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 Südamerikafahrt 1930 (Rundfahrt-) Post nach Friedrichshafen"

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Polarfahrtsucher
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BeitragThema: Re: Südamerikafahrt 1930 (Rundfahrt-) Post nach Friedrichshafen"   Di Jan 10, 2012 6:35 pm

Hallo Alfred,
vielen Dank wieder einmal für die ausgezeichneten Beiträge mit jeder Menge Fachwissen.
balf_de schrieb:

Aber jetzt kommt eine Stelle, wo Du mich entweder „testen“ willst (um mir eine Steilvorlage zur Korrektur zu geben), oder wo ich Dein Gedächtnis etwas auffrischen muss:

In der Tat musste mein Gedächnis wieder aufgefrischt werden, allerdings konnte ich dir so eine gute Steilvorlage geben. Der Ball ist jedenfalls gut angekommen, wie man an den super Beitrag sieht!

Ich hoffe ich bringe hier die geplante Reihenfolge nicht durcheinander, aber einen Beleg aus Südamerika zu dieser Fahrt mit Endziel Friedrichshafen kann ich noch zeigen.


Diesmal ein Brief aus Uruguay. Zugeleitet von Montevideo über Recife und Lakehurst nach Friedrichshafen. Sieger 61 B
Evtl. kann Alfred zu diesem Beleg hier etwas beisteuern, da hier mein Wissen leider zu Ende geht.
Das Porto von 58 paraguyischen Cents. sollte gerecht sein, jedenfalls kann man den gleichen Betrag auch auf anderen Belegen finden.
Interessant wieder der Adressant: Ein gewisser Herr Heck aus Friedrichshafen. Siehe auch meinen kleinen Beitrag im Asichtskarten für Luftschiffe Thread. Schon erstaunlich wie man immer wieder mal auf diese Sachen zurückfindet.

Schönen Gruss
Klaus
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balf_de
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BeitragThema: Re: Südamerikafahrt 1930 (Rundfahrt-) Post nach Friedrichshafen"   Mi Jan 11, 2012 5:33 pm

Hallo Klaus, Hallo zusammen!

Polarfahrtsucher schrieb:
… Ich hoffe ich bringe hier die geplante Reihenfolge nicht durcheinander …

Kein Problem: so etwas wie ein Konzept habe ich eigentlich nicht. Man muss nur etwas aufpassen, dass man nicht die gleichen Belege mehrfach zeigt rw
Mir gefällt am meisten ein Dialog mit Freunden, aus dem sich ein Thread spontan entwickelt.

Polarfahrtsucher schrieb:
Evtl. kann Alfred zu diesem Beleg hier etwas beisteuern

Leider nur wenig: die nicht direkt an der Fahrt beteiligten Länder sind nicht gerade mein Spezialgebiet, wenn man einmal von den Vertragsstaaten absieht. Sicher hat die Condor-Gesellschaft auch mit Uruguay, Paraguay, Bolivien und Chile (von wo die Post aber zu spät in Brasilien ankam) Verträge abgeschlossen, in denen die Luftschiffgebühr geregelt war. Sehr wahrscheinlich sind diese Unterlagen wie fast alle Dokumente der Syndicato Condor Ltda. im zweiten Weltkrieg verloren gegangen – sie waren zur Aufbewahrung nach Deutschland gebracht worden.

Deine Porto-Vermutung ist sicher nicht falsch: auch auf meinen Belegen wurden zwischen 55 und 58 Centavos frankiert.

Ein Briefchen möchte ich noch zeigen, weil ja hier vielleicht einen „Pegasus-Freund“ mitliest. Ihm könnten die MiNr. 390 und 394 gefallen …


Polarfahrtsucher schrieb:
Ein gewisser Herr Heck aus Friedrichshafen.

