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 Schwarzer Einser

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Mozart
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BeitragThema: Schwarzer Einser   Mi Feb 20, 2008 3:15 pm

Anno 1849: Das Königreich Bayern gibt die erste Briefmarke heraus. Den Namen der "Schwarze Einser" erhielt die Marke zum einen wegen der großen Ziffer Eins als Portowert, zum anderen wegen der schwarzen Druckfarbe. Die ungezähnte Marke kostete damals einen Kreuzer und erreichte eine Auflagenhöhe von 832.500 Stück. Sie wurde auf gewöhnlichem Papier im Schwarzweißdruck hergestellt. Die Nuancen dieser Freimarke reichten allerdings von Grauschwarz bis hin zu tiefem Schwarz. Frankaturgültig blieb der "Schwarze Einser" bis zum 31. August 1864.

@bayern klassisch zeigt uns folgende Stücke aus seiner Sammlung:

Platte I, hier entwertet mit dem Mühlradstempel 250 von Oettingen und als kleine Bogenecke von besonderem Reiz.



Platte II, welche später herauskam. Der geschlossene Mühlradstempel 236 wurde ab dem 1.8.1850 in Neustadt an der Haardt in der Rheinpfalz geführt. Es ist ein linkes Randstück.



Die Platte II auf einer Drucksache von Marktbreit mit dem Mühlradstempel 196 nach Schwabach vom 26.1.1851. Eine besser gestempelte Schwarze Eins wird schwer zu finden sein.

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Cophila
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BeitragThema: Nr. 9716   Mo März 24, 2008 9:12 pm

Bayerisch-Deutsch-Österreichischer Postvereins-Vertrag.

Auszug der Bestimmungen zu - § 8 -

"Die Frankatur der Briefpostsendungen aus Bayern und über Österreich hat, wie im inneren Verkehr, ausschließlich mittels Marken zu geschehen und wird zu diesem Behufe sämtlichen Postanstalten durch die einschlägigen Bezirksklassen nebst den bereits bestehenden Marken zu 1, 3, und 6 Kreuzer noch eine vierte Gattung Marken (in grüner Farbe) zu dem Betrage von 9 Kreuzer nach Bedarf abgegeben werden.

In der Regel ist hierbei die dem treffenden Frankobetrage in ihrer Einheit entsprechenden Marke in Verwendung zu bringen, jedoch ist auch jede andere dem Belieben des Absenders überlassene Zusammenstellung der Taxe durch die verschiedenen Markengattungen von seiten der Postanstalten nicht zu beanstanden.

Es versteht sich übrigens von selbst, daß die in Verwendung kommenden Marken bayerische Marken sein müssen und Marken fremder Postanstalten für die in Bayern aufgegebenen Sendungen keine Gültigkeit haben können.

München, den 25. Juni 1850."

~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~


Die schwarze 1-Kreuzer-Marke hatte jedoch zu vielen Klagen Anlaß gegeben, welche in der Mehrzahl auf die meist sehr schwere Entzifferung der Abstempelungsnummer zurückzuführen waren, und sah sich deshalb die "General-Verwaltung der Posten" veranlaßt, am 1. Oktober 1850 Marken zu 1 Kreuzer in hellroter Farbe, von gleicher Form wie die Marken zu 3 und 6 Kreuzer, mit durchzogenem roten Seidenfaden - letzterer von oben nach unten laufend -, auszugeben. Die schwarze Muttermarke blieb aber daneben noch im Kurs bis Oktober 1851, wo die noch vorhanden Vorräte eingezogen und gegen die neue Auflage umgetauscht wurden.
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bayern klassisch
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BeitragThema: Re: Schwarzer Einser   Di März 25, 2008 8:28 pm

Hallo Cophila,

wie kommst du zu der Annahme, dass die Schwarze Eins 1851 zurück gezogen wurde?

Wieso soll die 1 Kr. rosa am 1.10.1850 an die Schalter gekommen sein?

