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 Österreich im III. Reich (Ostmark) Belege

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kaiserschmidt
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BeitragThema: Re: Österreich im III. Reich (Ostmark) Belege   Fr Sep 19, 2014 9:49 am


Hallo Stampmix,

die 4 Groschenmarke kostete 3 Rpf und wertete bei der Frankatur auch 3 Rpf, insoweit hatte weder die Post noch der Käufer einen Nachteil oder Vorteil. Nur wer vor der Enführung der Reichsmark gewisse Marken gekauft hat erzielte einen kleinen Gewinn.



Ich glaube diese Tabelle habe ich noch nicht gezeigt.



Hier die offizielle Umrechnungstabelle, es war kaufmännisch zu runden. Bitte beachte die Flugpostwerte genau, fällt Dir dabei etwas auf? Das waren die Marken, die bis zum 31.10.38 ihre Gültigkeit behielten.

Kaiserschmidt



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stampmix
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BeitragThema: Re: Österreich im III. Reich (Ostmark) Belege   Fr Sep 19, 2014 7:35 pm

hallo kaiserschmidt,

hier zuerst meinen Dank für das Posten der Verordnungen. Leider ist die Tabelle nur exakt im Verhältnis 1:1,5 umgerechnet und nicht "offiziell" gerundet. Der Punkt, der mir immer noch nicht klar ist:

"...die 4 Groschenmarke kostete 3 Rpf und wertete bei der Frankatur auch 3 Rpf..."

Lass uns jetzt mal einen Besuch in einem Österreichischem Postamt am 5.4.1938 machen:
Die Karte, die ich am Sonntag, 3.4.38 an meinen Freund in Berlin geschrieben hatte, habe ich immer noch nicht abgeschickt. Immerhin habe ich gestern gelesen, dass sich der Kartentarif mächtig verbilligt hat und jetzt nur noch 6 Rpf. beträgt und habe deshalb die Karte mit 2*5g-Marken frankiert. Da es jetzt aber schnell gehen soll, will ich die Karte per Flugpost versenden und begebe mich zum nächsten Postamt. Der Schalterbeamte teilt mir mit, dass die Flugpostgebühr 20g beträgt. Reichspostmarken habe er noch nicht und sowieso seien zuerst die Österreichischen Marken aufzubrauchen.
Jetzt möchte ich eine 20g-Marke zum Preis von 13Rpf. kaufen, die nicht mehr vorrätig ist. Na, dann eben 4 Marken zu 5g, was sogar günstiger ist, da dafür nur 4*3= 12Rpf. zu zahlen sind; aber auch diese Marke ist vergriffen, da seit gestern eine grosse Nachfrage nach den 5g-Marken herrscht. Aber er hat noch 4g-Marken, von denen ich dann 5 Stück zum Preis von 5*3= 15Rpf. kaufe. Dabei überlege ich kurz, ob ich nicht 7*3g-Marke zum Preis von 7*2= 14Rpf. verklebe, aber dazu ist auf der vollgeschriebenen Karte ohnehin kein Platz mehr.

Irgendwas habe ich hier noch nicht verstanden....


besten Gruss
stampmix
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kaiserschmidt
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BeitragThema: Re: Österreich im III. Reich (Ostmark) Belege   Fr Sep 19, 2014 8:35 pm



Hallo Stampmix,



hier noch die Rundungsbestimmungen bei der Einführung der RM im Postsparkassendienst.
Die Käufer haben für eine 4 Groschenmarke 3 Rpf bezahlen müssen und für die 5 Groschenmarke auch 3 Rpf und beide Marken werteten 3 Rpf.
Man kann nicht alles verstehen, auch ich habe damit gewisse Probleme.
Schau Dir bitte die Liste der Flugpostmarken an, die bei der Aufstellung angeführt sind. Das gilt auch für Gerhard und alle anderen, die Interesse an der Ostmark haben.