Der wird Dir sicher noch öfter begegnen (genauso wie mein Herr Kummer von meinem Beleg)
Herr Heck hat sogar reichlich Belege mit seiner Anschrift vordrucken lassen – das war sicher rationeller. Und offenbar kannte er auch die argentinischen Portosätze:


Viele Grüße
balf_de
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saintex
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BeitragThema: Re: Südamerikafahrt 1930 (Rundfahrt-) Post nach Friedrichshafen"   Mi Jan 11, 2012 9:28 pm

Hallo @Polarfahrtsucher,
hallo @balf_de,

nur eine kurze Anmerkung zu den von Euch gesuchten Portosätzen von Uruguay im Mai 1930:

das UPU-Auslandsporto für einen Brief bis 20 Gramm betrug 8 Centavos (aber bitte schön @Polarfahrtsucher, natürlich Centavos der R.O. del Uruguay, denn Montevideo liegt in Uruguay und nicht in Paraguay!).

Der Flugpostzuschlag für Briefe und Postkarten nach Europa lag wohl in der Tat bei 50 centavos,
allerdings pro 4 Gramm. Ich habe da zwar in meiner aerophilatelistischen Bibliothek "auf den ersten Griff" keine verlässliche Quelle gefunden. Aber die Gewichtseinheit von 4 Gramm und die 50 centavos Luftpostzuschlag werden durch den auf Euren beiden Belegen angebrachten Prüfstempel der Postbehörde von Uruguay bestätigt. Das ist der Kastenstempel auf @Polarfahrtsuchers Brief rechts neben dem purpurnen Rombenstempel und bei @balf_de ist der Prüfstempel in der unteren linken Ecke angebracht.

Der Prüfstempel hat vier Zeilen mit folgender Bedeutung:

1. Zeile "Correo Aereo" = Luftpost
2. Zeile "Peso" = Gewicht
3. Zeile "A/R" = die Bedeutung dieser Abkürzung ist auch mir nicht ganz klar, aber das "R" steht für "Einschreiben"
4. Zeile "Porte"= Porto

Der Postbeamte in Montevideo trug dann handschriftlich die Daten in den Prüfstempel ein, d.h.
bei Euren beiden Belegen das Gewicht "4 " (=bis 4 Gramm) und den Luftpostzuschlag "50" für einen Brief bis 4 Gramm in Höhe von 50 centavos.

Beide Briefe sind danach portogerecht frankiert. Der Beleg von @balf_de hat nur ein geringeres UPA-Auslandsporto (= 5 centavos), weil der Brief in die USA und damit einen Mitgliedsstaat des UPA gerichtet war.


MfG

saintex


Zuletzt von saintex am Do Jan 12, 2012 9:13 pm bearbeitet, insgesamt 1 mal bearbeitet
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saintex
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BeitragThema: Re: Südamerikafahrt 1930 (Rundfahrt-) Post nach Friedrichshafen"   Mi Jan 11, 2012 9:52 pm

Hallo @balf_de,

in Beantwortung Deiner Frage zu den argentinischen Flugpostzuschlägen für Luftpost nach Europa mit der Aéropostale im Mai 1930:

Der Luftpostzuschlag betrug für Briefe und Postkarten 18 Centavos pro Gramm. Daher auch die "krummen" Nominale der ersten argentinischen Luftpostmarkenserie aus dem Jahre 1928 (Michel Nr. Argentinien 313-331).

Ob die 90 centavos auf Deiner Postkarte für die Postbeförderung mit der Aéropostale ausreichend gewesen wären kannst Du nun selber überpüfen indem Du die Postkarte auf die Briefwaage legst. Mit 90 centavos Luftpostzuschlag frankiert müsste die Postkarte nicht weniger und nicht mehr als 5 Gramm wiegen.

Im übrigen gibt es zu Deiner Postkarte aus meiner Sicht noch vieles zu sagen. Aber dazu mehr
an anderer Stelle im Zeppelin-Forum.

saintex
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Polarfahrtsucher
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BeitragThema: Re: Südamerikafahrt 1930 (Rundfahrt-) Post nach Friedrichshafen"   Mi Jan 11, 2012 10:04 pm

Hallo Saintex,
vielen Dank für die hilfreichen Informationen!
Die Bedeutung des Prüfstempels war mir bisher nicht klar. Wieder ein wenig schlauer geworden!

saintex schrieb:

das UPU-Auslandsporto für einen Brief bis 20 Gramm betrug 8 Centavos (aber bitte schön @Polarfahrtsucher, natürlich Centavos der R.O. del Uruguay, denn Montevideo liegt in Uruguay und nicht in Paraguay!).

