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 Inflation in Österreich - Belege - 1918 bis 1925

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AutorNachricht
Cantus
Mitglied in Silber
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BeitragThema: Poststücke der Infla-Zeit   Do Nov 20, 2008 11:22 pm







R-Brief vom 25.11.1922 von Wien nach Berlin

Porto insgesamt 1120 Kronen
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Cantus
Mitglied in Silber
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BeitragThema: Inflation in Österreich / ANK 360 - 446 - Belege   Di Apr 16, 2013 2:16 am

Guten Tag miteinander,

nicht nur in Deutschland gab es eine Inflationszeit, auch in Österreich gab es es in den 1920er Jahren eine starke Geldentwertung, die auch ihre Spuren im damaligen Postwesen hinterlassen hat. Merkwürdigerweise hat sich hier in diesem Forum bisher niemand intensiver mit den Frankaturen der damaligen Zeit beschäftigt. Es gibt zwar unter der Überschrift "Ganzsachen" ein recht umfangreiches Thema, das sich mit den inflationsabedingten Zusatzfrankaturen auf den österreichischen Ganzsachen-Postkarten "quadratischer Wertstempel" beschäftigt, Postbelege jedoch mit nur Markenfrankaturen waren bisher noch nicht ein zentrales Thema hier im Forum. Nun ist das so, dass ich als Ganzsachensammler mich auch nicht intensiv mit dem Thema beschäftige oder beschäftigt habe, einzelne Belege sind aber dennoch bei mir hängengeblieben und erschienen mir so reizvoll, dass daraus der Grundstock für eine kleine Sammlung mit österreichischen Briefmarkenfrankaturen entstanden ist.

Wer sich intensiver mit der österreichischen Inflation beschäftigen möchte, dem empfehle ich unbedingt, sich das Handbuch von Peter Kroiss zuzulegen. Der Autor hat in herausragender Weise und - wie mir scheint - abschließend und sehr in die Tiefe gehend die unterschiedlichsten Aspekte im Postverkehr der Inflationszeit herausgearbeitet. Das Werk kann über den einschlägigen Briefmarkenfachhandel bezogen werden, möglicherweise auch vom Autor selber.




Ziel dieses Themas soll nicht sein, nur die ganz ungewöhnlichen Poststücke oder Portostufen durch geeignetes Belegematerial zu dokumentieren, vielmehr hoffe ich, dass sich auch österreichische Sammler, die sich bisher mit eigenen Beiträgen zurückgehalten haben, nun Bilder aus dem eigenen Bestand hochladen, sie kurz beschreiben und sie zur allgemeinen Erbauung hier im Forum präsentieren. Das kann besonderes Material sein, aber auch ganz gewöhnliche Tagespost der damaligen Zeit; erst das langfristige Miteinander wird - hoffentlich - viele schöne Belege zum Thema zusammenführen.

Ich beginne heute mit zwei Umschlägen, die beide an die Firma Osram in Berlin gelaufen sind. Zunächst ist da ein Brief der Firma Karpeles & Steinitz, der am 16.4.1923 von Wien in Richtung Berlin geschickt wurde. Die Frankatur belief sich auf 400 Kronen und wurde durch eine Einzelmarke ANK 386a abgedeckt.



Der zweite Brief wurde am 2.1.1924 in St.Anton am Arlberg aufgegeben. Die nun erforderliche Gesamtfrankatur von 1.000 Kronen deckten je zwei Marken zu 200 Kronen (ANK 383) und zu 300 Kronen (ANK 385) ab.



Viele Grüße
Ingo


Zuletzt von Cantus am Mi Apr 17, 2013 2:03 am bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet (Grund : Korrektur der möglichen Verwendungszeit)
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kaiserschmidt
Mitglied in Bronze
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BeitragThema: Inflation in Österreich   Di Apr 16, 2013 9:42 am