Grüße Kaiserschmidt




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stampmix
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BeitragThema: Re: Österreich im III. Reich (Ostmark) Belege   Fr Sep 19, 2014 9:08 pm

hallo kaiserschmidt,

Du hast ja einen schönen Fundus an Primärquellen! Jetzt ist die Anweisung zur kaufmännischen Rundung auch dokumentiert. Danke.

Die Umrechnungs-Tabelle zeigt genau die Portostufen des verausgabten Flugpostsatzes; gibt es noch etwas anderes zu entdecken?

besten Gruss
stampmix
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kaiserschmidt
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BeitragThema: Re: Österreich im III. Reich (Ostmark) Belege   Fr Sep 19, 2014 10:10 pm


Hallo Stampmix,

diese Tabellen zeigen die im April 1938 an den Schaltern verfügbaren Marken, die in der Folge bis 31.10.1938
gültig blieben.
Es fehlen hier ganz eindeutig die Werte zu 2,6 und 8 Groschen der Flugpostausgabe 1925, diese wurden bereits in den 20iger Jahren vom Verkauf zurückgezogen. Ich bringe morgen oder Sonntag noch Ergänzungen, ich möchte im Forum die Gültigkeit der öst. Marken in der Ostmark diskutieren.

Grüße Kaiserschmidt

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kaiserschmidt
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BeitragThema: Re: Österreich im III. Reich (Ostmark) Belege   Sa Sep 20, 2014 10:04 am


Hallo Forumler,

in diesem Verzeichnis der bei der öst. Post vorhandenen Markenwerte ist noch eine Freimarke zu 10 Schilling angeführt, das ist die Dollfußmarke, die später für ungültig erklärt wurde.

Im Amtsblatt Nr. 84 vom 29.3.38 werden die Marken angeführt, die bis auf weiteres gültig bleiben.



Auch bei dieser Aufstellung fehlen die Flugpostmarken zu 2,6 und 8 Groschen.



Mit Verfügung 195/1938 vom 24.5.38 werden die zur Zeit vorhandenen Restbestände der öst. Marken auch am Sammelschalter in Berlin zum Postpreis verkauft. Die Aufstellung stellt die in der Ostmark weiterhin gültigen Marken dar.
Die Flugpostmarken der Ausgabe 1925 ( Pilotenkopf ) zu 2,6,8 Groschen sowie der Ausgabe 1925 (Kranich ) zu 10,15,30 und 50 Groschen scheinen in dieser Aufstellung nicht auf.
Die Dollfußmarken scheinen in dieser Aufstellung nicht auf.

Ab 15,8.38 wurden ungültige, ungebrauchte öst. Postwertzeichen älterer Ausgaben zu Sammlerzwecken von der Versandstelle für Sammlermarken in Wien zu erhöhten Preisen abgegeben. Aus der Zeitschrift Die Postmarke kann ich diese Liste zeigen.











In dieser Aufstellung von ungültigen Marken scheinen die von mir vorher angeführten Flupostmarken Pilotenkopf 2,6, und 8 Groschen sowie Kranich 10,15,30 und 50 Groschen auf.

Jetzt ersuche ich alle Forumler um Ihre Mitarbeit:

Liege ich falsch damit, wenn ich behaupte, daß die Liste der zum Postpreis verkauften Marken gleichzeitig eine Aufstellung der in der Ostmark weiterhin bis 31.10.38 gültigen Marken darstellt?
Das steht nämlich im Gegensatz zu den Angaben in sämtlichen Katalogen.

