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 Südamerikafahrt 1930, Post nach Sevilla

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balf_de
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BeitragThema: Südamerikafahrt 1930, Post nach Sevilla   Mi Jun 05, 2013 3:20 pm

Hallo zusammen,

Etwas ruhig ist es geworden um die Zeppelinpost im Briefmarkenforum. Für meinen Geschmack sogar etwas zu ruhig ... nein
Dagegen möchte ich etwas unternehmen! Ein ganz bestimmter Brief ist mir aufgefallen, als ich kürzlich meine Sammlung „Südamerikafahrt 1930“ einem guten Freund zeigte, als der bei mir zu Besuch war.

Diesen Brief möchte ich hier zeigen und auf seine Besonderheiten hinweisen. Bei der Auswahl des passenden Threads fiel mir auf, dass die „Post nach Sevilla“ bisher noch fehlt.
Eigentlich erstaunlich, da es gerade hierzu einiges zu sagen gibt – zweimal landete „Graf Zeppelin“ in Sevilla, auf dem Hinweg Richtung Brasilien am 19. Mai und auf dem Heimweg nach Friedrichshafen am 5. Juni 1930. Bei der Katalogisierung der beiden Etappen sind sowohl bei Sieger als auch bei Michel einige Fragezeichen zu setzten, auf die ich gerne in diesem Thread noch näher eingehen möchte.

Aber beginnen möchte ich mit dem besagten Brief, dessen Abweichung von der Norm mir erst kürzlich aufgefallen ist. Das ist zwar nicht der chronologisch korrekte Beginn, denn es handelt sich um einen Brief, der erst bei der zweiten Landung in Sevilla entladen wurde, aber er gibt mir die Möglichkeit, euch nach den Besonderheiten zu fragen – meine „treuen Zeppelinfreunde“ wissen ja, dass ich gerne interaktiv kommuniziere...

Das ist der Brief:


Sieger 57.O), Michel 67)a.

Was fällt euch auf? Mein Tipp: das unsägliche nasse Stempelkissen aus Sevilla, über das ich mich an anderer Stelle schon mehrfach beklagt habe, ist nicht gemeint, aber trotzdem gibt es mehr als eine "richtige Rätsel-Lösung" ... hl

Viele Grüße
Alfred (balf_de)
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kawa
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BeitragThema: Re: Südamerikafahrt 1930, Post nach Sevilla   Mi Jun 05, 2013 6:21 pm

Guten Abend

als ZF-Laie versuche ich es trotzdem. Auch wenn ich mich plamiere rw
Ich sehe einen N.Y-Stempel könnte New York sein.
Ein weiterer Stempel zeigt die Südamerikafahrt ????
Warum dann ein N.Y. Stempel ???
Wurde der Brief erst auf der Rückfahrt entladen
und sind dies die Besonderheiten ? oh

Gruss
kawa

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Polarfahrtsucher
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BeitragThema: Re: Südamerikafahrt 1930, Post nach Sevilla   Mi Jun 05, 2013 7:09 pm

Hallo Alfred,

vielen Dank für die Eröffnung dieses neuen Threads. Mir ist auch schon aufgefallen dass es zur interessanten Etappe Sevilla noch keinen Eintrag gibt, umso besser hier einen schönen Start hinzulegen.

@balf_de schrieb:

Etwas ruhig ist es geworden um die Zeppelinpost im Briefmarkenforum. Für meinen Geschmack sogar etwas zu ruhig ... nein

Ja in der Tat, dem muss ich zu meinen Bedauern zustimmen. Ich versuche hin und wieder einen Beitrag zu starten, allerdings mit eher mässigen Erfolg. Vermutlich sind meine Beiträge mangels Expertenwissens einfach nicht interessant genug.
Umso besser hier wieder @Kawa anzutreffen. Schön zu sehen dass es auch noch andere Zeppelin Interessenten gibt.

Nun zum Thema:
@balf_de schrieb:

Was fällt euch auf? Mein Tipp: das unsägliche nasse Stempelkissen aus Sevilla, über das ich mich an anderer Stelle schon mehrfach beklagt habe, ist nicht gemeint, aber trotzdem gibt es mehr als eine "richtige Rätsel-Lösung" ... hl
Ich liebe deine "Rätsel Ecke" lachen !
Also mir sind 4 Besonderheiten aufgefallen.

1. Die 2RM Zeppelinsondermarke beinhaltet den Plattenfehler "Mond über Luftschiff". Ich weiss Alfred legt hier nicht so viel Wert darauf, finde aber diesen Plattenfehler als den schönsten Vertretter dieser Gattung.

2. Das Porto dürfte nicht korrekt sein. Für den "Roundtrip" bis nach Sevilla war der gleiche Portosatz fällig, wie zur gesamten Fahrt nach Friedrichshafen. Eigentlich hätten es 12 RM sein sollen.
Wurde scheinbar aber nicht beanstandet und der Beleg wurde trotzdem befördert.

3. Der von @Kawa angesprochene "Rückankunftsstempel" ist zwar auf den Belegen öfters mal zu finden, dürfte aber hier eigentlich gar nicht abgeschlagen sein. Dieser Stempel mit "New York" Aufschrift war als "Dankeschön" für Sammler in den USA bestimmt welche die Post nach der Zeppelinfahrt wieder auf normalen Wege zurückgesandt bekammen. Dazu wäre allerdings eine amerikanische Adressangabe notwendig gewesen. Scheinbar war aber der Zeppelinvertretung in Spanien "Banquera, Kusche, Martin" (in Zusammenarbein mit "von Meister" siehe Meisternummer) schon klar dass ihr Auftraggeber in USA (Absenderangabe) einen solchen gerne sehen würde.

4. Vermutlich die größte Besonderheit ist der Ankunftsstempel in Sevilla. Meine Belege zur 2. Etappe (spanische und mein einziger Deutscher ... den ich später eventuell zeigen könnte) tragen alle das Datum 5. Juni 1930. Auf deinem Beleg ist aber der 7. Juni abgeschlagen. Also wurde der Beleg erst nach der Landung in Friedrichshafen in Sevilla im Postamt angenommen. Ich denke nicht, dass der Beleg einen Irrweg von Sevilla - Friedrichshafen - Sevilla mit gemacht hat, da die Zeitspanne hierfür vermutlich zu knapp war. Möglicherweise wurde aber in Sevilla etwas "getrödelt und verlegt" und der Beleg wurde erst später wieder entdeckt.
Der Stempel auf deinem Beleg zeigt 7 Jun.7T. Wäre interessant zu wissen was es mit dem "7T" auf sich hat. Vermutlich eine Zeitangabe für 7 Uhr vor/nachmittag. Allerdings taucht auf den "normalen" Abschlägen vom 5. Juni die Angabe "11" auf, also ohne Zusatz vor/nachmittag.
Weiss man mehr darüber?

Hoffe ich liege hier nicht auf dem Holzweg, auf die Auflösung der ganzen Geschichte bin ich jedenfalls gespannt!

Schönen Gruß
Klaus
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kawa
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BeitragThema: Re: Südamerikafahrt 1930, Post nach Sevilla   Mi Jun 05, 2013 7:23 pm

@Polarfahrtsucher schrieb:

Ja in der Tat, dem muss ich zu meinen Bedauern zustimmen. Ich versuche hin und wieder einen Beitrag zu starten, allerdings mit eher mässigen Erfolg. Vermutlich sind meine Beiträge mangels Expertenwissens einfach nicht interessant genug.
Umso besser hier wieder @Kawa anzutreffen. Schön zu sehen dass es auch noch andere Zeppelin Interessenten gibt.

