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| | Zensuren unter deutscher Herrschaft bis 1945 | |
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Autor | Nachricht |
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kaiserschmidt Mitglied in Silber

 | Thema: Zensuren unter deutscher Herrschaft bis 1945 So Mai 06, 2018 2:24 pm | |
| Hallo Forumler, ich möchte die Zensuren aus der Ostmark ausgliedern und einen eigenen thread für Zensuren im Deutschen Reich eröffnen. Das Ostmarkthema ist sowieso schon sehr unübersichtlich, auch werden damit auch andere Sammler angesprochen.  Drucksache vom 1.11.1940 von Kobe in Japan nach Wien. Der Sinn des Prüfstempels Cist nicht bekannt, die Prüfung des Beleges fand in Berlin statt.   Dieser Brief aus der Schweiz vom 31.1.1918 wurde in München überprüft. Militärischerseite unter Kriegsrecht geöffnet 12.2.1918 Überwachungsoffizier Weich mit Stampiglie. Kaiserschmidt |
|  | | kaiserschmidt Mitglied in Silber

 | Thema: Re: Zensuren unter deutscher Herrschaft bis 1945 Mo Mai 14, 2018 10:34 am | |
| Hallo Forumler,  Brief vom 21.8.1940 von Wien nach New York.Brief 25 Pf Luftpostzuschlag 40 Pfennig. Der Brief wurde von der Zensur beanstandet und an die Absenderin zurückgeschickt.  Auf der Rückseite kann man sehen, daß als Grund für die Zurückweisung die Verwendung einer unzulässigen Sprache angegeben wurde. Ich vermute, daß der Brief in jüdisch geschrieben war. Kaiserschmidt |
|  | | kaiserschmidt Mitglied in Silber

 | Thema: Re: Zensuren unter deutscher Herrschaft bis 1945 Fr März 01, 2019 7:55 pm | |
| Hallo Forumler,  Luftpostbrief aus Zagreb nach Wien vom 27.2.1945 ! Rückseitig der Ankunftsstempel Wien vom 3.3.1945 ( nach Prüfung durch die Zensurstelle Wien ). Dies ist der späteste Flubeleg aus der Ostmark, den ich habe.  Rückseitig ist der Zensurstempel ( G 6 von Riemer mit hohen 2000 Punkten bewertet) angebracht. Diesen gibt es nur in Rot auf Einschreiben von Oktober 1944 bis Februar 1945. Kaiserschmidt |
|  | | jklang Mitglied in Bronze

 | Thema: Re: Zensuren unter deutscher Herrschaft bis 1945 Sa März 02, 2019 11:57 pm | |
| - kaiserschmidt schrieb:
- Hallo Forumler,

Luftpostbrief aus Zagreb nach Wien vom 27.2.1945 ! Rückseitig der Ankunftsstempel Wien vom 3.3.1945 ( nach Prüfung durch die Zensurstelle Wien ). Dies ist der späteste Flubeleg aus der Ostmark, den ich habe.

