Nach wie vor begehrt
Liechtensteins Briefmarken sind nach wie vor begehrt. Das hat zum einen mit den geringen Auflagen aufgrund der Kleinheit des Landes zu tun. Zum anderen sicher auch mit der Qualität der Marken selbst.
Von Desirée Franke-Vogt
Da macht das Briefeschreiben gleich doppelt Spass: Die Philatelie Liechtenstein gibt am 2. Juni fünf neue Briefmarkenserien heraus, die nicht nur das Auge des Briefsenders und -empfängers sowie das kundige Auge der Sammler erfreuen, sondern auch die Sportlerherzen höher schlagen lassen.
Neue Produkte lanciert
Dass Liechtensteins Briefmarken nach wie vor beliebt sind, liegt laut Stefan Erne, Leiter der Gestaltung, zum einen an der Tatsache, dass aufgrund der Kleinheit des Landes nur kleine Ausgaben verfügbar sind, was die Marken zu Raritäten macht. Zum anderen dürfe aber sicher auch auf den hohen Qualitätsstandard der Marken verwiesen werden. «Natürlich ist das Briefmarkengeschäft nicht mehr so lukrativ wie noch in den 70- er oder 80-er Jahren. Das Geschäft ist rückläufig – aber wir können doch auf eine sehr treue Kundschaft zählen», so Stefan Erne. Ausserdem habe die Philatelie neue Produkte lanciert und konnte so in Kombination mit den Briefmarken neue Sammlergruppen lancieren.
Die Auswahl der Motive
Was die Auswahl der Motive der neuen Serie betrifft, so sind diese laut Erne oft vorgegeben. So zum Beispiel, wenn Jubiläen gefeiert werden, wie dies beim Kloster Schellenberg der Fall ist. Die Marke mit dem Taxwert 2.20 Franken zeigt die «Mutter vom Kostbaren Blut» und wurde von Karin Beck und Heinz Schädler entworfen.
Ansonsten sollen die Themen der Motive abwechslungsreich und vielseitig sein. Was die neue Serie betrifft, so ist diese relativ sportlastig, was aber mit Blick auf die Fussball-Europameisterschaft oder die Olympischen Spiele nicht weiter erstaunt. Zum ersten Mal wurden auch die Paralympics auf einer Briefmarke geehrt – «wir waren der Ansicht, dass auch die Leistungen der körperlich behinderten Athletinnen und Athleten gewürdigt werden sollten», erklärt Erne die von Johannes Joos entworfenen Marken mit den Taxwerten 1.30 und 1.80 Franken.
«Normalerweise sollten die Motive und Themen immer einen direkten Bezug zu Liechtenstein haben. Aber da unsere direkten Nachbarländer involviert sind, war klar, dass auch die Fussball-EM ein Thema sein wird», so Erne zur weiteren Auswahl. Gestaltet wurden die Marken von Corina Marxer. Das Besondere an diesem Bogen ist laut Erne, dass drei verschiedene Marken aufscheinen. Zudem sind sie so angeordnete, dass die geografische Lage widergespiegelt wird.
Traditionsgemäss hingegen werden die Olympischen Spiele mit eigenen Olympiamarken gewürdigt. Die zwei Briefmakren stellen drei der insgesamt fünf Maskottchen die Spiele vor und tragen die Taxwerte 85 Rappen und 1 Franken.
Etwas aus der Reihe tanzt aus der Serie das Thema «Seltene Bienen und Wespen in Liechtenstein». «Wir hatten letztes Jahr eine Ausgabe mit Käfern und wissen, dass viele Briefmarkensammler sich für Insekten interessieren», erklärt Erne das Motiv. Bei den Recherchen habe man dann herausgefunden, dass es in Liechtenstein seltene Bienen- und Wespenarten gibt, was aufgrund der Kleinheit des Landes wiederum speziell sei. Die Marken mit Mauerbienen, Schmuckbienen und Schornsteinwespen wurden von Silvia Ruppen gestaltet und tragen die Taxwerte 85 Rappen, 1 und 1.30 Franken.
Von der Idee bis zur Umsetzung
Von der Idee bis zum Druck einer Marke dauert es durchschnittlich rund ein Jahr. Ideensammlung und Konzeptierung obliegen der Philatelie Liechtenstein – bei der Gestaltung lässt man den Künstlern mit gewissen Vorgaben aber doch relativ freie Hand. Manchmal wird die Gestaltung von Briefmarken zum Wettbewerb ausgeschrieben, meistens werden die Aufträge aber direkt an die Künstler vergeben. «Wir wissen oft schon im Vorfeld, wie wir die Marken umsetzen möchten und welche Künstler sich mit ihrem Stil dafür eignen», erklärt Erne die Vorgehensweise. Gemeinsam mit dem Philatelie-Beirat und den Künstlern werden dann die Entwürfe beraten und schliesslich entschieden, wie die Marken konkret gedruckt werden. Auch was die Taxwerte auf den Marken betrifft, gibt es bestimmte Vorgaben, die in diesem Fall von der Schweizerischen Post kommen. So gibt es laut Erne eine Jahresnominale, die nicht überschritten werden sollte. Aber welcher Wert schliesslich auf welcher Marke erscheint, entscheidet die Philatelie selbst. Dabei sollen Standardwerte wie 85 Rappen und 1 Franken öfter vertreten sein, da sie die gängigen Werte für A- und B-Post innerhalb der Schweiz und Liechtenstein sind. Und das ist bei der neuen Serie bestens gelungen, wie man ab dem 2. Juni selbst feststellen darf.
Lichtenstener V.
_________________
Liebe Sammlergrüsse
Eure Michaela