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 Sammeln und Bewerten von Briefmarken und Sammlungen

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AutorNachricht
el mue
Mitglied
Mitglied



BeitragThema: Sammeln und Bewerten von Briefmarken und Sammlungen   Fr Jan 13, 2012 9:35 am

Immer wieder werden hier im Forum Briefmarken, Sammlungen oder auch Teile davon gezeigt, die ein (noch) Nicht-Sammler erhalten hat und nicht weiss, was er damit anfangen soll. Die meisten Collektionen enthalten Material, welches zur breiten Masse zählt. Höher, oder hochwertige Marken zeichnen sich dadurch aus, dass sie am markt selten, bzw. seltener, angeboten werden. Ebenso unwahrscheinlich ist es, dass sich solche Marken irgndwo befinden und noch nicht entdeckt wurden. Viele Raritäten bedürfen aber auch einer genauen Betrachtung, am besten am Original, denn bei manchen Seltenheiten handelt es sich um Abweichungen der Masse, die man auf den oft gezeigten Sammelscans nicht erkennen kann (WZ-Abarten, Druckausfall, Zähnungsunterschiede,...).
Für eine Sammlung mit hohem pekunären Wert muss ich auch erst einmal viel Geld investieren. Jetzt spielen hier 2 Faktoren rein, 1. von einigen Versandhäusern werden im Abo Sammlungen angeboten, mit einem riesigen Wertversprechen, der sich im Laufe der Zeit noch enorm steigern soll; 2. der sehr starke Preisverfall seit Anfang der 80er Jahre des letzten Jahrhunderts. Ersteres zielt von einigen Leuten auf der Materie Unwissende und deren Geldgier ab. Zweiteres ist durch auch durch Spekulation entstanden. Die ersten Ausgaben der Bundesrepublik, die eine geringe Auflage besitzen sind sehr schnell im (Sammler-) Preis gestiegen. Daraufhin fingen einige Briefmarkenhäuser an, aktuelles Material zu horten. Die Auflagenzahlen der Ausgaben schnellten auch in die Höhe. Das kann man sehr gut feststellen, wenn man sich die chronologische Preisentwicklung anschaut, am besten anhand der Wohlfahrtsmarken. Die ersten Ausgaben zählen noch zu den höherwertigen, seit Ende der 50er aber fällt der Preis ins Bodenlose. Erst mit dem Wegfall der beschränkten Gültigkeit stieg der Preis der postfrischen Marken. Der Preisverfall lässt sich auch sehr gut anhand der Olympiamarken von 1972 nachvollziehen. Kostete doch der Olympiablock (Block 7) Ende der 70er noch fast 50 DM Katalogpreis, so steht er heute bei ca. 6€ also ungefähr 12 DM. Wenn ich mir den Block über eine Online-Auktion beschaffe, dann erhalte ich den mit ein bischen Glück für ein paar Cent. Die meisten gezeigten Sammlungen enthalten aber 'nur' sogenannte Massenware. Wie bewertet man so etwas? In der einschlägigen Presse wurde und wird oft dazu berichtet. Prinzipiell kann man davon ausgehen, dass man für die Massenware von 1955 bis Ende 2001 bei relativ hoher Komplettheit von einem Handelswert von vielleicht 10€ ausgehen kann (postfrisch, wie gestempelt). Hat man jetzt noch einige 'Rosinen' in dem Sammelkuchen, dann kann sich so ein Preis schon mal nach oben entwickeln. So etwas lässt sich aber nicht auf die schnelle, und vor allem nicht an einem unscharfen digitalem Foto, erkennen (MiNr. 301I, 377Z-379Z, 441F,...). Auch schöne Vordruckalben, die die Sammlung attraktiver machen steigern nicht den Wert der Sammlung (hier ist es wie bein den Autos mit den Extras, diese erhöhen selten den Wert, aber es lässt sich leichter veräußern). Auktionshäuser und Händler schauen bei Sammlungen nur nach den hochpreisigen Marken. Diese weden dann bewertet, die Massenware und alles drum herum fällt so gut wie unter den Tisch. Der Anbieter, meist ahnungslos, ist dann sehr oft enttäuscht und sauer, weil derjenige, der die Sammlung aufgebaut hat meist sehr viel Geld in sein Hobby gesteckt hat.
Noch ein Wort zu den sogenannten "alten Marken". Auch bei den alten Marken gilt, die allerersten Ausgaben sind relativ rar und entsprechend teuer. Nachdem man erkannt hat, dass man mit relativ geringem Aufwand viel Geld machen kann, wurden Marken gehortet, usw. Und das schon zu Kaisers Zeiten! Ich schaue mir gerne Anfragen zur Wertbestimmung von Sammlungen und einzelnen Marken an, kann ich doch aus der Diskussion hieraus nur lernen, worauf ich achten muss und was ich besser machen kann. Bis jetzt hat mich beim Betrachten solcher Threads bisher einer vom Sockel gehauen, wo wirklich gutes, ja sogar Spitzenmaterial vorhanden war. 95% der anderen Beiträge zeigten oft Collektionen, die ein schöner Grundstock sind, um dieses Hobby weiterzuführen. Enttäuschend finde ich nur, wenn gezeigtes Material realistisch bewertet wird, in den absolut meisten Fällen sehr niedrig, und derjenige, der seine Sammlung gezeigt hat dann seinen Frust an den Leuten auslässt, die diese Bewertung abgegeben haben. Ich verstehe dann auch die Reaktionen von 'alten Hasen', die so gezeigtes Material nur runtermachen, mit Worten wie, ist nix wert. Solche Aussagen schrecken potentielle Sammler eher ab.
Wer anfangen will zu sammeln sollte sich immer im klaren sein, dass das Hobby Philatelie sehr zeitaufwändig und nicht gerade billig ist. Hat man einen netten Grundstock, so ist das wie ein Anschubser beim Rodeln, dass ja auch dann den meisten Spaß bringt, je schneller man ist. Die so gezeigten Sammlungen bilden oft einen netten Grundstock. Der oft geringe pekunäre Wert hat den Vorteil, dass man sich erst einmal austoben kann. Mit den so gewonnenen Erfahrungen, kann man sich dann auf Spezialisierungen stürzen. Wünschenswert wäre es, wenn man jedem Neuling einen Mentor an die Seite stellen könnte (ich betrachte dieses Forum ein klein bischen als so einen Mentor). Jemanden, der einen aufbaut, wenn es mal wieder frustrierend ist und der die große Euphorie ein bischen dämpft.
Ich freue mich jedenfalls, dass es dieses und auch andere Forum/Foren gibt. Ich werde bei einer Bewertung einer Sammlung oder auch Marke nicht das Objekt runtermachen, sondern ich werde versuchen, immer konstruktiv zu bleiben, damit unser schönes Hobby nicht in Vergessenheit gerät.

