Briefmarken - Forum
Herzlich Willkommen im Briefmarken Forum Österreich!
Um alle Beiträge OHNE WERBUNG sehen und lesen zu können, muss man angemeldet sein. Ein Anmeldung ist kostenlos und unverbindlich.
*******************************************************
Welcome to the Forum Stamps Austria!
To see and read all the posts, you have to be registered. A registration is free and without obligation.

---->ANMELDUNG


Die Friedl´schen Merkurfälschungen Bild5110


Briefmarken - Forum

Briefmarken - Forum
 
StartseitePortalSuchenAnmeldenLogin
Neueste Themen
» Freimarken Tierkreiszeichen / Chinesisches Neujahr
von Sigi_der_Zweite Heute um 11:21 am

» Österreich 1925 - 1938
von kaiserschmidt Heute um 10:25 am

» Briefmarken-Kalender 2020
von Michaela Heute um 9:42 am

» Freimarken Tierkreiszeichen/Sternbilder - Belege
von Sigi_der_Zweite Gestern um 9:43 pm

» Paleophilatelie: Paläontologie und Philatelie
von paleophilatelist Gestern um 9:00 pm

» Österreich im III. Reich (Ostmark) Belege
von jklang Gestern um 7:52 pm

» Die Freimarkenausgabe 1908
von Paul S. Gestern um 7:32 pm

» Sonderpostbeförderung mit Hubschrauber
von muesli So März 29, 2020 11:24 pm

» Inflation in Österreich - Belege - 1918 bis 1925
von kaiserschmidt So März 29, 2020 3:35 pm

» Ostsachsen (OPD Dresden) -Sowjetische Besatzungszone-
von Kontrollratjunkie So März 29, 2020 1:26 am

» Großbritannien - 5 p Automatenstreifen
von Gerhard Sa März 28, 2020 11:03 pm

» Großbritannien - 150 Jahre Briefmarken
von Sigi_der_Zweite Sa März 28, 2020 9:44 pm

» Sammlung Bedarfsbriefe Österreich ab 1945
von wilma Sa März 28, 2020 8:04 pm

» Stifte und Klöster - Belege
von wilma Sa März 28, 2020 7:24 pm

» Hilfe bei Bestimmung dieser Stempel gefragt
von kaiserschmidt Sa März 28, 2020 1:43 pm

» beschädigt eingelangt
von wilma Fr März 27, 2020 8:18 pm

» Freimarkenserie "Kunstwerke aus Stiften und Klöstern"
von wilma Fr März 27, 2020 7:28 pm

» Zollausschlussgebiete
von wilma Fr März 27, 2020 7:00 pm

» Lochung auf Briefmarken - Perfin - Österreich
von AndyMilchrahm Fr März 27, 2020 10:36 am

» Abstimmung für das Thema für den Bilderwettbewerb April 2020
von Michaela Fr März 27, 2020 8:35 am

» Österreichische Telephon-Sprechkarten - 1883 - 1917
von Paul S. Do März 26, 2020 10:44 pm

» Die Freimarkenausgabe 1890
von muesli Di März 24, 2020 11:22 pm

» Bauwerke und Baudenkmäler "Bautenserie"
von wilma Di März 24, 2020 7:43 pm

» Taxermäßigung im Grenzverkehr/Rayon Limitrophe = Grenzrayon
von Paul S. Di März 24, 2020 7:07 pm

» Privatganzsachen von A. Pichlers Witwe & Sohn
von Paul S. Mo März 23, 2020 5:18 pm

» Briefmarken Westermayr
von Tatjana Mo März 23, 2020 3:23 pm

» Neuausgaben 2020 Deutschland
von Gerhard So März 22, 2020 7:09 pm

» suche Briefe Albanien
von Saguarojo Sa März 21, 2020 6:14 pm

» Der Hype um die Crypto stamp
von Tatjana Sa März 21, 2020 11:12 am

» Wegen Corona-Virus abgesagt
von wilma Fr März 20, 2020 10:01 pm

» Auswirkungen Corona-Virus - Österr. Post AG
von Gerhard Fr März 20, 2020 7:58 pm