Natürlich, da waren wohl die Finger wieder schneller als der Verstand!

Würde mich (und ich denke alle anderen Zeppelininteressierten) sehr freuen öfters solche lehrreichen Beiträge von Ihnen hier zu lesen!

Schönen Gruss
Klaus
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balf_de
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BeitragThema: Re: Südamerikafahrt 1930 (Rundfahrt-) Post nach Friedrichshafen"   Do Jan 12, 2012 4:58 pm

Hallo Saintex!

Wieder einmal hast Du eine Lücke geschlossen! Auch von mir zunächst herzlichen Dank für Deine bewährte Hilfe. Ich habe mich bisher nicht sonderlich um die Post aus Uruguay gekümmert, ich wollte eigentlich nur die unterschiedlichen Destinationen belegen. Wobei mir Post nach Havanna noch fehlt; an die in der Literatur erwähnten 5 von Rio nach Recife beförderten Belege glaube ich nicht so recht.

Aber jetzt sehe ich doch, dass es einige interessante Aspekte gibt:
Es ist wohl sicher davon auszugehen, dass die Poststücke von Montevideo (und Asuncion) nach Recife nicht per Condor-Flugzeug befördert wurden; nach meinen Informationen (Zeppelinpost 3/4 1978, Seite 124 ff., Aufsatz von H. Schlotter) war auch hier die Aéropostale am Zug, die für die insgesamt beförderten 12.654 Poststücke ihre Gebühren der Condor-Gesellschaft in Rechnung stellte. Bei der argentinischen Post blieb dann vom frankierten Luftschiff-Porto sicher noch etwas übrig, was letzlich die Zeppelingesellschaft kassieren konnte. Aber wie war das mit der Post aus Uruguay, wo doch offenbar nur das relativ niedrige Luftpost-Porto frankiert war? Was bekam hier die Zeppelingesellschaft (respektive Condor) für den Transport nach USA bzw. nach Europa?

Im Übrigen wurde die Uruguay-Post relativ preiswert befördert, sofern die Briefe leicht genug waren: vergleicht man mit den Verhältnissen in Brasilien, wo der Staatspost-Anteil für Briefe nach Europa 5 % von der Luftschiff-Gebühr betrug – 500 Reis zu (mindestens) 10 Milreis, so hätte ein Brief aus Uruguay 1,68 Pesos statt nur 58 Centavos kosten müssen. Natürlich hinkt der Vergleich etwas, wenn man an ein durchschnittliches Briefgewicht denkt, aber bei Postkarten war die Relation ja ähnlich.

Insgesamt sind die südamerikanischen Zulieferungen offenbar ein wesentlich interessanteres Thema, als ich bisher annahm: ich werde jedenfalls ab sofort nach schwereren Briefen aus Uruguay suchen!

saintex schrieb:
Ob die 90 centavos auf Deiner Postkarte für die Postbeförderung mit der Aéropostale ausreichend gewesen wären kannst Du nun selber überpüfen indem Du die Postkarte auf die Briefwaage legst.

Das habe ich heute gemacht: da ich aber sicher einer der letzten bin, der noch eine mechanische Briefwaage im Einsatz hat, kann ich die 5 Gramm nur „in etwa“ bestätigen.

saintex schrieb:
Im übrigen gibt es zu Deiner Postkarte aus meiner Sicht noch vieles zu sagen. Aber dazu mehr an anderer Stelle im Zeppelin-Forum.

Dass ich darauf gespannt bin, muss ich Dir ja nicht extra sagen …
Nochmals herzlichen Dank und viele Grüße
balf_de
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Polarfahrtsucher
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BeitragThema: Re: Südamerikafahrt 1930 (Rundfahrt-) Post nach Friedrichshafen"   Fr Jan 20, 2012 12:58 pm

Hallo Zeppelinfreunde,
auch wenn ich hier einen kleinen Sprung weg von Südamerika hin zu den Vereinigten Staaten mache, möchte ich euch diesen Beleg zeigen. Eine Karte der Rückfahrt von Lakehurst nach Friedrichshafen mit der Sondermarke zu 65 Cent und somit eine Sieger 64 F.