Hallo Cantus,

ich kann Dir zu 100 % recht geben - der Katalog von Kroiss ist seinen Preis wert. Es ist für mich das beste Handbuch der öst. Philatelie.
Die Inflation in Österreich ist mein spezielles Sammelgebiet, derzeit versuche ich Frühdaten der Ganzsachen und Briefmarken dieses Zeitraumes zu finden. Von den meisten Ausgaben sind die tatsächlichen Ausgabedaten nicht bekannt, im Kroiss sind allerdings die angekündigten Ausgabedaten und die frühesten bekannten Verwendungen veröffentlicht. Man findet diese Belege in Wühlkisten und im Internet meist unter € 2,- wie ja die meisten Belege der Inflation sehr günstig zu kaufen sind.
Für die Postkarte zu 300 Kronen ( Michel Nr. P 262 ) zb. war das angekündigte Ausgabedatum der 14.9.1923, Kroiss gibt als frühestes Datum Ende 9/1923 an, ich habe einen Beleg mit Datum 6.9.1923 gefunden.
Es wäre schön wenn ich Sammler finden könnte, die ebenfalls hier forschend tätig sind und wir hier Daten austauschen.
Kroiss selbst kennt niemand, der hier in dieser Art Belege sucht.
Wenn ich es einmal kann stelle ich auch Bilder ins Netz.

Kaiserschmidt
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Cantus
Mitglied in Silber
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BeitragThema: Re: Inflation in Österreich - Belege - 1918 bis 1925   Mi Apr 17, 2013 2:26 am

Hallo Kaiserschmidt,

da, wo ich wohne, aber auch im Berliner Raum gibt es leider keine Wühlkisten, wo man einigermaßen ansprechende Belege der österreichischen Inflationszeit finden könnte. Das, was ich an reinen Frankaturen habe, sind daher immer Reste von irgendwelchen größeren Ankäufen zu höheren Preisen. Es ist aber auch nicht mein Ziel, solche Frankaturen zusammenzutragen, denn schließlich bin ich auf bestimmte Ganzsachenarten fixiert und nicht auf Frankaturen. Im Moment ist meine Zeit etwas knapp, ich werde aber demnächst einmal meine Ganzsachen hinsichtlich möglicher Frühverwendungen durchsehen; bisher hat mich das überhaupt nicht interessiert.

Heute nun ein Brief vom 8.5.1925, also eine recht späte Verwendung, gelaufen von Wien nach Berlin und freigemacht mit einer einzelnen Marke zu 1.500 Kronen in orange, ANK Nr. 393.




Viele Grüße
Ingo
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Gerhard
Moderator
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BeitragThema: Inflation in Österreich/ANK 228 - 359   So Apr 21, 2013 11:54 pm

Der 1. Weltkrieg wurde über Anleihen finanziert. Der Ausweitung der Geldmenge korrespondierte keine entsprechende Gütermenge; die Verknappung auf fast allen Gebieten führte rasch zu Teuerungserscheinungen, das Preisniveau bei Kriegsende betrug das 15fache des Jahres 1914. Enorme Budgetdefizite auch nach Kriegsende (unter anderem zur Subventionierung der Lebensmittel) und eine Anti-Krone-Spekulation trieben die Inflation weiter.

Hier nun ein Einschreibebrief im Fernverkehr der
1. Gebührenperiode (12.11.1918 - 14.01.1920) von Krems an der Donau nach Spitz in der Wachau



17.5.1919, Brief Fernverkehr 2. Gewichtstufe 25 Heller, Einschreiben 25 Heller = 50 Heller
Frankatur: Mehrfachfrankatur 5 x 10 Heller ANK 231 = 50 Heller

Herzliche Sammlergrüße
Gerhard



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Gerhard
Moderator
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BeitragThema: 1. Gebührenperiode   Sa Apr 27, 2013 7:35 pm

1. Gebührenperiode (12.11.1918 - 14.01.1920) Postkarte von Krems an der Donau nach Wien



8.11.1919, Postkarte 10 Heller,
Frankatur: Einzelfrankatur 10 Heller dunkelrosa ANK 259, Freimarkenausgabe "Posthorn, Wappen, Allegorie"

1. Gebührenperiode (12.11.1918 - 14.01.1920) Ortsbrief Krems an der Donau



6.11.1919, Standardbrief Gebühr 20 Heller,
Frankatur: Mischfrankatur 1 x 10 Heller ANK 231 + 2 x 5 Heller ANK 229 Aufdruck Deutschösterreich = 20 Heller

Herzliche Sammlergrüße
Gerhard
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muesli
Mitglied in Bronze
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BeitragThema: Re: Inflation in Österreich - Belege - 1918 bis 1925   Di Mai 07, 2013 10:59 pm

Hallo Gerhard,

Ich erlaube mich in deinem Thread auch etwas zu zeigen. Einschreibebrief aus Spitz an der Donau 30.X.20 nach Horgen/Schweiz.
3. Gebührenperiode (15.4.1920-31.1.1921) : 2 Kronen Briefporto Ausland + 2 Kronen Einschreibegebühr. Schöne Mischung von Briefmarken, gezähnt und ungezähnt.