» Trachten – Beiwerk und Auszier - Dauermarkenserie
von Gerhard Fr März 20, 2020 7:07 pm

» Abstimmung für den Bilderwettbewerb im März 2020
von Michaela Fr März 20, 2020 12:23 pm

» Personalisierte Marke selbstklebend
von Tatjana Do März 19, 2020 9:05 pm

» Block Japan-Österreich
von Tatjana Do März 19, 2020 8:55 pm

» Freimarkenserie "Tierschutz"
von Gerhard Do März 19, 2020 8:13 pm

» Streifbänder des DÖAV
von Paul S. Do März 19, 2020 11:04 am

» Frage zu Stempelbewertung - Modena
von Berni17 Mi März 18, 2020 4:59 pm

» Sammlung FAM 14 (FOREIGN AIR MAIL ROUTE No 14) - Teil 1
von Phila-Bert Di März 17, 2020 12:49 pm

» Österr. Neu: neue Dauermarken: Serie „Trachten – Beiwerk und Auszier“
von Tatjana Mo März 16, 2020 2:21 pm

» Österr. NEU: Sondermarke 100 Jahre Auer
von Gerhard Fr März 13, 2020 11:15 pm

» Ganzsachensortiment ab 1. April 2020
von Gerhard Mi März 11, 2020 11:43 pm

» Frage Größe Sonderstempel
von Tatjana Mi März 11, 2020 11:18 am

» Tauschtag Linz Samstag 14.03.2020 13:00 - 18:00
von wilma Di März 10, 2020 7:28 pm

» Österr. NEU: 8. Ausgabe Dispenser Rollenmarke
von Gerhard Mo März 09, 2020 11:06 pm

» Österr. NEU: Sondermarke 125 Jahre Ausgrabungen in Ephesos
von Gerhard Mo März 09, 2020 10:55 pm

» Obstserie ANk 1253 - 1258
von Gerhard Mo März 09, 2020 10:45 pm

» Postbüchl - Das kleine Postbuch
von Paul S. Mo März 09, 2020 10:36 pm

» Briefmarken bewerten
von Gerhard Mo März 09, 2020 12:00 am

» Orange Landschaft Österreich - Belege
von wilma So März 08, 2020 8:48 pm

» Wir starten den Bilderwettbewerb im März 2020
von Gerhard So März 08, 2020 7:38 pm

» Sagen und Legenden - Belege
von Gerhard So März 08, 2020 7:29 pm

» Blumengruß aus Deutschland
von Cantus So März 08, 2020 12:51 am

» Nebenstempel Ohne Marke eingelangt
von wilma Sa März 07, 2020 7:30 pm

» Weitere Durchführung der Philatelia München untersagt
von Gerhard Sa März 07, 2020 12:27 pm

» Brauche dringend hilfe bei meiner Briefmarken Sammelung
von Cantus Sa März 07, 2020 3:28 am

» Postbaum in Mossel Bay
von Gerhard Sa März 07, 2020 12:18 am

» Ferienland Österreich - Dauermarkenserie
von wilma Fr März 06, 2020 9:39 pm

» Bildpostkarten 2. Republik - Besonderheiten
von Gerhard Fr März 06, 2020 7:25 pm

» Österr. NEU: Sondermarke Wachauer Tracht
von Gerhard Do März 05, 2020 10:43 pm

» Trachtenserien ANK 887 - 923 und 1052 - 1072 Belege
von Paul S. Mi März 04, 2020 10:28 pm

» Letzte Postkarte in Schillingwährung
von Gerhard Mi März 04, 2020 12:26 am

» Blindensendung - Cécogramme
von Gerhard Di März 03, 2020 7:10 pm

» Ermäßigte Gebühren Ausland (CSR Ungarn etc.)
von Gerhard Di März 03, 2020 6:54 pm

