Briefmarken - Forum
Herzlich Willkommen im Briefmarken Forum Österreich!
Um alle Beiträge OHNE WERBUNG sehen und lesen zu können, muss man angemeldet sein. Ein Anmeldung ist kostenlos und unverbindlich.
*******************************************************
Welcome to the Forum Stamps Austria!
To see and read all the posts, you have to be registered. A registration is free and without obligation.

---->ANMELDUNG


Die Friedl´schen Merkurfälschungen Bild5110


Briefmarken - Forum

Briefmarken - Forum
 
StartseitePortalSuchenAnmeldenLogin
Neueste Themen
» Suche die "gartenblumen zu volgvollständigen"Gestempel
von leon_sellos Heute um 5:04 pm

» Briefmarken-Kalender 2020
von Michaela Heute um 9:13 am

» Ostsachsen (OPD Dresden) -Sowjetische Besatzungszone-
von Kontrollratjunkie Heute um 12:21 am

» Österreich im III. Reich (Ostmark) Belege
von jklang Gestern um 6:14 pm

» Österreich 1925 - 1938
von jklang Gestern um 6:08 pm

» Österreich, Briefmarken der Jahre 1970 - 1974
von Ausstellungsleiter Gestern um 4:58 pm

» Vereinte Nationen (UNO) - Genf (Markenheftchen Italien)
von Ausstellungsleiter Gestern um 4:43 pm

» 180 Jahre Briefmarke
von Ausstellungsleiter Sa Okt 17, 2020 6:33 pm

» Flugpostserie II Heimische Vogelwelt in Stadt und Land - Vögel
von wilma Fr Okt 16, 2020 7:47 pm

» ÖPT Maximumkarten
von Gerhard Fr Okt 16, 2020 7:07 pm

» Vögel
von Ausstellungsleiter Do Okt 15, 2020 9:09 pm

» Berühmte Indianer: Chief Joseph
von Ausstellungsleiter Do Okt 15, 2020 5:14 pm

» Bartolomé Esteban Murillo
von Ausstellungsleiter Do Okt 15, 2020 4:50 pm

» Orchideen
von Ausstellungsleiter Do Okt 15, 2020 4:43 pm

» Doppelpostkarten
von Cantus Do Okt 15, 2020 3:18 am

» Neuausgaben 2020 Deutschland
von Gerhard Mi Okt 14, 2020 6:33 pm

» Österr. NEU: Weihnachten - Geburt Christi
von Gerhard Mi Okt 14, 2020 6:25 pm

» Martin Luther
von Ausstellungsleiter Di Okt 13, 2020 7:29 pm

» Julius Goldner und die Helgoland - Briefmarken
von Ausstellungsleiter Di Okt 13, 2020 7:17 pm

» Kriegsgefangenenpost WK I
von Paul S. Di Okt 13, 2020 7:03 pm

» Die Vereinigung von West- und Mitteldeutschland vor 30 Jahren
von Ausstellungsleiter Di Okt 13, 2020 6:55 pm

» Ältere Flugpost Österreich
von kaiserschmidt Di Okt 13, 2020 2:22 pm

» Post der Bestzungsmächte
von kaiserschmidt Di Okt 13, 2020 2:11 pm

» Gedenkblätter und Vignetten
von kaiserschmidt Di Okt 13, 2020 12:34 pm

» Farblithos aus Deutschland
von Cantus Di Okt 13, 2020 1:37 am

» Zensuren unter deutscher Herrschaft bis 1945
von jklang Mo Okt 12, 2020 2:52 pm

» Privatganzsachen von A. Pichlers Witwe & Sohn
von Cantus Mo Okt 12, 2020 12:43 am

» ÖVEBRIA 2020
von Gerhard So Okt 11, 2020 9:44 pm

» Wie bestimmt man das Alter von Briefmarken?
von Paul S. So Okt 11, 2020 8:46 pm

