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 Südamerikafahrten LZ 127 1933

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Polarfahrtsucher
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BeitragThema: Südamerikafahrten LZ 127 1933   Di Jul 17, 2012 12:34 am

Hallo Zeppelinfreunde,

wir haben uns ja schon an anderer Stelle über die Portogebühren für Luftschiffpost nach Südamerika unterhalten.

Nun möchte ich euch einen ähnlichen Beleg der 4. Südamerikafahrt 1933 der Graf Zeppelin zeigen.
Hier handelt es sich wieder um einen überschweren Bedarfsbeleg der mit stolzen 19,30 RM frankiert ist. Gewählt wurden eher ältere Marken, die aber alle noch voll frankaturgültig waren. So findet man einige Marken der "Bauwerke" Serie von 1924/27 sowie deren Neuerscheinung von 1930 mit Aufdruck "Reichsmark" (Michel 440).
Nun aber kein weiteres Rätsel für Euch sondern eher eine Bitte für die Erklärung des Portos. oh





Eigentlich hatte ich gehofft auf der Rückseite noch weitere Marken zu finden, den das Kürzel zur Gewichtsangabe lies noch mehr Marken vermuten. Allerdings zeigt die Rückseite nur einen Ankunftsstempel von Buenos Aires.

Am ehesten würde die Portorechnung bei Briefen bis 60g aufgehen:
60:5= 12 facher Zeppelinzuschlag (1,50 RM nach Argentinien)
also 18,00 RM
+ 0,25 RM Auslandsbrief
+ 0,30 RM Einschreibegebühr
+ 0,45 RM Gewichtszuschlag (3x15 Rpf)
-------------------
19,00 RM Gesamtporto

Allerdings sieht mir die Gewichtsangabe anders aus und außerdem wurde das Porto auch relativ bestimmend gewählt. Ich rätsle noch ob meine Theorie da richtig ist.



Möglicherweise wurde der Beleg beschnitten und es fehlen daher noch Marken, oder es gab evtl. eine andere Portokategorie für überschwere Sendungen (Päckchen) ???

Über eure Meinung und Hilfe würde ich mich freuen!

Schönen Gruß
Klaus
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balf_de
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BeitragThema: Re: Südamerikafahrten LZ 127 1933   Di Jul 17, 2012 6:21 pm

Hallo Klaus!

Zuerst einmal: Du zeigst hier einen Beleg, der mich wieder einmal zweifeln lässt, ob ich mir wirklich das richtige Spezialthema der Zeppelinpost ausgewählt habe! Ein phantastischer Bedarfsbrief, der sicher auch alle überzeugen kann, die hier oder anderswo der Zeppelinpost misstrauisch oder ablehnend gegenüberstehen.

Das Porto ist natürlich wirklich eine harte Nuss.

Der Michelkatalog gibt dazu nicht viel her - nur das "normale" Auslands-Briefporto sowie die Einschreibegebühr lassen sich ablesen. Zu den Luftpostzuschlägen habe ich als beste Literatur die schon erwähnte Dokumentation von John Duggan und Jim Graue "Commercial Zeppelin Flights to South America", wo (aauf Seite 111-113) die "Postage Rates for Zeppelin Airmail in Germany" beschrieben sind.

Hier gibt es bei den "Internal Base Rates" außer den im Michel-Spezial genannten Zahlen auch eine Variante für "Geschäftspapiere": "per 50 grams up to 2 kg 5 RPf, Minimum 25 Rpf."

Bei den "Airmail Surcharge Rates to other Nations in South America" werden hier neben der Rubrik ...
"Postcard or letter, per 5 grams or fraction .... RM 1,50" ... auch weitere genannt:
"Others, per 25 grams or fraction ..... RM 1,50" .. sowie
"Packets, per 0,5 kg or fraction ..... RM 7,00"

Die trotz Deiner Vergrößerung etwas schwer leserliche Zahl - sehr wahrscheinlich die Gewichtsangabe - lese ich als 268 g?.