Rückseitig ist der Zensurstempel ( G 6 von Riemer mit hohen 2000 Punkten bewertet) angebracht. Diesen gibt es nur in Rot auf Einschreiben von Oktober 1944 bis Februar 1945.
Kaiserschmidt
Hallo,ein sehr schönes Stück, zumal nicht militärische Luftpost in 1945 wirklich eine Rarität darstellt. Manches wurde allerdings so deklariert und wurde doch auf dem Landweg transportiert, aber das macht dann auch nichts, denn wenn die Beförderungsart noch bestand konnte sie auch geordert werden, das ist das Gleiche wie bei den Eilbriefen, wie ich im thred Ostmark schon mal zeigte.Das Problem war einerseits schlicht der Mangel an Piloten und Treibstoff, und im Weiteren die massive Überlegenheit der Alliierten im Luftraum. Flugzeuge hätte es sogar besonders zu dieser Zeit schon gegeben, zum großen Teil sogar das Modernste, was damals existierte ( Me 262 oder auch Ar 234, um nur 2 Düsenflieger zu nennen).Das stellt auch einen Teilaspekt dieser, wie ich finde oftmals surrealen Zeit, dar, die eben auch durch Überwachung und Drangsalierung, aber andererseits auch Aufrechterhaltung von internationaler Kommunikationsoption gekennzeichnet war.Solche Gedanken führten unter anderem irgendwann dazu, dass ich mich der deutsch verantworteten Zensurpost zuwandte. Ich formuliere das Ganze extra etwas sperrig, da eben die Zensur im Deutschen Reich nur Städte im Stammreich, ggf. Wien in der Ostmark umfing, aber viele besonders spannende Zensuren stammen aus, auf dem Papier, selbständigen Ländern, die aber de facto quasi gänzlich dem Deutschen Reich unterstanden, wie Dänemark, Norwegen oder Frankreich.Im Deutschen Reich gab es die Auslandsbriefprüfstellen Königsberg (Kennbuchstabe A), Berlin (B), Köln (C), München (D), Frankfurt (E), Hamburg (F), Wien (G) und später, quasi statt Berlin Hof(H). Kaum weniger Stellen wurden in Frankreich eingerichtet mit Bordeaux (Y), Lyon (L), Paris (X), Nancy (N) und evtl. Marseille. Dänemark hatte eine ABP in Kopenhagen (K) und später in Sonderburg (auch K, nur zeitlich einzugrenzen). In Norwegen bestanden quasi durchgehend Stellen in Oslo (O) und Trondheim (T), aber bis Anfang ca. 1941 auch in Stavanger und Voss. Alle diese Ämter waren ausschließlich für Auslandspost zuständig, somit waren die deutschen Zensurstellen in Griechenland und Serbien etwas Besonderes, da sie speziell die Inlandspost überwachten.Dieser sehr kurze, ja sehr verkürzte Überblick zeigt die Komplexität des Themas und eben den Umfang der Infiltration.Um all diesem ein Gesicht zu geben möchte ich eben mal einen der exotischen Belege zeigen, nämlich eine wirklich extrem seltene deutsche Zensur aus Stavanger.Das Besondere fängt damit an, dass der Brief aus Dänemark kam. Zu diesem Zeitpunkt gab es noch keine Zensur in Kopenhagen. Hamburg wäre zuständig gewesen, aber der Brief lief direkt nach Stavanger, wohin er auch adressiert war. Dort gab es damals eine recht kleine ABP, von der nur wenige Belege erhalten sind, und mit dem sehr seltenen Verschlußstreifen "Geöffnet Durch Zensur" nicht mal 5 Stück.Dieser Streifen wurde angebracht. Aber der Adressat war nicht mehr in Stavanger, der Brief wurde nicht, wie gewünscht, nachgesandt, sondern retourniert.Nun ging er über Hamburg, statt Kopenhagen, denn die dortige Stelle wurde gerade eingeweiht, und dann zurück nach Kopenhagen.Dieser Brief erzählt viel über Verbindungen während der Zensur, aber auch Strukturen und indirekt auch über das Denken der Initiatoren.Quintessenz: Ich denke Zensuren durch das Deutsche Reich wäre ein umfassender Titel?Da könnte ich ggf. auch einige überraschende Stücke zeigen?Liebe Grüße Johannes  |
|  | | kaiserschmidt Mitglied in Silber

 | Thema: Re: Zensuren unter deutscher Herrschaft bis 1945 Mo Mai 13, 2019 11:44 am | |
| Hallo Johannes, vorerst herzlichen Dank für Deine Erläuterungen. Ich habe sie erst heute gelesen, da passe ich zuwenig auf. Ich würde mich freuen, wenn Du uns in die Zensurwelt einführst. In einem Konvolut von Briefen mit öst. Zensuren war auch der folgende Brief dabei.   Luftpostbrief vom August 1942 von Madrid nach Chemnitz.Der Brief wurde links geöffnet, d steht für die Zensurstelle in München. Allerdings ist die Stempelfarbe blau, diese habe ich nicht gefunden. Prüfstempel gibt es in den Farben blau, rot und rückseitig violett. Kaiserschmidt |
|  | | jklang Mitglied in Bronze