Schönen Gruß
Klaus

Hallo Polrfahrtsucher

lesen tue ich die ZF-Thread immer, interessiert mich.
Mangel an Wissen hindert aber Beiträge von mir.
Auf diesem Wege wieder einmal danke für die schönen Belege die ihr zeigt
mit den interessanten Schilderungen.

Gruss
kawa

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balf_de
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BeitragThema: Re: Südamerikafahrt 1930, Post nach Sevilla   Mi Jun 05, 2013 9:25 pm

Hallo kawa, Hallo Klaus, Hallo zusammen,

über euere schnellen und ausführlichen Stellungnahmen habe ich mich sehr gefreut – so macht das Briefmarkenforum richtig Spaß! lachen
Ihr beide habt mir eine maßgerechte Vorlage geliefert – die angesprochenen Fragen treffen genau ins Schwarze, was mich an der zweiten Landung in Sevilla besonders interessiert. Aber es wäre unseren möglichen Zaungästen kaum zumutbar, das alles in einem Beitrag abzuhandeln, deshalb zunächst einmal das Wichtigste:

Mein "Rätsel" ist vollständig gelöst – mehr „Besonderheiten“ habe ich auch nicht entdeckt.
Das habt ihr beide gesehen:

@kawa schrieb:
Ich sehe einen N.Y-Stempel könnte New York sein. ... Warum dann ein N.Y. Stempel ??? Wurde der Brief erst auf der Rückfahrt entladen
@Polarfahrtsucher schrieb:
Der von @Kawa angesprochene "Rückankunftsstempel" ist zwar auf den Belegen öfters mal zu finden, dürfte aber hier eigentlich gar nicht abgeschlagen sein. Dieser Stempel mit "New York" Aufschrift war als "Dankeschön" für Sammler in den USA bestimmt, welche die Post nach der Zeppelinfahrt wieder auf normalen Wege zurückgesandt bekamen.

Genau diesen Punkt möchte ich gerne zurückstellen – natürlich hat es mit der Adresse Baquera Kusche & Martin S.A. zu tun. Da gibt es noch mehr zu zeigen, bitte um etwas Geduld!

Beginnen möchte ich mit dem philatelistischen Teil: der besonderen Frankatur.



Neben dem gut ausgeprägten bekannten Plattenfehler „Mond über dem Luftschiff“ bei der MiNr. 438 (der sogar mir aufgefallen ist) habe ich auf der unteren 4-RM-Marke ebefalls eine Unregelmäßigkeit entdeckt, die sicher nichts mit dem nassen Stempelkissen zu tun hat. Ist der „Stern vor dem Luftschiff“ eine Druckzufälligkeit? Vielleicht lässt sich das noch klären ...

Viele Grüße und bis bald ...

Alfred (balf_de)
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balf_de
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BeitragThema: Re: Südamerikafahrt 1930, Post nach Sevilla   Mi Jun 05, 2013 10:14 pm

@Polarfahrtsucher schrieb:

Das Porto dürfte nicht korrekt sein. Für den "Roundtrip" bis nach Sevilla war der gleiche Portosatz fällig, wie zur gesamten Fahrt nach Friedrichshafen. Eigentlich hätten es 12 RM sein sollen.
Wurde scheinbar aber nicht beanstandet und der Beleg wurde trotzdem befördert.
Sehr richtig, lieber Klaus! Eigentlich ist es mit den Portostufen ganz einfach (wenn man einmal die falschen amerikanischen Bekanntmachungen außer Acht lässt): Es gab bei dieser ersten Dreiecksfahrt drei "Erdteil-Etappen" - von Europa nach Südamerika, von Südamerika nach Nordamerika und von Nordamerika zurück nach Europa. Und für jede dieser Abschnitte waren 4 RM für Briefe bzw. 2 RM für Postkarten zu frankieren. Die innereuropäischen Etappen - Friedrichshafen <-> Sevilla - kosteten wie alle "kleinen" Fahrten in den ersten Jahren der Zeppelinpost 2 RM bzw. 1 RM.

Natürlich war das im New Yorker Büro von Meister bekannt. Von daher ist klar, dass der Absender meines oben gezeigten "besonderen" Briefs diesen selbst frankierte statt - wie es auch möglich gewesen wäre - ihn unter Umschlag unfrankiert mit einem beigefügten Scheck an von Meister zu schicken. Dann wäre er erst in Friedrichshafen frankiert worden.

(Nur zur Erinnerung: der New Yorker Agent der Zeppelingesellschaft, F.W. von Meister, besorgte für die amerikanischen Sammler die gewünschten Belege zu den Zeppelin-Fahrten, für die SAF 1930 auf Wunsch auch mit deutscher, spanischer oder brasilianischer Frankatur. Die mit deutschen Marken frankierten - oder zu frankierenden - Briefe und Karten wurden im geschlossenen Paket per Dampfer und Eisenbahn nach Friedrichshafen transportiert, wo sie ggf. frankiert und postalisch behandelt wurden - wieder einmal stellen sich den Bedarfspost-Sammlern die Nackenhaare ...)

Ein richtig frankierter aus USA stammender Brief sieht so aus:



Aber er teilt das "Geheimnis" des verspäteten Ankunftstempels aus Sevilla vom 7. Juni und den eigentlich nicht zu erwartenden Rückankunftstempel aus New York vom 23. Juni 1930.

Aber - wie gesagt - darauf möchte ich noch genauer eingehen ...

Viele Grüße, bis bald ...
Alfred (balf_de)
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Kontrollratjunkie
Moderator
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BeitragThema: Re: Südamerikafahrt 1930, Post nach Sevilla   Do Jun 06, 2013 12:03 am

@Polarfahrtsucher schrieb:

Ja in der Tat, dem muss ich zu meinen Bedauern zustimmen. Ich versuche hin und wieder einen Beitrag zu starten, allerdings mit eher mässigen Erfolg. Vermutlich sind meine Beiträge mangels Expertenwissens einfach nicht interessant genug.
Umso besser hier wieder @Kawa anzutreffen. Schön zu sehen dass es auch noch andere Zeppelin Interessenten gibt.

Hallo Klaus,

Deiner Aussage im oben aufgeführten Teilzitat, dritter Satz, muss ich ausdrücklich widersprechen.
Deine Zeppelinbeiträge sind immer lesenswert und nach meiner eingeschränkten Einschätzung von einer Menge Wissen
über die Materie getragen. Ich bin ein wenig entsetzt, hatte mir Alfred doch sonst immer die Krone des Understatements verliehen.
Offenbar möchtest Du mir gerne den Rang ablaufen.

Auch ich lese (natürlich) die Beiträge zur Zeppelinpost sehr gerne und freue mich immer, wenn es etwas Neues gibt.
Leider habe ich mich in dieser Richtung etwas rar gemacht, aber es sind noch einige Belege vorhanden, die es zu zeigen und besprechen gilt.

Also, nicht aufgeben und weiter so schöne Themen bedienen, Rätsel sind natürlich auch immer gut.
Leider komme ich erst jetzt dazu, die Fragen zu lesen. Zu spät, die Messe ist gelesen....