Diese Informationen würden mich doch interessieren.

Beste Grüsse von bayern klassisch
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Mozart
Moderator


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BeitragThema: Re: Schwarzer Einser   Di März 25, 2008 8:34 pm

Mozart schrieb:
Frankaturgültig blieb der "Schwarze Einser" bis zum 31. August 1864.


Und ich dachte, ich hätte mich klar ausgedrückt! Zwinkern
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bayern klassisch
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BeitragThema: Re: Schwarzer Einser   Di März 25, 2008 9:44 pm

Hallo Mozart,

du hast ja Recht. Mich wunderte nur, dass jemand, nachdem du es richtig geschrieben hast, hier schreibt, dass die Nr. 1 im Oktober 1851 zurück gezogen wurde und damit ausser Kurs gesetzt worden wäre.

Diese Verordnung hätte ich mal gerne gesehen. Vielleicht hält man uns noch auf dem laufenden.

Beste Grüsse von bayern klassisch
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Mozart
Moderator


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BeitragThema: Re: Schwarzer Einser   Di März 25, 2008 9:54 pm

bayern klassisch schrieb:

du hast ja Recht. Mich wunderte nur, dass jemand, nachdem du es richtig geschrieben hast, hier schreibt, dass die Nr. 1 im Oktober 1851 zurück gezogen wurde und damit ausser Kurs gesetzt worden wäre.

Diese Verordnung hätte ich mal gerne gesehen. Vielleicht hält man uns noch auf dem laufenden.


Na da lassen wir uns doch gerne überraschen................... oder?!?! lachen

Gespannte Grüsse
Mozart
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Cophila
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BeitragThema: Das   Fr März 28, 2008 9:55 pm

steht im Buch "Die bayerischen Kreuzer-Marken der Ausgaben 1849 bis 1875" von Carl Beck (Luxusausgabe M. 18,-- / Reich illustriert, erschienen München 1920, Verlag der "Sammler-Woche", München.

Im Vorwort steht:

"Mit dem 1. April 1920 endete bekanntlich die Gültigkeit sämtlicher bayerischer Postwertzeichen. Es schließt damit eine mehr als 70jährige Epoche ab, die wir Sammler jetzt als "abgeschlossenes Gebiet" im Album vor uns sehen, und das zweifelsohne mit zu den ältesten und fesselndsten des Briefmarkensammelwesens überhaupt gehört. Dieses ist auch der Grund, der mich veranlaßte, in der vorliegenden Broschüre die bayerischen Kreuzer-Marken der Ausgaben 1849 bis 1875 in eingehender Weise zu behandeln. Ich hoffe damit der Sammlerwelt einen Wegweiser bei Anlage ihrer Sammlungen in die Hand zu geben, und wenn die vorliegende anspruchslose Arbeit zu weiteren Studien und Forschungen auf dem Gebiete dieser alten klassischen bayerischen Kreuzer-Marken anregen sollte, dann soll dies dem Verfasser der schönste Dank, die beste Anerkennung sein.

Zu Schlusse spreche ich noch der Firma M. Kurt Maier in Berlin, die mir ihre vorhandenen Klischees zu Illustrationszwecken leihweise in bereitswilligster Weise zur Verfügung stellte, hiermit an dieser Stelle nochmals meinen verbindlichsten Dank aus.

Möge die Schrift eine freundliche Aufnahme finden.

Berlin, im Herbst 1920.

CARL BECK"
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bayern klassisch
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BeitragThema: Re: Schwarzer Einser   Sa März 29, 2008 7:19 am

Lieber Cophila,

wir hatten uns glaube ich im philaforum über dieses Thema schon unterhalten, nur dein Nick war ein anderer. Warum du aber die nachweislich falschen Informationen von Herrn Beck, der sein Werk selbst mit dem richtigen Adjektiv beschreibt, hier wiederholst, verstehe ich nicht.