Beste Sammlergrüsse,

Raf.



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Gerhard
Moderator
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BeitragThema: Re: Inflation in Österreich - Belege - 1918 bis 1925   Mi Mai 08, 2013 12:24 am

@muesli schrieb:

Ich erlaube mich in deinem Thread auch etwas zu zeigen.
Hallo Raf.,
....der Thread gehört doch allen Forum-Mitgliedern lachen
Danke für deine Beteiligung - es wäre doch schön, wenn auch andere Sammlerfreunde sich mit zum Thema passenden Belegen aus ihrem Fundus beteiligen.
Schöner Beleg, und mir gefällt natürlich ganz besonders, dass er aus der Wachau kommt!

Aber nun wieder ein Beleg von mir:

1. Gebührenperiode (12.11.1918 - 14.01.1920) Einschreibebrief von Furth, Niederösterreich nach Eisenerz, Stmk:



29.4.1919, Einschreibebrief, Gebühr 45 Heller
Frankatur:
Mischfrankatur k.k.Post ANK 223 Freimarkenausgabe Kaiser Karl I 25 Heller (gültig bis 31.10.1920)
+ Aufdruck Deutschösterreich ANK 234 20 Heller = 45 Heller

Herzliche Sammlergrüße
Gerhard
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el mue
Mitglied
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BeitragThema: Re: Inflation in Österreich - Belege - 1918 bis 1925   Mi Mai 08, 2013 11:43 am

Vielen Dank für Eure Threads zur Inflation in Österreich. Da ich deutscher Bundesbürger bin habe ich über die Vorgänge in Österreich, gerade zwischen den beiden Weltkriegen kaum Informationen. In Deutschland ging es ja auch nach dem I.WK sehr hoch her. Alleine die Reparationszahlungen verursachten einige Unruhen im Volk. Ich freue mich, wenn Ihr mir über die Vorgänge in Österreich zu dieser Zeit ein bisschen schreiben könntet. Vor allem, ob es, wie im Deutschen Reich zur Beendigung der Inflation, eine neue Währung gab.

Beste Sammlergrüße


El Mü

P.S.: Hier sieht man mal wieder, dass anhand der Briefmarken viele wirtschaftliche Entwicklungen nachvollziehbar werden.
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Gerhard
Moderator
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BeitragThema: Re: Inflation in Österreich - Belege - 1918 bis 1925   Mi Mai 29, 2013 2:42 pm

@el mue schrieb:
Vielen Dank für Eure Threads zur Inflation in Österreich. Da ich deutscher Bundesbürger bin habe ich über die Vorgänge in Österreich, gerade zwischen den beiden Weltkriegen kaum Informationen. In Deutschland ging es ja auch nach dem I.WK sehr hoch her. Alleine die Reparationszahlungen verursachten einige Unruhen im Volk. Ich freue mich, wenn Ihr mir über die Vorgänge in Österreich zu dieser Zeit ein bisschen schreiben könntet. Vor allem, ob es, wie im Deutschen Reich zur Beendigung der Inflation, eine neue Währung gab.

Die Wirtschaft des neuen Staates lag aufgrund der Kriegsfolgen (Reparationen, Gebietsverluste, neue Zollgrenzen) darnieder. Die damit zusammenhängende Hyperinflation („galoppierende Inflation“) konnte erst durch eine Währungsreform am 20. Dezember 1924, 13 Monate nach der deutschen Währungsreform, gestoppt werden.

Die alte Kronenwährung wurde in den ersten Monaten 1925 zum Kurs 10.000 : 1 durch den neuen Schilling (1 Schilling = 100 Groschen) ersetzt; Voraussetzung war eine Anleihe des Völkerbundes (Genfer Protokolle).
Die Genfer Protokolle vom 4. Oktober 1922 waren ein Staatsvertrag zwischen der Republik Österreich sowie Großbritannien, Frankreich, Italien und der Tschechoslowakei im Rahmen des Völkerbundes. Österreich bekam auf 20 Jahre eine Völkerbundanleihe von 650 Millionen Goldkronen.