» Tauschtag Traun 26.10.2020 - andere Lokalität
von wilma So Okt 11, 2020 7:12 pm

» Flugpost nach Österreich
von kaiserschmidt So Okt 11, 2020 3:25 pm

» Neufundland
von muesli So Okt 11, 2020 2:02 pm

» Inflation in Österreich - Belege - 1918 bis 1925
von kaiserschmidt So Okt 11, 2020 11:28 am

» Zwei Merkur-Marken
von muesli So Okt 11, 2020 11:08 am

» Österr. NEU: Friedenslicht aus Bethlehem - Gemeinschaftsausgabe mit Vatikanstadt
von Gerhard Sa Okt 10, 2020 5:39 pm

» Rembrandt
von Ausstellungsleiter Fr Okt 09, 2020 9:30 pm

» Die Freimarkenausgabe 1908
von Paul S. Fr Okt 09, 2020 7:21 pm

» Post-Frankierautomat-Automatenmarken
von Gerhard Fr Okt 09, 2020 6:46 pm

» Dispenser Rollenmarke
von Gerhard Mi Okt 07, 2020 6:19 pm

» Österr. NEU: 10. Ausgabe Dispenser Rollenmarke
von Gerhard Mi Okt 07, 2020 6:13 pm

» Österr. NEU: Weihnachten – Weihnachtsstern
von Gerhard Mi Okt 07, 2020 5:39 pm

» Österr. NEU: Winterlandschaft mit Vogelfalle
von Gerhard Mi Okt 07, 2020 1:34 am

» Altdeutschland Bayern bei Gärtner
von Ausstellungsleiter Di Okt 06, 2020 11:00 am

» Francisco de Goya
von Ausstellungsleiter Mo Okt 05, 2020 5:15 pm

» Schmetterlinge
von Ausstellungsleiter Mo Okt 05, 2020 4:18 pm

» Privatganzsachen 1.Republik
von kaiserschmidt Mo Okt 05, 2020 10:25 am

» Absenderfreistempel Östereich mit Ortsstempel im Deutschland-Look
von T1000er Mo Okt 05, 2020 3:07 am

» Freimarkenserie "Tierschutz"
von Gerhard So Okt 04, 2020 10:11 pm

» Indonesien
von IndoStocks So Okt 04, 2020 2:07 pm

» Briefe aus Übersee
von IndoStocks So Okt 04, 2020 1:59 pm

» Request for assistance - non perforated/partly perforated stamps
von IndoStocks So Okt 04, 2020 1:38 pm

» Gemälde von Rubens
von Ausstellungsleiter Sa Okt 03, 2020 12:11 pm

» Sammlung Bedarfsbriefe Österreich ab 1945
von wilma Fr Okt 02, 2020 9:03 pm

» Tschechoslowakei
von Ausstellungsleiter Fr Okt 02, 2020 12:13 pm

» 1. Jahrestag zum Tode von Gott
von Ausstellungsleiter Do Okt 01, 2020 10:47 pm

» Bauwerke und Baudenkmäler "Bautenserie"
von wilma Do Okt 01, 2020 7:37 pm

» Die "seltsame" Malerei des Amedeo Modigliani
von Ausstellungsleiter Do Okt 01, 2020 3:50 pm

» Rosen
von Ausstellungsleiter Do Okt 01, 2020 3:47 pm

» Plattenfehler oder Druckzufälligkeit
von Berni17 Do Okt 01, 2020 11:11 am

» Hotelbriefe
von kaiserschmidt Di Sep 29, 2020 3:04 pm

» Die Portomarken der Republik "Deutsch-Österreich"
von kaiserschmidt Di Sep 29, 2020 2:50 pm

» Rogier van der Weyden
von muesli Di Sep 29, 2020 11:44 am

» Stefan Klein und Olaf Neumann
von gesi So Sep 27, 2020 9:36 pm

» Deutsches Reich von 1933 bis 1945 "in einer ausgesuchten Perspektive"
von jklang So Sep 27, 2020 5:18 pm