Die Möglichkeit, dass ein Paket deklariert wurde, scheidet wohl aus.
Wenn man unterstellt, dass für den schweren Brief die Rubrik "Others" gültig war, hatte er nach meiner Interpretation 11-faches Gewicht. Preis: 16,50 RM

Hinzu kommen die Basis-Gebühren: als "Geschäftspapiere" 6 (268/50) mal 0,05 = 0,30 RM plus 0,30 RM Einschreiben = 17,10 RM.
Also reichlich überfrankiert ....

Wie wäre es, wenn man das Basis-Porto für einen "normalen" Auslandfsbrief geklebt hätte?
0,20 RM plus 13 (248/20) mal 0,15 RM - 1,95 RM - plus Einschreiben 0,30 RM = 18,95 RM.

Wenn wir jetzt den "Rest" als Rechenfehler abhaken .....

Mehr fällt mir dazu nicht ein.

Vielen Dank fürs Zeigen und herzliche Grüße
balf_de



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Polarfahrtsucher
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BeitragThema: Re: Südamerikafahrten LZ 127 1933   Mi Jul 18, 2012 11:11 pm

balf_de schrieb:
Hallo Klaus!
Zuerst einmal: Du zeigst hier einen Beleg, der mich wieder einmal zweifeln lässt, ob ich mir wirklich das richtige Spezialthema der Zeppelinpost ausgewählt habe! Ein phantastischer Bedarfsbrief, der sicher auch alle überzeugen kann, die hier oder anderswo der Zeppelinpost misstrauisch oder ablehnend gegenüberstehen.


Hallo Alfred,
vielen Dank für deine netten Worte! Allerdings glaube ich schon du hast "dein" richtiges Spezialthema bestimmt gefunden. Kaum ein Fahrt bietet mehr Variationen und Besonderheiten wie die Südamerikafahrt 1930.

Allerdings bin ich schon ein wenig stolz dieses Stück in meiner Sammlung zu wissen. Selten findet man Bedarfsbelege der Zeppelinpost mit einer trotzdem schönen Ausstrahlung.
Das Porto macht(e) mir aber etwas Kopfzerbrechen. Leider kann ich die Gewichtsangabe nicht entziffern, evtl. gelingt es ja einen Mitleser hier im Forum!

Entweder der Beleg war in etwa um die 60g schwer und etwas überfrankiert, oder aber er hatte tatsächlich über 200g (228 oder 268?) und wurde mit deiner Beispielrechnung abgerechnet.

Vielen Dank für deine wie immer umfangreichen Informationen!

Habe absichtlich den Titel "Südamerikafahrten 1933" gewählt um hier noch mehr Belege dieser Fahrt unterbringen zu können. Hat noch jemand einen passenden Beleg hierzu ?

Schönen Gruß
Klaus
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balf_de
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BeitragThema: Re: Südamerikafahrten LZ 127 1933   Mo Jul 23, 2012 6:45 pm

Hallo Klaus, Hallo zusammen!
Polarfahrtsucher schrieb:
... Hat noch jemand einen passenden Beleg hierzu ?

Eigentlich will ich mich ja nicht immer vordrängen, wenn nach Zeppelinpost gefragt wird. Aber gerade der schöne Bedarfspostbrief, den Du hier gezeigt hast, verdient es wirklich nicht, in der Versenkung zu verschwinden ... nein
Deshalb soll es hier noch etwas weitergehen: ich möchte Deinen Brief gerne mit einem etwas kleineren (und leichteren) Kollegen zusammenführen:

Ein Brief zur 7. Südamerikafahrt 1933 Siegernummer 232.Aa).

Das Gewicht des Briefs ist nicht notiert, lässt sich aber anhand der Frankatur von 9,15 RM nachvollziehen: wenn er zwischen 31-35 Gramm wog, war das 7-fache Luftpost-Porto fällig. Für Post nach Brasilien betrug das 7 mal 1,25 RM = 8,75 RM. Dazu kam das Auslandsporto für Briefe: 0,25 RM für 20 Gramm + 0,15 für die "restlichen" 11-15 Gramm = 0,40 RM. Macht zusammen 9,15 RM.