Mit Einführung des Schillings begann die Regierung eine konsequente Hartwährungspolitik, was der Währung bald den Spitznamen Alpendollar eintrug.

(siehe auch: http://www.briefmarken-forum.com/t5398-inflation-in-osterreich-ank-360-446-belege )

Herzliche Sammlergrüße
Gerhard
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el mue
Mitglied
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BeitragThema: Re: Inflation in Österreich - Belege - 1918 bis 1925   Mi Mai 29, 2013 8:45 pm

Vielen Dank Gerhard, Deine Ausführungen sind sehr aufschlußreich. Im Deutschen Reich trieb die Inflation viele in den Ruin, gerade die, die sich für Ihren Altersruhestand etwas angespart hatten.

Beste Sammlergrüße

El Mü
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Gerhard
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BeitragThema: Krems, Inflation 1. Periode   Fr Mai 31, 2013 10:45 pm

1. Gebührenperiode (12.11.1918 - 14.1.1920)



Brief 1. Gewichtstufe, Porto 20 Heller, Firmenwerbung
Frankatur:
Einzelfrankatur Freimarkenausgabe Allegorie ANK 263 dunkelgrün,
vom 1.9.1919 von Krems an der Donau nach Wien.

Herzliche Sammlergrüße
Gerhard
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Gerhard
Moderator
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BeitragThema: Re: Inflation in Österreich - Belege - 1918 bis 1925   Di Jun 04, 2013 10:45 pm

Sosehr ich mich freue, dass Ingo @Cantus diesen Thread zur Inflation in Österreich eröffnet hat,  ist meine Freude durch die gemachte Einschränkung bezogen auf die Markenausgaben ein wenig getrübt:

Ich sehe das Thema „Inflationszeit“ ja eher von der Seite der Postgeschichte,  von den einzelnen Portoperioden.

Dieser Thread behandelt nun Belege ab der VI. Portoperiode, welche bereits am 1.12. 1921 begann  und  bis zum  30.4.1922 dauerte. Naturgemäß gab es am Beginn dieser Portoperiode reine Frankaturen mit Marken „Deutschösterreich“,  erst ab Ausgabe der Freimarken Republik Österreich (Dachauer)  „Landwirtschaft, Gewerbe, Industrie“ ab Jänner 1922 gab es  neben reinen Frankaturen auch Ausgaben-Mischfrankaturen.

Die Ausgaben  „Deutschösterreich“  waren Großteils  gültig bis 31.7.1922, als Zusatzfrankatur auf Ganzsachen sogar bis 30.9.1922. .

Von mir nun dazu eine Ausgaben-Mischfrankatur der  6. Portoperiode:



Express-Brief vom 17. Jänner 1922 innerhalb von Wien (Ortsverkehr), Ausgaben-Mischfrankatur,
Beförderung mit Rohrpost!
3 x 1 K ANK 313
1 x 5 K ANK 318 „Wappenzeichnung groß“ (Renner) und

2 x 10 K ANK 367 „Landwirtschaft, Gewerbe Industrie“ Hammer und Zange (Dachauer).

Porto für Ortsbrief 7,50 Kronen, Eilgebühr 20 Kronen, also 27,50 Kronen – der Brief ist somit um 50 Heller überfrankiert.

Herzliche Sammlergrüße
Gerhard
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Gerhard
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BeitragThema: Inflation 2. Periode   Fr Jun 07, 2013 12:15 am

2. Gebührenperiode (15.1.1920 - 14.4.1920)

Brief 1. Gewichtstufe, Porto 40 Heller:



Frankatur:
Einzelfrankatur Freimarkenausgabe Allegorie ANK 268 violett
vom 30.1.1920 von Krems an der Donau nach Landersdorf.

Brief 1. Gewichtsufe, Porto 40 Heller:



Einzelfrankatur Freimarkenausgabe Allegorie ANK 269 dunkelrosa
vom 19.3.1920 von Pitten nach Wien.

Herzliche Sammlergrüße
Gerhard
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el mue
Mitglied
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BeitragThema: Re: Inflation in Österreich - Belege - 1918 bis 1925   Fr Jun 07, 2013 12:49 am

Hey, da kommt ja richtig Bewegung rein, nur weiter so, es gibt den 'Unwissenden' so einen Spiegel der Zeit.