» Es dürfen auch Milch-Deckelis sein
von gesi Sa Sep 26, 2020 8:29 pm

» BWPost - Briefmarken
von gesi Sa Sep 26, 2020 8:14 pm

» Zähnung alter Marken
von gesi Sa Sep 26, 2020 11:59 am

» Die IBRA '99 in Nürnberg
von Ausstellungsleiter Sa Sep 26, 2020 11:31 am

» Landschaftsbilder ANK 738-766 - Belege
von wilma Fr Sep 25, 2020 8:05 pm

» Keine NUMIPHIL 2020
von Paul S. Fr Sep 25, 2020 12:40 pm

» China successfully launches Tianwen-1 Mars probe
von Ausstellungsleiter Fr Sep 25, 2020 8:25 am

» Nachträglich entwertet?
von wilma Mi Sep 23, 2020 7:27 pm

» Alliierte Besetzung (Amerikanische und Britische Zone)
von kaiserschmidt Mi Sep 23, 2020 1:30 pm

» Kanada - Ganzsache
von kaiserschmidt Mi Sep 23, 2020 10:06 am

» Lombardei - Venetien 1850 - 1858
von Berni17 Mo Sep 21, 2020 6:31 pm

» Werbeumschläge und -karten aus Österreich
von kaiserschmidt Mo Sep 21, 2020 3:59 pm

» Alliierter Kontrollrat
von kaiserschmidt Mo Sep 21, 2020 3:15 pm

» Sächsische Schwärzungen -Sowjetische Besatzungszone-
von Kontrollratjunkie Mo Sep 21, 2020 12:34 am

» Österr. NEU! 100 Jahre Kärntner Volksabstimmung
von Gerhard So Sep 20, 2020 11:54 pm

» Basketball
von leon_sellos So Sep 20, 2020 2:13 pm

» Die Büchersammlungen der Forumsmitglieder
von wilma Sa Sep 19, 2020 7:36 pm

» Deutsche Besetzungsausgaben im II. Weltkrieg
von kaiserschmidt Sa Sep 19, 2020 2:33 pm

» Problem with identification - simillar to Mi 208IA
von Darius Gdansk Sa Sep 19, 2020 11:50 am

» Öst. NEU: Christus Salvator - Sakrale Kunst
von Gerhard Fr Sep 18, 2020 11:50 pm

» Evangelisten
von Ausstellungsleiter Fr Sep 18, 2020 6:58 pm

» Wertbriefe - Geldbriefe Österreich
von Paul S. Do Sep 17, 2020 10:17 pm

» Ansichtskarten mit Werteindruck = Bildpostkarten
von wilma Do Sep 17, 2020 8:09 pm

» China Post Mogao-Grotten
von jamestang75 Do Sep 17, 2020 11:04 am

» Pablo Picasso
von Ausstellungsleiter Mi Sep 16, 2020 6:57 pm

» Giovanni Bellini - auch Gambellino genannt
von Ausstellungsleiter Mi Sep 16, 2020 6:10 pm

» Flugpostfaltbriefe (Aerogramme)
von kaiserschmidt Mi Sep 16, 2020 9:44 am

» Obstserie ANk 1253 - 1258
von wilma So Sep 13, 2020 7:26 pm

» Raffael (bis in's 19. Jh hinein, galt er als der größte Maler aller Zeiten)
von Gerhard Sa Sep 12, 2020 7:24 pm

» Biete Bogen Reichschatz
von Ausstellungsleiter Sa Sep 12, 2020 10:57 am

» Briefmarkensammlung geerbt
von Briefmarkengirl2000 Sa Sep 12, 2020 10:53 am

» Öst. NEU: Sportarten Basketball
von Gerhard Sa Sep 12, 2020 1:05 am

» Öst. NEU: Sportarten Beachvolleyball
von Gerhard Sa Sep 12, 2020 12:56 am

» Öst. Neu: Sportarten Handball
von Gerhard Sa Sep 12, 2020 12:50 am

» Öst. NEU: Tag der Briefmarke 2020 - St. Pölten
von Gerhard Sa Sep 12, 2020 12:44 am