Ich möchte auch niemanden, der sich literarisch zu Bayern oder irgend einem anderen Sammelgebiet vor vielen Jahrzehnten geäußert hat, angreifen. Aber es ist damals viel Mist geschrieben worden, weil es auch eine Zeit war, in der alles und jedes verschlungen wurde und der Wahrheitsgehalt nur an 2. Stelle stand.

Herr Beck mag seinerzeit das ein oder andere richtig beschrieben haben, da ich das Buch nicht habe, möchte ich das mal für ihn unterstellen, aber solche Aussagen wie "die Schwarze Eins wurde im Oktober 1851 zurückgezogen" sind im Bereich der Fabel anzusiedeln.

1) Die Nr. 1 war zu diesem Zeitpunkt schon lange von der Nr. 3 an den Schaltern verdrängt worden. Spätestens Frühjahr 1851 lief die Nr. 1 aus, bei den meisten Postexpeditionen ist eine Nr. 1 ab Sommer 1851 die absolute Ausnahme und wohl eher auf vorherige Schalterkäufe zurück zu führen, als auf aktuelle Schalterverkäufe.

2) Daraus folgt, dass, wenn eine Marke schon seit Monaten nicht mehr vorrätig war, auch kein Rückzug der Marke anzuordnen war.

3) Die Nr. 1 war bis zum 31.8.1864 gültig, wenngleich nur Liegenbleiber überhaupt die 2. Verteilung der Mühlräder erlebten (ab 1.12.1856). Es gibt auch Marken mit offenem Mühlrad und Postablagestempel, so dass eine Verwendung bis in die sechziger Jahre belegt ist.

4) Bayern hat nur die Nr. 16 und 26 vorzeitig zurückgezogen, weil sie nicht mehr sinnvoll (Nr. 26) bzw. farblich mit ähnlichen Marken (Nr. 16 zu Nr. 21) verwechselt werden konnten. Beides ist in den Verordnungsblättern, die Herrn Beck damals wohl eher nicht vorlagen, geschildert.
Der Sinn einer Rücknahme der Marke ist die Außerkurssetzung - weshalb sollte man eine Marke in hunderttauschenfacher Auflage sonst mühsam zurückfordern und dem Publikum vergüten? Der Verwaltungsaufwand war enorm für solch eine Aktion. In den Primärquellen, die mir alle vorliegen, steht von dieser Beckschen These nichts - sie wäre aus den vorgenannten Gründen auch nicht haltbar.

Die philatelistische Forschung hat in den letzten 15 bis 20 Jahren mehr zutage gefördert, als in den 100 Jahren zuvor.
In Anbetracht dessen relativiert sich der Wert alter Literatur teilweise bedenklich. Wenn immer nur, ohne Mühe, das kritiklos abgeschrieben wird, was ein anderer zuvor ohne Ahnung von der Materie schrieb, ergibt sich eine langjährige Legendenbildung, die schwer aus der Welt zu schaffen ist, wie man ja an deinem Beispiel erkennen kann.

Sollte es wider Erwarten anders sein, bitte ich um Quellenangabe - damit die Post damals und ich heute alles nachvollziehen kann.

Beste Grüsse von bayern klassisch
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bayern klassisch
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BeitragThema: Re: Schwarzer Einser   Di Apr 22, 2008 7:11 pm

Keine Antwort von Cophila - habe ich es mir doch gedacht!
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Tobias
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BeitragThema: Re: Schwarzer Einser   Di Jan 05, 2010 7:11 pm

naja, vom Schwarzen Einser kann ich nur träumen Zwinkern
Sammle ja selber Bayern, aber ist schon ziemlich schwierig überhaupt Marken zu bekommen.
Da ich neu bin wollt ich mal wissen wer hier so BAyern sammelt.
Ich selber bin 18 und sammle seit ich 6 bin.

Grüße Tobi
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Schwarzer Einser

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