Gruß
KJ
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balf_de
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BeitragThema: Re: Südamerikafahrt 1930, Post nach Sevilla   Do Jun 06, 2013 2:26 pm

@Kontrollratjunkie schrieb:

Deiner Aussage im oben aufgeführten Teilzitat, dritter Satz, muss ich ausdrücklich widersprechen.
Deine Zeppelinbeiträge sind immer lesenswert und nach meiner eingeschränkten Einschätzung von einer Menge Wissen
über die Materie getragen. Ich bin ein wenig entsetzt, hatte mir Alfred doch sonst immer die Krone des Understatements verliehen.
Offenbar möchtest Du mir gerne den Rang ablaufen.

Richtig, lieber @Kontrollratjunkie - das musste einmal gesagt sein! Übrigens könnte ich mich eigentlich um diese offenbar sehr erstrebenswerte Krone auch mit guten Aussichten bewerben: keiner von euch bearbeitet ein so eng begrenztes Sammelgebiet wie ich ....

Nein, aber ernsthaft: ganz einfach ist es nicht, bei der Südamerikafahrt 1930 richtige „Forschung“ zu betreiben, denn Voraussetzung dafür ist neben guter Literatur in erster Linie möglichst viel Material – d.h. eine umfangreiche Sammlung. Und dabei gibt es einen ganz wichtigen Hinderungsgrund: man findet die Belege dieser Fahrt nur äußerst selten in den 1-Euro-Kisten auf Flohmärkten und Tauschtagen. Schuld daran hat eigentlich weniger die Seltenheit sondern hauptsächlich die hohen Katalogpreise der Briefmarken, die für die meisten Poststücke frankiert wurden.

Da steht ja z.B. noch diese Frage im Raum, die man vielleicht durch „Forschung“ beantworten kann:

@Polarfahrtsucher schrieb:
Vermutlich die größte Besonderheit ist der Ankunftsstempel in Sevilla. Meine Belege zur 2. Etappe (spanische und mein einziger Deutscher ... den ich später eventuell zeigen könnte) tragen alle das Datum 5. Juni 1930. Auf deinem Beleg ist aber der 7. Juni abgeschlagen. Also wurde der Beleg erst nach der Landung in Friedrichshafen in Sevilla im Postamt angenommen. Ich denke nicht, dass der Beleg einen Irrweg von Sevilla - Friedrichshafen - Sevilla mit gemacht hat, da die Zeitspanne hierfür vermutlich zu knapp war. Möglicherweise wurde aber in Sevilla etwas "getrödelt und verlegt" und der Beleg wurde erst später wieder entdeckt.

Im Michel-Katalog gibt es sogar eine Notiz zu diesem Thema: „Ast. Sevilla kommen mit den Daten vom 5., 6. und 7. Juni vor.“
Und natürlich erwähnt auch der beste Zeppelinpost-Katalog, den ich kenne – das Schweizerische Luftposthandbuch – diese drei möglichen Ankunftsdaten (Wirklich jammerschade, dass hier nur die Schweizer und Liechtensteiner Post behandelt wird)

Anhand deutscher Belege das „Warum“ der verzögerten Ankunftstempel zu lösen, ist garantiert unmöglich – die Siegernummer 57.G) und 57.O) sind dafür viel zu selten und völlig zurecht wesentlich höher bewertet als die ähnlich frankierten Rundfahrtbriefe (die „Berliner“ Nr. 57.V gibt es überhaupt nicht – aber das ist ein anderes Thema). Aber es gibt ja noch andere Post nach Sevilla:

Sieger 59.C) - Rio-Sevilla

Das ist der „Normalfall“: am Ankunftstag des Luftschiffs wurde der (stets gut getränkte) Maschinenstempel aus Sevilla abgeschlagen. Meist geschah dies rückseitig, aber häufig ist die Stempelfarbe des danach bearbeiteten Briefs auch vorderseitig zu sehen.

Aber fast genauso häufig findet man den Ankunftstempel vom 7. Juni – wie schon bei den beiden deutschen Briefen gezeigt. Aber immer zusammen mit dem (Posteingangs-) Stempel der Firma Baquera Kusche & Martin S.A., einer großen Handelsfirma in Sevilla, die als spanische Agentur für die Zeppelingesellschaft fungierte.

Vielleicht sollte ich kurz erklären, wieso BK&M so viel Post aus USA erhielt. In der ersten Verlautbarung der amerikanischen Postbehörde zu der Zeppelinfahrt war zunächst zu lesen:

„Articles to be prepaid with German stamps for dispatch from Friedrichshafen, or with Spanish stamps for dispatch from Seville should be mailed in time for delivery to Mr. von Meister not later than Apr. 28. Articles to be prepaid with Brazilian stamps for dispatch from Brazil should be mailed in time to reach Mr. von Meister not later than Apr. 26. Such articles will be sent by Mr. von Meister to the agents of the Graf Zeppelin at the different foreign offices named for the application of the proper stamps and delivery to the postal authorities.”

Die Adressen der einzelnen Agenten waren hier noch nicht erwähnt; man ging zunächst davon aus, dass die amerikanischen Sammler ausschließlich Post aufliefern wollten, die bis nach Lakehurst befördert werden sollte (und normalerweise an ihre eigene Heimatanschrift adressiert war).
Sicher aufgrund von Rückfragen wurde im US Postal Bulletin Nr. 15282 vom 25.4.1930 ergänzend erklärt, dass auch Post für andere Etappen als nach Lakehurst aufgeliefert werden konnte.
Da steht (in einer Übersetzung von Roland F. Kohl):

„Sendungen, die von Friedrichshafen nach Sevilla, Pernambuco oder Rio de Janeiro befördert werden sollen, können an eine beliebige Adresse an diesen Orten gerichtet sein oder auch an den Namen des Absenders c/o Agentur des Graf Zeppelin in folgenden Orten:
Baquera, Kusche & Martin S.A., Sevilla
Borstelmann & Cia., Pernambuco
Theodor Wille & Cia., Avenida Rio Branco 79, Rio de Janeiro“

Etwas weiter im Text dieses Bulletins folgt noch ein wichtiger Absatz:

„Alle Sendungen, die mit US-Briefmarken freigemacht sind und nach Friedrichshafen verschifft werden zur Beförderung mit Graf Zeppelin nach Sevilla, Pernambuco, Rio de Janeiro, Lakehurst oder zurück nach Friedrichshafen werden auf der Vorderseite mit einem Sonderstempelabdruck versehen werden mit der Inschrift „First Europe-Panamerica-Round Flight Graf Zeppelin – US Air Mail“ und den Namen aller Landeorte.(da ist der große violette Rhombenstempel gemeint) Diejenigen Sendungen, die an Empfänger in den USA gerichtet sind, werden nach ihrer Rückkehr nach USA einen Ankunftstempel in grüner Farbe erhalten (entweder aus Lakehurst oder aus New York)


59.B) Recife-Sevilla

Das kann nur so zu verstehen sein: der Vertreter von BK&M nahm die an ihn gerichtete Post schon beim Luftschiff in Empfang, sortierte die nach USA zurückzusendenden Briefe und Karten aus und übergab diese erst zwei Tage später der spanischen Post.