Kaiserschmidt

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stampmix
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BeitragThema: Re: Österreich im III. Reich (Ostmark) Belege   So Sep 21, 2014 11:02 am

hallo kaiserschmidt,

ein ambitionertes Vorhaben! Ohne die Anordnung eines festgesetzten Endes der Frankaturgültigkeit einzelner Marken bleibt nur das empirische Führen eines Negativbeweises, was fast unmöglich ist und die Behauptung in den Briefmarkenkatalogen nicht widerlegen wird. Umgekehrt müsste verlangt werden, dass für die Katalogangaben mehrere Belegstücke vorgezeigt werden. Ein einzelner Beleg mit (z.B.) den Flugpostmarken aus 1925 könnte ein "Durchrutscher" sein. Praktisch müsste jetzt mit dem Archivieren von Belegen aus dem Zeitraum 4.4.-31.10.38 begonnen werden und dafür ist dieser thread ein ganz guter Anfang.

Wer kann einen Beleg mit Flugpostmarken 1925 aus dem Zeitraum 4.4.38-31.10.38 zeigen?

Bei den oben gezeigten Verkaufslisten ist mir aufgefallen, dass diese "noch vorrätige" Wertezeichen zeigen, deren Frankaturgültigkeit jedoch kein Kriterium zu sein scheint.

Zum Schluß noch eine 25 Groschen Ganzsache am Letzttag, 31.10.1938, als Aufbrauch verwendet und von Wien nach Prag gesandt. Überfrankiert, da das Porto 10Rpf. (15g.) betrug. Die Ganzsachenkarte zeigt den Grünen See bei Tragöß in der Steiermark. Gibt es eigentlich unterschiedliche Häufigkeit der Verwendung dieser Bildmotive?





mit bestem Gruss
stampmix

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kaiserschmidt
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BeitragThema: Re: Österreich im III. Reich (Ostmark) Belege   So Sep 21, 2014 7:53 pm


Hallo Stampmix,

die Marken, die zu erhöhten Preisen verkauft wurden ( angeführt in der Postmarke ) waren alle nicht mehr gültig. Die noch gültigen Marken wurden zum Postpreis verkauft, und zwar nicht nur bei den öst. Postämtern sondern auch am Sammelschalter in Berlin. Die ungültigen Marken, die zu erhöhten Preisen verkauft wurden, gab es nur auf Bestellung in Wien.

Ich kenne keinen Beleg, auf dem für die Verwendung ungültiger Marken Nachporto verlangt wurde. Das heißt aber gar nichts, mir geht es auch nur um theoretische Gültigkeit.



Hier ein Brief mit den nicht mehr gültigen Marken der Flugpost 1925

Kaiserschmidt

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kaiserschmidt
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BeitragThema: Re: Österreich im III. Reich (Ostmark) Belege   So Sep 21, 2014 8:04 pm


Hallo Forumler,

hier ein Beleg aus der Ostmark.





Dieser Brief aus den USA vom 4.6.1940 ging nach Klagenfurt, wo er am 13.8.40 einlangte. Da der Empfänger nicht anwesend war, wurde der Brief durch die deutsche Dienstpost Böhmen und Mähren portofrei nach Wischau nachgesandt. Der Adressat besuchte dort nämlich die fliegertechnische Schule.

Kaiserschmidt

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stampmix
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BeitragThema: Re: Österreich im III. Reich (Ostmark) Belege   So Sep 28, 2014 1:31 pm

hallo zusammen,

ich zeige hier eine 12g Ganzsachenkarte, von der ich mir nicht sicher bin, ob sie in diesen thread passt. Sie wurde am 11.3.1938 - 0 Uhr von Kitzbühel nach Berlin gesandt und trägt den Propaganda-L2
"Jeder Österreicher / stimmt mit Ja!"

Wie ist dieser Zeitpunkt einzuordnen? Den Informationen nach gab es im Vorfeld des Einmarsches am 11./12.3.38 Aktionen Österreichischer Nationalsozialisten. Mich würde auch interessieren, zu welchem Zeitpunkt der Anschluß philatlistisch angenommen wird.





beste Grüsse
stampmix
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Gerhard
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BeitragThema: Re: Österreich im III. Reich (Ostmark) Belege   So Sep 28, 2014 6:47 pm

@stampmix schrieb:

ich zeige hier eine 12g Ganzsachenkarte, von der ich mir nicht sicher bin, ob sie in diesen thread passt. Sie wurde am 11.3.1938 - 0 Uhr von Kitzbühel nach Berlin gesandt und trägt den Propaganda-L2
"Jeder Österreicher / stimmt mit Ja!"

