Briefmarken - Forum
Herzlich Willkommen im Briefmarken Forum Österreich!
Um alle Beiträge OHNE WERBUNG sehen und lesen zu können, muss man angemeldet sein. Ein Anmeldung ist kostenlos und unverbindlich.
*******************************************************
Welcome to the Forum Stamps Austria!
To see and read all the posts, you have to be registered. A registration is free and without obligation.

---->ANMELDUNG


Badische Portobriefe Bild5110


Briefmarken - Forum

Briefmarken - Forum
 
StartseitePortalSuchenAnmeldenLogin
Neueste Themen
» Suche Kartenbrief von 1920
von giuseppeaqua Heute um 3:23 pm

» Die Freimarkenausgabe 1908
von Paul S. Heute um 10:39 am

» Trachtenserien ANK 887 - 923 und 1052 - 1072 Belege
von Paul S. Gestern um 9:03 pm

» 180 Jahre Briefmarke
von Ausstellungsleiter Gestern um 5:06 pm

» Der Tommy hat auf ebay eine wertvolle Briefmarkensammlung erworben
von Ausstellungsleiter Gestern um 4:45 pm

» Zeppelinpost aus/nach Österreich
von Polarfahrtsucher Gestern um 1:18 pm

» Sammlung Bedarfsbriefe Österreich ab 1945
von kaiserschmidt Gestern um 10:32 am

» Briefmarken-Kalender 2020
von Michaela Gestern um 9:45 am

» Dauerserie Blumen - Belege
von Gerhard Mo Okt 26, 2020 6:42 pm

» Wappenzeichnung - ANK 714-736 - Belege
von wilma Mo Okt 26, 2020 5:57 pm

» Ostsachsen (OPD Dresden) -Sowjetische Besatzungszone-
von Kontrollratjunkie So Okt 25, 2020 11:57 pm

» Weinorte in Deutschland
von Gerhard So Okt 25, 2020 7:03 pm

» Verrückt! - Corona-Marke auf Klopapier
von gesi So Okt 25, 2020 5:09 pm

» Außergewöhnliche religiöse Bögen
von Ausstellungsleiter So Okt 25, 2020 2:54 pm

» Vereinte Nationen (UNO) - Genf (Markenheftchen Italien)
von Ausstellungsleiter So Okt 25, 2020 2:49 pm

» Österreich im III. Reich (Ostmark) Belege
von kaiserschmidt So Okt 25, 2020 11:13 am

» Aus meiner Böhmen & Mähren Sammlung!!!
von jklang Fr Okt 23, 2020 5:37 pm

» Zeitungsmarken Böhmen & Mähren
von jklang Fr Okt 23, 2020 5:13 pm

» Inflation in Österreich - Belege - 1918 bis 1925
von jklang Fr Okt 23, 2020 4:54 pm

» Zensuren unter deutscher Herrschaft bis 1945
von jklang Fr Okt 23, 2020 12:22 pm

» Österreich-Ungarischer Militär-Flugpost
von jklang Fr Okt 23, 2020 10:52 am

» Marine-Posttarifsuche
von mrcarlo Fr Okt 23, 2020 10:36 am

» Alliierte Besetzung (Amerikanische und Britische Zone)
von kaiserschmidt Fr Okt 23, 2020 10:09 am

» Österr. NEU! Corona - Sonderblock mit Zuschlag
von Gerhard Do Okt 22, 2020 11:03 pm

» Dispenser Rollenmarke
von Gerhard Do Okt 22, 2020 10:22 pm

» Wien
von Gerhard Do Okt 22, 2020 10:03 pm

» Vögel
von Ausstellungsleiter Do Okt 22, 2020 6:12 pm

» Abart/Druckfehler, kennt sich einer aus?
von gesi Mi Okt 21, 2020 9:34 pm

» Österreich 1925 - 1938
von kaiserschmidt Di Okt 20, 2020 12:20 pm

» Irrläufer
von Gerhard Mo Okt 19, 2020 10:56 pm

» Suche Tausch Gartenblumen aus 2016
von leon_sellos Mo Okt 19, 2020 9:55 pm

» Landschaftsbilder ANK 738-766 - Belege
von wilma Mo Okt 19, 2020 7:11 pm

» Suche die "gartenblumen zu volgvollständigen"Gestempel
von leon_sellos Mo Okt 19, 2020 5:04 pm