Schön hier die Sondermarke mit Bogenrand und Bogennummer. Ich habe auch schon Exemplater mit der Nummer im Unterrand gesehen, also gehe ich davon aus, dass diese Nummer pro Bogen 4 mal auftaucht. Ich habe noch keinen kompleten Bogen gesehen, hat hier jemand mehr Infos ?

Gut gefällt mir auch die Fotoseite der Karte mit dem Motiv der Skyline von New York. Passt insgesammt sehr gut dazu.

Schönen Gruss
Klaus
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balf_de
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BeitragThema: Re: Südamerikafahrt 1930 (Rundfahrt-) Post nach Friedrichshafen"   Fr Jan 20, 2012 7:11 pm

Hallo zusammen!

Bitte, lasst uns noch etwas bei der südamerikanischen Post nach Friedrichshafen bleiben! Wenn wir jetzt schon zur Heimfahrt ab Lakehurst kommen, hat sich der Thread schnell erledigt …

Dass die Post aus Uruguay, Bolivien und Paraguay nicht gerade mein Spezialgebiet innerhalb der SAF 1930 ist, habe ich schon erwähnt. Trotzdem: weil diese Länder sogar anlassbezogene Sondermarken für den ersten Besuch eines Luftschiffs in Südamerika herausgegeben haben, wurden diese Zuleitungen zu Recht in den Katalogen registriert, auch wenn "Graf Zeppelin" in diesen Ländern nie zu sehen war.

Von meinen „Bolivianern“ möchte ich eigentlich nicht unbedingt einen der beliebten „Satzbriefe“ (Sieger 60.D)) mit den Michel-Nummern 185-187 sowie 188-193 zeigen, die häufig an Herrn Sieger in Lorsch adressiert sind – das möchte ich dem lieben @Saintex wirklich nicht zumuten -, sondern etwas weniger spektakuläre, dafür aber (wahrscheinlich ?) korrekt frankierte Poststücke.

Aus Anlass des Zeppelinbesuchs wurden die Flugpostmarken 169-171 mit einem Überdruck „Z 130“ und neuen Nennwerten von 1,50, 3 und 6 Bolivianos versehen. Aus den Katlognotizen bei Sieger und Michel ist zu entnehmen, dass zur Frankierung des Flugpost- sowie Luftschiff-Zuschlags diese Sondermarken MiNr. 185-187 zu verwenden waren. Die Gebühr für die Beförderung per Luftpost nach Rio de Janeiro sowie für die Zeppelinbeförderung nach Europa betrug 1,50 Bolivianos (Bs) pro 5 Gramm Gewicht. Zusätzlich waren die Briefe und Postkarten mit dem bolivianischen Inlandsporto freizumachen. Anhand meiner – vermutlich nicht überfrankierten - Belege gehe ich davon aus, dass Postkarten 15 Centavos und Briefe 25 Centavos kosteten.
Auch für diese „normale“ Frankatur wurden eigens anlassbezogene Sondermarken hergestellt: ebenfalls Überdruckmarken, wo die MiNr. 130-134 einen Aufdruck „Correo Aereo R.S. 6 V 1930“ erhielten – Michel-Nummern 188-193.
Ob auch anders frankierte Belege existieren, kann ich nicht sagen – ich habe so etwas jedenfalls bisher noch nicht gesehen.



Aus meiner Karte – frankiert mit MiNr 185, 188 und 189 – lässt sich anhand des „Lloyd Aereo Boliviano“-Stempels ableiten, dass der Zubringerflug von La Paz nach Rio de Janeiro von dieser Fluglinie durchgeführt wurde. Sie trägt die Siegernr. 60.A).



Mein Brief – Siegernr. 60.C) – wog vermutlich zwischen 15 und 20 Gramm. Dann „passt“ das geklebte Porto von 6 Bolivianos plus 25 Centavos (MiNr. 187, 189+190).

Während die Porto-Informationen mit einem kleinen Fragezeichen zu versehen sind – ich besitze keine diesbezügliche Literatur -, weiß ich Eines ganz sicher:
Dass nämlich der Michel-Zeppelinpostkatalog hier einen gefährlichen Fehler enthält: bei der 10-Centavos-Marke (Nr.189) gibt es verschiedenfarbige Aufdrucke. Michel nennt für den grünen Aufdruck einen Wert der losen Marke von 18 Euro, der blaue Aufdruck wird mit 1.300 Euro bewertet!