Aber die Kataloge nennen auch das Datum 6. Juni auf dem Sevilla-Ankunftstempel. Danach habe ich allerdings lange suchen müssen …


59.B) Recife-Sevilla

Hier erkannte der „Postmaster“ in Sevilla, der den Brief zunächst erhielt, dass er damit nichts anzufangen wusste und leitete ihn einen Tag später an BK&M weiter. Aber da sich der Brief nicht im großen Paket der übrigen nach USA zurückzusendenden Belege befand, erfuhr er nochmals eine Sonderbehandlung: bevor er wie die anderen von Sevilla aus mit dem Postdampfer zurück nach New York ging, landete er am 16. Juni nochmals beim Postamt in Sevilla.

Jetzt wissen wir auch, warum der New Yorker Rückkunftstempel auf den spanischen Belegen teilweise das Datum 16. Juni und teilweise 23. Juni trägt: die bei BK&M zwischengelagerten Poststücke verpassten den ersten Dampfer und konnten erst eine ganze Woche später die Heimreise in die USA antreten.

Viele Grüße
Alfred (balf_de)
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BeitragThema: Re: Südamerikafahrt 1930, Post nach Sevilla   Sa Jun 08, 2013 2:30 pm

Hallo Sammlerfreunde,

erstmal vielen Dank an Kawa und Kontrollratjunkie für eueren Zuspruch. Ist doch wieder mal schön etwas von Euch hier in der Zeppelinsparte zu hören.

@kawa schrieb:

lesen tue ich die ZF-Thread immer, interessiert mich.
Mangel an Wissen hindert aber Beiträge von mir.
Auf diesem Wege wieder einmal danke für die schönen Belege die ihr zeigt
mit den interessanten Schilderungen.

Alles klar, dann ich guten Gewissens den ein oder anderen Beitrag wieder verfassen. Schließlich will ich vermeiden Beiträge zu schreiben die allzu schnell im "Vergessenheits-Nirvanna" verschwinden.

@Kontrollratjunkie schrieb:

Auch ich lese (natürlich) die Beiträge zur Zeppelinpost sehr gerne und freue mich immer, wenn es etwas Neues gibt.
Leider habe ich mich in dieser Richtung etwas rar gemacht, aber es sind noch einige Belege vorhanden, die es zu zeigen und besprechen gilt.

Na dann bin ich mal gespannt welche Belege wir hier noch gezeigt bekommen. Bestimmt sind da schöne Stücke mit dabei!

Meinen herzlichen Dank gilt Alfred für seinen tollen und gut recherchierten Beitrag. Schon erstaunlich wie sich manche Dinge selbst nach gut 80 Jahren noch aufklären lassen.

@balf_de schrieb:

Jetzt wissen wir auch, warum der New Yorker Rückkunftstempel auf den spanischen Belegen teilweise das Datum 16. Juni und teilweise 23. Juni trägt: die bei BK&M zwischengelagerten Poststücke verpassten den ersten Dampfer und konnten erst eine ganze Woche später die Heimreise in die USA antreten.
[(balf_de)

Jetzt begreife ich auch woher dieses sehr späte Stempeldatum herrührt. Mann lernt halt hier immer wieder etwas hinzu! Vielen Dank Alfred!

An dieser Stelle kann ich meinen einzigen deutschen Zeppelinbeleg zur Südamerikafahrt zur 2. Landung in Sevilla zeigen. Sicherlich ist das Porto neben der nicht ganz abgeschlossenen Rundfahrt der Hauptgrund warum hier die Etappe Friedrichshafen - Friedrichshafen deutlich häufiger vorkommt. Wie oben schon erwähnt blieb das Porto mit 6 bzw 12 RM für beide Endstationen gleich. Ich denke die meisten Belege mit deutscher Frankatur dürften den "von Meister" Dienst zu verdanken sein die wieder zurück in die USA gingen.




Hier also die "Standardversion" mit Ankunftsdatum vom 5. Juni und somit auch der frühe Rückankunftsstempel von New York vom 16. Juni.
Eine kleine Besonderheit hat sich aber doch auf meinen Beleg eingeschlichen, könnt ihr sie finden?

Schönen Gruß
Klaus
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Kontrollratjunkie
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BeitragThema: Re: Südamerikafahrt 1930, Post nach Sevilla   So Jun 09, 2013 1:17 am

@Polarfahrtsucher schrieb:


Eine kleine Besonderheit hat sich aber doch auf meinen Beleg eingeschlichen, könnt ihr sie finden?

Schönen Gruß
Klaus

Hallo Klaus,

"kleine" Besonderheit, soso.....
Ohne so eine Granate je besessen zu haben würde ich einmal auf ein Exemplar der Mi.Nr. 438 II tippen, also den Plattenfehler
"Blitz durch das Heck des Luftschiffes".

Aber auch ohne diese zusätzliche Rarität ein Klassebeleg ! Meinen Glückwunsch.

Gruß
KJ
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balf_de
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BeitragThema: Re: Südamerikafahrt 1930, Post nach Sevilla   Mo Jun 10, 2013 6:16 pm

Hallo zusammen,

@Kontrollratjunkie schrieb:

"kleine" Besonderheit, soso.....

Da hat KJ schon Recht - und zwar in jeder Beziehung ...

Kann es sein, dass wir diesen Thread etwas von hinten aufgezäumt haben (ich weiß schon, wer damit angefangen hat . rw ) ?
Auch mit vereinten Kräften haben wir wahrscheinlich kaum mehr Möglichkeiten, uns jetzt noch zu steigern.

Deshalb möchte ich gerne auf die erste Landung in Sevilla am 19. Mai 1930 zurückkommen. Dieser Beleg steckt auf der ersten Seite meiner Sammlung; die Karte ist eine meiner ältesten Zeppelinbelege, sie ist schon mindestens 40 Jahre bei mir.


Sieger 57.I)

Viele Grüße
Alfred (balf_de)
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BeitragThema: Re: Südamerikafahrt 1930, Post nach Sevilla   Mo Jun 10, 2013 10:36 pm

Hallo,

@Kontrollratjunkie schrieb:

...würde ich einmal auf ein Exemplar der Mi.Nr. 438 II tippen, also den Plattenfehler
"Blitz durch das Heck des Luftschiffes"...

KJ

Natürlich hast du die Besonderheit richtig entdeckt!
Vielen Dank auch für die Blumen!

... aber auch bei Alfreds zweiten Beleg ist ein Blitz zu finden, allerdings auf der anderen Seite. Hier Plattenfehler 438 I "Blitz neben den Adler". Könnte ja sein Alfred hat ihn bisher noch nicht entdeckt (was ich allerdings nicht so recht glaube lachen ).
Hier nochmal ein (geliehener) Ausschnitt davon:


@balf_de schrieb:

Deshalb möchte ich gerne auf die erste Landung in Sevilla am 19. Mai 1930 zurückkommen. Dieser Beleg steckt auf der ersten Seite meiner Sammlung; die Karte ist eine meiner ältesten Zeppelinbelege, sie ist schon mindestens 40 Jahre bei mir.

Ein schöner Beleg, kein Wunder warum er in deiner Sammlung geblieben ist!
Fast schon außergewöhnlich ist die Frankatur, denn normalerweiser findet man hier die 1 RM Steinadler Luftpostmarke vor. Wie auch bei meiner Karte zur gleichen Etappe:





Neben Teilen des fast immer anzutreffenden gut getränkten Maschinenstempels ist auch ein schöner Abschlag des Sechseck Ankunftsstempels aus Sevilla zu finden.
Schön finde ich auch die Fotoseite der Postkarte. Ein Blick in den beineindruckenden und hoch modernen Funkraum der Graf Zeppelin.