» Österreich, Briefmarken der Jahre 1970 - 1974
von Ausstellungsleiter So Okt 18, 2020 4:58 pm

» Flugpostserie II Heimische Vogelwelt in Stadt und Land - Vögel
von wilma Fr Okt 16, 2020 7:47 pm

» ÖPT Maximumkarten
von Gerhard Fr Okt 16, 2020 7:07 pm

» Berühmte Indianer: Chief Joseph
von Ausstellungsleiter Do Okt 15, 2020 5:14 pm

» Bartolomé Esteban Murillo
von Ausstellungsleiter Do Okt 15, 2020 4:50 pm

» Orchideen
von Ausstellungsleiter Do Okt 15, 2020 4:43 pm

» Doppelpostkarten
von Cantus Do Okt 15, 2020 3:18 am

» Neuausgaben 2020 Deutschland
von Gerhard Mi Okt 14, 2020 6:33 pm

» Österr. NEU: Weihnachten - Geburt Christi
von Gerhard Mi Okt 14, 2020 6:25 pm

» Martin Luther
von Ausstellungsleiter Di Okt 13, 2020 7:29 pm

» Julius Goldner und die Helgoland - Briefmarken
von Ausstellungsleiter Di Okt 13, 2020 7:17 pm

» Kriegsgefangenenpost WK I
von Paul S. Di Okt 13, 2020 7:03 pm

» Die Vereinigung von West- und Mitteldeutschland vor 30 Jahren
von Ausstellungsleiter Di Okt 13, 2020 6:55 pm

» Ältere Flugpost Österreich
von kaiserschmidt Di Okt 13, 2020 2:22 pm

» Post der Bestzungsmächte
von kaiserschmidt Di Okt 13, 2020 2:11 pm

» Gedenkblätter und Vignetten
von kaiserschmidt Di Okt 13, 2020 12:34 pm

» Farblithos aus Deutschland
von Cantus Di Okt 13, 2020 1:37 am

» Privatganzsachen von A. Pichlers Witwe & Sohn
von Cantus Mo Okt 12, 2020 12:43 am

» ÖVEBRIA 2020
von Gerhard So Okt 11, 2020 9:44 pm

» Wie bestimmt man das Alter von Briefmarken?
von Paul S. So Okt 11, 2020 8:46 pm

» Tauschtag Traun 26.10.2020 - andere Lokalität
von wilma So Okt 11, 2020 7:12 pm

» Flugpost nach Österreich
von kaiserschmidt So Okt 11, 2020 3:25 pm

» Neufundland
von muesli So Okt 11, 2020 2:02 pm

» Zwei Merkur-Marken
von muesli So Okt 11, 2020 11:08 am

» Österr. NEU: Friedenslicht aus Bethlehem - Gemeinschaftsausgabe mit Vatikanstadt
von Gerhard Sa Okt 10, 2020 5:39 pm

» Rembrandt
von Ausstellungsleiter Fr Okt 09, 2020 9:30 pm

» Post-Frankierautomat-Automatenmarken
von Gerhard Fr Okt 09, 2020 6:46 pm

» Österr. NEU: 10. Ausgabe Dispenser Rollenmarke
von Gerhard Mi Okt 07, 2020 6:13 pm

» Österr. NEU: Weihnachten – Weihnachtsstern
von Gerhard Mi Okt 07, 2020 5:39 pm

» Österr. NEU: Winterlandschaft mit Vogelfalle
von Gerhard Mi Okt 07, 2020 1:34 am

» Altdeutschland Bayern bei Gärtner
von Ausstellungsleiter Di Okt 06, 2020 11:00 am

» Francisco de Goya
von Ausstellungsleiter Mo Okt 05, 2020 5:15 pm

» Schmetterlinge
von Ausstellungsleiter Mo Okt 05, 2020 4:18 pm

» Privatganzsachen 1.Republik
von kaiserschmidt Mo Okt 05, 2020 10:25 am

» Absenderfreistempel Östereich mit Ortsstempel im Deutschland-Look
von T1000er Mo Okt 05, 2020 3:07 am

