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 Das Grundbestecke eines Briefmarkensammlers

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AutorNachricht
el mue
Mitglied
Mitglied



BeitragThema: Das Grundbestecke eines Briefmarkensammlers   So Mai 12, 2013 10:29 am

Liebe Sammlerkollegen,

da hier im Forum viele Anfänger vertreten sind, möchte ich einmal niederschreiben, was so ein Sammler unbedingt benötigt und auch worauf man achten sollte.

1. Pinzette:
Die Pinzette gewährleistet zum einen, dass man die Briefmarke von A nach B bewegen kann ohne Fingerabdrücke auf der Gummierung zu hinterlassen. Eine Pinzette lässt auch eine bessere
Feinmotorik zu, dadurch wird (meist) die Zähnung oder der Rand bei geschnittenen Marken gerade und die Marke wird nicht verbogen oder geknickt.

2. Lupe:
Eine Lupe ermöglicht es dem Betrachter Details besser zu erkennen. Dieses ist manchmal bei älteren Marken zur Unterscheidung verschiedener Auflagen notwendig. Abweichungen im
Druckbild werden leichter erkannt.

3. Katalog:
Zum Anfang reicht ein einfacher Briefmarkenkatalog der das Sammelgebiet umfasst. Dort findet man die grundlegenden Informationen um seine Sammlung zu sortieren. Eine chronologisch
aufgebaute Sammlung ermöglicht es, dass jeder Betrachter schneller sich in der Sammlung zurecht findet, da fast jeder Sammler nach dem gleichen System seine Sammlung aufbaut.
Ist man schon erfahrener in seinem Sammelgebiet, dann sollte man (auch wenn diese Ausgaben wesentlich teurer sind) sich einen Spezialkatalog zulegen. Hier werden dann Abweichungen
von den Normalausgaben aufgeführt und die Besonderheiten ausführlicher besprochen.

4. Wasserzeichensucher:
Im Grunde reicht ein schwarzes oder dunkles Schälchen in das man etwas Waschbenzin oder gereinigtes Benzin aus der Apotheke gibt. Selbst postfrische Marken kann man damit untersuchen,
da das Benzin die Gummierung idR. nicht angreift. Vor dem Benzinbad sollte man aber im Katalog nachschauen, ob die Marke selber nicht empfindlich auf Benzin reagieren (BSP: Deutsches Reich,
MiNr.750).

5. Zähnungsschlüssel:
In Zeiten, wo die Wirtschaft eines oder mehrere Staaten chaotisch verlief, wurde sehr viel improvisiert. Dadurch sind Marken ausgegeben worden, wo die Abstände der Zähnungslöcher unterschiedlich
sind. Bestes BSP sind die AM-Post Marken, die es in den unterschiedlichsten Varianten gibt. Einige Marken wurden aber auch geschnitten verausgabt. Um den Betrieb am Schalter zu erleichtern sind
einige Beamte auf die Idee gekommen, diese Markenbogen selber zu perforieren. Man spricht dann von Postmeistertrennungen. Solche Trennungsarten werden in Spezialkatalogen aufgeführt.

6. Schwarzlichtlampe:
Um Fluoreszenzen zu unterscheiden (BSP: Bund, MiNr. 347) benötigt man eine entsprechende Lichtquelle. Dafür lässt sich oft schon eine einfache Geldscheinprüflampe verwenden. Während
normales Papier blass lila bleibt, leuchtet das fluoreszierende Papier meist gelblich oder weiß.

Das ist für mich das Grundbesteck. Weiterführend wären dann noch PC, Scanner und USB-Mikroskop, sowie eine Prüflampe mit fest einstellbaren Lichtfrequenzen.
Sollte der eine oder andere Kollege noch Verbesserungsvorschläge oder Erweiterungen haben, so freue ich mich, wenn diese hier mitveröffentlicht werden.

Beste Sammlergrüße


El Mü
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Dino
Mitglied in Bronze



BeitragThema: Das Grundbestecke eines Briefmarkensammlers   So Mai 12, 2013 10:56 am

Um Papierstärke zu messen (ZB. Österr.Trachtenserie) einen Mikrometer.
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christoph1982
Mitglied
Mitglied



BeitragThema: Re: Das Grundbestecke eines Briefmarkensammlers   So Mai 12, 2013 11:36 am

Eine digitale Schiebelehre reicht auch aus und kostet nicht mal ein Viertel.


Bezüglich katalog reicht auch ein etwas älterer. der vom Vorjahr oder vor zwei Jahren ist bei ebax schon um 50% vom Neupreis zu bekommen. Wichtig ist auch immer gleich den Spezialkatalog zu kaufen.