Beste Sammlergrüße

El Mü
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Gerhard
Moderator
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BeitragThema: Rätsel   Sa Jun 08, 2013 10:24 pm

Hallo Sammlerfreunde!

Der durchschlagende Erfolg von kleinen Rätseln in den Zeppelin-Threads hat mich bei meinem Beitrag von Gestern auf die Idee gebracht, euch hier ebenfalls mit einem solchen kleinen Rätsel zu konfrontieren:

Dem aufmerksamen Leser ist bei meinem letzten Beitrag sicher aufgefallen, dass die beiden Briefe der 2. Portoperiode jeweils mit einer 40-Heller-Marke, jedoch in unterschiedlicher Markenfarbe frankiert sind.



Wer hat eine Idee, warum wohl die österreichische Post die 40-Heller-Marke (ANK 268) violett durch den Wert (ANK 269) in dunkelrosa im Jänner 1920 ersetzt haben könnte?

Herzliche Sammlergrüße
Gerhard


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Gerhard
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BeitragThema: 1. Gebührenperiode   Fr Jul 05, 2013 12:14 am

Mein Rätsel aus dem vorigen Beitrag war ja bisher kein besonders "durchschlagender Erfolg" we  - aber möglicherweise kommt ja noch irgendwann ein Lösungsvorschlag.....

Nun noch ein Beleg aus der
1.Gebührenperiode ( 12.11.1918 - 14.1.1920)



Brief mit Firmenwerbung aus Villach vom 11.8.1919, 2. Gewichtstufe,
Porto 25 Heller,
Frankatur:
Ausgaben-Mischfrankatur
Aufdruckausgabe Republik Deutschösterreich ANK 229, 5 Heller gelbgrün
Freimarke Allegorie ANK 263, 20 Heller dunkelgrün.

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Gerhard
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Kontrollratjunkie
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BeitragThema: Re: Inflation in Österreich - Belege - 1918 bis 1925   Fr Jul 05, 2013 12:40 am

@Gerhard schrieb:
Hallo Sammlerfreunde!

Der durchschlagende Erfolg von kleinen Rätseln in den Zeppelin-Threads hat mich bei meinem Beitrag von Gestern auf die Idee gebracht, euch hier ebenfalls mit einem solchen kleinen Rätsel zu konfrontieren:

Wer hat eine Idee, warum wohl die österreichische Post die 40-Heller-Marke (ANK 268) violett durch den Wert (ANK 269) in dunkelrosa im Jänner 1920 ersetzt haben könnte?

Herzliche Sammlergrüße
Gerhard

Hallo Gerhard,

es tut mir leid, dass sich noch niemand auf Dein Rätsel gemeldet hat. Leider habe ich von Österreich des Inflationszeitraumes überhaupt keine Ahnung.
Bitte siehe es mir daher nach, wenn meine Idee an der Lösung meilenweit vorbei geht.....

Die UPU - Vorschriften hatten für die Wertstufen der wichtigsten Sendungen feste Farben vorgesehen.
M.E. grün für Postkarte, rot für Brief, blau für Auslandsbrief, braun für Drucksache.
Könnte es sein, dass die österreichische Post hier diese Vorgabe versuchte umzusetzen, nachdem die eigentliche Marke
wegen der Inflation farblich "nicht mehr passte" ?
Wenn ich jetzt die Portostufen der einzelnen Portoperioden kennen würde, wäre es natürlich etwas einfacher....

Gruß
KJ
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el mue
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BeitragThema: Re: Inflation in Österreich - Belege - 1918 bis 1925   Fr Jul 05, 2013 6:58 am

Hallo Gerhard,

zu Deinem Rätsel, die Vermutung von KJ klingt sehr plausibel. Während der all. Besatzungszeit Deutschlands nach 1945 wurden zwei Dauerserien ausgegeben, zuerst die Ziffernserie und später dann die Arbeiterserie. Bei letzterer wurden zwei verschiedenfarbige 60PF Werte verausgabt (MiNr.: 956, (dunkel)karminrot bis rotkarmin; MiNr.: A956, karminbraun). Hierzu habe ich in einem Briefmarkenforum mal die Frage gestellt, ob jemand weiss, wieso dies so verausgabt wurde, als Antwort erhielt ich, dass die 956 (der rotere 60Pf-Wert) nur schwer von der 953(30Pf-Wert, bräunlichrot bis rot in gleicher Zeichnung) bei ungenügender Beleuchtung unterscheidbar ist. Ich kann mir ähnliche Gründe auch hier vorstellen, obwohl mir die Antwort von KJ eher zusagt.