» Freimarkenserie "Tierschutz"
von Gerhard So Okt 04, 2020 10:11 pm

» Indonesien
von IndoStocks So Okt 04, 2020 2:07 pm

» Briefe aus Übersee
von IndoStocks So Okt 04, 2020 1:59 pm

» Request for assistance - non perforated/partly perforated stamps
von IndoStocks So Okt 04, 2020 1:38 pm

» Gemälde von Rubens
von Ausstellungsleiter Sa Okt 03, 2020 12:11 pm

» Tschechoslowakei
von Ausstellungsleiter Fr Okt 02, 2020 12:13 pm

» 1. Jahrestag zum Tode von Gott
von Ausstellungsleiter Do Okt 01, 2020 10:47 pm

» Bauwerke und Baudenkmäler "Bautenserie"
von wilma Do Okt 01, 2020 7:37 pm

» Die "seltsame" Malerei des Amedeo Modigliani
von Ausstellungsleiter Do Okt 01, 2020 3:50 pm

» Rosen
von Ausstellungsleiter Do Okt 01, 2020 3:47 pm

» Plattenfehler oder Druckzufälligkeit
von Berni17 Do Okt 01, 2020 11:11 am

» Hotelbriefe
von kaiserschmidt Di Sep 29, 2020 3:04 pm

» Die Portomarken der Republik "Deutsch-Österreich"
von kaiserschmidt Di Sep 29, 2020 2:50 pm

» Rogier van der Weyden
von muesli Di Sep 29, 2020 11:44 am

» Stefan Klein und Olaf Neumann
von gesi So Sep 27, 2020 9:36 pm

» Deutsches Reich von 1933 bis 1945 "in einer ausgesuchten Perspektive"
von jklang So Sep 27, 2020 5:18 pm

» Es dürfen auch Milch-Deckelis sein
von gesi Sa Sep 26, 2020 8:29 pm

» BWPost - Briefmarken
von gesi Sa Sep 26, 2020 8:14 pm

» Zähnung alter Marken
von gesi Sa Sep 26, 2020 11:59 am

» Die IBRA '99 in Nürnberg
von Ausstellungsleiter Sa Sep 26, 2020 11:31 am

» Keine NUMIPHIL 2020
von Paul S. Fr Sep 25, 2020 12:40 pm

» China successfully launches Tianwen-1 Mars probe
von Ausstellungsleiter Fr Sep 25, 2020 8:25 am

» Nachträglich entwertet?
von wilma Mi Sep 23, 2020 7:27 pm

» Kanada - Ganzsache
von kaiserschmidt Mi Sep 23, 2020 10:06 am

» Lombardei - Venetien 1850 - 1858
von Berni17 Mo Sep 21, 2020 6:31 pm

» Werbeumschläge und -karten aus Österreich
von kaiserschmidt Mo Sep 21, 2020 3:59 pm

» Alliierter Kontrollrat
von kaiserschmidt Mo Sep 21, 2020 3:15 pm

» Sächsische Schwärzungen -Sowjetische Besatzungszone-
von Kontrollratjunkie Mo Sep 21, 2020 12:34 am

» Österr. NEU! 100 Jahre Kärntner Volksabstimmung
von Gerhard So Sep 20, 2020 11:54 pm

» Basketball
von leon_sellos So Sep 20, 2020 2:13 pm

» Die Büchersammlungen der Forumsmitglieder
von wilma Sa Sep 19, 2020 7:36 pm


Teilen
 

 Badische Portobriefe

Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach unten 
AutorNachricht
balf_de
Mitglied in Bronze
balf_de


Badische Portobriefe Empty
BeitragThema: Badische Portobriefe   Badische Portobriefe EmptyFr Jun 27, 2014 9:45 pm

Hallo zusammen,

Habt ihr Lust auf einen kleinen Ausflug in die altdeutsche Postgeschichte ?

Dieses unscheinbare Briefchen möchte ich euch vorstellen:
Badische Portobriefe Gb-hd_11Badische Portobriefe Gb-hd_13


Am 24. Oktober 1849 ging das Damenbriefchen aus der Londoner Kings Road (London, damals sicher die größte Stadt der Welt, war wohl so bedeutend, dass man den Namen der Stadt auf den Poststempeln nicht extra erwähnen musste...) Richtung Süden zum Kanal, setzte am 25. Oktober über nach Calais, wurde durch Frankreich spediert und erreichte Heidelberg per Eisenbahn am 27. Oktober 1849.