Teilen
 

 Die Friedl´schen Merkurfälschungen

Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach unten 
AutorNachricht
Berni17
Mitglied
Mitglied
Berni17


Die Friedl´schen Merkurfälschungen Empty
BeitragThema: Die Friedl´schen Merkurfälschungen   Die Friedl´schen Merkurfälschungen EmptySo Okt 29, 2017 4:53 pm

Ein Beitrag von mir aus dem Jahre 2008 im Forum: Philaforum.com

Er liest sich wie ein spannender Roman ...

Gelbe, rosa und zinnoberrote Merkure tauchen in Mengen auf

Man schrieb das Jahr 1895. Der erste Senf-Katalog war erst drei Jahre vorher erschienen. Die älteste Marke der Welt, Englands 1 Penny schwarz, notierte 25 Pfennige. Die 3 Kreuzer Steindruckmarke Ungarns 10 Mark, Württemberg 70 Kreuzer: 20 Mark, Sachsen 3 Pf. 100 Mark, das Basler Täubchen 125 Mark. Von den insgesamt 72 österr. Marken aber gab es drei teure Marken:

den gelben, rosa und den roten Merkur.

Teurer als der rote Merkur waren nur fünf europäische Marken und zwar die Doppelgenf sowie vier Ochsenköpfe Rumäniens, und selbst die damals seltenste Marke der Welt, die blaue Mauritius war bloß mit 5000 Mark bepreist.

Man kann darauf ermessen, wie selten die Merkure waren, besonders aber der rote Merkur. Kaum ein Dutzend Sammler besaß ihn!

Da tauchen plötzlich Mengen davon auf, gebraucht und ungebraucht, ja sogar Blockstücke, Streifen und Kehrdruckpaare! Und alles das beim größten Händler Österreichs, bei Sigmund Friedl, Besitzer des berühmten Wiener Markenmuseums und Herausgeber des Fachblattes "Weltpost". Die Stücke enstammen, wie es heißt, zwei glücklichen Funden (Bregenz und Venedig), die beide in den Besitz Friedls gelangten. Freudig und arglos kauft man, froh endlich auch diese Lücken im Album füllen zu können.


Hans Kropf greift ein

Die Herkunft der Stücke, der Weltname Friedl lässt an der Echtheit keinen Zweifel aufkommen, bis - ja, bis nicht einer der größten Kenner jener Zeit, Hans Kropf, im "Austria Philatelist" eine öffentliche Warnung erscheinen lässt und alle Besitzer solcher Merkure auffordert, dieselben zwecks kostenloser Prüfung an den "Österreichischen Philatelisten Club" einzusenden.

Schon im nächsten Monat schreibt Eduard Horak, der später den berühmten Prozess gegen Friedl ins Rollen brachte wie folgt:

Die Friedl´schen Merkurfälschungen B1qr86ydgq24of6u8

Die Friedl´schen Merkurfälschungen Attachment

Die Friedl´schen Merkurfälschungen Attachment

Die Friedl´schen Merkurfälschungen Attachment

Die Friedl´schen Merkurfälschungen Attachment

Die Friedl´schen Merkurfälschungen Attachment


Zuletzt von Berni17 am So Okt 29, 2017 5:15 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
Nach oben Nach unten
Berni17
Mitglied
Mitglied
Berni17


Die Friedl´schen Merkurfälschungen Empty
BeitragThema: Re: Die Friedl´schen Merkurfälschungen   Die Friedl´schen Merkurfälschungen EmptySo Okt 29, 2017 5:03 pm

Friedl verteidigt sich

Voll Entrüstung wies Sigmund Friedl alle Verdächtigungen zurück und erklärte, die Kompetenz des Prüfungskomitees nicht anerkennen zu wollen, da er der einzige wirkliche Kenner der Merkure sei. Das ganze sei nichts weiter als die Hetze einiger seiner notorischen Feinde, die im Österreichischen Philatelistenklub säßen. Am 21.11.1895 trat er als Protest aus dem Verein aus.