 | Thema: Re: Zensuren unter deutscher Herrschaft bis 1945 Do Mai 30, 2019 2:29 pm | |
| Hallo, gerne stelle ich mal wieder etwas ein. Leider ist meine Zeit extrem knapp geworden, daher nur selten, oder nicht zu aussagekräftige Beiträge. Hier aber mal wieder etwas wirklich ganz seltenes und geradezu sensationelles für einen Zensurpostsammler. Es geht speziell auch um "Einlagezettel". Solche wurden, generell selten, von Seiten der Prüfämter beanstandeter Post beigelegt, um, entweder den Absender oder den Empfänger über besondere Sachverhalte zu informieren. Generell gilt: Einlagezettel sind um so seltener, je geringer das Postaufkommen ist, und aus den Prüfstellen aus den besetzten Ländern sind sie nochmals, um ein vielfaches, seltener. In diesem Fall zeige ich den 1. nachgewiesenen und anerkannten Einlagezettel der ABP Lyon. Auch ein Fall, der erst über 70 Jahre nach der Entstehung bekannt wurde. Nun also, etwas anekdotenhaft die Erläuterung zum Beleg. Natürlich sammeln echte Philatelisten nicht nur Marken, sondern auch Belege und ähnliches, zum Beispiel Zensurpost. Dies taten Sammler auch bereits während der Existenz der Zensur. Nur wie beschaffen? Nun hier dachte sich ein Sammler er fragt bei einem weiteren Sammler mal um solche Belege an. Interessant: der Absender sitzt in Frankreich, der Empfänger in Norwegen. Der Brief mußte also durch die Zensur. Klassischer Weise wäre Hamburg zuständig, aber auch Paris, Frankfurt oder Berlin wären noch vorstellbar gewesen. ABER?!?! Dieser Brief lief in die Zensur in Lyon und wurde dort bearbeitet. Das der Brief mit der o.g. Anfrage hängenbleiben würde war eigentlich absehbar, aber auf diese Art und Weise entstand der bisher einzige Einlagezettel der ABP. Das Ganze ist somit postgeschichtlich sehr interessant und für die Zensurpost nicht weniger als eine Sensation ( im wahrsten Sinne, nicht wie heutzutage üblich i.S. von "Sensation: vdB sah Gackihaufen; er trat zurück!!!!! :-) )   
Zuletzt von jklang am Do Mai 30, 2019 9:36 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet |
|  | | jklang Mitglied in Bronze

 | Thema: Re: Zensuren unter deutscher Herrschaft bis 1945 Do Mai 30, 2019 2:30 pm | |
| Hallo es fehlten noch entscheidende Scans Beste Grüße Johannes   |
|  | | kaiserschmidt Mitglied in Silber

 | Thema: Re: Zensuren unter deutscher Herrschaft bis 1945 Di Jun 11, 2019 10:29 pm | |
| Hallo Forumler,  Dieser Brief war beschrieben als Air mail to Vienna. leider ging er nicht nach Wien sondern nach Biel in der Westschweiz. Ich denke er hat eine englische Zensur, eine amerikanische Zensur und eine deutsche Zensur, wobei ich mit bei der letzten nicht sicher bin.  Hier die Rückseite des Briefes, das Datum ist schlecht zu lesen, ich glaube 1943. Der rote Stempel hat einen Durchmesser von 20 Millimeter. Kaiserschmidt |
|  | | jklang Mitglied in Bronze

 | Thema: Re: Zensuren unter deutscher Herrschaft bis 1945 Mi Jun 12, 2019 3:59 pm | |
| - kaiserschmidt schrieb:
Hallo Forumler,

Dieser Brief war beschrieben als Air mail to Vienna. leider ging er nicht nach Wien sondern nach Biel in der Westschweiz. Ich denke er hat eine englische Zensur, eine amerikanische Zensur und eine deutsche Zensur, wobei ich mit bei der letzten nicht sicher bin.

Hier die Rückseite des Briefes, das Datum ist schlecht zu lesen, ich glaube 1943. Der rote Stempel hat einen Durchmesser von 20 Millimeter.
Kaiserschmidt
Hallo, ein hübscher Brief mit ungewöhnlichem Absender (Bolivien) und deutscher Zensur. Seit 1941 bestand aus oder nach dem DR kein Postkontakt mehr mit Amerika. Seltenere Ausnahmen finden sich noch aus Argentinien. Der Grund warum ein bolivianischer Brief überhaupt "deutsch" zensiert werden konnte, war die Schweizer Destination. Die Schweiz galt als unabhängig und somit durfte sie auch Postkontakt zu "Feindstaaten" des DR aufrecht erhalten. Die Schweiz war aber von Portugal aus (s. LP Leitvermerk) nur über Frankreich zu erreichen, und das war quasi komplett unter deutscher Kontrolle/Zensur. Dein Stempel in Rot ist somit ein Durchlaufstempel (keine Inhaltskontrolle) der ABP Paris. Es gibt 5 davon. Da der Stempel sehr breit abgeschlagen ist und das Abgangsdatum mir nicht ersichtlich ist kann ich so nicht sagen um welchen es sich im Speziellen handelt. Nichts desto trotz haben wir so schon 2 der französischen ABP gezeigt. Herzliche Grüße Johannes |
|  | | jklang Mitglied in Bronze