Beste Sammlergrüsse


El Mü
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Bolle
Mitglied in Bronze



BeitragThema: Re: Sammeln und Bewerten von Briefmarken und Sammlungen   Fr Jan 13, 2012 12:59 pm

Hallo el mue,

als Sammler, welcher sich seit ca. 50 Jahren mit den GEZACKTEN beschäftigt, habe ich den Artikel komplett gelesen. Da gibt es nichts hinzuzufügen.
Nur denke ich das diejenigen welche mit Opas Erbe und dem ominösen Dachbodenfund das schnelle Geld wittern diesen Artikel garantiert nicht lesen ( siehe den Artikel von Mozart .....Opas Sammlung von gestern 9:53 pm ).

Den ernsthaften Sammlern dieses und anderer Foren wünsch ich weiterhin viele schöne Stunden bei UNSEREM Hobby.

Herzliche Grüße von Bolle
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Fauna-Bernd
Mitglied
Mitglied



BeitragThema: Re: Sammeln und Bewerten von Briefmarken und Sammlungen   Fr Jan 13, 2012 3:12 pm

Grundsätzlich ist meinen beiden Vorpostern
in dieser Frage voll zuzustimmen.
Briefmarkensammeln (Philatelie) dient, wie viele andere Sammelhobbies auch, vorrangig einer sinnvollen Freizeitgestaltung.
Geldzuverdienen durch deren Wertzuwachs geschieht nur in den seltesten Fällen- zumal die Sammlerschaft auch beständig abnimmt.
Für solche pekunären Absichten gibt es risikobehaftetere Methoden,
wie Spekulieren im Parketthandel (Börse) mit Rohstoffen, Edelmetallen udgl.
Dies überlasse ich gerne den "Großkopferen" mit den nötigen Mitteln für einen eventuellen Erfolg.