Viele Grüße
balf_de
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Polarfahrtsucher
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BeitragThema: Re: Südamerikafahrten LZ 127 1933   Mi Jul 25, 2012 7:13 pm

balf_de schrieb:

Eigentlich will ich mich ja nicht immer vordrängen, wenn nach Zeppelinpost gefragt wird. Aber gerade der schöne Bedarfspostbrief, den Du hier gezeigt hast, verdient es wirklich nicht, in der Versenkung zu verschwinden ... nein


Hallo Alfred,

vielen Dank füs Zeigen dieses schönen Stückes. In der Tat auch ein sehr schöner Beleg!

Leider beschränkt sich der "Zeppelin-Fanclub" momentan auf uns zwei "Exoten". Macht aber gar nichts, da ich noch jede Menge von Dir lernen kann und du sehr "spendabel" mit deinen Fachwissen umgehst lachen .

Vielleicht bekommen wir ja in nächster Zeit etwas Verstärkung!



Hier habe ich noch einen Bedarfsbrief zur selben Fahrt und auch die Siegernr. ist identisch: 232Aa




Diesmal ein nicht sonderlich "schweres" Stück und somit ist die Portorechnung einfach: 2 facher Zeppelinpostzuschlag plus 0,25 Rpf für einen Fernbrief machte für die IG Farben AG ein Porto von 3,25 RM aus. Ich denke ich habe den Beleg schon mal gezeigt, allerdings passt er hier natürlich sehr gut rein.

Schönen Gruß
Klaus


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Kontrollratjunkie
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BeitragThema: Re: Südamerikafahrten LZ 127 1933   Do Jul 26, 2012 1:11 am

[quote="Polarfahrtsucher"]
balf_de schrieb:


Leider beschränkt sich der "Zeppelin-Fanclub" momentan auf uns zwei "Exoten". Macht aber gar nichts, da ich noch jede Menge von Dir lernen kann und du sehr "spendabel" mit deinen Fachwissen umgehst lachen .


Hallo Klaus,

das kann ich natürlich nicht unkommentiert stehen lassen.
Natürlich bin ich bei Euch. Jeder neue Beitrag wird sofort "verschlungen", keine Angst.
Leider gibt meine schmale Sammlung keinen Beleg zu den SA - Fahrten des LZ 127 im Jahre 1933 her. Sonst hätte ich ihn schon gezeigt.

Aber ich habe vor, mich wieder ein wenig mehr bei den Zeppelinern einzubringen.....

Gruß
KJ
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balf_de
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BeitragThema: Re: Südamerikafahrten LZ 127 1933   Do Aug 02, 2012 7:40 pm

Hallo zusammen!

Kontrollratjunkie schrieb:
balf_de schrieb:


Leider beschränkt sich der "Zeppelin-Fanclub" momentan auf uns zwei "Exoten"......


Grnicht so einfach mit den Zitaten ...

Kontrollratjunkie schrieb:
das kann ich natürlich nicht unkommentiert stehen lassen.

Sehr richtig: als Exot fühle ich mich hier eigentlich nicht. Sogar bei der "Postgeschichte Altdeutschlands" habe ich völlig überraschend eine tolle Resonanz erhalten - seht euch nur unser "Bild des Monats" an!

Einen weiteren Beleg der 7. SAF 1933 - mit dem schönsten aller Bestätigungsstempel - möchte ich noch zeigen:


Diesmal kein Bedarfsbrief sondern (ganz im Gegenteil) eine Satzfrankatur Mit MiNr. 228-231 aus Lettland. Gerne hätte ich meinem Freund @Bolle eine Freude gemacht und einen Beleg aus Litauen gezeigt, aber den hatte ich leider noch nie. Aber immerhin sind wir in der Nähe ...

Der Brief wurde per Zuleitungs-Flugzeug von Berlin nach Friedrichshafen gebracht, deshalb ist er bei Sieger unter Nr. 232.B) katalogisiert.

Viele Grüße
balf_de

PS: Bitte, fragt mich nicht, ob die Frankatur portorichtig ist - ich habe keine Ahnung rw
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saintex
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BeitragThema: Re: Südamerikafahrten LZ 127 1933   Fr Aug 03, 2012 2:24 pm

Hallo @balf_de,

die Frankatur von 2,20 Lat. entspricht den für diesen Flug festgelegten Gebühren von 0,35 Lat. für den Auslandsbrief und 1,60 Lat. für die Luftpostbeförderung nach Brasilien, zusammen 1,95 Lat. Der Brief ist damit mit 0,25 Lat. überfrankiert.