 | Thema: Re: Zensuren unter deutscher Herrschaft bis 1945 Mi Jun 12, 2019 4:16 pm | |
| Hallo erneut, ich möchte nochmals etwas Kurioses zeigen. Erneut eine Zensur unter deutscher Verwaltung. Nach dem Bruch des DR mit Italien übernahm das erstere häufig italienische Besetzungen, so z.B. in Griechenland aber auch speziell in dem ehemaligen/zukünftigen (von 1940 aus gesehen) Yugoslawien. Hierzu gehörte Kotor als Hafen an der Adria. Als die Deutschen die Verwaltung übernahmen stellte Kotor quasi eine Enklave dar, die von mehr oder minder Partisanenkontrolliertem Gebiet umgeben war. Das "deutsche" Kotor erhielt eine eignene Markenausgabe und es wurde auch eine Zensurstelle eingerichtet. Echte Post aus diesem Gebiet ist höchst selten , das Gros sind Fälschungen. Hier etwas höchst Seltenes: ein echt, portogerecht versendeter Brief, der hätte ins Ausland gehen sollen. Hierzu hätte er Kotor verlassen und die ABP in Wien erreichen müssen. Ein ziviler Luftpostverkehr bestand jedoch nicht mehr und somit blieb der Brief im Territorium Kotors hängen. Bisher darf man den Brief in dieser Art, lt. den Recherchen, als Unikat ansprechen. Ganz herzlich Grüße Johannes    |
|  | | kaiserschmidt Mitglied in Silber

 | Thema: Re: Zensuren unter deutscher Herrschaft bis 1945 Mi Jun 12, 2019 4:46 pm | |
| Hallo Johannes,
herzlichen Dank für Deine schnelle Antwort.
Ich denke, daß ich diese Sammmelgebiet aufnehemen werde, da es auch sehr gut zu meinem Sammelgebiet Ostmark paßt. Ich werde den Brief aus Bolivien nicht zurücksenden.
Grüße Reinhard
|
|  | | jklang Mitglied in Bronze

 | Thema: Re: Zensuren unter deutscher Herrschaft bis 1945 Do Jun 13, 2019 1:24 pm | |
| - kaiserschmidt schrieb:
Hallo Johannes,
herzlichen Dank für Deine schnelle Antwort.
Ich denke, daß ich diese Sammmelgebiet aufnehemen werde, da es auch sehr gut zu meinem Sammelgebiet Ostmark paßt. Ich werde den Brief aus Bolivien nicht zurücksenden.
Grüße Reinhard Hallo Reinhard, sollte es mir gelungen sein Dich für die deutsche Zensurpost gewonnen zu haben wäre ich begeistert. Es handelt sich um ein wirklich nach wie vor zu erforschendes Areal. Immer noch werden gänzlich neue Stücke gefunden, wie z.B. mein Brief mit Einlagezettel aus Lyon. Um meine Begeisterung desbezüglich zu vermitteln möchte ich sagen, dass Christoph Kolumbus mit Sicherheit nicht begeisterter war als ich, als er seine Entdeckung tätigte. Die Zensurpost vermittelt Vielerlei was die postalischen, politischen aber auch individuellen Bedingungen zu dieser, mir immer noch gänzlich unverständlichen Zeit, erläutern. Um so mehr ich mich mit dieser Zeit auseinandersetze, um so froher bin ich, bisher, ähnlichen Strömungen entkommen zu sein. Ich hoffe, auch für meine Zwillinge, dass es noch sehr lange so bleiben möge. Aber wir sind hier auf einem philatelistischen Forum, somit möchte ich gerne einmal die " Mauritius" diese Sammelgebietes zeigen. Es handelt sich erneut um eine Zensur aus den besetzten Gebieten. Bevor in Norwegen die offiziellen ABP eingerichtet wurden bestanden solche provisorisch, wie ich es ja schon am Beispiel Starvangers zeigte, aber solche existierten auch in Oslo. Laut Landsmann wurde der entsprechende Stempel im April 1940, und so auch nur 2 Tage, in Oslo eingesetzt. Laut Rückfrage in Norwegen sind von diesem Stempel bisher 3 Stück bekannt. Die Nachfrage nach diesen Stücken, vor allem auch aus Norwegen, ist hoch, da die Deutsche Post in Norwegen generell gerne gesammelt wird. Somit erzielt ein solcher Beleg mindestens Preise wie eine portogerechte Ef der Dollfußmarke und das unter "Freunden". Wie angemerkt ist der "Freundeskreis" sehr überschaubar. Mein Brief ist zusätzlich recht ramponiert, was zu einem zusätzlichen Aspekt führt: FDC frisch ist bei Zensurpost irrelevant. Es geht um bedarfsgerechte Zensurvermerke. Knicke, beschädigte Marken etc. sind tertiär, es geht um die Zensurvermerke. Wie ich demnächst mal zeigen werde können sich natürlich auch beide Aspekt ergänzen. So hier aber endlich mal der Beleg (lt. Landsmann SNP1.1).   |
|  | | jklang Mitglied in Bronze