...und damit wären wir beim Knackpunkt aller diesbezüglichen Briefmarken-Anfragen:
Wie war der Gestehungspreis ?
Eine low/no-budget-Sammlung bringt im Normalfall auch dementspechend-
nämlich
(fast) nichts im Veräußern......
denn von nichts kommt auch nichts... eine alte Marktweisheit.
....aber viel in der Weiterbeschäftigung damit
meint
FB
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wilma
Mitglied in Bronze



BeitragThema: Re: Sammeln und Bewerten von Briefmarken und Sammlungen   Fr Jan 13, 2012 8:05 pm

Hallo zusammen,

ich stimme euch in allen Punkten zu ja

Was ich noch erwähnen möchte ist die Literatur!!!! Ist bei der (geerbten) Sammlung nicht ein einziger Katalog (Michel, ANK, Zumstein, etc.) dabei, dann kann es sich nicht um eine Sammlung sondern nur um eine ANsammlung handeln. Mehrere Katalog, vielleicht auch Auktionskataloge und weiterführende Literatur sind meist ein Zeichen, dass die Sammlung Werte enthalten KANN.

meint, Wilma

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balf_de
Mitglied in Bronze



BeitragThema: Re: Sammeln und Bewerten von Briefmarken und Sammlungen   So Jan 15, 2012 9:28 pm

Hallo El Mü, Hallo zusammen!

Eigentlich ist hier schon alles gesagt (nur noch nicht von allen zw )

Zumindest möchte auch ich Dir zu diesem bemerkenswerten Artikel gratulieren. Du hast eigentlich alle wesentlichen Aspekte angerissen, welche die Außendarstellung unseres Hobbys negativ beeinflussen. Auf einen möchte ich konkret eingehen: der von skrupellosen Geschäftemachern wie Herrn Schwenn in den späten 1960er Jahren künstlich erzeugte Hype, der potentiellen Sammlern große Gewinnmöglichkeiten suggerierte, brachte das Briefmarkensammeln in Misskredit. Trotzdem setzte sich die Assoziation von Briefmarken mit schnellen Gewinnmöglichkeiten in vielen Köpfen fest, was bis heute – nicht nur bei Erben und Dachbodenfindern – nachwirkt. Aber dieser falsche und gefährliche Ansatz wird auch unterstützt von Marketingoffensiven einiger Auktionshäuser (und last but not least auch der Post AG), die z.B. mit „Audrey-Hepburn-Funden“ aus der Kiloware illusorische Hoffnungen wecken.

Auch wenn vor einiger Zeit bei einer spektakulären „Exklusiv-Auktion“ mit großer Presse-Präsenz und handverlesenen Gästen der Verkauf eines reichlich ramponierten Mauritius-Postoffice-Knochens bei Champagner und Kaviar zelebriert wurde, so hilft das nicht wirklich, das Image des Briefmarkensammelns zu verbessern und junge Leute an unser Hobby heranzuführen.

Wobei ich aber über die diesbezüglichen Strategien und Maßnahmen der Verbandsfunktionäre des BDPH besser den Mantel des Schweigens breiten möchte. hl

Um noch einmal auf Herrn Schwenn zurückzukommen, den ich als einen der Hauptverantwortlichen für unsere heutigen Akzeptanzprobleme sehe: für mich gibt es auch aktuell deutliche Anzeichen, dass durch die sehr aggressive Vertriebsstrategie eines bestimmten Auktionshauses, wo seit einigen Jahren ein großes Rad gedreht wird, die gesamte Philatelie noch mehr als bisher gefährdet werden könnte, wenn hier eine Seifenblase öffentlichkeitswirksam platzen sollte. Bitte, fragt mich nicht, wen ich meine. Ich denke, wer sich mit den großen Auktionen befasst, weiß schon Bescheid.

Lieber El Mü, Du hast schon einige treffende Kommentare bekommen, die ich unterstreichen möchte:

Leider, leider teile ich @Bolle’s Befürchtung: kaum einer der Erben und Finder wird Deine Zeilen lesen, obwohl das sicher ein wichtiges Anliegen für Dich ist.

Mit @Faunabernd bin ich in einem Punkt nicht ganz einer Meinung: es gibt wohl kaum „risikobehaftetere“ Anlagen als eine Briefmarkensammlung. (Aber ich glaube, das hat er auch so gemeint). Denn er hat natürlich recht: Philatelie ist eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung. Nicht mehr und nicht weniger.