Wie ist dieser Zeitpunkt einzuordnen? Den Informationen nach gab es im Vorfeld des Einmarsches am 11./12.3.38 Aktionen Österreichischer Nationalsozialisten. Mich würde auch interessieren, zu welchem Zeitpunkt der Anschluß philatlistisch angenommen wird.



Hallo stampmix,

vorweg dazu ein Auszug aus einem früheren Beitrag hier im Briefmarken-Forum:
http://www.briefmarken-forum.com/t337-der-untergang-der-1-republik

@Mozart schrieb:

Die Schicksalsstunden Österreichs haben ihre Spuren auch in der Geschichte der Post hinterlassen. Postgeschichte ist Teil der Geschichte. Ohne historische Kenntnisse lässt sie sich nicht verstehen.

Als der österreichische Bundeskanzler Kurt Schuschnigg am 12. Februar 1938 auf dem Obersalzberg bei Berchtesgaden unter schwerem politischen Druck Hitlers erkennenmusste, dass die Annexion Österreichs durch das Deutsche Reich unmittelbar bevorstand, setzte er als letzten Rettungsversuch für den 13. März 1938 eine Volksbefragung über die Unabhängigkeit Österreichs an. Die österreichische Post wurde in die Kampagne eingebunden und stempelte Briefpost: „Mit Schuschnigg für ein freies Österreich? Ja!“

……… Die von Schuschnigg übereilt und auch ohne ausreichende Vorbereitung angesetzte Volksbefragung konnte nicht mehr stattfinden, Schuschnigg musste sie unter deutschem Druck absagen. Er trat am  11. März 1938 zurück. Zwei Tage später übertrug Bundespräsident Miklas – ohne selbst ausdrücklich zu demissionieren – seine Amtsgeschäfte an den Nationalsozialisten Seyß-Inquart. Am 12. März 1938 marschierte dieDeutsche Wehrmacht kampflos in Österreich ein. Am 13. März wurde das Bundesverfassungsgesetz überdie „Wiedervereinigung Österreichs mit dem Deutschen Reich“ verlautbart. Noch am Abend dieses Tages traf Hitler in Wien ein........

.........Für den 10. April 1938 wurde von den neuen Machthabern eine Volksabstimmung über die Wiedervereinigung Österreichs mit dem Deutschen Reich angesetzt. Österreicher und Deutsche erlebten eine noch nie dagewesene Propagandaflut, für die auch die Post mit Stempeln verschiedenster Art eingebunden war......
(Fettdruck durch Moderator)

Bei dem von dir gezeigten Stempel handelt es sich also um einen richtig am 11.3.1938 (einzelne Verwendungen auch am 10. und 12. März bekannt) für die von Bundeskanzler Schuschnigg übereilt angesetzte Volksbefragung am 13. März verwendeten provisorischen Werbestempel.

Hier die weiteren bekannten Stempeltypen für die Volksabstimmung am 13.März:



Herzliche Sammlergrüße
Gerhard
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kaiserschmidt
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BeitragThema: Re: Österreich im III. Reich (Ostmark) Belege   So Sep 28, 2014 7:52 pm


Hallo Stampmix,

Gerhard hat die Schuschnigg Stempel besser dargestellt als ich das je machen könnte. Ich zeige jetzt einige Belege im Zusammenhang mit dem Anschluß.
Neben den Gummistempeln gibt es auch einige Maschinenstempel mit dem gleichen Texz.



Der häufigste Maschinenstempel Wien 11.3.38 " Mit Schuschnigg für ein freies Österreich ".