» Zeppelinpost aus/nach Österreich
von balf_de Di März 03, 2020 11:21 am

» Brücken auf Briefmarken
von Gerhard Mo März 02, 2020 7:05 pm

» Flugpost nach Österreich
von kaiserschmidt Mo März 02, 2020 4:49 pm

» Siegerbild beim Bilderwettbewerb Februar 2020
von Michaela Mo März 02, 2020 9:43 am

» Nebenstempel "NICHT BEHOBEN"
von wilma So März 01, 2020 7:16 pm

» Dispenser Rollenmarke
von Gerhard Sa Feb 29, 2020 11:39 am

» Heeresübung 1984 "Flinker Igel"
von Gerhard Fr Feb 28, 2020 4:33 pm

» Sammlerpost
von wilma Do Feb 27, 2020 7:37 pm

» Österr. NEU: Sondermarke Kontrabass
von Gerhard Do Feb 27, 2020 12:50 am

» DP Lager in Österreich nach dem 2. Weltkrieg
von wilma Mi Feb 26, 2020 8:39 pm

» Österreichische Zensuren nach 45
von kaiserschmidt Di Feb 25, 2020 8:39 am

» Otto Zeiller
von Sigi_der_Zweite Mo Feb 24, 2020 10:28 am

» Ganzsachen - Segelflug Robert Kronfeld 1933
von Sigi_der_Zweite So Feb 23, 2020 8:27 pm

» Arolsen Archives - Portofreiheit f. Kriegsgefangenen- und Interniertenpost
von Gerhard So Feb 23, 2020 7:21 pm

» Postgeschichtliches Objekt 1908, Sammlungsaufbau
von gabi50 So Feb 23, 2020 6:47 pm

» St. Johann bei Herberstein
von gabi50 So Feb 23, 2020 6:18 pm

» Als Briefmarken-Laie Sammlung verkaufen
von Edik Bastion So Feb 23, 2020 5:55 pm

» Flugpostserie II Heimische Vogelwelt in Stadt und Land - Vögel
von wilma Sa Feb 22, 2020 7:04 pm

» Was denkt ihr: Stempel verfälscht tolerieren?
von wilma Sa Feb 22, 2020 6:40 pm

» Österr. NEU: Zeitgenössische Kunst - Opportunity
von Gerhard Mi Feb 19, 2020 11:56 pm

» Hilfe bei Entzifferung
von muesli Mo Feb 17, 2020 11:08 pm

» Wappenzeichnung - ANK 714-736 - Belege
von wilma So Feb 16, 2020 7:53 pm

» St. Kathrein an der Laming
von gabi50 So Feb 16, 2020 10:13 am

» Abstimmung für den Bilderwettbewerb im Februar 2020
von Michaela So Feb 16, 2020 9:17 am

» Wir starten den Bilderwettbewerb im Februar 2020
von Kontrollratjunkie So Feb 16, 2020 2:45 am

» Sächsische Schwärzungen -Sowjetische Besatzungszone-
von Kontrollratjunkie So Feb 16, 2020 12:53 am

» Briefmarken vs Freimarken
von Gerhard Sa Feb 15, 2020 9:55 pm

» Frage Marke
von Briefmarkeninternational Fr Feb 14, 2020 7:42 pm

» Valentinstag
von Gerhard Fr Feb 14, 2020 7:07 pm

» Brieftaubenpost
von Gerhard Fr Feb 14, 2020 6:54 pm

» Marken aus den USA
von Briefmarkeninternational Fr Feb 14, 2020 1:28 am

» Österr. NEU: Treuebonusmarke 2019 – Blaue Passionsblume
von Gerhard Do Feb 13, 2020 11:42 pm

» Freimarken-Ausgabe 1867 : Kopfbildnis Kaiser Franz Joseph I
von muesli Mi Feb 12, 2020 11:56 pm

