nov 25, 2011 3:33 pm | |
| Hallo zusammen! Heute möchte ich gerne noch einmal einen Versuch starten, euch für eine aktuelle Entwicklung in der Philatelie zu interessieren, die allerdings zumindest von den Thematikern hier im Forum verlangt, ziemlich weit über den berühmten Tellerrand hinaus zu schauen. Da gibt es in einem Postgeschichtler-Forum derzeit eine lebhafte Diskussion zu einem relativ neuen Begriff: der „Social Philateliy“. Offenbar ist diese spezielle Art des Sammelns nicht ganz neu – im englischsprachigen Raum tauchte der Begriff schon in den 1980er Jahren auf; es gibt dort sogar schon eine Ausstellungsordnung für entsprechende Exponate ( -> http://sites.google.com/site/yorkps/guidelines-for-social-philately ) Deutschsprachig lässt sich derzeit nur der Thread im angesprochenen Postgeschichte-Forum „ergoogeln“ – Wikipedia kennt den Begriff jedenfalls noch nicht. Es ist zunächst gar nicht ganz einfach zu verstehen, was sich konkret hinter diesem Begriff verbirgt. Wenn ich die „Guidelines“ der oben zitierten Ausstellungsordnung richtig interpretiere, soll ein komplettes Ausstellungsexponat unter ein Motto gestellt werden, das die soziologischen Aspekte statt der rein Post-bezogenen in den Vordergrund stellt. Die philatelistische Seite ist nicht mehr der eigentliche Gegenstand der Sammlung sondern nur noch „Mittel zum Zweck“ – die Belege dienen als Vehikel, um eine Botschaft zu transportieren. Um es auf den Punkt zu bringen: weder Frankatur noch Beförderungstechnik oder Leitweg sind relevant sondern vielmehr der Inhalt eines Briefs. Meine grundsätzliche Meinung zu diesem „modernen“ Ableger der Philatelie ist klar: sie beinhaltet zwangsläufig eine Abkehr von der Postgeschichte – und mehr noch von der traditionellen Philatelie -; ich würde es für falsch halten, wenn z.B. der BDPh auf diesen Zug aufspringen und eine entsprechende Wettbewerbsklasse einführen würde: eine weitere Aufsplitterung würde bestimmt nicht zu mehr Exponaten führen – bestenfalls zu noch mehr Medaillen (an immer die Gleichen ...) Auch die Idee, mit einem neuen Ansatz neue Sammler für unser Hobby zu werben, halte ich für wenig zielführend. Alleine die Tatsache, dass es sich um ein ausgesprochen schwieriges Gebiet handelt (wenn auch nicht unbedingt um ein teures), wird gerade junge Leute eher abschrecken. Aber trotzdem: Die Idee, bei alten Briefen nicht nur auf Poststempel und Briefmarken zu achten, sondern sich auch in die Zeit zu versetzten, in der sie entstanden sind, hat etwas Faszinierendes. Fasst man den Begriff „Social Philately“ nicht ganz so dogmatisch sondern sieht vielmehr eine Ergänzung der postgeschichtlichen Betrachtungsweise, dann bin ich damit sehr einverstanden. Da gibt es gute Beispiele, wo das „soziale Umfeld“ eines Briefs von Bedeutung ist, ohne dass der postgeschichtliche Kontext in den Hintergrund tritt: warum wurde im Jahr 1866 ein Brief aus Heidelberg über Frankreich nach England geschickt statt über Köln und Belgien, obwohl das mehr Porto kostete? Antwort: Es war Krieg – und Baden stand (leider) auf der Seite der Gegner Preußens … Auch jede Rechnung, die vor 150 Jahren geschrieben wurde, ist streng genommen ein Dokument mit soziologischem Hintergrund: wir erfahren, dass der Käse aus dem Allgäu wesentlich billiger war als der aus der Schweiz. Oder dass ein Heidelberger Schreiner Holz aus dem Schwarzwald bezog. Auch, dass man manchmal bis zu 20 % Skonto bei sofortiger Zahlung abziehen durfte oder ein halbes Jahr Zahlungsziel hatte … Und Rechnungen, Mahnungen, Zahlungsbefehle oder auch Nachnahmen sind eigentlich in jeder Klassik-Sammlung der Hauptanteil der noch erhalten gebliebenen Belege – Liebesbriefe sind (leider) kaum einmal dabei … Eines muss allerdings beachtet werden: man muss Handschriften lesen lernen! Wer das nicht fleißig übt – und besser noch, gute Freunde hat, die es schon können – der wird das Projekt „Social Philately“ bald frustriert ad acta legen. Wer meinen Text geduldig bis hierher gelesen hat, der hat sich auch redlich verdient, dass ich ihm auch bildlich zeige, was ich meine: Zeigen möchte ich euch aus meiner „Heidelberg“ – Sammlung einen der ältesten Belege. Postgeschichtlich betrachtet, ist es meine älteste Drucksache:   Kurfürst Friedrich V. von der Pfalz, der Winterkönig, einer der Mitverursacher des Dreißigjährigen Kriegs (siehe -> http://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_V._(Pfalz) ) ruft hier seine Ritter zur Kampfbereitschaft auf – einer davon war „unser lieber getreuer Hanß Christophen von Venningen und seiner mit Lehens genoßen p.“, der einem Kraichgauer Rittergeschlecht angehörte. Ich denke, dass es sich hier nicht nur um ein postgeschichtliches Dokument handelt sondern gleichfalls um ein zeitgeschichtliches – also: „Social Philately“ (Aber was denkt ihr: wie lange braucht man wohl, bis man eine Ausstellungssammlung „Der Dreißigjährige Krieg“ zusammengetragen hat?) Vielleicht, vielleicht gelingt es mir diesmal, den einen oder anderen unter euch zu einer Meinungsäußerung - oder vielleicht auch zu einem Beispiel für "Social Philately", wie ihr sie seht, zu bewegen. Dass wäre schön Viele Grüße balf_de |
|  | | kawa Mitglied in Gold