@Wilma hat mit der Frage nach der Literatur ein ganz wichtiges Kriterium zur Wert-Schätzung einer Sammlung genannt und mit der Unterscheidung von „Sammlung“ und „ANsammlung“ auf den Punkt gebracht.

Dem ist wirklich nichts mehr hinzuzufügen.
Viele Grüße
balf_de
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jupasydi
Mitglied
Mitglied



BeitragThema: Dachbodenfinder   Mo Jan 23, 2012 11:55 am

Hallo zusammen,

auch ich gehöre zu den hier bereits erwähnten "Nachlaßverwaltern und Dachbodenfindern".

Ich lese schon Ihre Beiträge komplett und mit Interesse, da ich jetzt schon mehrere Jahre auf diesem Fundus sitze. Nach den ersten Versuchen und Erfahrungen habe ich die Verkaufsbemühungen auf Eis gelegt, da ich eben dieses Gefühl hatte, daß, nachdem mein Schwiegervater bereits über den Leisten gezogen wurde, ich der Nächste bin.

Ich habe wirklich Hochachtung vor den leidenschaftlichen Sammlern! Mein Schwiegervater gehörte, für mich, allerdings eher zu den "dann bestell' ich mir mal was-Typen". Ich will jetzt hier auch keine Namen nennen über welches Briefmarkenverkaufshaus er sein Abo hatte - aber ich hatte schon Ende der 70er Jahre ein eher mulmiges Gefühl, daß sich zunächst einmal Ende der 80er bestätigte, als er seine Münzen veräußerte und selbstfeststellte, daß seine Sammelleidenschaft nicht die erhoffte Belohnung fand, sondern eher in seinem Verlust und hohem Gewinn dieses Versand-/Auktionshauses endete.

Dies hielt aber nicht davon ab (wie ich aber erst nach seinem Tod feststellte) einige Marken (ich glaube 5 oder 6 Stück), die ihm noch in seiner Deutschlandkollektion fehlten zum Preis von 2.000,00 DM bei diesem Versand nachzubestellen.
Diese Erkenntnis, sowie die Bemerkungen einiger Philatelisten und Markenhändler, verursachte schon etwas Frust bei uns. Deshalb stellte ich diese Veräußerungsbemühungen auch im Januar 2008 ein.

Nun machte meine Frau mir übers Wochenende klar, daß diese "Lagerware" doch endlich einmal ausgelagert werden müßte. So bin ich denn bei der Suche auf dieses Forum und den Artikel von el mue u.a. gestoßen.

Auf Grund des Gelesenen habe ich zumindest etwas Hoffnung, daß sich unser Wunsch evtl. mit Eurer Hilfe, doch erfüllen läßt. Nämlich diese Marken zu einem angemessenem Preis in Hände zu geben, die nicht anschließend den nächsten "Patienten" mit der erworbenen "Ware" über den Tisch ziehen.

Vielleicht gibt es ja auf diesem Sektor, was ich mir in der heutigen Zeit eigentlich nicht vorstellen kann, tatsächlich noch Jungsammler, die ein echtes Interesse an der Philatelie haben und solch' eine Sammlung als Grundstock oder Sartschuß sehen.

Ich möchte die Marken nur in guten und verantwortungsvollen Händen wissen, die nicht nur den "Reibach" im Kopf haben. Geht so etwas - und, wenn ja, wie?

Über jede freundliche, offene und ehrliche Antwort freuen wir uns.

Viele Grüße
Nach oben Nach unten
Bolle
Mitglied in Bronze



BeitragThema: Re: Sammeln und Bewerten von Briefmarken und Sammlungen   Mo Jan 23, 2012 12:37 pm

Hallo,

endlich einmal ein richtig vernünftiger Artikel oder Beitrag eines Erben einer sicherlich nicht kleinen und billigen Sammlung.

Sicher gibt es noch Jungsammler, nur werden sich diese ,Deine zu veräußernde Sammlung nicht leisten können. Also stehst wieder am Anfang Deiner Recherchen.

Viel Glück , versuch es weiter.......

Herzlichst Bolle aus dem Forum
Nach oben Nach unten
jupasydi
Mitglied
Mitglied



BeitragThema: Re: Sammeln und Bewerten von Briefmarken und Sammlungen   Mo Jan 23, 2012 1:03 pm

Hallo,

vielen Dank für die kurzfristige und aufmunternde Antwort.