» St. Nikolai bei Friedau
von gabi50 Mi Feb 12, 2020 10:01 am

» Postkartenserie "Quadratischer Wertstempel - Wertziffer im Dreieck" 1922-24
von kaiserschmidt Di Feb 11, 2020 6:13 pm


Teilen
 

 Die Friedl´schen Merkurfälschungen

Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach unten 
AutorNachricht
Berni17
Mitglied
Mitglied
Berni17


Die Friedl´schen Merkurfälschungen Empty
BeitragThema: Die Friedl´schen Merkurfälschungen   Die Friedl´schen Merkurfälschungen EmptySo Okt 29, 2017 4:53 pm

Ein Beitrag von mir aus dem Jahre 2008 im Forum: Philaforum.com

Er liest sich wie ein spannender Roman ...

Gelbe, rosa und zinnoberrote Merkure tauchen in Mengen auf

Man schrieb das Jahr 1895. Der erste Senf-Katalog war erst drei Jahre vorher erschienen. Die älteste Marke der Welt, Englands 1 Penny schwarz, notierte 25 Pfennige. Die 3 Kreuzer Steindruckmarke Ungarns 10 Mark, Württemberg 70 Kreuzer: 20 Mark, Sachsen 3 Pf. 100 Mark, das Basler Täubchen 125 Mark. Von den insgesamt 72 österr. Marken aber gab es drei teure Marken:

den gelben, rosa und den roten Merkur.

Teurer als der rote Merkur waren nur fünf europäische Marken und zwar die Doppelgenf sowie vier Ochsenköpfe Rumäniens, und selbst die damals seltenste Marke der Welt, die blaue Mauritius war bloß mit 5000 Mark bepreist.

Man kann darauf ermessen, wie selten die Merkure waren, besonders aber der rote Merkur. Kaum ein Dutzend Sammler besaß ihn!

Da tauchen plötzlich Mengen davon auf, gebraucht und ungebraucht, ja sogar Blockstücke, Streifen und Kehrdruckpaare! Und alles das beim größten Händler Österreichs, bei Sigmund Friedl, Besitzer des berühmten Wiener Markenmuseums und Herausgeber des Fachblattes "Weltpost". Die Stücke enstammen, wie es heißt, zwei glücklichen Funden (Bregenz und Venedig), die beide in den Besitz Friedls gelangten. Freudig und arglos kauft man, froh endlich auch diese Lücken im Album füllen zu können.


Hans Kropf greift ein

Die Herkunft der Stücke, der Weltname Friedl lässt an der Echtheit keinen Zweifel aufkommen, bis - ja, bis nicht einer der größten Kenner jener Zeit, Hans Kropf, im "Austria Philatelist" eine öffentliche Warnung erscheinen lässt und alle Besitzer solcher Merkure auffordert, dieselben zwecks kostenloser Prüfung an den "Österreichischen Philatelisten Club" einzusenden.

Schon im nächsten Monat schreibt Eduard Horak, der später den berühmten Prozess gegen Friedl ins Rollen brachte wie folgt:

Die Friedl´schen Merkurfälschungen B1qr86ydgq24of6u8

Die Friedl´schen Merkurfälschungen Attachment

Die Friedl´schen Merkurfälschungen Attachment

Die Friedl´schen Merkurfälschungen Attachment

Die Friedl´schen Merkurfälschungen Attachment

Die Friedl´schen Merkurfälschungen Attachment


Zuletzt von Berni17 am So Okt 29, 2017 5:15 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
Nach oben Nach unten
Berni17
Mitglied
Mitglied
Berni17


Die Friedl´schen Merkurfälschungen Empty
BeitragThema: Re: Die Friedl´schen Merkurfälschungen   Die Friedl´schen Merkurfälschungen EmptySo Okt 29, 2017 5:03 pm

Friedl verteidigt sich

Voll Entrüstung wies Sigmund Friedl alle Verdächtigungen zurück und erklärte, die Kompetenz des Prüfungskomitees nicht anerkennen zu wollen, da er der einzige wirkliche Kenner der Merkure sei. Das ganze sei nichts weiter als die Hetze einiger seiner notorischen Feinde, die im Österreichischen Philatelistenklub säßen. Am 21.11.1895 trat er als Protest aus dem Verein aus.