(Schaut euch einmal meine oben gezeigte Karte genauer an! Die linke Marke ist die Nr. 188 - 5 C auf 10 C -, da ist grün "normal", die rechte ist die 189)

Auf diese Verwechslung der „häufigen“ Farbe ist ein guter Freund von mir, seines Zeichens ein erfahrener Sammler und erfolgreicher Händler, der mich häufig beraten und bei Auktionen als Kommissionär unterstützt hat, einmal richtig hereingefallen. Hätte er nur einmal in den Anhang des Sieger-Katalogs geschaut! Dort steht es übrigens richtig: „blau“ ist häufig, „grün“ und „braun“ sind selten. Heute habe ich mir die Sache im Michel-Online-Katalog angesehen: der Fehler ist behoben.

Viele Grüße
balf_de


Zuletzt von balf_de am Fr Jan 20, 2012 11:07 pm bearbeitet, insgesamt 3 mal bearbeitet
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balf_de
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BeitragThema: Re: Südamerikafahrt 1930 (Rundfahrt-) Post nach Friedrichshafen"   Fr Jan 20, 2012 8:00 pm

Hallo zusammen!

Zu lange möchte ich den guten @Polarfahrtsucher nicht warten lassen, bis wir nach Lakehurst kommen. Deshalb habe ich mich entschlossen, das Kapitel der südamerikanischen Zuleitungspost, die per Zeppelin nach Friedrichshafen befördert wurde, schon heute abzuschließen. Am Ende bin ich allerdings nur mit meinen Belegen; ich habe z.B. auch schon aus Chile zugeleitete Poststücke gesehen, die mit argentinischen „Sondermarken“ auffrankiert waren und die alle Indizien einer Luftschiffbeförderung aufweisen. Aber zeigen kann ich solche Raritäten leider nicht … ug

Was ich noch habe – und was in den Katalogen notiert ist –, sind Belege aus Paraguay. Meinen einzigen nach Friedrichshafen transportierten möchte ich hier "heraushauen":


Sieger 62.B)

Aber viel erklären kann ich dazu nicht (eigentlich nur, dass er als "echt" geprüft ist). Um den Beitrag etwas zu strecken (und weil er doch etwas Besonderes ist), zeige ich auch die Rückseite:



Ein Brief von Asuncion nach Deutschland . Ich befürchte, bezüglich des korrrekten Portos wird selbst @Saintex die Waffen strecken müssen. 2,85 Pesos wurden ohne zusätzliche Marken frankiert, was bei meinen anderen Paraguay-Belegen regelmäßig der Fall ist. Dabei war der Brief sogar eingeschrieben (was allerdings für die Zeppelin-Beförderung verboten war)!
Die 65 Poststücke dieser Etappe teilen sich auf in 45 Briefe und 20 Postkarten. „Häufiger“ war die Post nach Lakehurst – immerhin 63 Briefe und 60 Karten (aber die gehören in den Thread „Post nach Lakehurst“). Insgesamt wurden in Paraguay ganze 198 Poststücke für den Luftschifftransport aufgeliefert. Dass die übrigen Destinationen – Havanna und Sevilla – dann echte Raritäten sind, die nur wenige große Sammler zeigen können, muss nicht extra erwähnt werden. (Auch nicht, dass es besonders von der paraguayischen Post nach Sevilla zahlreiche Fälschungen gibt)

So, das war's von meiner Seite aus Südamerika ... (wenn ihr nicht doch noch auf den bolivianischen "Satzbrief" besteht)

Viele Grüße
balf_de
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saintex
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BeitragThema: Re: Südamerikafahrt 1930 (Rundfahrt-) Post nach Friedrichshafen"   Fr Jan 20, 2012 10:36 pm

Hallo balf_ de,

ich komme "gerade" aus meiner Stammkneipe in M. und muss Dein Posting lesen. Ich bin schockiert. Die Postgebühren von Paraguay im Mai 1930- mit und ohne Zeppelin Luftpostzuschlägen - seien mir nicht bekannt. Willst Du mich provozieren ? Wie weit willst Du mich noch im Internet herabwürdigen ? Mit den Postgebühren von Paraguay bin ich aufgewachsen !!!!