Ich gehe einfach einmal davon aus, daß es hier "Leute" gibt, die solche Werte leichter ermitteln können als ich. Da meine Zeit etwas viel beschränkt ist müßte ich meiner Frau und/oder Tochter einmal bitten einige Infos oder evtl. auch Fotos zusammenzuschreiben, die ich dann hier einstellen könnte, wenn's denn helfen kann.

Er hat ja eigentlich alles immer mit viel Sorgfalt betrieben, sodaß das nicht zu aufwendig sein kann. Er ist halt nur irgendwann einmal, so meine Vermutung, diesem Massenversendungswahn einiger gewinngeiler Mitmenschen zum Opfer gefallen, die den Sammlern wohl auch irgendetwas suggeriert haben, das es nicht gibt.

Wenn es denn dann noch jemanden geben sollte, der sich diesem, sicherlich schönen Hobby, aus wirklicher Leidenschaft widmet und ihm diese Sammlung als Start hilft - dann wird sie sicherlich auch "leistbar" werden.

Nochmals vielen Dank und viele Grüße
Nach oben Nach unten
Bolle
Mitglied in Bronze



BeitragThema: Re: Sammeln und Bewerten von Briefmarken und Sammlungen   Mo Jan 23, 2012 1:14 pm

Hallo noch einmal,

um für Dich in dieser Problematik etwas voran zu kommen. Stell doch einfach mal nur die Sammlungen ein.

Land, postfrisch oder gestempelt, Zeiraum der Sammlung, Grad der Besammlung im Zeitraum, gibt es Belege, oder Motivsammlungen, sind Spezial- oder etwaige Themensammlungen dabei.....

So in dieser Art, denk schon das sich damit mehr Sammler in diesen Beitrag hineinlesen und Dich möglicherweise kontaktieren.

Herzlichst Bolle
Nach oben Nach unten
el mue
Mitglied
Mitglied



BeitragThema: Wert einer Sammlung steigern   Mo Jan 23, 2012 1:16 pm

@jupasydi,

Das Ankaufen einiger Spitzenwerte zu einer Sammlung kann den Wert selbiger steigern, und zwar genau dann, wenn die Kollektion deutlich kompletter wird. Beispiel: Ich habe eine Sammlung Bundespost postfrisch ziemlich komplett von 1949 bis 1990, mir fehlen nur noch einige wenige, wie zB. die Marienkirche und aus dme Posthornsatz die letzten 3 Werte (70, 80 und 90Pf). In diesem Fall macht es schon Sinn, einen tiefen Griff in die Tasche zu tun und diese Ausgaben zu erwerben (Tausch finde ich immer besser als Kauf). Der Wert der Sammlung könnte sich durch die Komplettierung erheblich steigern. Soviel zu der Zusatzinvestition Deines Großvaters. Etwas anderes ist es, wenn man sich Briefmarken kauft als Geldanlage. Die, die das Geld dabei anlegen sind idR. die Verkäufer. Wenn man (noch) kein Sammler ist und sich partout nicht als solcher betätigen möchte, dem rate ich Finger weg von solchen Sachen. Wenn ich von einem Gebiet nichts verstehe, dann sollte ich die Finger davon lassen (Schuster bleib bei Deinen Leisten). Ich will nicht damit ausdrücken, dass Du nicht versuchen solltest die Sammlung zu verkaufen. Vlt. ist ja doch einer Deiner Nachfahren bereit die Zeit und auch eigenes Kapital in die Sammlung einzubringen und diese fort zu führen.

Aus eigener Erfahrung weiss ich, Briefmarken Sammeln ist äußerst spannend, der sich mit der Geschichte der Briefmarken befasst, sei es Zeppelinpost, Nachkriegszeit oder auch die Umstellung auf den Euro (die Liste könnte unendlich lang werden).