Die Friedl´schen Merkurfälschungen B1rd9dud9y5c7fnmt

Ferrary eilt zur Hilfe!

Das "Neue Wiener Journal", das sich ebenfalls mit der Friedl-Affäre beschäftigt hatte, bekam von Marquis Philipp la Renotière von Ferrary aus Paris ein Telegramm, in welchem dieser mitteilt, er betrachte die betreffenden Merkurmarken als zweifellos echt, sie seien vom gleichen Typus wie die, welche er seit seiner Kindheit besitze. Er habe die bezweifelten Merkure wegen Nuancenabweichungen in seine Sammlung aufgenommen und sei glücklich, dieselben dort zu bewahren. Er würde gewiß nie daran denken, sich von denselben zu trennen.

An Ludwig Schwarz, den Leiter der Prüfungsstelle des Österreichischen Philatelistenklubs aber richtete Ferrary folgende Depesche: "Bierbrauer Herrn Ludwig Schwarz, Währing-Wien, Paris 41186-57, 29. November 10-40 M. – Empört über infame in Merkur Angelegenheit gegen lieben Freund Friedl gerichtete Intrige. Diese Marken sind meiner Ansicht nach unzweifelhaft echte Altdrucke. Zweifel entstand nur durch alberne aus französischer Quelle stammende Verleumdung*). Hoffe, Sie werden mit Ihrem stets abgegebenen so kompetenten Urteil gegen ungerechten Verdacht energisch einschreiten. – Höflichst grüßend Philipp la Renotière."

Als Ludwig Schwarz bedauerte, diesem Wunsch nicht entsprechen zu können, depeschierte Ferrary u.a.: "Hoffe von Ihrer alten Freundschaft für guten Freund Friedl, … dass Sie ihm unter gegenwärtigen Intrigen nicht schaden."

*) Anspielung auf ein Urteil des Altmeisters Moens, der die Friedl´schen Fälschungen als erster erkannte und sagte: "Ces timbres ne sont pas authentiques".

Die Friedl´schen Merkurfälschungen B1rdf8oazhlqfheud
Nach oben Nach unten
Berni17
Mitglied
Mitglied
Berni17


Die Friedl´schen Merkurfälschungen Empty
BeitragThema: Re: Die Friedl´schen Merkurfälschungen   Die Friedl´schen Merkurfälschungen EmptySo Okt 29, 2017 5:10 pm

Der Kampf geht weiter

Inzwischen nahm das Prüfungskomitee des Österr. Philatelistenklub die Abstempelungen der Friedl´schen Merkure besser unter die Lupe und siehe da, sie entpuppten sich als falsch! Es handelt sich um folgende Stempel:

Die Friedl´schen Merkurfälschungen B1qr909n6dmc1o3fk

Die Friedl´schen Merkurfälschungen B1qr909n6dmc1o3fk

Überall ließen sich gegenüber den entsprechenden Originalstempeln auffallende Abweichungen feststellen. Ganz und gar aber hat sich der Fälscher verraten, als er den echten Stempel "J.R. Spedizione Gazette Venezia" nachahmen wollte und daraus "LESPEDIZIONE" machte, ein Wort, dass es im italienischen gar nicht gibt!

Die Friedl´schen Merkurfälschungen B1qr9jko5ov4e2ijk

Um aber einen unanfechtbaren Beweis zu haben ließ ein Mitglied des Österr. Philatelistenklubs, Dr. F. Mallmann, im "Austria Philatelist" (Nr. 1, 1896) folgende Anzeige erscheinen:

Die Friedl´schen Merkurfälschungen B1re2u675susrd011

Trotz der verlockenden Prämie konnte niemand ein solches Stück vorlegen.

