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 1. Ausgabe 1850/54 - Die 9 Kreuzer Type I

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AutorNachricht
Berni17
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Berni17


BeitragThema: 1. Ausgabe 1850/54 - Die 9 Kreuzer Type I   Di Dez 02, 2014 11:16 pm

Hallo liebe Sammlerfreunde!

Möchte hier mal ein paar Zeilen (Streifzug) über dieses interessante Sammelgebiet schreiben.

Dieses spezielle Forschungsgebiet erlangte durch die Arbeiten von LADURNER, KATSCHER und MÜLLER wachsendes Ansehen.

Derzeit gibt es laut Literatur (Magistris/Voetter) die P-Nummern 1 bis 337, jedoch nicht durchgehend. Einzelne Sammler unterliegen immer wieder dem Irrtum, dass das P für Position stehe. In Wirklichkeit verstand Katscher unter "P" Plattenfehler.

In jeder Viertelplatte fanden, ebenso wie in jedem anderen Bogenviertel der ersten Emission von 1850, je 60 Klischees (auch Stöckel oder einfach als P bezeichnet) und 4 Andreaskreuze Platz. (Druckplatte = Druckbogen zu je 4 Schalterbögen)

Diese 4 Andreaskreuze waren bei der 9 Kr I und der 45 Centesimi I ausschließlich rechts unten angeordnet.

Katscher beschrieb 1932            --> 284 Klischees
und im Dezember 1934 bereits   --> 296 Klischees

Die P-Nummern wurde im angloamerikanischen Raum (nach Katscher) durch Müller, auf den alle Unterlagen übergegangen waren, bekannt; von ihm wiederum kamen sie zu Frank Kohn (New York).

Lange vor Frey standen im anglo-amerikanischen Raum zwei Nummerierungen in Gebrauch.

K   - veröffentlichte Katscherabhandlung
nK - nicht veröffentlichte Manuskript von Katscher

Selbstverständlich nahm jeder an, dass die Ergebnisse Frey´s auf eigenen (und nicht fremden) Bemühungen beruhten, und auch die (von den bekannten Beschreibungen Katschers) völlig unterschiedlichen P-Nummern von Frey stammten.

Letztendlich eröffneten die Fototafeln von Katscher ganz augenscheinlich, das Frey das alles gar nicht selbst erarbeitet hatte. Frey hatte die Fototafeln erst in den 60er Jahren aus den USA erhalten.

Der Wiener Kreis (Hirsching, Voetter, Vogrinetz) deckten durch Kleinarbeit in Stöckelerfassung und Fehlerdifferenzierung auf, dass einerseits mehrere früher als eigenständig angesehene Klischees lediglich Frühformen anderer Stöckel darstellten, andererseits einige durchaus attraktive Klischees bekannt sind, die sich in den bekannten P-Nummern nicht unterbringen lassen.

Derzeit abgesicherte Stöckeln in der VP 1 - 63, VP 2 - 69, VP 3 - 66, VP 4 - 64. (VP = Viertelplatte)
Die restlichen 10 Stöckel haben noch keine Heimat.

Aufgrund des Forschungsstandes wurde eine Kartei der 9 Kr Ty I (ca. 14.000 Exemplare) angelegt, in der 439 Einheiten enthalten sind.

6   8er Streifen,
3   7er Streifen,
9   6er Streifen,
18 5er Streifen,
27 4er Streifen,
93 3er Streifen sowie 283 Paare sowie Blockeinheiten

2 16er
1 12er
2 10er
2 8er
1 7er
6 6er
5 4er Blöcke.




Nun zum Thema Randstücke:

In der Regel sind die Nachbarabstände (bei frühen Platten)  --> 2,5 mm seitlich, 3,5 mm senkrecht (nach Magistris)
                                                                                       --> 2,7 mm seitlich, 3,0 mm senkrecht (nach Ferchenbauer) 

Der Rand einer Marke ist seitlich breiter als 2,8 mm, oben und unten weiter als 3,3 mm --> entweder einer der 4 Bogenecken oder der 12 Viertelplattenecken (seitliches Randstück)
(und keine Spur eines Nachbarn vorhanden)

Äußere Randstücke über 20 mm sind sowohl bei der 9 Kr Ty I als auch bei der 45 C Ty I unbekannt.



Die unterschiedlichen Abstände zwischen der Wertziffer 9 und dem Buchstaben K:


0,4 mm Abstand (22 Klischees)

zeitweise: P 57, P 61, P 62, P 114, P 141, P 196, P 224, P 227, P 250, P 257, P 261, P 264, P 280, P 290 und P 292

P 291 --> seltenster enger Abstand 

P 200
P 253  --> nur in jenem Stadium zu finden, in welchem die betreffenden PLF in ihr Endstadium eintreten
P 259

Die P 26, P 110 und P 145 sind Fixwerte (Abstände blieben unverändert)


0,75 mm und 0,8 mm Abstand

Standen und entstanden am linken Rand vorzugsweise in Wasserzeichenpositionen mit Ausnahme der P 118 (0,8 mm)


Es sind 3 Exemplare mit 1,0 mm Abstand bekannt (P 27)

 2 ex Robertson ---> LAIBACH 21. JUN (lose)
                        ---> KOSTAINIZA 16. AUG (auf Brief)

und 1 Exemplar von J. HEGWILL

Allen Klischees ab 0,75 mm Abstand ist gemeinsam

* es gibt keinen Fixwert
* standen und entstanden am linken Rand (Ausnahme P 118)
* Wasserzeichenpositionen dominieren
* Richtung der Wertziffer-Wanderung wurde durch --> Plattenanordnung, des Rahmens und des Druckes bestimmt, jedoch nicht vom Stöckel.