Beste Sammlergrüsse


El Mü

P.S.: Wenn Du erst einmal kurz anreißt, um welche Gebiete es sich handelt, dann können wir Dir auch mitteilen, was daraus beachtens- und beurteilenswert ist.
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Kontrollratjunkie
Moderator



BeitragThema: Re: Sammeln und Bewerten von Briefmarken und Sammlungen   Mo Jan 23, 2012 2:27 pm

Hallo jupasydi,

wie meine Vorschreiber schon angemerkt haben, sind für eine realistische Einschätzung der Sammlung nähere Angaben unabdingbar. Bei alledem bitte niemals vergesen, daß es ein Hobby ist, welches Geld kostet. Mal mehr, mal weniger. Bei mir eher mehr, aber das wird den meisten leidenschaftlichen Sammlern so gehen. Jeder Euro, der in die Marken geht ist erst einmal weg und kommt auch nicht wieder. Auch andere Hobby`s kosten Geld und man sollte sich nicht nur in irgendwelchen imaginären "Werten" verlieren. Das hat die Philatelie nicht verdient.
Aber ich denke auch, aus Deinen Beiträgen herausgelesen zu haben, daß Du an die Sache ganz realistisch herangehst.
Wenn ausreichende Informationen bekannt sind, werden hier sicher auch ehrliche Meinungen abgegeben. Und wenn die Sammlung interessant ist, warum sollte man dann nicht über einen Verkauf reden können ?
Jedenfalls kannst Du die hier schreibenden Mitglieder beruhigt als Sammler und nicht als Händler ansehen, die den schnellen Euro machen wollen. Das ist mit Briefmarken m.E. sowieso nicht möglich.

Ich freue mich auf weitere Informationen und vielleicht ein paar schöne Bilder der Sammlung.

Gruß
KJ
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jupasydi
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BeitragThema: Re: Sammeln und Bewerten von Briefmarken und Sammlungen   Mo Jan 23, 2012 7:46 pm

Hallo Euch allen,

habe jetzt die Infos gelesen und - versucht - umzusetzen. Ein vergebliches Unterfangen!

Muß gleich mal sehen, wie ich einige Fotos einstellen kann. Aber momentan überwiegt ein bischen - ich weiß nicht genau - die Erinnerung, der Frust, oder doch die Hochachtung?

Habe vor einer Stunde Feierabend gemacht und mir jetzt einmal angesehen, was meine Lieben alles (wieder) zusammengetragen haben. Es ist zu schade, um im Keller zu verrotten! Wenn ich mehr Zeit hätte, könnte ich mich diesem Hobby, fast, widmen. Es ist wirklich faszinierend und irgendwo ein Teil deutscher Geschichte.

Also ich habe diesen, für mich, Berg wieder einmal durchgeschaut und bin eigentlich wahrlich beeindruckt. Zumal die Kommentare meiner Frau schon bemerkenswert sind (wir durften keine Briefmarken wegwerfen / wenn die Mutti das gewußt hätte, wieviel Geld er da ausgegeben hat; aber er hat ja immer nur geantwortet, daß das später mal richtig was wert ist)!

Er hat also folgendes zusammengebracht (nur eine grobe Übersicht, weil man als Laie das gar nicht durchblicken kann):
1 Buch mit den Berliner Sondermarken von 1948 - 1985 (einige Lücken in den Jahren 1949 und 1950)
3 Bücher mit den Deutschlandmarken von 1949 - 1986 (mit einigen Lücken 1949 und 1950). Bei den Lücken, könnte ich schon fast professionell anmerken, natürlich auch einige Posthorn-Marken. Sollte el mue die Lübecker Marienkirche meinen - die sind dabei.
3 Bücher mit den Ersttagsblättern von Berlin von 1975 - 1985
4 Bücher mit den Ersttagsblättern von Deutschland von 1974 - 1986
8 Einsteckalben mit Marken aus aller Welt, inkl. einigen Erstausgaben
diverse Boxen mit abgelösten und nicht abgelösten Briefmarken, gestempelt und ungestempelt
ein kleiner Berg von Umschlägen mit nicht eingeordneten Marken, sowie Sonderausgaben

Wir sind also wirklich nicht in der Lage dies alles einzuordnen! Für jede Hilfe bin ich nach wie vor sehr dankbar.

Viele Grüße
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el mue
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BeitragThema: Re: Sammeln und Bewerten von Briefmarken und Sammlungen   Mo Jan 23, 2012 11:05 pm