Ein umfassender Artikel zu den Portosätzen von Paraguay - inklusive den Portosätzen für "Deine" Südamerikafahrt iim Mai 1930 - folgt . Das lasse ich mir nicht gefallen. Ich bin ausser
mir......



saintex
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BeitragThema: Re: Südamerikafahrt 1930 (Rundfahrt-) Post nach Friedrichshafen"   Sa Jan 21, 2012 12:38 am

balf_de schrieb:


Von meinen „Bolivianern“ möchte ich eigentlich nicht unbedingt einen der beliebten „Satzbriefe“ (Sieger 60.D)) mit den Michel-Nummern 185-187 sowie 188-193 zeigen, die häufig an Herrn Sieger in Lorsch adressiert sind – das möchte ich dem lieben @Saintex wirklich nicht zumuten -, sondern etwas weniger spektakuläre, dafür aber (wahrscheinlich ?) korrekt frankierte Poststücke.



Lieber balf_de.

zu diesen herrlichen Beiträgen mit m.E. sehr hochwertigen und seltenen Belegen kann ich nur gratulieren, ganz hervorragend.

Auch Dein Versuch der Schonung von @saintex ist sicher aller Ehren wert, aber ich bin mir sehr sicher, daß Du meinen Einspruch bereits erwartet hast.
MICH musst Du nicht schonen und meine Vorliebe für schöne Briefe sollte Dir hinlänglich bekannt sein.
Also her mit dieser Oberrosine Sieger 60 D ja
Erst den Mund wässrig machen und dann zurückziehen ? So geht das nun wirklich nicht.

balf_de schrieb:

So, das war's von meiner Seite aus Südamerika ... (wenn ihr nicht doch noch auf den bolivianischen "Satzbrief" besteht)

Und wie ich daruf bestehe !

Liebe Grüße
KJ
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BeitragThema: Re: Südamerikafahrt 1930 (Rundfahrt-) Post nach Friedrichshafen"   Sa Jan 21, 2012 12:41 am

saintex schrieb:

Ein umfassender Artikel zu den Portosätzen von Paraguay - inklusive den Portosätzen für "Deine" Südamerikafahrt iim Mai 1930 - folgt .


Hallo saintex,

sehr schön, ich freue mich auch darauf.
Und wenn Du gerade in Fahrt bist, wie wäre es mit ein paar schönen Belegen zur Illustration ?

In froher Erwartung
KJ
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balf_de
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BeitragThema: Re: Südamerikafahrt 1930 (Rundfahrt-) Post nach Friedrichshafen"   Sa Jan 21, 2012 10:41 am

Hallo Saintex!

saintex schrieb:
Ich bin schockiert. Die Postgebühren von Paraguay im Mai 1930- mit und ohne Zeppelin Luftpostzuschlägen - seien mir nicht bekannt. Willst Du mich provozieren ? Wie weit willst Du mich noch im Internet herabwürdigen ? Mit den Postgebühren von Paraguay bin ich aufgewachsen !!!!


Na, wie habe ich das gemacht! Du musst zugeben, dass es eine psychologische Meisterleistung war, Dich hier an Deiner Flugpost-Experten-Ehre zu kitzeln. Wenn Du tatsächlich auch über die postalischen Verhältnisse in Paraguay Bescheid weißt, dann werde ich durch meine wohlüberlegte Provokation mit Deiner Hilfe zu einem äußerst exklusiven Expertenkreis aufsteigen: wir sind dann nämlich schon zu zweit … ja
Ganz nebenbei ist es mir auch gelungen, von meinem soliden Halbwissen bezüglich der bolivianischen Post abzulenken: Du hast aufgrund Deines Schockzustandes völlig übersehen, mir hier Dein überlegenes Wissen um die Ohren zu schlagen. rw

Faszinierend ist es auf jeden Fall, wenn man sich die Strecke von La Paz bis Rio auf der Karte anschaut: fast 3.000 km Luftlinie über teils unwegsames und menschenleeres Gebiet. Das muss für die Piloten der kleinen Postflugzeuge im Jahr 1930 jedes Mal ein halsbrecherisches Abenteuer gewesen sein. Ich bin mir sicher, Du kannst auch zu diesem spannenden Thema etwas sagen (diesmal versuche ich eine andere Methode!) Nach meinen Informationen flog die Compania Lloyd Aereo Boliviano von La Paz aus nur nach Puerto Suarez an der Grenze zum brasilianischen Mato Grosso Gebiet, wo damals der Regenwald sicher noch intakt war.