Schließlich wies die Prüfungsstelle nach, Friedl habe auch echte blaue Merkure auf ganzer Schleife verkauft (Krüse-Korrespondenz), deren Abstempelungen falsch waren, wahrscheinlich "um die falschen Abstempelung der falschen gelben, rosa und roten Merkure glaubwürdiger erscheinen zu lassen."

Die Friedl´schen Merkurfälschungen B1rebvgq2xwrr7r6t

"Von den falschen Abstempelungen auf seinen Merkuren" – schreibt "Austria Philatelist" – hört Herr S. Friedl nicht gerne sprechen. Umso größeres Gewicht legen wir als Philatelisten auf dieselben. Mit dem Brusttone der Überzeugung ruft Herr Friedl in seiner "Weltpost" aus: "Sind die Marken echt, so sind es auch die Abstempelungen". Ohne die nach unserer Ansicht falsche Prämisse zu berücksichtigen, möchten wir fragen, mit welcher Logik Herr Friedl zu dieser Schlussfolgerung gelangt?"
Nach oben Nach unten
Berni17
Mitglied
Mitglied
Berni17


Die Friedl´schen Merkurfälschungen Empty
BeitragThema: Re: Die Friedl´schen Merkurfälschungen   Die Friedl´schen Merkurfälschungen EmptySo Okt 29, 2017 5:14 pm

Friedls berühmte III. Type

Um die Echtheit der von ihm verkauften Merkure glaubwürdiger erscheinen zu lassen, hat sich Herr Friedl genötigt gesehen, eine III. Type der Merkure aufzustellen, und es ist ihm damit gelungen, eine ihm vielleicht nicht unangenehme Verwirrung anzurichten. Durch die Fälschung der Merkure auf dem Wege photomechanischer Reproduktion musste gezwungenermaßen eine neue Type entstehen. Da die Herstellung der Klischees und des Druckes bei diesen Marken eine ziemlich primitive war. So hat ein jeder Merkur seine besonderen kleinen Abweichungen in der Zeichnung.

Wird nun ein solcher Merkur zum Zwecke der Reproduktion fotografiert, so müssen die zufälligen Zeichnungsunterschiede des einzelnen Stückes für die durch das resultierende Klischee erzielten Drucke zu typischen werden. So ist es auch mit den Friedl´schen Merkuren gegangen: Der Fälscher benutzte zum Zwecke der fotografischen Reproduktion einen Merkur, der zufällig diejenigen Unterschiede in der Zeichnung hatte, welche sich jetzt bei allen Friedl´schen Merkuren als typische nachweisen lassen.

Dazu kommen noch diejenigen Unterschiede in der Zeichnung, welche das Resultat des mangelhaft durchgeführten fotomechanischen Verfahrens sind, (zB Verätzung und Verbreiterung der Linien, Ätzrand usw.) die für die Friedl´schen Merkure ebenfalls typisch sind!

Das Urteil der Prüfungskommission

In der Aprilausgabe des "Austria-Philatelist" von 1896 wurde folgendes Endresultat bekannt gegeben:

Alle aus den sogenannten Friedl´schen Funden stammenden roten, rosaroten und gelben Merkure sind raffinierte Fälschungen, sowohl was Marke als auch was Abstempelung anbelangt.

Das Gewitter entladet sich!

Diesem herben Schlag folgte schon im August desselben Jahres ein zweiter, indem in der Angelegenheit Friedl-Amann (Bregenz) alle zur Begutachtung vorgelegten 35 Friedl´schen Merkure mit Ausnahme der blauen von den Sachverständigen der Wiener k u. k. Hof- und Staatsdruckerei als falsch erklärt wurden.

Es konnten Nachahmungen rosa und gelber Merkurmarken in Type I, roter und gelber Merkure in Type II konstatiert werden.