Schönen Gruß
Klaus
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Polarfahrtsucher
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BeitragThema: Re: Südamerikafahrt 1930, Post nach Sevilla   Fr Jul 12, 2013 8:44 pm

Hallo Zeppelinfreunde,

auch dieses spannende Thema verdient es fortgesetzt zu werden. Bei den Besonderheiten die bereits gezeigt wurden, wird es Zeit für einen ganz gewöhnlichen Beleg:



Ein Brief von Friedrichshafen nach Sevilla zur ersten Landung. Ein Abwurf (wie auf dem Brief vermerkt) ist es nicht geworden, da Sevilla bekanntlich das erste Etappenziel war. Das Porto für diese Etappe ist mit 2 RM in Form der Steinadler Luftpostmarke korrekt frankiert. Und hier haben wir doch eine (kleine) Besonderheit, denn häufig findet man hier die Sondermarke zur Südamerikafahrt.



Auf der Rückseite ist Ankunftsstempel von Sevilla zu finden. Auch hier eine Abweichung von der Norm. Statt des abgeschlagenen Rundstempel aus Sevilla findet man normalerweise den gut eingefärbten Maschinenstempel auf den Belegen vor.

Auch wenn es kein Bedarfsbeleg ist (warum sollte man einen Brief über Sevilla zurück nach Deutschland senden) finde ich den Brief, gerade wegen der Einfachheit, doch gelungen. Vieleicht hat ja jemand aus dem Zeppelinumfeld (Absender aus Friedrichshafen) jemanden eine kleine Freude bereitet...

Schönen Gruß
Klaus
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balf_de
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BeitragThema: Re: Südamerikafahrt 1930, Post nach Sevilla   Mo Jul 15, 2013 8:40 pm

Hallo Polarfahrtsucher, Hallo zusammen,

@Polarfahrtsucher schrieb:
...  wird es Zeit für einen ganz gewöhnlichen Beleg:
Einspruch! Das ist wirklich kein ganz gewöhnlicher Beleg! Sicher findet man unter 100 nach Sevilla per Zeppelin beförderten Briefen mindestens 80 mit der MiNr. 438 und beim Rest der Briefe rangiert die Nummer 423 noch weit vor der "alten" Steinadlermarke MiNr. 383. Immerhin kannst Du mit diesem Brief eine bei Sieger gelistete "Normalfrankatur" nach Sevilla zeigen ...ja 

Heute habe ich nach über 4-wöchiger Wartezeit eine Karte aus USA beim Zollamt abholen können, wobei ich den Zollbeamten vergeblich zu überzeugen versuchte, dass es sich um eine "Sammlerbriefmarke" (für 7% Einfuhr-Umsatzsteuer) und nicht um eine Postkarte (für 19%) handelt ... zg 


Sieger 64.A - Friedrichshafen-Sevilla

Verglichen mit amerikanischer Zeppelinpost nach Lakehurst sind die übrigen Destinationen der per Schiff und Eisenbahn nach Friedrichshafen beförderten amerikanischen Karten und Briefe relativ selten zu finden. Nach Sevilla zu ersten Landung wurden insgesamt 315 Karten und 70 Briefe aufgeliefert (während nach Lakehurst 14.465 Karten und 5.465 Briefe gingen).

Das Porto für die "Kurzstrecke" der Luftschiffbeförderung betrug 65 Cents. Meine neue Karte wurde nicht direkt beim New Yorker Postamt in der Varickstreet aufgeliefert, wo die amerikanische Zeppelinpost vor dem Transport nach Europa gesammelt wurde sondern im Postamt Wallstreet in den Briefkasten gesteckt, weshalb das inneramerikanische Postkartenporto von 1 Cent zusätzlich frankiert wurde.

Viele Grüße
Alfred (balf_de)
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BeitragThema: Re: Südamerikafahrt 1930, Post nach Sevilla   Di Jul 16, 2013 5:15 pm

Hallo zusammen,
mindestens fünf Jahre lang war dies meine einzige amerikanische Karte, die auf dem Hinweg der SAF 1930 von Friedrichshafen bis zur ersten Landung in Sevilla befördert wurde:



wie man sieht, eine ziemlich ramponierte Postkarte aus Texas (die übrigens fast zeitgleich mit meiner neuen Karte aufgeliefert wurde).

Ursprünglich hatte ich die Absicht, diese "alte" Karte durch die neue zu ersetzen, aber wenn ich sie mir im Vergleich ansehe, "brauche" ich eigentlich beide: nicht nur wegen des unterschiedlichen Ankunftstempels aus Sevilla - auch diesmal ein Handstempel -, sondern vor allem wegen des deutschen Bestätigungsstempels, der bei meiner neuen Karte fehlt.
Nach dieser Feststellung habe ich alle meine "Amerikaner" angesehen: in aller Regel erhielten die Belege den roten deutschen Stempel, aber ausgerechnet bei der Post nach Sevilla - sowohl bei der ersten als auch bei der zweiten Landung entladen - fehlt er häufig. Aber ich habe keine Ahnung, ob da ein systematischer Fehler vorliegen könnte - es ist davon auszugehen, dass die aus New York angekommenen Poststücke schon vor Beginn der Fahrt in Friedrichshafen diesen Stempel erhalten sollten; vielleicht war ein Teil der nach Sevilla zu transportierenden Post zu schnell in den entsprechenden Postsack einsortiert worden.
Das ist wieder so ein kleines Rätsel, das wir sicher nicht mehr schlüssig aufklären können - mögliche Erklärungen bleiben spekulativ (aber für mich trotzdem spannend ja )

Viele Grüße
Alfred (balf_de)
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Polarfahrtsucher
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BeitragThema: Re: Südamerikafahrt 1930, Post nach Sevilla   Di Jul 16, 2013 11:00 pm

Hallo Alfred,
vielen Dank fürs Zeigen dieser schönen Stücke. Erst kürzlich habe ich den Katalogen geblättert um mir die Beförderungszahlen der amerikanischen Belege zur Südamerikafahrt anzusehen. Sieger macht es sich ja bekanntlich etwas einfach und ordnet die Belege stur nach Frankatur.
Wär doch toll auch so selten Stücke zum Standardpreis ergattern zu können! lachen 

@balf_de schrieb:

Ursprünglich hatte ich die Absicht, diese "alte" Karte durch die neue zu ersetzen, aber wenn ich sie mir im Vergleich ansehe, "brauche" ich eigentlich beide: nicht nur wegen des unterschiedlichen Ankunftstempels aus Sevilla - auch diesmal ein Handstempel -, sondern vor allem wegen des deutschen Bestätigungsstempels, der bei meiner neuen Karte fehlt.

Ich würde mich jedenfalls nicht von diesem Stück trennen. Auch der deutsche Text auf einer amerikanischen Karte finde ich interessant. Ich glaube mir würde generel der "Mut" fehlen mich von besonderen Stücken zu trennen.

@balf_de schrieb:

Einspruch! Das ist wirklich kein ganz gewöhnlicher Beleg! Sicher findet man unter 100 nach Sevilla per Zeppelin beförderten Briefen mindestens 80 mit der MiNr. 438 und beim Rest der Briefe rangiert die Nummer 423 noch weit vor der "alten" Steinadlermarke MiNr. 383. Immerhin kannst Du mit diesem Brief eine bei Sieger gelistete "Normalfrankatur" nach Sevilla zeigen ...ja 

Vielen Dank! Außerdem kann in noch so einen "Normalfrankatur" Beleg zeigen. Diesesmal mit dem Friedrichshafener Bordstempel am 19.5.1930; Sieger 57A. Auch das kleine "s" ist unschwer zu erkennen, mit dem man die Belege in Friedrichshafen bereits vorsortiert hat. Immer wieder schön finde ich die Schrift des Braunschweiger Sammlers Otto Krenge, dem wir eine Menge toller Zeppelinbelege zu verdanken haben.