Beste Sammlergrüße


El Mü


P.S.: Im Deutschland Michel stehen ab und zu Informationen bei den einzelnen Angaben dabei, warum es eine Marke in ähnlichen Farben, unterschiedlichen Wasserzeichen, usw. gibt. Ich hoffe, dass die Redaktion des Michel dies beibehält und nicht wegrationalisiert um anderen Informationen Platz zu machen.
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Gerhard
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BeitragThema: Lösung Rätsel UPU Farbschema   Sa Jul 06, 2013 8:26 pm

@Kontrollratjunkie
@el mue
 
Danke, dass ihr euch meines Rätsels angenommen habt – und es hatte ja eigentlich im engeren Sinn gar nicht wirklich mit der Inflation zu tun.
Das Rätsel hat @Kontrollratjunkie mit seiner Antwort gelöst:
 
@Kontrollratjunkie schrieb:

Die UPU - Vorschriften hatten für die Wertstufen der wichtigsten Sendungen feste Farben vorgesehen.
Könnte es sein, dass die österreichische Post hier diese Vorgabe versuchte umzusetzen, nachdem die eigentliche Marke wegen der Inflation farblich "nicht mehr passte" ?
 
Die Mitglieder des Weltpostvereins entschlossen sich anlässlich des Kongresses in Rom 1906 zur Annahme eines Farbschemas.
 
Als Weltpostvereinsfarben wurden Grün, Rot und Blau festgelegt.
 
Den Mitgliedern des Weltpostvereins wurde die Anwendung des festgelegten Farbschemas empfohlen, jedoch nicht zur Pflicht gemacht. Das Farbschema war für die drei wichtigsten Sendungsarten im internationalen Postverkehr gedacht.
 
Grüne Marken für Drucksachen der ersten Gewichtsstufe,
rote Marken für Postkarten,
blaue Marken für Briefe der ersten Gewichtsstufe.
 
So galt in Deutschösterreich in der 1. Portoperiode (bis 14.1.1920)  das Porto für Postkarten/Ansichtskarten im Auslandsverkehr 10 Heller. Die dafür vorgesehene Marke war die Freimarke 10 Heller ANK 259 dunkelrosa.
 
Mit der Postgebührenerhöhung vom 15. Jänner 1920  (Beginn der 2. Portoperiode ) wurde unter anderem das Porto für Postkarten/Ansichtskarten Ausland mit 40 Heller festgelegt – die aktuelle ausgegebene Freimarke zu 40 Heller violett entsprach damit nicht mehr dem UPU-Farbschema, eine Farbänderung wurde vorgenommen.
 
Das rasche Fortschreiten der Inflation machte natürlich das Vorhaben zur Einhaltung des Farbschemas schwierig, mit der Portoerhöhung vom 15.4.1920 ( 3. Portoperiode vom 15.4.1920 – 31.1.1921) wurde das Porto für Postkarten/Ansichtskarten Ausl. auf 80 Heller erhöht.
 

 
Mit der Ausgabe der  Freimarken im breiteren Format der „Wappenzeichnung“  des Wertes von 80 Heller ANK 312 rosa wurde das Farbschema wiederum eingehalten.
 
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BeitragThema: Inflation 2. Periode   Mi Jul 24, 2013 10:51 pm

Heute ein leider gering überfrankierter Einschreibebrief von Krems nach Arbesbach der
2. Gebührenperiode (15.1.1920 – 14.4.1920)



Das Porto für einen Einschreibebrief der 2. Gebührenperiode betrug 100 Heller. Auf dem von mir gezeigten Brief wurden jedoch 104 Heller verklebt.