Letztendlich wurde Sigmund Friedl am 11.03.1899 durch den Obersten Gerichtshof in Wien verurteilt, dem Kläger Eduard Horak, Graz, für die am 16.02.1894 an ihm gelieferten zwei rote Merkure, weiters am 17.03.1894 an ihn verkaufte weitere 2 rote Merkure (Tete-beche) und einen rosa Merkur, den Kaufpreis samt Zinsen zurückzuzahlen, da sich diese Marken als Fälschungen entpuppt haben.

In der Aprilnummer 1899 des "Austria Philatelist" spendet Hans Kropf, von dem der Kampf ursprünglich ausgegangen war, unter dem Titel "Das Ende vom Lied" allen jenen seinen Dank, die Friedls Behauptungen von der Echtheit seiner Merkure zu Nichte Machen halfen sowie jenen, die sich durch nichts verblenden ließen.
Nach oben Nach unten
Berni17
Mitglied
Mitglied
Berni17


Die Friedl´schen Merkurfälschungen Empty
BeitragThema: Re: Die Friedl´schen Merkurfälschungen   Die Friedl´schen Merkurfälschungen EmptySo Okt 29, 2017 5:19 pm

Auch Rudolf Friedl, der Bruder Sigmunds, muss daran glauben!

Unter "Streiflichter" finden wir im Juniheft 1899 des Austria Philatelist noch folgende Zeilen: Die Ersatzgeschichte des roten Merkurs seitens Rudolf Friedls. Zu der Verurteilung des Herrn Rudolf Friedl, 800 fl. (Gulden) oder einen echten Merkur zu liefern, kann ich Ihnen mitteilen, dass mir ein guter Freund aus Ihrer Stadt folgende Annonce zusandte:

Die Friedl´schen Merkurfälschungen B1ropqgaqc6jpyuk1

Wer lacht da? Ob sich Rudolf Friedl auch bei dieser Gelegenheit einige Friedl-Typen à 500 fl. angeschafft hat? Ich bezweifle es. In diesem Falle dürfte er den genauen Unterschied gekannt haben zwischen Original und Friedl-Type. Oder war er so nobel und hat seinem Bruder Sigmund die Rückerstattung durch Ankauf der Friedl-Typen erleichtert?
Nach oben Nach unten
Berni17
Mitglied
Mitglied
Berni17


Die Friedl´schen Merkurfälschungen Empty
BeitragThema: Re: Die Friedl´schen Merkurfälschungen   Die Friedl´schen Merkurfälschungen EmptySo Okt 29, 2017 5:21 pm

Wie entstanden die Fälschungen?

Wenn auch der Österreichische Philatelistenklub Friedl energisch an den Leib ging, so hat ihn doch eine gewisse Scheu davon zurückgehalten, den letzten entscheidenden Schritt zu tun und die Strafanzeige zu erstatten. Die Peson des Fälschers und die Entstehungsgeschichte der Friedl´schen Merkure wird also wohl auf immer in Dunkel gehüllt bleiben.

Eine Interessante Vermutung äußert diesbezüglich der berühmte Wiener Sammler Josef Sturany in der Zeitschrift "75 Jahre österreichische Briefmarke" (Verlag "Die Postmarke", Wien) er schreibt:

Die Friedl´schen Merkurfälschungen B1qradf2r5r5q0uhs
Nach oben Nach unten
Berni17
Mitglied
Mitglied
Berni17


Die Friedl´schen Merkurfälschungen Empty
BeitragThema: Re: Die Friedl´schen Merkurfälschungen   Die Friedl´schen Merkurfälschungen EmptySo Okt 29, 2017 5:29 pm

In der April Ausgabe des Austria Philatelist von 1899 (Das Ende vom Liede) schreibt H. Kropf folgendes dazu:

Mein Freund Horak und einige weitere Kläger haben mit zähem Willen ihr Werk glücklich durchgesetzt und der noch zähere Widerstand des Merkurlieferanten Sigmund Friedl in Wien ist durch den letztrichterlichen Ausspruch vollständig gebrochen.