Die Auflage der 9 Kreuzer Type I lag bei ca. 7,9 Mio. Stück (33.333 Druckbögen)

1850         ca. 3,425.000
1851         ca. 4,220.000
1852ff       ca.    255.000
                ca. 7,900.000       laut Berechnung von Dr. Stritzel anhand der Stempeldaten.

Die Überlebensrate lag bei ca. 1,1 % der gesamten Druckfolge      --> Z I     0,37 %
(ca. 80.000 Exemplare)                                                              --> Z II    0,23 %
                                                                                                --> Z III   0,5  % 

(Z I = erste Zusammenstellung etc.)

Bei der 9 Kr Ty I gab es ingesamt 3 Zusammenstellungen und bei der 45 Centesimi Type I insgesamt 2 Zusammenstellungen.

Ich hoff ich hab euch jetzt nicht allzu sehr verwirrt.

Liebe Grüße

Bernhard daumen hoch
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Berni17
Mitglied
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Berni17


BeitragThema: Re: 1. Ausgabe 1850/54 - Die 9 Kreuzer Type I   So Dez 07, 2014 5:58 pm

Die 9 Kreuzer Type I (ebenso wie die 45 Cent Type I) eine reichlich improvisierte Notlösung, wurde mit 3 Druckplatten hergestellt, die als Zusammenstellung I, II, III (Z I, Z II, Z III) bezeichnet werden.

Bei der 45 Centesimi Type I gab es hingegen nur 2 Zusammenstellungen (Z I und Z II). Diese drei Teilproduktionen der 9 Kr Ty I standen zueinander in einem Verhältnis von rund 11 : 7 : 15 bei der 45 Cent Type I verhielt sich der Umfang der Z I zu jenem der Z II etwa 4,5 : 2.

Die Druckplatte mit der die Herstellung jeweils bewerkstelligt wurde, bestand aus formeigenen Viertelplatten (VP). Im Laufe der Zeit kam es hier dann auch zu einer neuen Zusammenstellung dies erfolgte bei der 9 Kr I zweimal, blieben oder wechselten die 4 Viertelplatten innerhalb des großen Rahmens ihren Platz. (Siehe folgende Grafik).



Der Entdecker dieser Viertelplattenverschiebungen, Charles J Robertson, legte den Grundstein zu der Plattierung (plating) der 9 Kr Type I. Ich selbst hab mich auch vor einigen Jahren mit der Plattierung beschäftigt und bin dabei zu folgendem Ergebnis gekommen. (Siehe folgende Link´s)






Hier noch eine verbesserte Übersicht der Plattierung:

http://666kb.com/i/cve2y65meaplwl3m3.gif

http://666kb.com/i/cve2ywzqfa5ec8waz.gif




Alle mit einem Post-it versehenen P-Nummern sind jene wo noch keine sichere Bogenstellung bekannt ist.

Um den Platz eines jeden Klischees in der Platte präzise lokalisieren zu können, wurde jedem der 240 Felder, in denen Markenbilder liegen, eine Bogenstellungsnummer (BSt oder Pos) zugewiesen. Die fortlaufende Nummerierung beginnt mit der BSt 1 links oben, wechselt dann auf die Viertelplatte links unten beginnend mit Bst 61, die Viertelplatte rechts oben beginnt mit Bst 121 und schließlich die letzte, rechts unten mit BSt 181.

Beispiel: BSt 10 ist das 2. Stöckel in der 2. Zeile der Viertelplatte links oben.

Das nächste mal schreib ich euch etwas über das Wasserzeichen.

Lg Bernhard Very Happy


Zuletzt von Berni17 am Mo Jan 19, 2015 7:59 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Berni17
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Berni17


BeitragThema: Re: 1. Ausgabe 1850/54 - Die 9 Kreuzer Type I   Mo Dez 08, 2014 6:01 pm

Nun zum Thema Wasserzeichen.

Das Zentrum des Bogens aus damals üblichem Handpapier (bei der 45 Centesimi Type I auch wechselnd stark geripptem Papier in der zweiten Zusammenstellung) ist das Wasserzeichen (WZ). Zu seiner Erzeugung anlässlich der Papierschöpfung standen zumindest zwei, wahrscheinlich aber mehrere Siebe in Verwendung.

Die Impressionen mit den vier Buchstaben KKHM in Schnörkelschrift breitete sich am bedruckten Bogen nahezu parallel über dem senkrechten Steg in die inneren Randreihen der Marken - mit Tendenz nach rechst unten -  aus. Es gibt dazu 4 verschiedene Einlagen, die ungefähr gleichmäßig aufscheinen.