Ungewöhnlich auch hier die Frankatur mit zwei relativ gewöhnlichen Marken mit dem erforderlichen Porto zu 1 RM. Schön anzuschauen ist auch die Ansichtsseite mir der Abbildung eines Landemanövers der Graf Zeppelin.

Schönen Gruß
Klaus
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balf_de
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BeitragThema: Re: Südamerikafahrt 1930, Post nach Sevilla   Do Jul 25, 2013 5:34 pm

Hallo Klaus, hallo zusammen,

@Polarfahrtsucher schrieb:
Immer wieder schön finde ich die Schrift des Braunschweiger Sammlers Otto Krenge, dem wir eine Menge toller Zeppelinbelege zu verdanken haben.
Da wird Dir jeder, der sich philatelistisch mit Zeppelinpost befasst hat, uneingeschränkt zustimmen!

Deine schöne "Normalfrankatur-Karte" gibt mir die Möglichkeit, bei meinem nächsten Sevilla-Beleg auf den Scan der Anschriftseite zu verzichten:

.. Die sieht Deiner Karte, lieber Klaus, nämlich zum verwechseln ähnlich (nur hast Du die wesentlich seltenere Postkarte ug )

Ich möchte gerne noch einmal auf meine "Amerikaner" nach Sevilla zurückkommen. Zeigen möchte ich eine Karte, die mir weniger wegen ihrer besonders guten Optik gefällt (der Postbeamte in Sevilla mit dem nassen Stempelkissen hat wieder einmal zugeschlagen fraglich  ), sondern weil sie zu den von mir besonders gesuchten fehlerhaft behandelten Belegen zählt:



Viel muss ich zu der interessanten Karte nicht sagen - sie hat vom "Roundtrip-" bis zum "Rückankunft-Stempel" alles, was man haben kann - auch der verzögerte Sevilla-Ankunftstempel braucht nicht nochmals erklärt werden.
Aber spannend ist die Frage, ob die Karte zu den 49 Karten (und 14 Briefen) aus USA gehört, die bei der zweiten Landung in Sevilla in der Literatur protokolliert sind. Vermutlich ist dies nicht der Fall, denn die Zahlen stammen von den Abrechnungsbelegen der Postverwaltungen mit der Zeppelingesellschaft. Und da wurden sicher nur Belege gezählt, die korrekt mit $ 1.95 bzw. $ 3.90 für Briefe freigemacht waren. Meine Karte blieb am 19. Mai versehentlich an Bord - die Zahlen zur zweiten Landung müssten eigentlich auf 50 Postkarten (mindestens!) korrigiert werden.

Viele Grüße
balf_de (Alfred)
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balf_de
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BeitragThema: Re: Südamerikafahrt 1930, Post nach Sevilla   Do Jul 25, 2013 10:29 pm

Hallo zusammen,

gerade habe ich mir meinen letzten Beitrag noch einmal angesehen - ich denke, es war keine gute Idee, nur die Postkartenseite meiner Krenge-Karte zu zeigen. Auch wenn man sie wirklich mit @Polarfahrtsuchers Karte verwechseln könnte. Immerhin wird erkennbar, dass nicht nur Händler "Dubletten" produziert haben, sondern auch begeisterte Sammler mehr als ein Dokument der Fahrt besitzen wollten.
Hier ist meine "Dublette" zusammen mit einem Krenge-Brief an die gleiche Adresse in Sevilla


Viele Grüße
Alfred (balf_de)


Zuletzt von balf_de am Mo Jul 29, 2013 5:18 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Polarfahrtsucher
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BeitragThema: Re: Südamerikafahrt 1930, Post nach Sevilla   So Jul 28, 2013 10:58 am

@balf_de schrieb:


...Viel muss ich zu der interessanten Karte nicht sagen - sie hat vom "Roundtrip-" bis zum "Rückankunft-Stempel" alles, was man haben kann - auch der verzögerte Sevilla-Ankunftstempel braucht nicht nochmals erklärt werden...

Hallo Alfred,

WoW, wirklich ein bemerkenswertes Stück Zeppelinpost! Da weiss man wirklich nicht wo man zuerst hingucken soll. Tja, mit der (notorisch) zuviel aufgetragenen Stempelfarbe must du wohl leben müssen, den ich kann mir nicht vorstellen ein vergleichbares Stück zu finden! Zwinkern 
Meinen Glückwunsch!


@balf_de schrieb:


... Immerhin wird erkennbar, dass nicht nur Händler "Dubletten" produziert haben, sondern auch begeisterte Sammler mehr als ein Dokument der Fahrt besitzen wollten...

Bei dem Anblick deiner schönen Krenge Stücke sind mir diese beiden österreichischen Belege aus meiner Sammlung eingefallen. Hier ein gewisser "Senior Boadella" dessen Namen ich auch schon auf mehreren schönen Zeppelinpoststücken gesehen habe. Möglicherweise wurde der Sammler von den bekannten Zeppelinpost Händlern versorgt, schließlich kommen mir die abgeschlagenen Leitvermerke auch bekannt vor.
Sieger 57 I Zuleitung Österreich



Auf beiden Belegen ist wieder der Maschinenstempel von Sevilla zu finden, darum kann ich mir die Rückseite diesesmal sparen. Die Karte ist  überfrankiert, den das Porto betrug 1,60 bzw 3,60 Schilling für Karte und Brief.*

Nach dem Brief musste ich länger suchen, ist auch verständlich, da die Stückzahl von Briefen dieser Zulieferung deutlich weniger waren.

Schönen Gruß
Klaus

* Nachtrag: Gerade habe ich gesehen, dass ich beim Porto der Karte 0,24 Schilling Auslandporto übersehen habe. Somit ist zwar die Karte immer noch überfrankiert, allerdings lediglich um 1 Groschen! Zwinkern 
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balf_de
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BeitragThema: Re: Südamerikafahrt 1930, Post nach Sevilla   Mo Jul 29, 2013 6:22 pm

Hallo Klaus,

@Polarfahrtsucher schrieb:
* Nachtrag: Gerade habe ich gesehen, dass ich beim Porto der Karte 0,24 Schilling Auslandporto übersehen habe. Somit ist zwar die Karte immer noch überfrankiert, allerdings lediglich um 1 Groschen! Zwinkern
Sehr schön korrigiert! Ich denke auch, dass wir  mit dieser „Überfrankatur“ gut leben können. Gut, dass ich mich hier nicht sofort als „Besserwisser“ produziert habe! (Wobei ich eigentlich die leise Hoffnung hatte, dass vielleicht unser alter Freund @Mozart hier mitgelesen haben könnte – denn der hätte auch sofort Bescheid gewusst, dass Sevilla zum Österreichischen Ausland gehört – und er war es vor ein paar Jahren, der mir die Portosätze im Jahr 1930 erklärt hat ...)