Geschlecht/sex:  Beiträge / Posts: 1659 Alter/age: 61 Browser:  Anmeldedatum: 10.01.08
 | Thema: Re: Social Philately Fr Nov 25, 2011 5:40 pm | |
| | balf_de schrieb: | Vielleicht, vielleicht gelingt es mir diesmal, den einen oder anderen unter euch zu einer Meinungsäußerung - oder vielleicht auch zu einem Beispiel für "Social Philately", wie ihr sie seht, zu bewegen. Dass wäre schön
Viele Grüße balf_de |
Guten Abend balf_de
M.E. finde ich diese neue Sparte überflüssig, denn dies könnte und kann man, wenn überhaupt (Philatelie ? ), unter der Rubrik Offene Klasse zeigen.
Viel wichtiger wäre einmal International Reglement für die verschiedenen Ausstellungsklassen zu erstellen. Ich spreche da zum Beispiel die jüngste Klasse EINRAHMEN an. Die Niederländer haben diese Klasse erfunden (nicht die Schweizer ) um Junge Einsteiger für die Philatelie zu Begeistern. Verschiedene Ausstellungen in der Schweiz haben sich nach dieser Idee gerichtet. Wenn ich aber zurück zur Ausstellung in Chur schaue, ging diese Idee völlig in die Hose. Da sah man eine Einrahmen-Ausstellung, mit Material die pro Rahmen mindestens 20'000.00 Euro Investition benötigte.
Also nochmals, eine Internationale-Richtlinie für alle Klassen wäre m.E. viel wichtiger.
Gruss kawa
|
|  | | Gerhard Mitglied in Gold

Geschlecht/sex:  Beiträge / Posts: 1057 Alter/age: 57 Browser:  Anmeldedatum: 11.03.09
 | Thema: Re: Social Philately Fr Nov 25, 2011 6:09 pm | |
| | kawa schrieb: |
Ich spreche da zum Beispiel die jüngste Klasse EINRAHMEN an. Die Niederländer haben diese Klasse erfunden (nicht die Schweizer ) um Junge Einsteiger für die Philatelie zu Begeistern. Verschiedene Ausstellungen in der Schweiz haben sich nach dieser Idee gerichtet. Wenn ich aber zurück zur Ausstellung in Chur schaue, ging diese Idee völlig in die Hose. Da sah man eine Einrahmen-Ausstellung, mit Material die pro Rahmen mindestens 20'000.00 Euro Investition benötigte.
|
Hallo @kawa, in Österreich hat man, um diese Auswüchse hintanzuhalten, wie ich denke einen brauchbaren Weg gefunden. Es gibt bei uns die 1-Rahmen Einstiegsklasse und die 1-Rahmen Exponate
Bei der 1-Rahmen Einstiegsklasse werden keine Teilnehmer zugelassen, die schon einmal in einer Wettbewerbs-Klasse mit einem anderen Exponat an einer Ausstellung teilgenommen haben.
Bei den anderen 1-Rahmen Exponaten kann und wird es natürlich vorkommen, dass viele teure und seltne Belege enthalten sind - ist der Zweck doch damit definiert: "...bei Wettbewerbsausstellungen Exponate zu zeigen, die wegen ihres eng begrenzten Themas für große, umfangreiche Sammlungen nicht geeignet sind."
Ich denke doch, dass Beides nebeneinander sehr wohl seine Berechtigung hat, ja sogar sinnvoll ist.
Herzliche Sammlergrüße Gerhard
|
|  | | Gerhard Mitglied in Gold