Vom gleichen Tag der Stempel von Salzburg.



Dieser Brief vom 10.3.38 ging mit dem Maschinenstempel vom 10.3.38 " Mit Schuschnigg für ein freies Österreich " postlagernd nach Wien 15, blieb dort liegen und ging an den Absender zurück. In der Zwischebzeit erfolgte der Einmarsch und der Brief wurde mir dem Stempel " Der Führer in Wien " zusätzlich gestempelt.



Neben diesen Werbestempeln wurden auch Schuschnigg Vignetten ausgegeben. Diese erschienen in vier Farben und in den Wertstufen zu 5,10,20,50 Groschen und 1 Schilling. Hier ein Bogen der 5 Groschen Vignette.
Ich war diese Woche in Wien unter anderem auch bei der Öphila Auktion am Getreidemarkt. Es wurden dort 14 Schuschnigg Vignetten in Paaren um € 120,- ausgerufen, der Zuschlag erfolgte bei € 1 800,- ohne Aufgeld.



Karte vom 1. Tag des deutschen Reiches in Österreich. Sonderporto nach Ungarn für Karten 25 Groschen. Belege von diesem Tag sind nicht so häufig, da dies ein Sonntag war.

Kaiserschmidt

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stampmix
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BeitragThema: Re: Österreich im III. Reich (Ostmark) Belege   Mo Sep 29, 2014 5:57 pm

hallo Gerhard und kaiserschmidt,

vielen Dank für eure ausführlichen Darlegungen zur Machtergreifung in Österreich. Damit gehört die GSK nicht in diesen thread und dokumentiert das Ende der 1.Republik; gleichwohl grüsste der Kitzbüheler Gastwirt vorauseilend mit "deutschem Gruß".

Irgendwie ahnte ich schon, dass @kaiserschmidt auch zu dieser Frage mit reichlich Belegen aufwarten kann und die, wohl sehr begehrte,
Schuschnigg Vignetten kannte ich bisher auch nicht.

Damit es nicht bilderlos bleibt zeige ich einen Auslandsbrief, der am 2.6.1938 von Wien nach Herisau (Schweiz) - und wieder zurück gesandt wurde.
Portorichtig mit 30g und 5Rpf. frankiert erhielt er am 4.6.1938 in Herisau eine schweizer Portomarke von 5cts. deren Sinn und Notwendigkeit ich mir nicht erklären kann.



mit bestem Gruss
stampmix
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kaiserschmidt
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BeitragThema: Re: Österreich im III. Reich (Ostmark) Belege   Di Sep 30, 2014 10:55 am

Hallo Stampmix,

die letzten Tage der öst. Republik, die gekennzeichnet sind durch die vergebliche Abwehr Hitlers , habe ich bei mir der Ostmark zugeordnet. Ich weiß, daß auch andere Sammler dieses Gebietes das so handhaben, auch wenn es nicht richtig ist.

Ich möchte heute Deine Frage hinsichtlich der Devisenzensur in der Ostamrk beantworten.

An Literatur habe ich nur das Heft von Karl-Heinz Riemer  " Devisenkontrolle im Auslandsbrief- und Paketverkehr im Deutschen Reich 1933 bis 1939 " und das habe ich durch den Hinweis eines Forummitgliedes kaufen können.
Riemer geht darin auch kurz auf die Ostmark ein und zeigt die häufigsten Stempel der öst. Devisenzensur. Hier vertritt er die Ansicht, daß diese Stempel in Österreich auch vorher für die Kennzeichnung von zensurierten Briefen verwendet wurden und in der Ostmark weiter verwendet wurden. Dies  ist sicher nicht richtig, denn mir ist kein einziger Beleg bekannt, der in der Zeit vor dem Anschluß einen Stempel der Devisenzensur aufweist. Auch die Rückfrage bei namhaften Sammlern diese Gebiets hat dies bestätigt. Es wurden entweder normale Zollstempel weiter verwendet oder einfache Stempel für die Zensur schnell hergestellt.