Geht man vom üblichen Wasserzeichenschema aus, waren in jeder Zusammenstellung 19 Klischees davon betroffen, es sollten demnach in den 3 Zusammenstellungen 57 Wasserzeichenstöckel bei der 9 Kr I existieren.

Verschiedene Umstände bewirkten allerdings ganz andere Ergebnisse.

Die Ausbreitung des Wasserzeichens im Markenbild war nämlich von ganz bestimmten Bezugspunkten in Druck- und Gegenplatte vorgegeben. An den immer wieder unverändert aufeinandertreffenden gegenüberliegenden Konstanten konnte während der ganzen Produktion weder eine neue Zusammenstellung noch ein Stöckelaustausch etwas ändern.

Was für das wechselvolle Endprodukt hingegen verantwortlich war, lag am Schnitt des Bogens, seinem Bewegungsspielraum in der Gegenplatte und am betreffenden Mann, der den Bogen in den 4 verschiedenen Variationen, bezogen aufs Wasserzeichen, einlegte.

Ausschließlich von diesen drei Dingen hing es ab, wieviele Markenbilder und in welchem Ausmaß in diesem einen Bogen Wasserzeichenanteile abbekommen konnten. Das bedeutet, man muss daher mit der Entdeckung zusätzlicher Wasserzeichenstöckel rechnen.

Lg Bernhard Very Happy
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austria1
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austria1


BeitragThema: 9 kr z1 etc   Mi Jan 18, 2017 1:34 pm

hallo
bin seit kurzem an diesem thema sehr interessiert und suche kollegen zum meinungsaustausch etc. würde mich über eine antwort freuen
mfg
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Markenfreund49
Mitglied in Bronze
Markenfreund49


BeitragThema: Re: 1. Ausgabe 1850/54 - Die 9 Kreuzer Type I   Mi Jan 18, 2017 8:57 pm

Servus und willkommen liebe(r) @austria1 Exclamation

Freut mich wieder einen "Mitstreiter" bei der Klassik begrüßen zu dürfen.
Gleich vorweg ich bin sehr neugierig Cool  und komm schon mit ein paar Fragen angedüst Very Happy
Hast Du dich nur auf die 9 Kreuzer, Type I spezialisiert, oder bist der ganzen Klassik "verfallen"?
Seit wann sammelst Du denn schon ?

Sorry, wegen des "Überfalls", aber es kommt hier nicht oft vor, daß die Klassik Zuwächse bekommt Laughing
und wenn ja, dann ist die Freude natürlich doppelt groß Exclamation
Auf eine gute Zusammenarbeit und interessante Gedankenautäusche prost
Lg
Markenfreund49
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austria1
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austria1


BeitragThema: Re: 1. Ausgabe 1850/54 - Die 9 Kreuzer Type I   So Jan 29, 2017 4:08 pm

hallo berni17
habe deinen sehr interessanten beitrag zur 9 kr type I gesehen.
bin seit kurzem am diesem thema sehr interessiert.  besonders über eine lt dr. stritzl existente 4. zusammenstellung.
würde mich über deine kontaktaufnahme sehr freuen.
lg
josef
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wernerrath
Mitglied
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wernerrath


BeitragThema: 9 Kreuzer Type I   Do Feb 09, 2017 4:37 pm


Liebe Sammlerfreunde + Berni 17

Eine kurze Ergänzung zu Berni´s Artikel

Nach heutigem Stand gibts 273 Druckstöckel, 240 der ursprünglichen Platte plus 33 Tauschstöckel
nummeriert von P1 bis P337, jedoch mit "Löchern" dazwischen.

Zum Abstand 9 - K:
Engster Abstand 0,3mm Stöckel P324
Weitester Abstand 1,2mm Stöckel P27

In der Kartei sind 775 Einheiten gelistet

LG Werner
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wernerrath
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BeitragThema: Re: 1. Ausgabe 1850/54 - Die 9 Kreuzer Type I   Sa Feb 18, 2017 2:47 pm



An alle Sammler der Ausgabe 1850


Einige Sammlerkollegen und ich bemühen uns, Herrn Voetter´s Kartei der 9 Kreuzer Type I weiterzuführen

Falls Sie Einheiten dieser Marke oder die Marke P27 aus Z I mit weitem Abstand 9 –K besitzen, sind wir für einen Scan dankbar


Mit bestem Dank im Voraus
Mit freundlichen Grüßen
Werner Rath
werner.rath@aon.at



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Berni17
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Berni17


BeitragThema: Übersicht der gebrochenen Ecken bei der 9 Kreuzer Ty I   Fr Jun 01, 2018 8:38 am

Liebe Freunde der Klassik!

Hab hier eine übersichtliche Aufstellung der leicht gebrochenen bis zur fehlende Ecke gemacht.



Lg Bernhard
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BeitragThema: Re: 1. Ausgabe 1850/54 - Die 9 Kreuzer Type I   

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1. Ausgabe 1850/54 - Die 9 Kreuzer Type I

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