Hallo zusammen,
@Polarfahrtsucher schrieb:
Hier ein gewisser "Senior Boadella" dessen Namen ich auch schon auf mehreren schönen Zeppelinpoststücken gesehen habe.
Auch mir ist der Name Boadella schon mehrfach begegnet. Ganz sicher weiß ich es (noch) nicht, aber ich bin mir relativ sicher, dass es sich beim Absender um einen Briefmarkenhändler handelt. Es gibt zahlreiche Belege, die auf unterschiedlichen Etappen der SAF 1930 befördert wurden; in seinen privaten  Setzkasten-Stempel setzte er jeweils Start- und Landungs-Hafen der Fahrt ein. Herauszufinden, wer und wo er war, habe ich mir eigentlich schon lange vorgenommen, es waren nur immer wieder andere Recherchen wichtiger. Aber Deine schöne Karte und Dein seltener Brief des Herrn Boadella (bis heute kenne ich hauptsächlich Karten) sind ein guter Anlass, hier einmal nachzufassen.

Eines weiß ich übrigens sicher von Herrn Boadella: er war einer der wenigen - meines Wissens der einzige - Händler, der von dem erst im Jahr 1930 hinzugekommenen Vertragsstaat Ungarn wusste und entsprechende Belege produzierte: Ungarn war der letzte Staat, mit dem die Zeppelingesellschaft einen solchen Beförderungsvertrag abschloss, der die Frankatur mit eigenen Briefmarken erlaubte.  Offensichtlich war die Zeit seit dem Vertragsabschluss auch zu knapp, um vor der Fahrt in Ungarn noch Werbung für diese  Beförderungsmöglichkeit zu betreiben. Jedenfalls sind ungarische Belege ausgesprochen selten. Auffallend ist auch, dass im Gegensatz zu allen anderen Zuleitungs-Staaten aus Ungarn keine Beförderungszahlen bekannt geworden sind. (Jedenfalls habe ich diesbezüglich nirgends etwas gefunden). Ich bin überzeugt, dass es sich bei ungarischer Zuleitungspost zur SAF 1930 um eine zweistellige Stückzahl handelt.

Natürlich ist mir diese Karte eingefallen, als ich Deine österreichischen Belege sah:


Im Michel Zeppelinkatalog von 2002 sind für ungarische Zuleitungspost folgende Destinationen katalogisiert: Sevilla, Abwurf Praia, Recife, Rio und die Rundfahrt nach Friedrichshafen. Sieger nennt in der aktuellen 22. Auflage die gleichen Zielorte: statt Recife und Rio nennt er "Brasilien" - beide Kataloge kennen z.B keine Post nach Lakehurst; ein solcher Beleg wurde allerdings vor ein paar Jahren einmal bei Köhler versteigert. Die in den Katalogen genannten Preise für ungarische Belege würde ich als ziemlich fiktiv bezeichnen – es gibt praktisch kaum ein Angebot.

Viele Grüße
Alfred (balf_de)
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balf_de
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BeitragThema: Re: Südamerikafahrt 1930, Post nach Sevilla   Mi Aug 14, 2013 4:27 pm

Hallo zusammen,

hier gibt es auch eine „Baustelle“, wo ich mir vorgenommen habe, noch etwas weiter zu machen.
Das Stichwort „ungarische Zuleitungspost“ ist schon gefallen: kaum einer hat sie schon im Jahr 1930 gesehen aber auch kaum einer hat sie sehr vermisst. Erst durch den Zeppelinbesuch in Budapest im März 1931 und die zu dieser Fahrt aufgelieferten Poststücke – meistens attraktiv frankiert mit den guten anlassbezogenen Sondermarken MiNr. 438 und 439 – kam Ungarn so richtig in den Fokus der Zeppelinpost-Sammler.

Bis dahin ist ungarische Zeppelinpost richtig selten; die Katalognotierungen orientieren sich dabei weniger an der Seltenheit sondern an dem geringen Interesse der Sammler.

Einen weiteren Beleg aus meiner Sammlung muss ich hier zeigen. Dass er hier her gehört, wird aus der Rückseite der Karte ersichtlich:


Ja, da ist er, der bekannte Ankunftstempel aus Sevilla. Dass er diesmal nicht schmiert, ist ein schwacher Trost, wenn ihr euch die Vorderseite der Karte anschaut:


Eine ungarische Karte nach Lakehurst – Sieger 57.N) – bei Sieger und Michel unbekannt!
Dazu noch portorichtig für diese Etappe: 6 Pengö die Karte, 12 Pengö ein 20-Gramm-Brief. Und der Absender zeigt, dass man auch mit „krummen“ Werten richtig frankieren kann – sogar mit einer Satzfrankatur (MiNr. 430-437 + 428) Bitte nachrechnen!

Jetzt gibt es eigentlich nur zwei Möglichkeiten:

Die erste: es handelt sich um eine der zahlreichen Fehlleitungen bei dieser frühen Fahrt, die zumindest bezüglich der Postabwicklung  noch Pioniercharakter hatte. Die Karte ist der Post nach Sevilla, Siegernr. 57.I) zuzuordnen.

Für die zweite muss ich etwas ausholen: im Zusammenhang mit der Katalogisierung der zum Abwurf über Santa Cruz bestimmten Post aus Berlin – Sieger 57.Q) – bzw. Michel 63I)c. –, die aber tatsächlich bis Recife an Bord blieb, hatte ich vor einiger Zeit eine Diskussion mit Dieter Leder, der bekanntlich für den Schwanenberger Verlag bei der Entwicklung des Zeppelinpost-Katalogs beratend mitgewirkt hat. Meine These, dass grundsätzlich das tatsächliche Beförderungsziel eines Poststücks für die Zuordnung maßgeblich sei und nicht der vorgesehene Leitweg, dass also die nicht abgeworfene Post eigentlich zur Recife-Post (Sieger 57.R bzw. Michel 63c.) gehörte, widerlegte er wie folgt: falls nicht nur einzelne Belege falsch sortiert und befördert wurden sondern die gesamte für ein Ziel bestimmte Post falsch behandelt wurde, ist eine besondere – eigene – Katlognummer gerechtfertigt.

Zurück zu meiner „verhinderten“ ungarischen Nummer 57.N).
Die in beiden Katalogen fehlende Katalogisierung der Ungarn-Post nach Lakehurst weist auf die Möglichkeit hin, dass die gesamte dahin zu befördernde Post – sicher höchstens eine Handvoll Poststücke – versehentlich in Sevilla entladen wurde. Falls mir niemand einen Ungarn-Beleg mit dem grünen Lakehurst-Ankunftstempel zeigen kann, dann dürfte ich demnach meine Karte zu den Lakehurst-Belegen einordnen ...

Ist das dann aber richtig? Was versteht man unter der „gesamten“ Post – die Berliner Post war schließlich auch nicht die „gesamte“ für Santa Cruz bestimmte Post ......

Viele Grüße
Alfred (balf_de)
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Polarfahrtsucher
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BeitragThema: Re: Südamerikafahrt 1930, Post nach Sevilla   Mi Aug 14, 2013 10:19 pm

@balf_de schrieb:

Die in beiden Katalogen fehlende Katalogisierung der Ungarn-Post nach Lakehurst weist auf die Möglichkeit hin, dass die gesamte dahin zu befördernde Post – sicher höchstens eine Handvoll Poststücke – versehentlich in Sevilla entladen wurde. Falls mir niemand einen Ungarn-Beleg mit dem grünen Lakehurst-Ankunftstempel zeigen kann, dann dürfte ich demnach meine Karte zu den Lakehurst-Belegen einordnen ...