Es sind so viele Mitarbeiter, welche an dem Endresultate Antheil haben, dass es mir momentan absolut unmöglich ist, alle namentlich anzuführen, um im Namen der österreichischen Philatelisten speciell und im Namen der Markensammler überhaupt herzliche Dankesworte auszurufen; diese ganze Angelegenheit werde ich auf andere Weise zu verewigen suchen.

Mit dem heutigen Schlusssteine in dieser Fälscheraffaire der österreichischen Merkure drängt es mich aber, als ersten Urheber der Bekanntmachung allen jenen Dank zuzurufen, welche der Sache behilflich waren, ob nun durch Forschung, Material, Besprechung oder Veröffentlichung, allen jenen Dank, welche die Behauptungen Friedl´s von der Echtheit seiner Verkaufsobjecte zu Nichte machen halfen, und welche sich durch Nichts verblenden liessen.

Waren es doch im Anfange zahlreiche gute Freunde, die trotz klaren Beweises den Lieferanten in Schutz nahmen und wenn man heute die Telegramme und Betheuerungen Ferrary´s zur Hand nimmt, so muss jeder - wenn er es nicht schon früher gethan hat - das blinde Vertrauen bewundern, das für den "lieben und guten Freund" doch etwas zu übertrieben gewesen zu sein scheint.

Siehe dazu die nachfolgenden Urteile des kk Bezirksgerichtes Döbling, kk Oberlandesgerichtes Wien sowie des kk obersten Gerichtshofes.

Die Friedl´schen Merkurfälschungen Bfa5c4mx8i889n5qe

Die Friedl´schen Merkurfälschungen Bfa5ct9h4b0ppozba

Die Friedl´schen Merkurfälschungen Bfa5da7rup2qvujly

Quellen: Austria Philatelist, 1895 S. 457f, S 502ff; Donaupost Heft-Nr. 10 (1941), Die Briefmarke Nr. 3/2007
Nach oben Nach unten
Andorra
Mitglied
Mitglied
Andorra


Die Friedl´schen Merkurfälschungen Empty
BeitragThema: Merkur Stempelfälschungen   Die Friedl´schen Merkurfälschungen EmptyMo Nov 13, 2017 10:06 am

Hallo Berni17,

Ich bin neu in diesem Forum. Da ich mich mit Friedl's Katalog und seinen schrecklichen Illustrationen beschäftigt habe, bin ich auch auf die Merkurfälschungen gestossen. Dabei fiel mir bei dem hier im Forum abgebildeten falschen Stempel auf, dass ich Ähnliches im Zusammenhang mit anderen Fälschungen gesehen habe. Das heisst ja nun noch nichts, aber ich wollte der Sache nachgehen. Daher meine Frage, wo kann ich einerseits den italienischen Originalstempel sehen und zweitens, gibt es einen Artikel, der vielleicht sogar die übrigen Falschstempel den Originalen gegenüberstellt.

gruesse

Andorra

P.S.
Da die meisten Beiträge von Berni sind, habe ich mich direkt an ihn gewandt, andere Teilnehmer oder Besucher sind natürlich nicht ausgeschlossen
Nach oben Nach unten
Gesponserte Inhalte




Die Friedl´schen Merkurfälschungen Empty
BeitragThema: Re: Die Friedl´schen Merkurfälschungen   Die Friedl´schen Merkurfälschungen Empty

Nach oben Nach unten
 

Die Friedl´schen Merkurfälschungen

Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach oben 
Seite 1 von 1

Befugnisse in diesem ForumSie können in diesem Forum nicht antworten
Briefmarken - Forum  :: Briefmarken Österreich :: Kaisertum Österreich 1850-1918-
Tauschen oder Kaufen