Die Devisenzensur begann unmittelbar nach dem Anschluß , Riemer zeigt einen Beleg aus Wien mit Stempeldatum 15.3.38.

Etwas später wurden Verschlußstreifen verwendet, wobei sich die im Altreich und die in der Ostmark verwendeten Streifen doch deutlich in der Schrift unterscheiden.




Hier die beiden Verschlußstreifen mit Stempel Berlin und Wien.



Mein frühester Beleg ist vom 17.3.38.

In der Folge zeige ich in zwangloser Reihenfolge Belege mit der Devisenzensur. Ich bin noch am Sammeln von Material, ich möchte mich auch mit anderen Sammlern dieses Gebietes kurzschließen, aber ich kenne da niemand. Auch ist es nicht so leicht Briefe mit diesen Stempeln zu finden, Riemer schreibt, daß er mangels Material über die Form gewisser Stempel keine Aussage treffen kann.



Zensur Wien 17.3.38



Devisenkontrolle Wien 2.4.38



Devisenzensur Salzburg, Brief aus Bad Ischl.

Fortsetzung folgt.

Kaiserschmidt


Zuletzt von kaiserschmidt am Di Sep 30, 2014 2:37 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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kaiserschmidt
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BeitragThema: Re: Österreich im III. Reich (Ostmark) Belege   Di Sep 30, 2014 11:13 am



Wien



Zollamt Wiener Neustadt



Zollamt Wien





Brief aus den USA Wien 8.6.38



Mit Zeichen des Kontrollors.



Wien 16.3.38





Wien 25.7.39 der späteste Beleg den ich besitze.

Kaiserschmidt
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stampmix
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BeitragThema: Re: Österreich im III. Reich (Ostmark) Belege   Fr Okt 03, 2014 7:53 am

hallo zusammen,

am Letzttag der Portogültigkeit der Österreichischen Marken wurde ein Reko-Auslandsbrief <60gr. nach den USA mit Marken der Trachtenserie frankiert.
Das Porto von 85Rpf. wurde mit den Hindenburgmarken 10Rpf. und 20Rpf., sowie 1g.(1Rpf.), 30g.(20Rpf.), 24g.(16Rpf.) und 25g.(17Rpf.) frankiert und war dennoch 1Rpf. zuwenig, was dem Schalterbeamten offensichtlich nicht auffiel.






mit bestem Gruss
stampmix
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kaiserschmidt
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BeitragThema: Re: Österreich im III. Reich (Ostmark) Belege   Di Okt 07, 2014 8:17 pm


Hallo Stampmix,

netter Brief den Du da zeigst. Gerade während der Gültigkeit der öst. Marken in der Ostmark trifft man desöfteren diese kleinen Unterfrankaturen.

Ich war jetzt 4 Tage in St. Paul in Kärnten auf einem Philatelie - Symposion. Dort wurde auch eine Ostmark Sammlung gezeigt, die nur mit Stempeln aus Kärnten sehr gute Frankaturen aufweisen konnte.
Ich habe dort einige Belege gekauft, von denen zwei aus der Ostmark sind.



Flugpost Expreßkarte aus Wien 23.10.39 nach Budapest. Kartenporto begünstigt 10 Rpf Flugpostgebühr Ausland 10 Rpf Expreßgebühr Ausland 50 Rpf.



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kaiserschmidt
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BeitragThema: Re: Österreich im III. Reich (Ostmark) Belege   Mo Okt 20, 2014 8:34 pm


Hallo Forumler,

diese unterfrankierte Expreßkarte wurde am 25.8.38 von Wien nach Griechenland geschickt.