Geschlecht/sex:  Beiträge / Posts: 1057 Alter/age: 57 Browser:  Anmeldedatum: 11.03.09
 | Thema: Re: Social Philately Fr Nov 25, 2011 6:30 pm | |
| | balf_de schrieb: |
Vielleicht, vielleicht gelingt es mir diesmal, den einen oder anderen unter euch zu einer Meinungsäußerung - oder vielleicht auch zu einem Beispiel für "Social Philately", wie ihr sie seht, zu bewegen. Dass wäre schön
balf_de |
Hallo @balf_de,
als neue Wettbewerbsklasse würde ich diese Art zu Sammeln auch nicht gerne sehen - deine Argumente dagegen kann ich da nur unterschreiben. Dennoch kann es sehr reizvoll sein, auf diese Art eine Sammlung aufzubauen. Ein sehr guter Sammlerfreund von mir hat z.B. die gesamte Korrespondenz eines Soldaten des WWII und zusätzlich dessen Tagebuch(Hefte) erhalten. Auch unter Berücksichtigung der Briefinhalte wurde daraus ein recht umfangreiches und beeindruckendes Exponat! Die Notwendigkeit für eine neue Wettbewerbsklasse sehe ich auch nicht - denn eine Teilnahme sogar im Wettbewerb ist ja durch die Offene Klasse möglich.
So wie du auch, möchte ich die geduldigen Leser meiner Antwort auch belohnen:


Hier handelt es sich aber nicht um eine Karte des oben erwähnten Exponates, sondern um eine Karte aus meinem Fundus (von 1916).
Herzliche Sammlergrüße Gerhard
PS.: Der Text der Karte: Herzliebste Eltern! Habe heute nach 5 Monaten wieder die erste Post empfangen und gleich 6 Karten auf einmal, wie mir da ums Herz geworden ist, könnt ihr euch denken. Ich danke dem Allmächtigen dass ich euch noch gesund weiß auch ich bin noch wohlauf! Vom Arbeiten bin ich vorläufig enthoben, sollte hier operiert werden, habe jedoch nicht eingewilligt. Habe zugleich von Wöll-Sepp und Fritzl und von der Pepi Karten bekommen. Das Geld über China habe ich auch erhalten, seid bestens bedankt dafür. In Nikolsk konnte ich zusetzen und habe mich auch sehr gut erholt. …….. (Textstelle durch Zensur unleserlich gemacht) …… Was mir das Herz schwer macht ist, dass ich als Kriegsgefangenr nach Hause kommen soll. Bleibt mir alle gesund und seid vieltausendmal gegrüßt Von Eurem Toni Der Peperl werde ich in einigen Tagen schreiben einstweilen 100.000 Busserln.
Zuletzt von Gerhard am Fr Nov 25, 2011 7:01 pm bearbeitet, insgesamt 2 mal bearbeitet (Grund : Kartentext hinzugefügt) |
|  | | balf_de Mitglied in Silber

Geschlecht/sex:  Beiträge / Posts: 437 Alter/age: 68 Anmeldedatum: 27.09.10
 | Thema: Re: Social Philately So Nov 27, 2011 12:18 am | |
| Hallo Gerhard!
Schön, dass wir beide bei der Beurteilung dieses modernen Trends der Philatelie voll auf einer Linie liegen!
Das ist ja ein unglaublich starker Beleg, den Du uns zeigst. Es läuft einem kalt den Rücken hinunter, wenn man das unendliche Leid der Generationen vor uns derart hautnah vor Augen geführt bekommt. Wie klein und unbedeutend sind dagegen die Probleme, mit denen wir heute konfrontiert werden (oder uns über Dinge ärgern, die dies wirklich überhaupt nicht wert sind).
Jedenfalls ist Dein Beispiel „Social Philately at it’s best“! Vielen Dank fürs Zeigen.
Ich denke, wir sollten unsere Moderatoren bitten, diesen Thread aus der Altdeutschland-Ecke herauszuholen - ich hatte ihn in Anbetracht meiner eigenen Belege hier eingestellt -, aber er passt viel besser in einen allgemeineren Abschnitt des Forums: allein was die politisch beeinflussten sozialen Aspekte anbetrifft, lassen sich bestimmt auch aus der Zeit zwischen den Kriegen, aus den ersten Nachkriegsjahren (@Kontrollratjunkie!) oder aus der Zeit des kalten Kriegs – Postkrieg! – relevante Beispiele finden.
Viele Grüße balf_de
|
|  | | Kontrollratjunkie Moderator