Ist das dann aber richtig? Was versteht man unter der „gesamten“ Post – die Berliner Post war schließlich auch nicht die „gesamte“ für Santa Cruz bestimmte Post ......
Hallo Alfred,

erstmal vielen Dank für deine Informationen und den tollen Ungarn Beleg!
Ich traue mir nicht zu, zu deiner hoch speziellen Frage eine Antwort zu geben, aber vielleicht hast du darauf selbst schon eine Lösung  gefunden:

@balf_de schrieb:

Im Michel Zeppelinkatalog von 2002 sind für ungarische Zuleitungspost folgende Destinationen katalogisiert: Sevilla, Abwurf Praia, Recife, Rio und die Rundfahrt nach Friedrichshafen. Sieger nennt in der aktuellen 22. Auflage die gleichen Zielorte: statt Recife und Rio nennt er "Brasilien" - beide Kataloge kennen z.B keine Post nach Lakehurst; ein solcher Beleg wurde allerdings vor ein paar Jahren einmal bei Köhler versteigert...
Somit dürfte also auf den "Köhler Beleg" ein Lakehurst Ankunftsstempel zu finden sein. Aber ehrlich gesagt weiss ich nicht was noch seltener anzutreffen ist, ein fehlgeleiteter Lakehurst Brief aus Ungarn der schließlich doch in Sevilla gelandet ist, oder ein tatsächlich nach New York gelaufenes Stück.
Ein toller Beleg ist es im jeden Fall und nimmt in deiner Sammlung sicherlich einen Ehrenplatz ein!

Ich hoffe ich komme nicht zu stark vom Weg ab, den mit einem Ungarn Beleg nach Sevilla kann ich selbstverständlich nicht dienen. Dafür kann ich aber eine Zuleitung aus Danzig zeigen um dich in diesem Thread etwas zu unterstützen.





Also ein Zuleitung aus Danzig nach Sevilla (erste Station) Sieger 57I.
Die schöne Ansichtskarte aus Danzig ist portorichig mit den erforderlichen 1,50 Gulden frankiert. Hier findet man keinen Maschinenstempel aus Sevilla sondern einen Handstempel von Cambio/Sevilla. Vielleicht kannst du mir hier weitere Informationen zu diesem Stempel geben.

Interessant finde ich auch den Text auf der Karte. Hier heisst es: "Diese Karte ist für das CA Mitglied ... bestimmt".
Ich habe meine Sammlung ein wenig durchforscht und zum Thema CA folgende Information gefunden:



Also eine Sammlergemeinschaft mit dem Namen: Concordia. Das Logo sieht mir sehr nach dem Weko (Weltkorrespondenz) Stempel aus, den wir auch schon mal hier besprochen haben. Evtl. gehören die beiden Vereinigungen auch zusammen.

Schönen Gruß
Klaus
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balf_de
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BeitragThema: Re: Südamerikafahrt 1930, Post nach Sevilla   Do Aug 15, 2013 5:59 pm

Hallo Klaus, hallo zusammen,

toll, dass Du hier weiter mitmachen kannst! Wenn man bedenkt, dass Du noch mehr sammelst als diese eine Fahrt ...
Noch einmal zurück zum Ungarn:

@Polarfahrtsucher schrieb:
Somit dürfte also auf den "Köhler Beleg" ein Lakehurst Ankunftsstempel zu finden sein.
Da legst Du den Finger in die Wunde: ich weiß es nicht genau. Irgend jemand in unserem Zwei-Personen-Haushalt hat vor einiger Zeit gründlich aufgeräumt – seither vermisse ich einige Kubikmeter alter Auktionskataloge – darunter auch ganz bestimmt den betreffenden Köhler-Katalog. Aber ehrlich gesagt weiß ich nicht mehr so genau, bei welcher Auktion die Karte überhaupt angeboten war. Dafür habe ich aber den Felzmann-Katalog vom November 2009 gefunden, wo die bisher umfangreichste ungarische Luftpost- und Zeppelinpost-Sammlung aufgelöst wurde. Da war unter anderem (neben meiner oben gezeigten) auch eine nach Havanna adressierte Karte im Angebot, die ebenfalls schon in Sevilla entladen wurde. (Die wurde mir aber zu teuer ...)

Deine Danzig-Karte gefällt mir! Danke fürsZeigen! Dass es neben – oder zusammen mit – WEKO einen weiteren internationalen Korrespondenz-Verein namens „Concordia“ gab, das wusste ich bis heute nicht. Auf jeden Fall war das eine gute Idee, wie Sammler zu besonderen und exotischen Belegen kommen konnten – siehe Deine Karte!

@Polarfahrtsucher schrieb:
Hier findet man keinen Maschinenstempel aus Sevilla sondern einen Handstempel von Cambio/Sevilla. Vielleicht kannst du mir hier weitere Informationen zu diesem Stempel geben.
„Cambio“ steht für Wechseln, Auswechseln – es handelt sich um einen Transitstempel, den man häufig bei Poststücken findet, die von Sevilla aus innerhalb Spaniens weiterbefördert wurden.

Nach Deiner schönen Vorlage zeige ich einen schlicht, aber mit 3 Gulden korrekt frankierten Brief nach Sevilla:

Sieger 57.I), Zuleitung Danzig, EF MiNr.210

Ebenfalls ein Handstempel als Ankunftstempel - ich denke, jetzt haben wir hier schon alle diesbezügliche Möglichkeiten gezeigt.

Viele Grüße
Alfred (balf_de)


Zuletzt von balf_de am So Aug 18, 2013 10:13 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Kontrollratjunkie
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BeitragThema: Re: Südamerikafahrt 1930, Post nach Sevilla   Fr Aug 16, 2013 12:33 am

Liebe Zeppeliner,

darf ich mal wieder eine völlig unqualifizierte Bemerkung machen und Euch für die Vorstellung
der tollen Belege aus Danzig danken ?  Danke, gemacht............lachen 
Die Danzig - Zuleitungen faszinieren mich immer wieder, die Frankaturen sind einfach sensationell.
Nicht vom Wert oder der Außergewöhnlichkeit her, sondern von puren Design der Marken.
Als lose Marken sind sie schon sehr schön, aber auf hübschem Beleg ist das eine ganz andere Qualität,
einfach toll. Glückwunsch zu den schönen Belegen.

Beste Grüße
KJ
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balf_de
Mitglied in Bronze
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BeitragThema: Re: Südamerikafahrt 1930, Post nach Sevilla   Sa Aug 17, 2013 1:17 pm

Hallo Kontrollratjunkie, Hallo zusammen,

dieses nette Kompliment fordert natürlich eine Fortsetzung mit einem Danzig-Brief zusammen mit einem herzlichen "Dankeschön" heraus:

Sieger 57.I) Zuleitung Danzig, MiNr. 208, 209

@Kontrollratjunkie schrieb:
Danke, gemacht............lachen 
Dieser Brief ist eigentlich mein einziger Sevilla-Beleg, bei dem ich den hässlichen Maschinenstempel vom 19.5.30 gerne auf der Adressseite gesehen hätte - als Entwerter für die spanische Frankatur, mit der offensichtlich (überflüssiger Weise) der Weitertransport per "Steamer" nach USA frankiert werden sollte. Schade - aber man kann nicht alles haben ...

Viele Grüße
Alfred (balf_de)
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Südamerikafahrt 1930, Post nach Sevilla

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