Ausgaben-Mischfrankatur
2 x Aufdruckausgabe Republik Deutschösterreich ANK 230, 6 Heller orange
1 x Aufdruckausgabe Republik Deutschösterreich ANK 232a 12 Heller grünblau
1 x Freimarkenausgabe Allegorie ANK 268 40 Heller violett
1 x Freimarkenausgabe Allegorie ANK 282 40 Heller violett ungezähnt

Auch das Stempeldatum ist leider nicht lesbar – aber eigentlich müsste es sich um den 15. 1. 1920 handeln, denn dieser Tag ist der letzte Gültigkeitstag der 6 und 12 Heller-Werte der Monarchie-Ausgaben mit Aufdruck „Deutschösterreich“.

Eine andere Möglichkeit wäre natürlich, dass zu einem späteren Zeitpunkt innerhalb der 2. Gebührenperiode der Versand erfolgte, jedoch die Verwendung der nun ungültigen Marken sowohl beim Postamt in Krems als auch in Arbesbach unbeanstandet geblieben ist.
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BeitragThema: Re: Inflation in Österreich - Belege - 1918 bis 1925   Fr Aug 02, 2013 11:54 am

Hallo Gerhard,

die geschnittenen Ausgaben der Rennerserie erschienen am 20.1.1920, dies ist übrigens die einzige Serie der Inflationsmarken, deren genaues Ausgabedatum bekannt ist. Es handelt sich also um eine nicht beanstandete
Verwendung von bereits ungültigen Marken.

Kaiserschmidt
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BeitragThema: Re: Inflation in Österreich - Belege - 1918 bis 1925   Di Okt 08, 2013 8:30 pm

@kaiserschmidt schrieb:

die geschnittenen Ausgaben der Rennerserie erschienen am 20.1.1920, dies ist übrigens die einzige Serie der Inflationsmarken, deren genaues Ausgabedatum bekannt ist. Es handelt sich also um eine nicht beanstandete
Verwendung von bereits ungültigen Marken.
Hallo @Kaiserschmidt

danke für den Hinweis - das wäre damit geklärt.

Hallo @alle

Nun noch ein Nachporto-Beleg aus der
2. Gebührenperiode (15.1.1920 – 14.4.1920)



Das Porto für eine Ansichtskarte/Postkarte betrug mit Wirkung 15.1.1920 25 Heller.
Auf der Karte wurde jedoch am 15.1. noch das Porto der 1. Gebührenperiode (10 Heller ANK 259 dklrosa) geklebt, was einen Fehlbetrag von 15 Heller ergibt.
Der doppelte Fehlbetrag von 30 Heller wurde durch zwei 15 Heller Portomarken (Aufbrauch Kaiserreich, gültig noch bis 31.10.1920)
ANK 77 rot in Mautern eingehoben.

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BeitragThema: Re: Inflation in Österreich - Belege - 1918 bis 1925   Sa Dez 21, 2013 5:23 pm

Hallo Sammlerfreunde,

leider ist mein Bestand aus der 2. Gebührenperiode sehr beschränkt, aber zwei Belege noch aus dieser

2. Gebührenperiode (15.1.1920 - 14.4.1920)
Standardbrief Inland 40 Heller



portogerechter Standardbrief von Krems an der Donau vom 30.1.1920 nach Landersdorf,
Einzelfrankatur ANK 268 violett 40 Heller

und eine Postkarte Inland 25 Heller



Postkarte mit Zusatzfrankatur von Krems an der Donau vom 18.3.1920 nach Wien,
P 235 (könnte auch eine P 236 sein?) 10 Heller (Aufbrauchsverwendung)
mit Zusatzfrankatur ANK 262y Ocker 15 Heller = 25 Heller.

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kaiserschmidt
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BeitragThema: Re: Inflation in Österreich - Belege - 1918 bis 1925   Sa Jan 04, 2014 5:57 pm



Ein Wertbrief in die Schweiz aus Wien vom 21.1.1920 als weiterer Beleg der 2. Periode. Das Porto für einen Auslandsbrief der 3. Gewichtsstufe betrug 220 Heller, die Reko - Gebühr eine Krone und die Wertgebühr je 1200 Kronen war 240 Heller. Wertbriefe wurden nur bis zum 31.1.1921 frankiert, ab diesem Zeitpunkt erfolgte wegen der rasant steigenden Inflation die Barverrechnung.
Der Katalogwert dieses Briefes beträgt nach Kroiß € 40,- , ich habe ihn jetzt bei Collectorspub bei Ebay um € 15,-
im Shop erworben.

Viele Grüße

Kaiserschmidt


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Inflation in Österreich - Belege - 1918 bis 1925

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