Auf jeden Fall freue ich mich sehr darüber, dass Du offensichtlich bereit bist, auch hier im Briefmarkenforum, wo es mehr „Zaungäste“ als „Experten“ gibt, Dein profundes Wissen einzubringen. Und dass Du darüber hinaus mit einem gesunden Humor gesegnet bist, das ist darauf das „Sahnehäubchen“! zw

Jetzt habe ich noch eine harte Prüfung für Dich:
Sicher hast Du das Posting des lieben @Kontrollratjunkie gesehen - da müsssen wir jetzt durch ...
Dazu kommt noch ein weiteres Argument: vermutlich weißt Du, dass wir hier mit @kawa einen Sammlerfreund unter uns haben, der auf seiner Homepage eine umfassende Dokumentation der Briefmarken mit Fluggeräte-Motiven zusammengestellt hat. (->http://www.walter-kalt.ch/ ) Wenn man in seinem „Motiv-Katalog“ unter „B“ Bolivien anklickt, sieht man, dass auf den Michelnummern 188-193 das Flugzeug „Morane-Saulnier Type P“ abgebildet ist, aber man sieht auch an der Anmerkung „fehlt“, dass ihm hier vielleicht geholfen werden kann.


Sieger 60.D)

Deshalb – so leid es mir tut – muss ich hier auch den „Satzbrief“ zeigen, den ich Dir eigentlich ersparen wollte …
Liebe Grüße
balf_de
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saintex
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BeitragThema: Re: Südamerikafahrt 1930 (Rundfahrt-) Post nach Friedrichshafen"   Sa Jan 21, 2012 3:05 pm

Hallo @balf_de,

so nun wieder im Ernst. Zu den Postgebühren von Paraguay für Flugpost im Mai 1930 im allgemeinen und zu "Deiner" Südamerikafahrt im besonderen muss ich zunächst etwas ausholen.

Der planmäßige Luftpostverkehr begann in Paraguay am 1.1.1929 mit der Eröffnung der Fluglinie
Asuncion - Buenos Aires durch die argentinische Fluggesellschaft Aeroposta Argentina, einer Tochtergesellschaft der französischen Fluggesellschaft Compagnie Générale Aéropostale. In Buenos Aires bestand für die Flugpost aus Paraguay Anschluss an die Luftpostlinie der Aéropostale nach Toulouse in Frankreich.

Wie in Lateinamerika allgemein üblich setzte sich das Porto für einen Luftpostbrief auch in Paraguay aus dem normalen UPU/UPA-Auslandsporto und den Luftpostzuschlägen zusammen. Im Zeitraum 1925 bis 31.1.1936 betrug das UPU-Auslandsporto für einen Brief bis 2o Gramm 2.50 Peso, für die Postkarte 1.50 Peso und die Einschreibegebühr 2.00 Peso.

Im Mai 1930 galten folgende Luftpostzuschläge:

Für Luftpost nach Argentinien bis 5 Gramm 2.85 Peso, zwischen 5 und 10 Gramm 5.65 Peso und
zwischen 10 und 15 Gramm 8.50 Peso
Für Luftpost nach Brasilien je Gramm 0.95 Peso
Für Luftpost nach Europa betrug der Lp.zuschlag pro Gramm 3.40 Peso