Die Friedl´schen Merkurfälschungen B1rd9dud9y5c7fnmt

Ferrary eilt zur Hilfe!

Das "Neue Wiener Journal", das sich ebenfalls mit der Friedl-Affäre beschäftigt hatte, bekam von Marquis Philipp la Renotière von Ferrary aus Paris ein Telegramm, in welchem dieser mitteilt, er betrachte die betreffenden Merkurmarken als zweifellos echt, sie seien vom gleichen Typus wie die, welche er seit seiner Kindheit besitze. Er habe die bezweifelten Merkure wegen Nuancenabweichungen in seine Sammlung aufgenommen und sei glücklich, dieselben dort zu bewahren. Er würde gewiß nie daran denken, sich von denselben zu trennen.

An Ludwig Schwarz, den Leiter der Prüfungsstelle des Österreichischen Philatelistenklubs aber richtete Ferrary folgende Depesche: "Bierbrauer Herrn Ludwig Schwarz, Währing-Wien, Paris 41186-57, 29. November 10-40 M. – Empört über infame in Merkur Angelegenheit gegen lieben Freund Friedl gerichtete Intrige. Diese Marken sind meiner Ansicht nach unzweifelhaft echte Altdrucke. Zweifel entstand nur durch alberne aus französischer Quelle stammende Verleumdung*). Hoffe, Sie werden mit Ihrem stets abgegebenen so kompetenten Urteil gegen ungerechten Verdacht energisch einschreiten. – Höflichst grüßend Philipp la Renotière."

Als Ludwig Schwarz bedauerte, diesem Wunsch nicht entsprechen zu können, depeschierte Ferrary u.a.: "Hoffe von Ihrer alten Freundschaft für guten Freund Friedl, … dass Sie ihm unter gegenwärtigen Intrigen nicht schaden."

*) Anspielung auf ein Urteil des Altmeisters Moens, der die Friedl´schen Fälschungen als erster erkannte und sagte: "Ces timbres ne sont pas authentiques".

Die Friedl´schen Merkurfälschungen B1rdf8oazhlqfheud
Nach oben Nach unten
Berni17
Mitglied
Mitglied
Berni17


Die Friedl´schen Merkurfälschungen Empty
BeitragThema: Re: Die Friedl´schen Merkurfälschungen   Die Friedl´schen Merkurfälschungen EmptySo Okt 29, 2017 5:10 pm

Der Kampf geht weiter

Inzwischen nahm das Prüfungskomitee des Österr. Philatelistenklub die Abstempelungen der Friedl´schen Merkure besser unter die Lupe und siehe da, sie entpuppten sich als falsch! Es handelt sich um folgende Stempel:

Die Friedl´schen Merkurfälschungen B1qr909n6dmc1o3fk

Die Friedl´schen Merkurfälschungen B1qr909n6dmc1o3fk

Überall ließen sich gegenüber den entsprechenden Originalstempeln auffallende Abweichungen feststellen. Ganz und gar aber hat sich der Fälscher verraten, als er den echten Stempel "J.R. Spedizione Gazette Venezia" nachahmen wollte und daraus "LESPEDIZIONE" machte, ein Wort, dass es im italienischen gar nicht gibt!

Die Friedl´schen Merkurfälschungen B1qr9jko5ov4e2ijk

Um aber einen unanfechtbaren Beweis zu haben ließ ein Mitglied des Österr. Philatelistenklubs, Dr. F. Mallmann, im "Austria Philatelist" (Nr. 1, 1896) folgende Anzeige erscheinen:

Die Friedl´schen Merkurfälschungen B1re2u675susrd011

Trotz der verlockenden Prämie konnte niemand ein solches Stück vorlegen.