@jupasydi,

also dass klingt schon mal recht ordentlich, was Du da schreibst. Wie man Dir ja schon mitteilte, nimm die Alben und Boxen mal mit zu einem Briefmarkenverein und zeig das mehreren Leuten. Dann wirst Du mit Sicherheit schon mal eine Richtlinie bekommen, was Du ungefähr erwarten kannst. Die Alben mit den Ersttagsblättern, die kannst Du wohl zu hause lassen, da bei Ersttagsblättern (zur Zeit) keine, wirklich keine, Nachfrage besteht. Es ist auch nicht absehbar, ob da überhaupt wieder eine Nachfrage dazu kommt. Auf Flohmärkten werden die Angeboten wie Sauerbier. Da bekommt man schon ganze Jahrgänge überkomplett für ein oder zwei Euro.
Bei den Berlinmarken sind besonders aus den Anfangsjahren die Marken mit dem diagonalen Aufdruck BERLIN in schwarz und auch in rot interessant. Da es bei diesen Ausgaben sehr viele Fälschungen und Verfälschungen gibt, würde es schön, wenn Du sie uns mal zeigen könntest, am besten als Scan mit 200% und nicht als Foto. Auf einem Scan kann man den Winkel des Aufdrucks genau bestimmen und auch den Aufdruck am besten bewerten. Es reicht für so ein Scan ein günstiger Scaner, musst also nicht denken, dass das alte Ding, das neben dem Computer steht nicht ausreicht. Bei den Marken alle Welt, das muss man sich anschauen. Hierbei geht es darum, welche Länder sind vorhanden, welche Zeit betrifft das. Genauso bei den Kästchen, das muss man sich anschauen, welches Gebiet da angesammelt wurde, um sie später der eigenen Sammlung zuzufügen.
Wenn Du zu dem Verein gehst, dann kannst Du die Ersttagsblätter erwähnen, aber wie oben schon beschrieben, der monetäre Wert ist hier sehr gering.

Beste Sammlergrüsse


El Mü
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jupasydi
Mitglied
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BeitragThema: Re: Sammeln und Bewerten von Briefmarken und Sammlungen   Mi Jan 25, 2012 12:06 am

Wieder einmal Hallo,

ich weiß gar nicht, ob die hochgeladenen Fotos von gestern gesehen werden konnten.

Ist aber auch egal, weil ich jetzt, nach el mue's Tipp mal ein bischen was eingescannt habe. Und zwar irgendetwas aus einem Einsteckalbum (ist voll mit Weltraumflugs- und Olympiamarken), sowie aus der Deutschlandcollection die erste Seite von 1949.

Hoffe das sagt Euch was.

Die Mächtigkeit an Vereinen hier in Essen habe ich noch nicht wirklich gefunden. Aber es wird schon gehen.

Viele Grüße

PS.: Ich bekomme die gescannten Bilder offensichtlich noch nicht hochgeladen (Format nicht akzeptiert). Nebenbei bemerkt: ich bin nicht wirklich ein Freund der heutigen, technischen Möglichkeiten, weil ich sie ohne Ende hasse, obwohl ich Ende der 90er Jahre die weltweit teuersten Geräte hatte. Aber ich wußte damals schon welche negative Entwicklung auf die Menschheit zurollte und habe danach drastisch reduziert.

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Bolle
Mitglied in Bronze



BeitragThema: Re: Sammeln und Bewerten von Briefmarken und Sammlungen   Mi Jan 25, 2012 12:13 am

Hallo,

Du bist mit 58 Jahren nicht der Einzige den es technisch so geht, man funktioniert zwar, aber Spaß hat man keinen dran.

Herzliche Grüße in den Ruhrpott von Bolle
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jupasydi
Mitglied
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BeitragThema: Re: Sammeln und Bewerten von Briefmarken und Sammlungen   Mi Jan 25, 2012 12:23 am

@Bolle,

vielen Dank für's Verständnis - ist leider heute nicht wirklich immer so.

Beispiel von heute gefällig?!:
Habe letzte Woche von einem Architekten Zeichnungen gemailt bekommen, weil wir uns heute getroffen haben (hätte ich früher auch per Post zeitig erhalten). Am Ende des heutigen Treffens der Kommentar: "Ich sende Ihnen dann die Zeichnungen noch einmal per mail zu". Meine Gegenfrage: "Ist denn da was anderes als die der letzten Woche?" Antwort: "Nein, aber ich habe dann ein besseres Gefühl, daß ich alles verteilt habe".

Da fehlen mir die Worte - ich habe die letzten 3 Stunden damit verbracht mir zugesandte mails mit Anhängen auszudrucken. Von den Zuordnungen und Beantwortungen will ich noch gar nicht reden! Sind die Menschen wahnsinnig geworden?

Viele Grüße aus Essen
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Sammeln und Bewerten von Briefmarken und Sammlungen

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