Beim Start einer Sammlung sollte man sein Sammelgebiet kräftig einschränken. Ich hab begonnen mit Österreich ab 1945, hab mich dann auf 1945 spezialisiert und jetzt baue ich beide Sammlungen mit Belegen aus. Nicht nur nach Michel sammeln, denn es gibt noch viel mehr als da gelistet ist. Genau dadurch wird eine Sammlung auch was besonderes. Wichtig ist auch noch Marken nicht vom Brief ablösen sondern ganze Belege sammeln. Man sollte auch nur sauberes Material sammeln, beschädigte Marken, besonders ab 1950 gehören in den Müll und nicht in mein Album. Das größte Album ist bei mir der Mistkübel. Bei gestempelten Marken sehr streng sein, und bei Belegen kann man die Grenze stark nach oben setzen. Spuren der Beförderung gehören dazu!!!

Marken mit Stockflecken nur nach gründlicher Behandlung ins Album stecken!!!
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el mue
Mitglied
Mitglied



BeitragThema: Re: Das Grundbestecke eines Briefmarkensammlers   So Mai 12, 2013 1:40 pm

Zu den beschädigten Marken,

habe ich eine Marke in meiner Sammlung, die beschädigt ist und keinen Ersatz dafür, dann stecke ich entweder einen kleinen Zettel dazu oder drehe die Marke auf den Kopf. Komme ich in den Genuss, die beschädigte Marke auszutauschen, dann wandert diese zu den Tauschmarken, aber immer mit dem, dass die Marke auf dem Kopf steht oder ein Hinweis daneben ist. Gerade bei gestempelten Marken gibt es Sammler, die Wert auf gute Stempel und weniger auf die Qualität der Marke achten. Wenn der Stempel aber auch nichts besonderes (Wellenstempel, schlecht abgeschlagen, ...) oder es sich um eine ungebrauchte Marke handelt, dann wandert diese in die große Kruschelkiste, wo sich Jungsammler kostenlos Ihre Sammlung ergänzen können. Bei starken Beschädigungen schmeiße ich die Marken auch schon mal weg.
Versucht man eine Grundsammlung zur Farbunterscheidung aufzubauen, dann ist es auch schon mal von Vorteil eine beschädigte Marke zu haben, um die Farbe mit anderen Marken zu vergleichen. Dieses lohnt sich aber nur, wenn deutliche Farbunterschiede erkennbar oder zu dokumentieren sind. Ich sehe es in so einem Fall dann auch nicht ein, mir unbedingt eine 'billige' Marke zu ersetzen, die nur die teure Farbe hervorheben soll.

Beste Sammlergrüße


El Mü
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christoph1982
Mitglied
Mitglied



BeitragThema: Re: Das Grundbestecke eines Briefmarkensammlers   So Mai 12, 2013 2:51 pm

Gerade wenn man sich Farbketten anlegt, sollte man dies nur mit postfrischen Marken machen. Bei abgelösten Marken kann sich die Farbe durch die Reaktion mit Wasser etwas verändern, bzw. man kann sich nicht sicher sein ob die Markle nicht chemisch nachbearbeitet wurde. Gut für für das Füllen von Lücken in der Farbkette eignen sich auch Falzmarken. Farbe ist nicht verändert und noch dazu sind sie billig.

Für die Farbbestimmung sind immer mehrere Marken von nöten und nicht nur ein Verglichsstück, denn jede Farbe geht immer von bis.



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Kontrollratjunkie
Moderator



BeitragThema: Re: Das Grundbestecke eines Briefmarkensammlers   So Mai 12, 2013 11:48 pm

Marken und Belege mit Stockflecken gehören m.E. in kein Album mehr.
Zum einen sieht es sehr unschön aus und zum anderen sind diese Schäden irreparabel. Es ist ein Pilz, also ein lebender Organismus.

Gruß
KJ
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christoph1982
Mitglied
Mitglied



BeitragThema: Re: Das Grundbestecke eines Briefmarkensammlers   Mo Mai 13, 2013 8:16 am

Der Pilz muß natürlich behandelt werden. Es geht mir da nicht um die Entfernung dieser sondern ums abtöten. Ein recht einfacher Weg dafür ist tiefer Frost oder auch Bestrahlung bzw. Begasung. Meine Freundin ist Chemikerin und die macht dies für mich.

Man kann aber bei Belegen auch die Optik erheblich verbessern, nur sind die Mittel im Briefmarkenfachhandel wenig geeignet.

Wenn ich Von Marken mit Stockflecken spreche dan meine ich aber Marken mit noch leichtem Befall, so wie diese auf dem Foto.


Für eine Vergleichssammlung bzw. Farbkette sind sie auch in diesem Zustand noch ok, wobei der obere Block schon stark grenzwertig ist.
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effi
Mitglied
Mitglied



BeitragThema: Re: Das Grundbestecke eines Briefmarkensammlers   Mo Mai 13, 2013 8:59 pm

Eine super Idee von Euch!

Es wäre schön wenn ihr noch auf die Lupenstärke eingehen könntet.
Bin ja auch noch Anfänger,sauge alle Infos auf.