 | Thema: Re: Zensuren unter deutscher Herrschaft bis 1945 So Jun 16, 2019 1:58 pm | |
| Hallo erneut, mit dem folgenden Beleg möchte ich einen zusätzlichen Aspekt der deutschen Zensuren darstellen. Wie bereits angemerkt durchlief in der "Hochzeit" der deutschen Kriegsführung (ca Ende 1941 bis Anfang 1944) quasi alle Post nach der Schweiz deutsche ABP, dies galt auch für Post aus Nordafrika. Post aus Tunesien mit deutscher Zensur ist nicht häufig. Es gab in Tunesien eine Niederlassung des Französischen Roten Kreuzes. Diese schrieb an die Hauptadresse in der Schweiz. Das Ganze durchlief die französische Zensur, und dann ging es nach Berlin. Das wäre für die Schweiz nicht der maßgebliche Zensurort, München war zuständig. Aber, alles was vermeintlich besonderer Aufmerksamkeit bedurfte ging eben nach Berlin, hier auch mit einem provisorischem Verschlußstreifen und einem Durchlaufstempel als Ersatz für einen eigentlichen Zensurstempel. Und was nochmals im Besonderen die Seltenheit des Briefes ausmacht sind die Übermalungen des Maschinenstempels. Dieses erfolge, wenn die Stempel politische Aussagen aufwiesen, die der NS Ideologie nicht entsprachen, somit aus französisch beeinflußten Gebieten meist Durchhalte- oder Siegesstempeltexte. Solche Zensuren, mit Übermalungen, Provisoria, zusätzlicher französischer Zensur und dann auch noch deutscher chemischer Zensur (andersfarbige Striche über das Couvert) sind sehr selten.   Beste Grüße Johannes
Zuletzt von jklang am So Jun 23, 2019 12:07 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet |
|  | | Cantus Mitglied in Silber

 | Thema: Re: Zensuren unter deutscher Herrschaft bis 1945 Mo Jun 17, 2019 4:04 pm | |
| Hallo Johannes, so auf die Schnelle habe ich erst einmal den Scan einer Schweizer Ganzsachenpostkarte gefunden. Die Karte, Zumstein. P 138y, lief am 10.4.1941 von Bern nach Berlin. Erläuterungen zu den Zensurstempeln kann ich jedoch nicht abgeben.   Viele Grüße Ingo |
|  | | jklang Mitglied in Bronze

 | Thema: Re: Zensuren unter deutscher Herrschaft bis 1945 So Jun 23, 2019 12:16 pm | |
| - Cantus schrieb:
- Hallo Johannes,
so auf die Schnelle habe ich erst einmal den Scan einer Schweizer Ganzsachenpostkarte gefunden. Die Karte, Zumstein. P 138y, lief am 10.4.1941 von Bern nach Berlin. Erläuterungen zu den Zensurstempeln kann ich jedoch nicht abgeben.


Viele Grüße Ingo Hallo Ingo, Ich schrieb ja in den oberen Beiträgen schon etwas über den Ablauf der Zensur, somit sind die kleinen Kastenstempel sog. Prüferstempel des 1. Niveaus. Der eigentliche Prüfstempel ist ein Maschinenprüfstempel (lt. Landsmann EPM1.1). Diese wurden eingesetzt um die Stempelung zu beschleunigen. Alle Stemel wurden so in der ABP Frankfurt verwendet, denn: bis zum April 1943 war Frankfurt für die Schweiz zuständig, erst dannach München. Beste Grüße Johannes |
|  | | kaiserschmidt Mitglied in Silber

 | Thema: Re: Zensuren unter deutscher Herrschaft bis 1945 Do Jun 27, 2019 11:23 am | |
| Hallo Forumler,   Brief vom 18.5.1944 aus Wien in das KLV Lager Kinderparadies in der Slowakei. Diese Zensur habe ich leider bei Riemer nicht gefunden, ich erwarte jeden Tag den Landsmann, den ich bestellt habe. Kaiserschmidt |
|  | | kaiserschmidt Mitglied in Silber

 | Thema: Re: Zensuren unter deutscher Herrschaft bis 1945 Fr Jul 19, 2019 4:53 pm | |
| Hallo Forumler,  ABP Berlin mit dem Beanstandungsstempel An Absender zurück und dem Druckfehler Nachrichtenverkekr gelistet bei Landsmann unter BB1.3 verwendet von 1.41 bis 7.42. Dieser Stempel wurde allerdings in Offenbach am 6.12.1940 abgeschlagen. Von diesem Stempel sind nur wenige Stücke bekannt. Kaiserschmidt |
|  | | kaiserschmidt Mitglied in Silber