Das Kartenporto war 15 Rpf die Auslandsexpreßgebühr 50 Rpf fehlen also 10 Rpf. Mit 1.8.38 wurde die deutsche Expreßgebühr eingeführt, der Postbeamte war noch nicht ganz fit in der neuen Gebührenordnung und hat nur die Inlandsexpreßgebühr verrechnet.
Die Karte hat starke Rohrpostbüge, vielleicht hat sie deshalb nur 2 Euro gekostet.
Was der Schreiber der lieben Nolly mitgeteilt hat kann ich leider nicht sagen.

Kaiserschmidt

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kaiserschmidt
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BeitragThema: Re: Österreich im III. Reich (Ostmark) Belege   Mi Okt 22, 2014 5:19 pm


Hallo Forumler,

diesen schönen Flugpostbrief habe ich gestern erhalten.



Flugpostbrief von Juni 1938 von Wien nach Argentinien. Briefgebühr 25 Rpf Flugpostzuschlag 3,- Schilling je 5 Gramm.

Kaiserschmidt

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kaiserschmidt
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BeitragThema: Re: Österreich im III. Reich (Ostmark) Belege   Do Nov 06, 2014 11:02 am


Hallo Forumler,




Dieser Brief an Max Deutsch wurde in Wien am 22.7.38 bei der Rohrpoststation Neulerchenfeld ( Wien 104 )
um 18 Uhr 50 aufgegeben, es handelt sich um eine Spätlingssendung. Der weitere Weg führte über die Telegraphenzentralstation ( 20 Uhr 30 ) zum Flughafen. Der Flugbestätigungsstempel war schon seit Juni 1938 verboten worden. Im Flughafen Prag traf er am nächsten Tag um 8 Uhr ein, die Ankunft in Brüssel läßt sich leider nicht feststellen.
Max Deutsch war ein jüdischer Komponist, Dirigent und Muskpädagoge, geb. in Wien 1892, gestorben in Paris 1982.
Briefporto 25 Pfennig, Flugpostgebühr 40 Groschen.
e-bay € 10,- ( die Versandkosten waren € 5,-)

Kaiserschmidt

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kaiserschmidt
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BeitragThema: Re: Österreich im III. Reich (Ostmark) Belege   Fr Nov 14, 2014 10:28 am

Hallo Forumler,

heute habe ich wieder 2 Belege aus der Ostmark erhalten, wobei mich einer ganz besonders freut.



Brief bis 20 Gramm Wien 18.1.39 eingeschrieben in die Schweiz. Briefgebühr 25 Rpf Reko 3o Rpf.



Privater Briefumschlag 60 Groschen (SB 234) als Reko Beleg in der Ostmark verwendet. Briefgebühr 18 Groschen, Einschreiben 40 Groschen. Sonderstempel Wien 10.4.38 rückseitig Ankunftsstempel Berlin 11.4.38.
Links oben ist ein Aufkleber - Leo Weiss - darunter ist noch der alte Firmenkopf zu sehen M. NEUMANN
ein bekanntes jüdisches Geschäft in Wien, das auch das Staatswappen führen durfte.
Diese Privatganzsache ist in der Zeit vor dem Anschluß verwendet sehr selten, eine Verwendung in der Ostmark war mir bisher nicht bekannt. Überhaupt sind Privatganzsachen dieser Art auch nicht portorichtig in Aufbrauchverwendung sehr selten.

Kaiserschmidt

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kaiserschmidt
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BeitragThema: Re: Österreich im III. Reich (Ostmark) Belege   Fr Nov 28, 2014 2:55 pm


Hallo Forumler,

bei der Ostmark habe ich wieder einige Zugänge gehabt.



Brief nach Südafrika aus Wien vom 30.4.38. Der Flugpostzuschlag nach Südafrika hat bis zum 31.7.38
90 Groschen je 5 Gramm betragen.



Ein Ausweis zum Bezug von Sonderwertzeichen, Stempel Wien 2.8.44. Die Gebühr hat dafür eine Reichsmark betragen.