Wie Du schon richtig bemerkt hast, tragen viele Luftpostbriefe aus Paraguay aus den Jahren 1929 und 1930 keine normalen Freimarken sondern nur das Luftpostporto und ggf. das Einschreibeporto . Auch mir war dies vor Jahren aufgefallen, ohne dass ich mir die Sache zunächst erklären konnte. Bis ich vor einigen Jahren auf einer Geschäftsreise nach Paris in einem Antiquariat die gebundenen Jahrgänge der französischen Luftpostsammler-Zeitschrift L'Aviette Postale aus den Jahren 1928 bis 1930 erwarb. Ich sitze also gemütlich auf dem Rückflug nach Deutschland in meinem Sitz, schlürfe an meinem Gin Tonic (Business Class !!) und blättere in dem Buch. Und da finde ich in der Ausgabe Nr. 47 vom 5.11.1929 auf Seite 295 folgende Meldung:

Paraguay

Eine interessante Innovation ist in diesem Land kürzlich in Kraft getreten. Es wurde bekanntgegeben, dass das Parlament von Paraguay auf Antrag der Aéropostale soeben beschlossen hat, dass für Luftpostbriefe, die auf den Linien der Aéropostale befördert werden, das normale Briefporto entfällt. Diese Regelung gilt sowohl für die Linie Südamerika-Europa als auch für die Linien nach Argentinien und Chile. (Ende der Meldung)

So, Problem also - im wahrsten Sinne des Wortes - "im Fluge" gelöst.


Fortsetzung folgt



saintex


Zuletzt von saintex am Fr Jan 27, 2012 5:34 pm bearbeitet, insgesamt 1 mal bearbeitet
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saintex
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BeitragThema: Re: Südamerikafahrt 1930 (Rundfahrt-) Post nach Friedrichshafen"   Sa Jan 21, 2012 6:05 pm

Hallo @balf_de,

nachdem ich in meinem ersten Posting etwas zu den Postgebühren und Luftpostzuschlägen in Paraguay im allgemeinen geschrieben hatte, ist der Rest zur Zuleitungspost aus Paraguay für die Südamerikafahrt 1930 schnell erzählt.

Der Luftpostzuschlag war für einen Brief bis 5 Gramm auf 17 Peso festgesetzt worde, orientierte sich also an dem Zuschlag für die von der Aéropostale beförderte Luftpost. Nicht ganz klar ist mir allerdings, ab damit auch die Beförderung auf der Strecke Asuncion - Buenos Aires abgedeckt war oder für diese Strecke für 5 Gramm noch 2.85 Peso hinzukamen. Letztlich ist das aber auch egal. Man hatte nämlich in Asuncion vergessen, die Postbeamten rechtzeitig über den exakten Luftpostzuschlag zu informieren. So scheint dort ein erhebliches Durcheinander entstanden zu sein und letztlich wurden alle von den Sammlern aufgelieferten Briefe, unabhängig von der Höhe des verklebten Luftpostzuschlages befördert (Osvaldo Portaluppi u.a., Historia Postal del Correo
Aereo del Paraguay, 2002 Seite 125-127).

Dein Brief ist also insoweit portogerecht frankiert als er kein normales UPU-Auslandsporto trägt. Der Brief wurde von der Aéropostale vermutlich bis Recife befördert, so dass die im ersten Posting beschriebene Portobefreiung galt. Portogerecht ist der Brief auch insoweit als die Einschreibegebühr nicht verklebt ist. Zwar trägt der Brief den Certificado-Stempel, der Brief wurde aber postalisch nicht als Einschreiben behandelt. Es fehlen sowohl der Einschreibezettel als auch die damals in Asuncion auf der Rückseite von Einschreibebriefen angebrachten violetten Kontroll-Stempel.

Hinsichtlich des Luftpostzuschlages ist der Brief mit 2.85 Peso unterfrankiert wie allerdings die meisten aus Paraguay zur Südamerikafahrt 1930 zugeleiteten Luftpostbriefe. 2.85 Peso war - wie gesagt- der richtige Luftpostzuschlag für einen Luftpostbrief von Asuncion bis Buenos Aires mit einem Gewicht bis 5 Gramm.


MfG

saintex

P.S. Die Antwort auf Deine Frage in dem Zeppelin-Zuleitungspost-Thread von heute nachmittag, wo das Airfield liegt, lautet übrigens: in Sutton Coldfield, West Midlands UK

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Südamerikafahrt 1930 (Rundfahrt-) Post nach Friedrichshafen"

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