 | Thema: Re: Zensuren unter deutscher Herrschaft bis 1945 Mi Jul 24, 2019 12:11 pm | |
| Hallo Forumler,  Briefr vom 23.9.1940 von Graz nach Italien.  der Brief wurde in München zensuriert. Laut Landsmann DV2.3 ein häufiger Verschluß  Der im Brief befindliche Hinweiszettel DZ2.2 ist allerdings sehr selten. Kaiserschmidt |
|  | | jklang Mitglied in Bronze

 | Thema: Re: Zensuren unter deutscher Herrschaft bis 1945 So Okt 06, 2019 3:20 pm | |
| - kaiserschmidt schrieb:
Hallo Forumler,

Briefr vom 23.9.1940 von Graz nach Italien.

der Brief wurde in München zensuriert. Laut Landsmann DV2.3 ein häufiger Verschluß

Der im Brief befindliche Hinweiszettel DZ2.2 ist allerdings sehr selten.
Kaiserschmidt
Hallo, ganz herzlichen Glückwunsch zu diesem wirklich seltenen Stück aus der ABP München. Die Einlagezettel sind, wie ich ja schrieb, generell etwas Besonderes. Einige wenige gibt es häufiger, aber nicht häufig, so dass diese Stücke stets recht ordentliche Preise z.B. auf Auktionen erzielen. Lt. Landsmann sind von diesem Stück 2008 erst 3 Exemplare bekannt. Es ist hier anzumerken, dass Landsmann bis zu 5 bekannten Exemplaren den Status "F" Rarität verlieh. Allerdings muß man natürlich davon ausgehen, dass gedruckte oder hektographierte Zettel eben "in Menge" erstellt wurden, da der Grund für die Beilage häufiger bestand. Also:" bis 5 bekannt" heißt nicht nur bis 5 vorhanden, sondern eben nicht mehr bisher entdeckt oder davon berichtet. Ich kenne Sammlerfreunde, die ihre Stücke nicht melden, um eben den Status F oder E zu erhalten. Natürlich wurden auch etliche Stücke weggeworfen, denn den normalen Briefempfänger interessierte solch ein Zettel nicht nachhaltig. Außerdem tauchen manche Stücke auch immer noch neu auf. Ich erwarb vor ca. 4 Jahren einen Brief zu 10 Euro über eBay, der dann 2 "F" Einlagezettel enthielt. Ich hatte ihn nur gekauft, da es sich um einen gelaufenen FDC aus Norwegen in bester Erhaltung handelte, den ich einem Sammlerfreund in Norwegen schenken wollte. Somit: bei der Zensurpost kann man immer noch etwas entdecken. Für mich ist das die Zeit 1939-45, aber gleiches gilt für 1914-18 oder auch nach 1945. Wenn man mag muß man sich einfach "sein" Gebiet suchen. Hier nun das angesprochene Stück: Etwas Interessantes aus Norwegen in die Schweiz mit deutscher Zensur. Ein schönes Beispiel wie sich Wertschätzung verschieben kann. Es geht um einen Satzbrief (hm ...) per Ersttag (naja), der dann auch noch als reiner Philabeleg zu erkennen ist. Und das ist es was ihn so besonders macht ? Insgesamt schöner Beleg ohne besondere Mängel, der alle korrekten Zensurmerkmale der Münchener Kontrolle (man beachte nur die Menge an Kontrolleure Stempeln) aufweist, aber dann: Er ging, da Philabeleg, leer auf die Post, was in München auffiel. Das war nicht korrekt! Also wurden 2 (!) Einlegezettel zugefügt, damit der Brief nicht mehr so leer sei - nein - um die entsprechende Kontrolle zu belegen. Zusätzlich wurde jeder der Einlegezettel mit dem entsprechenden Kontrolleurstempel versehen. Bei den Zetteln handelt es sich um DZ4.2 und DZ8.1 nach Horst Landsmann, beide eh selten und dann auch noch mit Zusatzstempeln und Handzeichen.   Beste Grüße Johannes |
|  | | kaiserschmidt Mitglied in Silber

 | Thema: Re: Zensuren unter deutscher Herrschaft bis 1945 Mo Okt 14, 2019 4:03 pm | |
| Hallo Forumler,  eine Karte zu 6 Pfennig von Wien am 9.1.1945 nach Preßburg ( Bratilava ). Die Karte ist vorschriftsmäßig 2x gestempelt uns wurde mit dem Maschinenprüfstempel GPM2.2 laut Landsmann entwertet. Dieser Maschinenprüfstempel aus Wien wurde von Dezember 1944 bis April 1945 verwendet uns ist laut Landsmann sehr selten. Kaiserschmidt |
|  | | jklang Mitglied in Bronze