Quelle:

Harry von Hofmann, Lettland: Die Luftpost 1920-1940, Hamburg 2003, Seite186-187

MfG

saintex
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balf_de
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BeitragThema: Re: Südamerikafahrten LZ 127 1933   Sa Aug 04, 2012 12:43 pm

Lieber Saintex!

saintex schrieb:
Quelle: Harry von Hofmann, Lettland: Die Luftpost 1920-1940, Hamburg 2003, Seite186-187

Zu gerne würde ich einmal einen Blick in Deine Bibliothek werfen!

Dein Beitrag ist eigentlich wie immer gleichzeitig überraschend und restlos überzeugend!
Besonders „gesprächig“ bist Du hier ja nicht gerade, aber kaum jemand in irgendeinem Forum hat meine Fragen zur Zeppelinpost so prompt und präzise beantworten können. Dafür möchte ich mich – wieder einmal – herzlich bedanken!

Viele Grüße
balf_de
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Polarfahrtsucher
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BeitragThema: Re: Südamerikafahrten LZ 127 1933   Sa Aug 04, 2012 1:50 pm

balf_de schrieb:
Lieber Saintex!
... aber kaum jemand in irgendeinem Forum hat meine Fragen zur Zeppelinpost so prompt und präzise beantworten können. Dafür möchte ich mich – wieder einmal – herzlich bedanken!


Hallo Saintex,
auch von mir einen herzlichen Dank! Auch in meinem Falle hast du in einem anderen Forum sehr präzisse und umfassend geantwortet. Wäre schön öfters an deinem Wissen teilhaben zu können.
Evtl. ist der Bedarfsbrief ganz oben in diesem Thread eine Gelegenheit dein umfassendes Wissen zu beanspruchen.
Irgendwie vermute ich dass es mit Zeppelin- Geschäftspapieren noch eine Besonderheit auf sich hat, von der ich bisher noch keine Ahnung habe.
Vielleicht kannst du uns einen Wink in die richtige Richtung geben.

Hallo Alfred,

Polarfahrtsucher schrieb:

...Leider beschränkt sich der "Zeppelin-Fanclub" momentan auf uns zwei "Exoten"...


Natürlich wollte ich dich nicht, lieber Alfred, aufs "Exoten" Gleiss schieben, vielmehr war der Beitrag dazu gedacht die Mitleserschaft etwas aus der Reserve zu locken ...
Ich hoffe du hast mich da nicht missverstanden än

Schönen Gruß
Klaus
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balf_de
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BeitragThema: Re: Südamerikafahrten LZ 127 1933   Sa Aug 04, 2012 3:26 pm

Hallo Klaus!
Polarfahrtsucher schrieb:
.. Natürlich wollte ich dich nicht, lieber Alfred, aufs "Exoten"-Gleis schieben, vielmehr war der Beitrag dazu gedacht die Mitleserschaft etwas aus der Reserve zu locken ...
Ich hoffe du hast mich da nicht missverstanden än

Nein, das habe ich nicht falsch verstanden - aber bei aller Ernsthaftigkeit, die die Zeppelinpost zweifelsfrei verdient, etwas Spaß muss sein! lachen

Einen Beleg zur 7. SAF 1933 mit dem wunderschönen Santa-Maria-Stempel kann ich noch zeigen, bei dem ich diesmal nicht @Saintex's Hilfe brauche:



Die Portosätze für Schweizer Post sind - anders als für Lettland - bei John Duggan's und Jim Graue's "Commercial Zeppelin Flights to South America" gelistet:
Auslandsbriefe bis 20 Gramm kosteten 30 Rappen, die Luftpost-Beförderung nach Brasilien zusätzlich 1,70 SFr. pro 5 Gramm.
Die Frankatur mit MiNr. 245.x ist portorichtig für einen "Leichtbrief".