Geschlecht/sex:  Beiträge / Posts: 847 Alter/age: 44 Anmeldedatum: 24.01.08
 | Thema: Re: Social Philately So Nov 27, 2011 2:02 am | |
| | balf_de schrieb: |
Ich denke, wir sollten unsere Moderatoren bitten, diesen Thread aus der Altdeutschland-Ecke herauszuholen - ich hatte ihn in Anbetracht meiner eigenen Belege hier eingestellt -, aber er passt viel besser in einen allgemeineren Abschnitt des Forums: allein was die politisch beeinflussten sozialen Aspekte anbetrifft, lassen sich bestimmt auch aus der Zeit zwischen den Kriegen, aus den ersten Nachkriegsjahren (@Kontrollratjunkie!) oder aus der Zeit des kalten Kriegs – Postkrieg! – relevante Beispiele finden.
|
Hallo balf_de,
eine Verschiebung ist sicher kein Problem. Ich habe das Thema jetzt unter "Briefmarken Allgemein" einsortiert.
Wegen der Belege werde ich nachsehen, aber etwas Passendes zu diesem Thread werde ich schon finden.
Gruß KJ |
|  | | kawa Mitglied in Gold

Geschlecht/sex:  Beiträge / Posts: 1659 Alter/age: 61 Browser:  Anmeldedatum: 10.01.08
 | Thema: Re: Social Philately So Nov 27, 2011 2:26 pm | |
| vom 10.10.1942 bzw. 13.10.1942 habe ich einen Feldpostbrief. Leider kann ich nicht alles entziffern. Wer kann helfen ?   Gruss kawa |
|  | | Polarfahrtsucher Mitglied in Silber

Geschlecht/sex:  Beiträge / Posts: 287 Alter/age: 41 Anmeldedatum: 22.06.11
 | Thema: Re: Social Philately So Nov 27, 2011 4:11 pm | |
| Hallo, habe auch noch einen Beleg hier, der gut zum Thema passen könnte. Hier eine Postkarte von Teneriffa / Spanien nach Deutschland vom Januar 1940. Die Karte durchlief sowohl die spanische als auch deutsche Zensurstelle. Auf der Rückseite befindet sich eine Beschreibung der Kriegswirren zu Beginn des 2. Weltkriegs. Hoffentlich ist der Schreiber lange genug auf Teneriffa geblieben um den weiteren Schrecken des Krieges zu entgehen. Gruss Klaus   |
|  | | Gerhard Mitglied in Gold

Geschlecht/sex:  Beiträge / Posts: 1057 Alter/age: 57 Browser:  Anmeldedatum: 11.03.09
 | Thema: Re: Social Philately So Nov 27, 2011 4:17 pm | |
| | kawa schrieb: | vom 10.10.1942 bzw. 13.10.1942 habe ich einen Feldpostbrief. Leider kann ich nicht alles entziffern. Wer kann helfen ?
Gruss kawa |
Hallo Walter, ich will es einmal versuchen:
Liebe Eltern und Geschwister! 10.10.42 Herzlichen Dank für euer liebes Paket, der Inhalt hat mir sehr gut geschmeckt habe es vorgestern erhalten. Durch den Umzug, den wir schon wieder einmal vorgenommen bin ich nicht dazu gekommen euch sehr dafür zu danken. Gestern hatte ich beim Arbeiten Pech gehabt, ein Balken ist mir auf die Hand gefallen und den kleinen Finger hat es tüchtig mitgenommen. Der Nagel geht ab, konnte die ganze Nacht nicht schlafen. Nun fängt die ganze Sch… auch noch an zu Eitern. Sonst bin ich gesundheitlich noch auf Draht. Ich hoffe dass es Euch auch so geht, nun ist xxx ja auch wieder zu Hause, da wird sie aber froh sein. Doch für heute schließe ich mit den herzlichsten Grüßen. Viele Grüße an alle Verwandten, Euer Hans
Herzliche Sammlergrüße Gerhard
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|  | | Kontrollratjunkie Moderator