Schließlich wies die Prüfungsstelle nach, Friedl habe auch echte blaue Merkure auf ganzer Schleife verkauft (Krüse-Korrespondenz), deren Abstempelungen falsch waren, wahrscheinlich "um die falschen Abstempelung der falschen gelben, rosa und roten Merkure glaubwürdiger erscheinen zu lassen."

Die Friedl´schen Merkurfälschungen B1rebvgq2xwrr7r6t

"Von den falschen Abstempelungen auf seinen Merkuren" – schreibt "Austria Philatelist" – hört Herr S. Friedl nicht gerne sprechen. Umso größeres Gewicht legen wir als Philatelisten auf dieselben. Mit dem Brusttone der Überzeugung ruft Herr Friedl in seiner "Weltpost" aus: "Sind die Marken echt, so sind es auch die Abstempelungen". Ohne die nach unserer Ansicht falsche Prämisse zu berücksichtigen, möchten wir fragen, mit welcher Logik Herr Friedl zu dieser Schlussfolgerung gelangt?"
Nach oben Nach unten
Berni17
Mitglied
Mitglied
Berni17


Die Friedl´schen Merkurfälschungen Empty
BeitragThema: Re: Die Friedl´schen Merkurfälschungen   Die Friedl´schen Merkurfälschungen EmptySo Okt 29, 2017 5:14 pm

Friedls berühmte III. Type

Um die Echtheit der von ihm verkauften Merkure glaubwürdiger erscheinen zu lassen, hat sich Herr Friedl genötigt gesehen, eine III. Type der Merkure aufzustellen, und es ist ihm damit gelungen, eine ihm vielleicht nicht unangenehme Verwirrung anzurichten. Durch die Fälschung der Merkure auf dem Wege photomechanischer Reproduktion musste gezwungenermaßen eine neue Type entstehen. Da die Herstellung der Klischees und des Druckes bei diesen Marken eine ziemlich primitive war. So hat ein jeder Merkur seine besonderen kleinen Abweichungen in der Zeichnung.

Wird nun ein solcher Merkur zum Zwecke der Reproduktion fotografiert, so müssen die zufälligen Zeichnungsunterschiede des einzelnen Stückes für die durch das resultierende Klischee erzielten Drucke zu typischen werden. So ist es auch mit den Friedl´schen Merkuren gegangen: Der Fälscher benutzte zum Zwecke der fotografischen Reproduktion einen Merkur, der zufällig diejenigen Unterschiede in der Zeichnung hatte, welche sich jetzt bei allen Friedl´schen Merkuren als typische nachweisen lassen.

Dazu kommen noch diejenigen Unterschiede in der Zeichnung, welche das Resultat des mangelhaft durchgeführten fotomechanischen Verfahrens sind, (zB Verätzung und Verbreiterung der Linien, Ätzrand usw.) die für die Friedl´schen Merkure ebenfalls typisch sind!

Das Urteil der Prüfungskommission

In der Aprilausgabe des "Austria-Philatelist" von 1896 wurde folgendes Endresultat bekannt gegeben:

Alle aus den sogenannten Friedl´schen Funden stammenden roten, rosaroten und gelben Merkure sind raffinierte Fälschungen, sowohl was Marke als auch was Abstempelung anbelangt.

Das Gewitter entladet sich!

Diesem herben Schlag folgte schon im August desselben Jahres ein zweiter, indem in der Angelegenheit Friedl-Amann (Bregenz) alle zur Begutachtung vorgelegten 35 Friedl´schen Merkure mit Ausnahme der blauen von den Sachverständigen der Wiener k u. k. Hof- und Staatsdruckerei als falsch erklärt wurden.

Es konnten Nachahmungen rosa und gelber Merkurmarken in Type I, roter und gelber Merkure in Type II konstatiert werden.