Viele Grüße
balf_de
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saintex
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BeitragThema: Re: Südamerikafahrten LZ 127 1933   Mi Aug 08, 2012 5:06 pm

Hallo @Polarfahrtsucher,

nachdem Du mich so freundlich gebeten hast, bin ich Dir gerne bei der "Entschlüsselung" des Portos auf Deinem Zeppelin-Bedarfsbrief in Deinem Beitrag vom 17.7.2012 behilflich.

Ausgangspunkt sind auch für mich die auf dem Brief angegebene Versendungsform "Geschäftspapiere" und der Gewichtsvermerk "268 gr", den ich auch trotz anfänglicher Zweifel wie @balf_de lese.

Weiter hatte @balf_de bereits zutreffend darauf hingewiesen, dass das Auslandsporto für Geschäftspapiere im Jahr 1933 0.05 RM je 50 Gramm und die Einschreibegebühr 0.30 RM betrugen. Die Lösung zu Deiner Frankatur liegt im Luftpostzuschlag!

Im Jahre 1933 gab es für den Postkunden aus Deutschland zwei Möglichkeiten
Sendungen per Luftpost nach Argentinien zu versenden:1. mit der französischen Luftpost der Aéropostale und 2. mit dem Zeppelin. Hierbei waren die Luftpostzuschläge unterschiedlich. Die für die Zeppelinpost geltenden Luftpostzuschläge betrugen für Luftpost nach Argentinien für Briefe und Postkarten 1.50 RM je 5 Gramm, für andere Briefsendungen (hierzu zählten auch Geschäftspapiere) 1.50 RM je 25 Gramm. Hierauf hatte @balf_de in seinem Beitrag vom 17.7.2012 ebenfalls zutreffend hingewiesen.

Die Luftpostzuschläge für die französische Luftpost nach Argentinien lagen höher und betrugen im Jahr 1933 zunächst für Briefe und Postkarten 1.60 RM je 5 Gramm und für andere Briefsendungen 3.30 RM je 50 Gramm. Ab Mai 1933 wurden die Luftpostzuschläge für andere Briefsendungen allerdings dahin ermäßigt, dass nunmehr der Luftpostzuschlag 1.70 RM pro 25 Gramm betrug.

Weiss man das, kann man das "Rätsel" Deiner Frankatur leicht lösen. Bei einem Gewicht von 268 Gramm und der Versendungsform "Geschäftspapiere" fielen zunächst 0.30 RM Auslandsporto an (6 x 0.05 RM). Hinzu kamen 0.30 RM Einschreibegebühr, so dass bei einem Gesamtporto von 19.30 RM für das Luftpostporto ein Betrag von 18,70 RM verbleibt. Dividiert man diesen Betrag durch 11 Gewichtseinheiten, da der Brief mit einem Gewicht von 268 Gramm in der 11. Gewichtsstufe (zwischen 250 und 275 Gramm) lag, ergibt dies einen Betrag von 1.70 RM.

Damit wird deutlich, was hier passiert ist. Der Absender hat schlicht übersehen, dass für die "neue" Beförderungsform Zeppelinpost ein ermäßigter Luftpostzuschlag galt und statt dessen den ihm aufgrund der bisher gewählten Beförderungsform (französische Luftpost) bekannten Luftpostzuschlag für Geschäftspapiere verklebt.

Hierbei handelte es sich - zumindest im Jahr 1933 - offensichtlich um einen unter Postkunden weitverbreiteten Irrtum, der die deutsche Postverwaltung zu einer entsprechenden Klarstellung im Amtsblatt des Reichspostministeriums veranlasste (Bf. 238/1933 vom 23.7.1933).

Quellen:

Amtsblatt des Reichspostministeriums
Postliste bzw. Luftpostliste, herausg. vom Reichspostministerium
MICHEL Postgebühren-Handbuch 2. Aufl. München 2004
Reinhold Schwarz, Die Luftpostgebühren für deutsche Briefsendungen nach dem Ausland (1926 - 1945), Osnabrück 1989
John Duggan/Jim Graue, Commercial Zeppelin Flights to South America , Valleyford, Washington/USA, 1995

So, als Belohnung gehts für mich nun ab in den Biergarten. Hier scheint schon den ganzen Tag die Sonne. Und bei Euch ?