Beste Grüße
effi
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el mue
Mitglied
Mitglied



BeitragThema: Re: Das Grundbestecke eines Briefmarkensammlers   Di Mai 14, 2013 10:47 am

Hallo effi,

ich habe 2 Lupen in Gebrauch. Eine (vom Discounter) ist rund und sehr groß, diese hat zwei verschiedene Stärken, indem im unteren Bereich eine stärkere Vergrößerung eingeschliffen ist. Die 2. ist eine Taschenlupe, wo ich ebenfalls 2 Stärken habe, indem ich eine oder zwei Gläser ausziehen kann. Beide liefern gute Ergebnisse. Die Vergrößerung liegt im Bereich 5-10 -fach. Für richtig große Betrachtungen verwende ich meist den Scanner oder das USB-Mikroskop. Viele vermeintliche Plattenfehler konnte ich so schon als nichtig entlarven.

Beste Sammlergrüße

El Mü

P.S.: Bei der Pinzette ist ganz wichtig, dass diese keine scharfen Kanten haben oder die Grifffläche geriffelt ist. Kosmetische Pinzetten sind absolut ungeeignet für die Philatelie. Solche können die Briefmarken erheblich beschädigen und somit wertlos machen.
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christoph1982
Mitglied
Mitglied



BeitragThema: Re: Das Grundbestecke eines Briefmarkensammlers   Di Mai 14, 2013 11:01 am

Ich verwende mehrere Lupen, sind aus meiner Sicht auch notwendig.

Eine mit kleiner Vergrößerung 3 fach oder so um sich einen groben Überblick zu verschaffen, besonders für Belege wichtig.Eignet sich auch gut bei der Bestimmung der Riffelung

Eine mit 8 facher Vergrößerung um die Marke genau anzusehen. Ist auch wichtig zum erkennen von Anhaftungen oder Falzungen. Für die Plattenfehlerbestimmung auch schon gut zu verwenden.

Eine mit 20 facher Vergrößerung zur Bestimmung der Druckart und zur Feststellung von Nachgummierungen. Ich verwende sie auch zur Farbbestimmung und zur prüfung des Gummis auf Sprünge und beginnende Stockflecken.

Von einem USB Mikroskop rate ich ab, da die Verfälschungen, besonders der Farbe, sehr groß sind. Da ist ein kleines Taschenmikroskop um 20 oder 30€ oft besser geeignet. Ich verwende dieses hier http://www.hummel-buch.de/Leuchtturm-Taschen-Mikroskop
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Briefmarkentor
Mitglied in Bronze



BeitragThema: Re: Das Grundbestecke eines Briefmarkensammlers   Di Mai 14, 2013 11:57 am

@christoph1982 schrieb:
Eine mit 20 facher Vergrößerung zur Bestimmung der Druckart und zur Feststellung von Nachgummierungen.

Hallo christoph1982,

vielleicht kann du hier einmal zeigen und erläutern, wie man Nachgummierungen erkennt. Diese Wissen fehlt einigen sicher noch, bzw. sie sind sich unsicher in der Bewertung ihrer Ergebnisse.


Viele Grüße

Marko
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christoph1982
Mitglied
Mitglied



BeitragThema: Re: Das Grundbestecke eines Briefmarkensammlers   Di Mai 14, 2013 2:00 pm

So einfach wie man meint ist des Erkennen von Nachgummierungen nicht. Schlechte Nachgummierungen sind zu erkennen, dass an den Zahnspitzen die Papierfasern verklebt sind. Dies ist mit einer Lupe mit starker Vergrößerung gut zu sehen. Greift man die Marke an den Zähnen an so fühlen sich diese hart an.

Auch recht einfach zu sehen ist, der in den Zahnlöchern übergelaufene Gummi, dieser ist als Glanz an den Rändern auf der Vorderseite zu sehen. Aber auch nur bei schlechter Arbeit.

Um gute Arbeit zu erkennen ist ein Vergleich mit Vergleichsstücken notwendig. Hier geht es um Glan, Farbe, Strucktur, Riffelung,.. vom Gummi.

Eine Möglichkeit ist auch eine Dickenmessung, weicht sie stark ab kann hier auch eine Manipulation vorliegen.

Wenn man diese Dinge im Zusammenspiel betrachtet kann man schon einiges erkennen. Es gibt aber so gute Arbeiten, die nur gute Prüfer oder sehr erfahrene Sammler erkennen. So gibt es bei den Sätzen Österreich 1890 und ff. viele sehr gut nachgummierte Marken deren Erkennung sehr viel Erfahrung, Können und Vergleichsmaterial benötigt.

Auch wenn eine Marke einen Falz hat muß der Gummi noch lange nicht echt sein. Gerade bei teuren Marken wird der Gummi oft neu gemacht (Starke Anhaftungen, mehrere Fälze,...) und mit einem sauberen Erstfalz versucht dies zu verheimlichen.
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Das Grundbestecke eines Briefmarkensammlers

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