Sicher führte der Weg über die Grenze in Straßburg; der Kursstempel der Badischen Bahnpost zeigt die Beförderung nach Norden (meine Eselsbrücke: der „Polarstern“).

Wer es nicht glaubt: ja, schon seit April 1848 wurde in Baden die Post per Eisenbahn befördert!


(Briefe, die mit der badischen Bahnpost auf der Rheintal-Linie in Richtung Süden nach Basel befördert wurden, zeigen statt des Sterns eine „Sonne“
Badische Portobriefe Cursst10
Diese „Cursstempel“ waren bis etwa 1854 in Gebrauch)

Die Taxvermerke für die vom Empfänger zu erhebende Gebühr sind wie folgt zu lesen: 14 Kreuzer sind auf dem Portobrief für den Transport durch Frankreich notiert. Das entspricht 5 Décimes, von denen 3 Décimes auf die Beförderung in Großbritannien und den Schiffstransport entfallen, 2 Décimes blieben für Frankreich. Weitere 8 Kreuzer kassierte Baden; die (schwarz) notierten 22 Kreuzer ergeben den von Herrn Charles Graimberg ( -> http://de.wikipedia.org/wiki/Charles_de_Graimberg ) kassierten Betrag.

Das Briefchen stammt übrigens von der Tochter des Grafen, den wir Heidelberger als den „Retter des Heidelberger Schlosses“ kennen. Mein Französisch ist leider nur noch sehr rudimentär erhalten geblieben – ich konnte nur erkennen, dass sie schon länger auf Post ihres Vaters wartet und etwas in Sorge bezüglich seiner Gesundheit ist, denn man hat in London von Cholerafällen in Mannheim gelesen. Falls hier jemand Interesse an „Social Philately“ aus dieser Zeit hat – und über ausreichend Sprachkenntnisse verfügt -, scanne ich auf Wunsch gerne auch den Brieftext.

So weit, so gut – ein interessanter Transitbrief aus der badischen Vormarkenzeit, den ich in einem anderen Forum (mit postgeschichtlichem Schwerpunkt) vorgestellt habe. Dort hat mir ein guter Freund – und unglaublich hilfsbereiter und kenntnisreicher Helfer – noch eine ausführliche Erklärung zu den damaligen Verhältnissen im Postwesen gegeben, die ich gerne auch hier weitergeben möchte, obwohl man ja eigentlich nicht aus anderen Foren zitieren soll. Aber hier bitte ich um eine Ausnahme – ich will mich nicht mit fremden Federn schmücken ...


@bayern klassisch schrieb:

Bei deinem Portobrief hat GB die Briefe an Frankreich verkauft, wie man heute auf dem Wochenmarkt Obst und Gemüse verkauft. 1 Pfund Äpfel = 2 Euro, 1 Unze unfrankierte Briefe über Frankreich nach Baden 1 Shilling (das ist nur eine Beispielgröße, ich kenne den Vertrag nicht auswendig). Frankreich hatte sich vor dem Vertrag mit GB ausgerechnet, was die Briefe im Schnitt wogen und wie viele auf eine Unze gingen und verkaufte sie dann gewinnbringend an Baden weiter. Baden, am Ende der "Nahrungskette", konnte nur Frankreichs Postvertrag akzeptieren und für seine Vermittlung fremder Briefe danken, denn Baden brauchte Frankreich, Frankreich aber Baden nicht wirklich.

Da nur einer bezahlen konnte, nämlich der Badener, machten Taxen in britischer oder französischer Währung keinen Sinn. Dein Brief weist sie auch nicht auf. Die badische Bahnpost (die mit dem Stern) erhielt den Brief, wog ihn (was zuvor noch keiner gemacht hatte, weil ja eh nur nach Gewicht pauschal verkauft wurde und eine individuelle Berechnung und Abwiegung nicht notwendig war) und stellte ihn als einfach fest (bis 1/2 Loth). Dann wusste man, dass er mit 14x für GB + Frankreich und nach der Entfernung mit 8x für Baden zu taxieren war.