Euer saintex

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Zuletzt von saintex am So Aug 19, 2012 2:01 pm bearbeitet, insgesamt 2 mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Südamerikafahrten LZ 127 1933   Do Aug 09, 2012 6:16 pm

saintex schrieb:

So, als Belohnung gehts für mich nun ab in den Biergarten. Hier scheint schon den ganzen Tag die Sonne. Und bei Euch ?


Hallo Saintex,

vielen herzlichen Dank für deine sehr umfangreiche Antwort zu meiner Portofrage und für die Mühe die du damit gehabt hast.

Du hast dir in der Tat eine "kühle Blonde" im Biergarten verdient. Gern wäre ich mit dabei und würde dich auf eine "Halbe" einladen. Vielleich haben wir ja doch mal die Gelegenheit dazu.

Mit deinen Informationen (inkl. denen von Alfred) fügt sich mein Bild über den überschweren Zeppelinbeleg zusammen. Nochmals herzlichen Dank dafür!

Schöne Gruß
Klaus
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BeitragThema: Re: Südamerikafahrten LZ 127 1933   So März 17, 2013 1:09 pm

Hallo Sammlerfreunde,

hier ein Versuch auch älteren Beiträgen wieder etwas mehr Beachtung zu schenken.

Hier zeige ich Euch einen Beleg der 6. Südamerikafahrt 1933. Der Brief stammt offensichtlich aus dem Bedarf und so muss man wohl mit Abstrichen in der Optik leben. Der Brief ging von Friedrichshafen über Brasilien nach Uruguay.





Da man auch eine Gewichtsangabe auf dem Beleg finden kann, lässt sich das Porto leicht erklären:
0,25 Rpf Auslandsbrief
+3,00 Rpf Flugpostgebühr Südamerika außerhalb Brasilien (2x1,50 RM pro 5 Gramm)
3,25 Rpf und somit portogerecht

Interessant für mich, ist der Ankunftsstempel von Montevideo vom 7. September 1933 (wenn ich ihn korrekt lese). Wenn man bedenkt, dass der Brief erst am 2.9.1933 Friedrichshafen verlassen hat, bin ich schon erstaunt über die rasche Beförderung. Recht viel schneller scheint dies heute auch nicht zu funktionieren (auf nicht elektronischen Wege).

Auch interessant ist der Stempelabschlag eines Sonderbestätigungsstempels aus Paraguay auf der Vorderseite. Dessen Bedeutung ist mir nicht ganz klar. Evtl. wurde er als "Durchgangsstempel" benutzt. Vielleicht weiss hier jemand mehr dazu? Evtl. unser Südamerikaspezialist @Saintex ?



Schönen Gruß
Klaus
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BeitragThema: Re: Südamerikafahrten LZ 127 1933   So März 17, 2013 2:14 pm

Hallo,
hier noch mal ein Nachtrag zum oben gezeigten Beleg:
Wie es der Zufall will hatte ich eben das Werk "Zeppelin - Ein Name wird zum Begriff" in den Händen. Ein 500 seitiges Werk über die Firmengeschichte der Luftschiffbau Zeppelin GmbH zum 100 jährigen Jubiläum. Eigentlich für mich ein Fehlkauf, da sich zum Thema Zeppelin selbst nicht sehr viel Interessantes finden läst, dafür wird aber die Firmengeschichte sehr detailiert aufgezeigt.

Und hier ist mir den Name Alfred Colsman aus Werdohl untergekommen. Hier ein Auszug aus Wikipedia zu diesem Herren:
http://de.wikipedia.org/wiki/Alfred_Colsman

Und so bekommt mein "hässliches Entlein" noch einen geschichtlichen Touch hinzu. Schießlich war Alfred Colsman bis 1929 Generaldirektor der Zeppelin GmbH, bis schließlich Differenzen mit Herrn Eckener zur Trennung führten.
Scheinbar hatte er aber den Glauben an die Zeppeline selbst nicht verloren, wie der Beleg zeigt.

Schönen Gruß
Klaus
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Südamerikafahrten LZ 127 1933

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