 | Thema: Re: Zensuren unter deutscher Herrschaft bis 1945 Di Okt 15, 2019 6:28 pm | |
| - kaiserschmidt schrieb:
Hallo Forumler,

eine Karte zu 6 Pfennig von Wien am 9.1.1945 nach Preßburg ( Bratilava ). Die Karte ist vorschriftsmäßig 2x gestempelt uns wurde mit dem Maschinenprüfstempel GPM2.2 laut Landsmann entwertet. Dieser Maschinenprüfstempel aus Wien wurde von Dezember 1944 bis April 1945 verwendet uns ist laut Landsmann sehr selten.
Kaiserschmidt Hallo ein schönes Stück mit dem besagten Stempel. Übrigens war Wien die Hochburg dieser Maschinenprüfstempel, von keiner anderen ABP gibt es so viele verschiedene Typen (übrigens sind mittlerweile noch weitere Varianten mit "Zensurstelle" bekannt geworden) aber auch generell Gebrauch von diesem Stempel. Nebenbei muß man auch anmerken, dass Wien immens viele Pseudoprüfungen vorgenommen hat (zB Verschlußstreifen und Stempel ohne unterliegenden Öffnungsschnitt und ohne eine Schnellprüfung vor sich zu haben, die nebenbei bemerkt aus Wien wieder sehr selten sind), wofür so ein Maschinenprüfstempel sicher arbeitserleichternd war. Aber ich möchte auch mal wieder etwas Spannendes zeigen: Ein Brief mit 12 Pfennig Hindenburg und Perfins, gestempelt in Berlin und adressiert ins Generalgouvernement (GG) das Ganze 8/1940, soweit nichts Besonderes. Die Adresse gänzlich auf polnisch geschrieben , das ist eher ungewöhnlich. Eigentlich wird es erst seltsam, wenn man den Brief von hinten betrachtet. Da ist zuerst eine Frankfurter Zensur, allerdings wurde Post ins GG nicht zensiert und wenn schon wäre Berlin zuständig. Die Lösung ergibt sich durch den Absender, denn da steht New YORK und eben nicht Berlin. Wie geht das. Hier sehen wir ein ganz seltenes Exemplar einer Postbeilage. Vermutlich schrieb der Absender in New York an eine Person in Deutschland und legte diesem Brief den hier vorliegenden bei, wobei nicht klar ist, ob es sich um den gleichen oder verschieden Absender handelte. Unser Brief war offen, denn er zeigt keinen Öffnungschnitt. So kam also der "eigentliche" Brief aus den USA und dieser beigelegte in Frankfurt an, denn diese ABP war für die USA zuständig. Dort wurde alles geprüft und dann verschlossen, so kam also die Frankfurter Prüfung auf einen quasi Inlandsbrief. Der Empfänger in Deutschland entnahm den Brief, frankierte ihn vermutlich und schickte ihn über das innerdeutsche Postnetz ab nach Warschau. Wie viele Personen insgesamt damit befaßt waren kann man nicht mehr sicher sagen, aber so wird es in etwa abgelaufen sein. Diese quasi Kurierpost war nicht erwünscht, aber eben auch nicht explizit verboten, aber solche Briefbeilagen waren zu prüfen, das war festgelegt. So wird durch die Betrachtung der Rückseite und einiger Recherche aus vermeintlich "Nichts" ein echtes Topstück einer Zensursammlung. Diese Stücke, wie auch die Vorgehensweise sind so selten, dass sie sich letztlich einer Katalogisierung entziehen, aber da fängt dann ja eigentlich auch Philatelie an. Ich hoffe mein Exkurs gefiel. Beste Grüße Johannes   |
|  | | jklang Mitglied in Bronze