Die Addition nahm erst der vor, der ihn dem Briefträger gab und von dessen mathematisch - arithmetischen Künsten weniger überzeugt war, i. d. R. also der Heidelberger Posthalter. Für die bad. Bahnpost war die Trennung von 14 und 8 Kr. jedoch sinnvoll, denn sie musste ersteres an Frankreich vergüten und hatte für sich letzteres zu fordern, da durfte man nicht durcheinander kommen, sonst gab es Ärger.

Der HD - Post war es völlig egal, wer wie viel zu bekommen hatte, denn sie hatte in der dazugehörigen Briefkarte von Kehl den Brief mit 22x angedient bekommen und nun für die Beikassierung zu sorgen.

Wäre der Brief nicht zustellbar gewesen, hätte er sich in der Briefkarte unter den unanbringlichen Briefen / Retourbriefen mit 22x wieder gefunden. Dann hätte die badische Bahnpost ihn den Franzosen mit dem Bemerken zurück gegeben: 8x bitte an uns später gut schreiben, der Rest geht uns Badener nichts an. Durch die Zurückrechnung war die Schuld Heidelbergs erloschen und gleichzeitig die Forderung Badens von 8x an Frankreich erhoben worden.

Frankreich hatte ihn nun mit 8x Fremdporto intern belastet an der Backe und musste seinerseits mit GB den Brief nun pauschal (er wog ja immer noch das gleiche) zurück rechnen und für die geleisteten Transitdienste seinen Teil fordern.

GB hatte ihn dann mit der badischen und französischen Forderung zurück bekommen und den Absender gebeten, den Brief mit 1 Shilling 3 Pence auszulösen. Hätte er nicht für seinen eigenen Brief zahlen können, wäre er eingesperrt worden (Schuldenturm hieß das mal).

Sorry für den kleinen, aber ausführlichen Exkurs, aber nur so kann man meiner Meinung nach dergleichen Briefe wirklich verstehen und die Bedeutung der Verträge, Laufwege und Taxen verinnerlichen.

Viele Grüße
Alfred (balf_de)
Nach oben Nach unten
balf_de
Mitglied in Bronze
balf_de


Badische Portobriefe Empty
BeitragThema: Re: Badische Portobriefe   Badische Portobriefe EmptyMi Jul 02, 2014 7:27 pm

Hallo zusammen,

o.k., „Portobriefe ...“ habe ich diesen Thread genannt – da sollte ich wohl doch noch mindestens einen zweiten zeigen, obwohl ich eigentlich anhand der Zugriffe ablesen kann, dass ich mit meinem Faible für das Postwesen vor Gründung des UPU hier ziemlich allein auf weiter Flur bin ...

Also: einen habe ich noch – diesmal ohne Transit durch mehrere Postgebiete:
Badische Portobriefe Portob10Badische Portobriefe Portob11

Dieser Portobrief ging am 19. Dezember 1861 aus Heidelberg nach Bouxwiller im Elsass. Adressseitig wurde der Badische Verrechnungsstempel "B6K" („Baden 6 Kreuzer“) im Grenzpostamt in Kehl abgeschlagen als Hinweis für die französischen Postkollegen, dass man 6 Kreuzer für Baden beanspruchte. Auch der Grenzübergangsstempel Bade-Strasbourg vom Absendetag findet sich auf der Adress-Seite. Siegelseitig finden sich der badische Bahnpost-Cursstempel der Rheintalbahn, ein französischer Bahnpoststempel von der Linie Strasbourg-Paris vom 20. Dezember sowie der Ankunftstempel aus Bouxwiller vom gleichen Tag.

Handschriftlich taxiert wurde von der französischen Post "4" - Décimes, was 12 Kreuzern entspricht. Davon behielt Frankreich 6 Kr. und schrieb Baden die geforderten 6 Kr. gut.