Letztendlich wurde Sigmund Friedl am 11.03.1899 durch den Obersten Gerichtshof in Wien verurteilt, dem Kläger Eduard Horak, Graz, für die am 16.02.1894 an ihm gelieferten zwei rote Merkure, weiters am 17.03.1894 an ihn verkaufte weitere 2 rote Merkure (Tete-beche) und einen rosa Merkur, den Kaufpreis samt Zinsen zurückzuzahlen, da sich diese Marken als Fälschungen entpuppt haben.

In der Aprilnummer 1899 des "Austria Philatelist" spendet Hans Kropf, von dem der Kampf ursprünglich ausgegangen war, unter dem Titel "Das Ende vom Lied" allen jenen seinen Dank, die Friedls Behauptungen von der Echtheit seiner Merkure zu Nichte Machen halfen sowie jenen, die sich durch nichts verblenden ließen.
Nach oben Nach unten
Berni17
Mitglied
Mitglied
Berni17


Die Friedl´schen Merkurfälschungen Empty
BeitragThema: Re: Die Friedl´schen Merkurfälschungen   Die Friedl´schen Merkurfälschungen EmptySo Okt 29, 2017 5:19 pm

Auch Rudolf Friedl, der Bruder Sigmunds, muss daran glauben!

Unter "Streiflichter" finden wir im Juniheft 1899 des Austria Philatelist noch folgende Zeilen: Die Ersatzgeschichte des roten Merkurs seitens Rudolf Friedls. Zu der Verurteilung des Herrn Rudolf Friedl, 800 fl. (Gulden) oder einen echten Merkur zu liefern, kann ich Ihnen mitteilen, dass mir ein guter Freund aus Ihrer Stadt folgende Annonce zusandte:

Die Friedl´schen Merkurfälschungen B1ropqgaqc6jpyuk1

Wer lacht da? Ob sich Rudolf Friedl auch bei dieser Gelegenheit einige Friedl-Typen à 500 fl. angeschafft hat? Ich bezweifle es. In diesem Falle dürfte er den genauen Unterschied gekannt haben zwischen Original und Friedl-Type. Oder war er so nobel und hat seinem Bruder Sigmund die Rückerstattung durch Ankauf der Friedl-Typen erleichtert?
Nach oben Nach unten
Berni17
Mitglied
Mitglied
Berni17


Die Friedl´schen Merkurfälschungen Empty
BeitragThema: Re: Die Friedl´schen Merkurfälschungen   Die Friedl´schen Merkurfälschungen EmptySo Okt 29, 2017 5:21 pm

Wie entstanden die Fälschungen?

Wenn auch der Österreichische Philatelistenklub Friedl energisch an den Leib ging, so hat ihn doch eine gewisse Scheu davon zurückgehalten, den letzten entscheidenden Schritt zu tun und die Strafanzeige zu erstatten. Die Peson des Fälschers und die Entstehungsgeschichte der Friedl´schen Merkure wird also wohl auf immer in Dunkel gehüllt bleiben.

Eine Interessante Vermutung äußert diesbezüglich der berühmte Wiener Sammler Josef Sturany in der Zeitschrift "75 Jahre österreichische Briefmarke" (Verlag "Die Postmarke", Wien) er schreibt:

Die Friedl´schen Merkurfälschungen B1qradf2r5r5q0uhs
Nach oben Nach unten
Berni17
Mitglied
Mitglied
Berni17


Die Friedl´schen Merkurfälschungen Empty
BeitragThema: Re: Die Friedl´schen Merkurfälschungen   Die Friedl´schen Merkurfälschungen EmptySo Okt 29, 2017 5:29 pm

In der April Ausgabe des Austria Philatelist von 1899 (Das Ende vom Liede) schreibt H. Kropf folgendes dazu:

Mein Freund Horak und einige weitere Kläger haben mit zähem Willen ihr Werk glücklich durchgesetzt und der noch zähere Widerstand des Merkurlieferanten Sigmund Friedl in Wien ist durch den letztrichterlichen Ausspruch vollständig gebrochen.