Geschlecht/sex:  Beiträge / Posts: 847 Alter/age: 44 Anmeldedatum: 24.01.08
 | Thema: Re: Social Philately So Nov 27, 2011 4:27 pm | |
| Hallo kawa,
jetzt ist mir @Gerhard zuvor gekommen, ich habe meine Übersetzung wieder gelöscht, stimme aber seinem in allen Teilen Versuch zu. Den Namen "xxx" würde ich mit "Dorit" entziffern.
Gruß KJ |
|  | | kawa Mitglied in Gold

Geschlecht/sex:  Beiträge / Posts: 1659 Alter/age: 61 Browser:  Anmeldedatum: 10.01.08
 | Thema: Re: Social Philately So Nov 27, 2011 6:36 pm | |
| Herzlichen Dank an @ Gerhard und @ Kontrollratjunkie für Eure Mühe.
Gruss kawa |
|  | | Gerhard Mitglied in Gold

Geschlecht/sex:  Beiträge / Posts: 1057 Alter/age: 57 Browser:  Anmeldedatum: 11.03.09
 | Thema: Re: Social Philately So Nov 27, 2011 10:52 pm | |
| | kawa schrieb: | vom 10.10.1942 bzw. 13.10.1942 habe ich einen Feldpostbrief.
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@kawa Der Brief kommt übrigens von einem Stabsanghörigen des Panzer-Artillerie-Regimentes 88 aus Orel an der Ostfront.
Herzliche Sammlergrüße Gerhard PS.: (man muß nicht alles wissen, man muss auch nicht wissen wo etwas geschrieben steht, man muß nur wissen, wen man um etwas fragen kann) |
|  | | balf_de Mitglied in Silber

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 | Thema: Re: Social Philately Mo Nov 28, 2011 7:01 pm | |
| Hallo zusammen!  Als ich den Brief zum ersten Mal sah, freute ich mich über eine schöne Einzelfrankatur der Baden Nr. 12 – einer schwierigen Marke, da lichtempfindlich und selten gut gezähnt (die gemeinsam von Baden und Württemberg angeschaffte Zähnungsmaschine arbeitete nur selten fehlerfrei), die überdies einen klaren Abschlag des Heidelberger Nummernstempels „57“ zeigt: ein korrekt frankierter Brief innerhalb des Gebiets des Deutch-Österreichischen Postvereins, der über 20 Meilen weit befördert wurde. So weit so gut. Um das Alter des Briefs genau zu bestimmen, war es erforderlich, den Inhalt genauer anzusehen – aus den Stempeln geht das Jahr nicht hervor. Aber hier fand ich nicht nur sehr schnell den Jahrgang – 1862 – sondern auch einen selten gut lesbaren Text: das Protokoll einer Tagung der süddeutschen Liberalen in Frankfurt.    Der Empfänger, Freiherr von Hoverbeck (-> http://www.ostdeutsche-biographie.de/hovele75.htm ) und auch der Absender, Herr Baumgarten (->http://de.wikipedia.org/wiki/Hermann_Baumgarten ) lassen sich im Internet leicht finden. Und die Namen der Beteiligten lesen sich wie das Who is Who des Liberalismus im 19. Jahrhundert. Schön, wie auf der zweiten Seite (unter Punkt 7) eine diplomatische Lösung für die Frage, ob zukünftig auch österreichische Delegierte eingeladen werden sollten, gefunden wird … Klein- oder Groß-Deutschland - ja, das ist Politik, wie wir sie lieben (und irgendwo her schon kennen  ) Ich denke, wir haben uns eine kleine Erholung von den ernsten Briefen in diesem Thread verdient. Viele Grüße balf_de |
|  | | Kontrollratjunkie Moderator

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 | |  | | Kontrollratjunkie Moderator

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 | Thema: Re: Social Philately Di Nov 29, 2011 12:17 am | |
| Lieber Alfred, wenn ich das Thread - Thema richtig verstanden habe, sollen hier keine geschäftlichen Briefinhalte gezeigt werden ? Obwohl doch auch solche Briefschaften durchaus "Soziales" beinhalten können. Auch Gewerbe- und Industriegeschichte hat doch auch im engeren Sinne mit der sozialen Entwicklung eines Landes oder einer Gemeinschaft zu tun. Ich stelle hier noch ein Beispiel aus meiner Sammlung ein, allerdings ein "etwas" älteres Beispiel eines Bedarfsbriefes. Es handelt sich um einen Brief aus Bayern vom 21.08.1863.  Vermutlich geht es hier um etwas Geschäftliches, zumindest war der Empfänger eine Spinnerei. Vielleicht hat jemand Lust, sich einmal am handgeschriebenen Inhalt zu versuchen.   Wenn dieses Beispiel nun völlig neben der Spur liegt, bitte ich um Nachsicht. Gruß KJ |
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