Kriegsgefangenenbrief vom 27.12.44 von Wien-Hadersdorf nach den USA. Frankiert wurde nur die Luftpostgebühr in Höhe von 40 Pfennig. Rückseitig deutsche und US Zensuren.




Brief von der Kreisleitung Krems , dem Sachbearbeiter für Ahnenkunde und Sippenforschung an eine Mutter in München, die Auskunft über den Vater ihres unehelichen Kindes machen soll. Umfangreiche schriftliche Anfragen liegen bei. Brief über 20 Gramm 24 Rpf Rekogebühr 30 Rpf. Warum der Brief in München abgestempelt wurde, kann man nur erraten. Ein Zeitdokument.



Da auch die Drucksachengebühr bis zum 31.7.38 unverändert blieb, konnten die Schleifen des DÖ Alpenvereins mit der Vorausentwertung weiter verwendet werden. Zeitungsversand nach Deutschland 4 Groschen je 50 Gramm.

Kaiserschmidt



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BeitragThema: Re: Österreich im III. Reich (Ostmark) Belege   Sa Nov 29, 2014 5:59 pm


Hallo Forumler,



Hier ein Reko Expreß Luftpostbrief nach Deutschland.

Briefgebühr deutsch 12 Pf
Expreßgebühr öst. 30 Groschen
Rekogebühr öst. 40 Groschen
Flugpost öst. 30 Groschen

Das Porto stimmt auf den Pfennig genau.

Kaiserschmidt




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kaiserschmidt
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BeitragThema: Re: Österreich im III. Reich (Ostmark) Belege   Mo Dez 01, 2014 10:45 am


hallo Forumler,

wieder ein interessanter Neuzugang bei der Ostmark.



Ein Reko Nachnahmebrief vom 26.9.38 von Buchkirchen nach Linz, frankiert mit 70 Rpf in Hindenburgmarken.
Der NN Betrag war RM 3,50 und dürfte nicht die Kirchensteuer betroffen haben, ich vermute daß Dokumente im Zusammenhang mit dem Ariernachweis vom Pfarramt geschickt wurden. Darauf weist auch die Bemerkung auf der Briefvorderseite hin - Großeltern mütterlich.
Die NN Gebühr in Höhe von 25 Groschen wurde mit 16 Pfennig umgerechnet, das sieht man bei Belegen der Kirche öfters. Diese 16 Pfennig entsprechen nur 24 Groschen, also hätten es 17 Pfennig sein müssen. In der offiziellen Umrechnungstabelle veröffentlicht im Amtsblatt des Reichspostministeriums wertet die 25 Groschenmarke aufgerundet 17 Reichspfennig, da hat die Kirche eben diese Umrechnung herangezogen und sich damit 1 Rpf erspart.
Eine Bemerkung noch zur Bewertung dieses Beleges. Ich habe € 70,- geboten und den Brief um € 28,-- erhalten, das wäre für einen gewöhnlichen NN Beleg eher zu hoch. Es muß also ein anderer Bieter die Seltenheit teilweise erkannt haben, denn außer den Forummitgliedern wissen nicht viele Sammler, daß
die deutsche Rekogebühr und die öst. Nachnahmegebühr auf einem Beleg vorkommen können.
Ich schätze diesen Beleg auf € 100,- aufwärts ein. Einen Katalog gibt es Gott sei dank noch nicht.

Kaiserschmidt

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kaiserschmidt
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BeitragThema: Re: Österreich im III. Reich (Ostmark) Belege   Do Dez 11, 2014 11:28 am


Hallo Forumler,




Brief eines französischen Zwangsarbeiters vom 25.12.42 aus Innsbruck nach Paris. Der Expreßaufkleber wurde abgerissen, da eine Eilzustellung nicht möglich war, warum kann ich nicht erkennen. Der Brief ist zensuriert.
Briefporto 25 Rpf Expreßgebühr 50 Rpf.

Kaiserschmidt

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Österreich im III. Reich (Ostmark) Belege

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