Es sind so viele Mitarbeiter, welche an dem Endresultate Antheil haben, dass es mir momentan absolut unmöglich ist, alle namentlich anzuführen, um im Namen der österreichischen Philatelisten speciell und im Namen der Markensammler überhaupt herzliche Dankesworte auszurufen; diese ganze Angelegenheit werde ich auf andere Weise zu verewigen suchen.

Mit dem heutigen Schlusssteine in dieser Fälscheraffaire der österreichischen Merkure drängt es mich aber, als ersten Urheber der Bekanntmachung allen jenen Dank zuzurufen, welche der Sache behilflich waren, ob nun durch Forschung, Material, Besprechung oder Veröffentlichung, allen jenen Dank, welche die Behauptungen Friedl´s von der Echtheit seiner Verkaufsobjecte zu Nichte machen halfen, und welche sich durch Nichts verblenden liessen.

Waren es doch im Anfange zahlreiche gute Freunde, die trotz klaren Beweises den Lieferanten in Schutz nahmen und wenn man heute die Telegramme und Betheuerungen Ferrary´s zur Hand nimmt, so muss jeder - wenn er es nicht schon früher gethan hat - das blinde Vertrauen bewundern, das für den "lieben und guten Freund" doch etwas zu übertrieben gewesen zu sein scheint.

Siehe dazu die nachfolgenden Urteile des kk Bezirksgerichtes Döbling, kk Oberlandesgerichtes Wien sowie des kk obersten Gerichtshofes.

Die Friedl´schen Merkurfälschungen Bfa5c4mx8i889n5qe

Die Friedl´schen Merkurfälschungen Bfa5ct9h4b0ppozba

Die Friedl´schen Merkurfälschungen Bfa5da7rup2qvujly

Quellen: Austria Philatelist, 1895 S. 457f, S 502ff; Donaupost Heft-Nr. 10 (1941), Die Briefmarke Nr. 3/2007
Nach oben Nach unten
Andorra
Mitglied
Mitglied
Andorra


Die Friedl´schen Merkurfälschungen Empty
BeitragThema: Merkur Stempelfälschungen   Die Friedl´schen Merkurfälschungen EmptyMo Nov 13, 2017 10:06 am

Hallo Berni17,

Ich bin neu in diesem Forum. Da ich mich mit Friedl's Katalog und seinen schrecklichen Illustrationen beschäftigt habe, bin ich auch auf die Merkurfälschungen gestossen. Dabei fiel mir bei dem hier im Forum abgebildeten falschen Stempel auf, dass ich Ähnliches im Zusammenhang mit anderen Fälschungen gesehen habe. Das heisst ja nun noch nichts, aber ich wollte der Sache nachgehen. Daher meine Frage, wo kann ich einerseits den italienischen Originalstempel sehen und zweitens, gibt es einen Artikel, der vielleicht sogar die übrigen Falschstempel den Originalen gegenüberstellt.

gruesse

Andorra

P.S.
Da die meisten Beiträge von Berni sind, habe ich mich direkt an ihn gewandt, andere Teilnehmer oder Besucher sind natürlich nicht ausgeschlossen
Nach oben Nach unten
Gesponserte Inhalte




Die Friedl´schen Merkurfälschungen Empty
BeitragThema: Re: Die Friedl´schen Merkurfälschungen   Die Friedl´schen Merkurfälschungen Empty

Nach oben Nach unten
 

Die Friedl´schen Merkurfälschungen

Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach oben 
Seite 1 von 1

Befugnisse in diesem ForumSie können in diesem Forum nicht antworten
Briefmarken - Forum  :: Briefmarken Österreich :: Kaisertum Österreich 1850-1918-
Tauschen oder Kaufen