Viele Grüße
Alfred (balf_de)
Nach oben Nach unten
balf_de
Mitglied in Bronze
balf_de


Badische Portobriefe Empty
BeitragThema: Re: Badische Portobriefe   Badische Portobriefe EmptyMo Okt 26, 2015 8:55 pm

Hallo zusammen,

@Wilma hat mich mit ihrem interessanten Beitrag im Thread "Postgeschichtliche Belege" - der auch schon lange brach lag - auf die Idee gebracht, nach längerer Abstinenz auch einmal wieder etwas von meinen alten postgeschichtlichen Belegen zu zeigen. Diesmal ist es ein Vorphila-Brief (oder besser: ein Brief aus der Vormarkenzeit), der im Mai 1844 aus Lübeck nach Neuenheim bei Heidelberg lief.  Neuenheim ist schon seit 1907 ein Heidelberger Stadtteil; von daher passt der Brief zur Incoming Mail meiner Sammlung.
Badische Portobriefe Tut_ly10
Badische Portobriefe Tut_ly11

Bemerkenswert ist der hohe Betrag von 1 Gulden (f = Florin) und 33 Kreuzer, den der Empfänger Graf Kuno zu Rantzau-Breitenburg zu bezahlen hatte.

Gerne würde ich euch anhand dieses Briefs zeigen, wie reizvoll es sein kann, die häufig schwer leserlichen Taxierungen auf  solchem markenlosen Altpapier zu entschlüsseln:

In der Hansestadt Lübeck gab es ein Postamt des Fürsten von Thurn und Taxis, der für große Teile Deutschlands das Postwesen von einer Zentrale in Frankfurt am Main aus organisierte. In diesem Postamt wurde der Portobrief aufgeliefert. Von Lübeck aus ging er per Taxis-Postkutsche zunächst nach Frankfurt, wo der Brief gewogen wurde und anschließend mit der dort üblichen blauen Tinte der Beförderungspreis durchs Taxis-Gebiet von 1 Gulden 17 Kreuzer notiert wurde. Damals kostete ein einfacher - bis maximal 1/2 Lot - schwerer Brief 22 Kreuzer, für jede weitere Gewichtsstufe kam die Hälfte - 11 Kreuzer - hinzu. Demnach hatte der Brief 6-faches Gewicht: 22 + 5 x 11 = 77 Kreuzer oder 1 Gulden 17 Kreuzer. Diesen Betrag stellte die TuT-Postverwaltung der badischen in Rechnung.
Aber auch die Badener wollten ihren Anteil am "Kuchen": auch die Heidelberger Waage zeigte 6-faches Gewicht; der hiesige Postbeamte addierte zum einfachen Briefporto (auf der Kurzstrecke ab der hessischen Grenze) von 4 Kreuzern 5 x 2 Kreuzer zusätzliches Porto + 2 Kreuzer Bestellgeld hinzu. Macht zusammen 16 Kreuzer, die er mit Rötelstift im Nenner des Taxbaums notierte. Den zu kassierenden Gesamtbetrag wies er zusätzlich aus.

Natürlich braucht man für das sehr komplexe Gebiet der Vormarkenzeit in Anbetracht der vielen deutschen Staaten mit unterschiedlichen Währungen und vertraglichen Vereinbarungen nicht nur viel, viel Literatur sondern auch die Erfahrung, sich in die oft reichlich verquasten zeitgenössischen Texte einzulesen. Oder man hat gute Freunde, die man vertrauensvoll fragen kann. So halte ich es, wenn es richtig kompliziert wird!

Aber wenn es dann ab und zu gelingt, für relativ kleines Geld einen Brief wie den gezeigten erwerben zu können, der sicher seltener und postgeschichtlich wichtiger ist als viele teure Markenbriefe mit hohen Frankaturen, dann ist das ein wirklich schönes Erfolgserlebnis! Ein nicht ganz unwichtiger Nebeneffekt: mit der richtigen Beschreibung werden auch seltene VMZ-Briefe zu wertvollen Einzellosen bei großen Auktionshäusern. Bei eBay - wo ich ihn seinerzeit gefunden habe - werde ich ihn jedenfalls bestimmt nicht verkaufen …

Na, habe ich euch Lust gemacht auf postgeschichtliches Altpapier …

Viele Grüße
Alfred (balf_de)
Nach oben Nach unten
Gesponserte Inhalte




Badische Portobriefe Empty
BeitragThema: Re: Badische Portobriefe   Badische Portobriefe Empty

Nach oben Nach unten
 

Badische Portobriefe

Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach oben 
Seite 1 von 1

Befugnisse in diesem ForumSie können in diesem Forum nicht antworten
Briefmarken - Forum  :: Postgeschichte :: Altdeutschland-
Tauschen oder Kaufen