 | Thema: Re: Zensuren unter deutscher Herrschaft bis 1945 Mi Okt 16, 2019 12:38 pm | |
| [quote="kaiserschmidt"] Hallo Forumler,  ABP Berlin mit dem Beanstandungsstempel An Absender zurück und dem Druckfehler Nachrichtenverkekr gelistet bei Landsmann unter BB1.3 verwendet von 1.41 bis 7.42. Dieser Stempel wurde allerdings in Offenbach am 6.12.1940 abgeschlagen. Von diesem Stempel sind nur wenige Stücke bekannt. Kaiserschmidt Hallo, was Dein Beleg besonders schön dokumentiert ist die Gegensätzlichkeit vieler Aktionen in einem totalitären Regime. Bei der Karte handelt es sich um pure Propaganda und wenn Soetwas das Ausland erreicht sollte es im Interesse der Potentaten sein, aber es ist halt auch eine Abbildung und solche waren im Auslandsverkehr untersagt, also hat der "Zensurbüttel" nach Vorschrift agiert und die Karte aussortiert. Das nennt man heute "Sachbearbeiteridiotie". Nun gut, der Zensurstempel wurde aber zu 100% in der ABP aufgebracht und nicht in Offenbach. Es gibt postalische "Zensuren" (ein höchstinteressantes Gebiet) aber dies ist reine ABP Dokumentation. Der Stempel mit "Postverkekr" ist seltener, aber sein F verdient er nicht mehr, denn zu den gelisteten Stücken bei Landsmann kommen noch 3 von mir, die bisher nicht gelistet sind (Herr Landsmann bringt wahrscheinlich keine neuern "Updats" mehr heraus, da er nicht mehr der Fitteste ist. |
|  | | kaiserschmidt Mitglied in Silber

 | Thema: Re: Zensuren unter deutscher Herrschaft bis 1945 Mi Okt 16, 2019 2:14 pm | |
| Hallo Johannes,
ich danke Dir für Deine Hinweise, nur so kann man in einem Gebiet weiterkommen.
Reinhard
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|  | | jklang Mitglied in Bronze

 | Thema: Re: Zensuren unter deutscher Herrschaft bis 1945 Di Okt 22, 2019 11:10 am | |
| - jklang schrieb:
- So wird durch die Betrachtung der Rückseite und einiger Recherche aus vermeintlich "Nichts" ein echtes Topstück einer Zensursammlung. Diese Stücke, wie auch die Vorgehensweise sind so selten, dass sie sich letztlich einer Katalogisierung entziehen, aber da fängt dann ja eigentlich auch Philatelie an.
Ich hoffe mein Exkurs gefiel. Beste Grüße Johannes

 Hallo, nach der Erläuterung des o.g. Stückes, vielleicht eine noch kuriosere Variante einer Kurierpost. Der Brief kam aus Bolivien wie der Absender berichtet und ist unfrankiert. Hier wäre die ABP in Frankfurt oder Berlin zuständig gewesen, aber der Brief lief über München. Warum? Wir sehen einen Ankunftsstempel mit Angabe Mai 1940. Zu dieser Zeit gab es noch Verbindungen des DR und Süd- wie Nordamerikas. Viel lief über Italien. Wahrscheinlich war der Kurier an Bord einer Maschine über Italien und reiste dann vermutlich per Bahn nach Berlin, über München! München war somit die 1. Möglichkeit den Kurierbrief zur Zensur zu geben. Dieses war auch vorgeschrieben andernfalls drohte strafrechtliche Verfolgung. Der Adressat war Fliegergeneral Zander. Das war nicht irgendwer, sondern bis 1939 (Pension) der Koordinator der Marineflieger. Nach der Pension wurde er sofort zur "Besonderen Verfügung erklärt". So wurde er ab 1941 reaktiviert und zuletzt 1943 abschließend pensioniert, trotzdem geriet er 1945 in sowjetische Gefangenschaft und starb dort, in Russland, 1947. So jemand konnte auf keinen Fall Ärger wegen seiner Post gebrauchen, also ab zur Zensur. Dem winzigen Umschlag lag wahrscheinlich nur eine Grußnote bei, denn eine Zeitung hatte schlicht keinen Platz, das Gleiche wäre ein Kartengruß AM Blumenstrauß! Jedenfalls war Frankreich Feindesland und somit durften dortige Druckerzeugnisse nicht nach Deutschland gebracht werden und wurden natürlich eingezogen, was der individualisierte Einlagezettel belegt. Zusammengefaßt: Kurierpost per ABP und Einlagezettel. Mir ist kein weiteres Stück in dieser Kombination bekannt, zumal mit so illustrem Adressaten. Wahrscheinlich absolutes Einzelstück und Unikat, was natürlich im Grunde jede Kurierpost ist. Ich hoffe die Interessierten freuen sich. Beste Grüße Johannes    |
|  | | jklang Mitglied in Bronze

 | Thema: Re: Zensuren unter deutscher Herrschaft bis 1945 So Okt 27, 2019 9:45 am | |
| - jklang schrieb:
- .......Herr Landsmann bringt wahrscheinlich keine neuern "Updats" mehr heraus, da er nicht mehr der Fitteste ist.
Hallo. Kaum schreibe ich, dass es vermutlich keine Updates mehr geben wird erhalte ich die E-Mail, dass sogar die 2. Auflage des Kataloges schon erschienen ist. Das ist jetzt eine ganz neue und erfreuliche Nachricht. Beste Grüße Johannes |
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